Verantwortungsbewusstes Investment der Pensionskasse des Bundes Publica
- ShortId
-
08.3531
- Id
-
20083531
- Updated
-
28.07.2023 12:28
- Language
-
de
- Title
-
Verantwortungsbewusstes Investment der Pensionskasse des Bundes Publica
- AdditionalIndexing
-
04;28;24;Finanzkrise;Anlagevorschrift;Verantwortung;Pensionskasse;Pensionskasse des Bundes;Kapitalanlage;Anlagefonds;nachhaltige Entwicklung
- 1
-
- L04K08040511, Pensionskasse des Bundes
- L05K1106020101, Kapitalanlage
- L06K110602010101, Anlagevorschrift
- L06K110602010102, Anlagefonds
- L06K010401010205, Pensionskasse
- L04K08020230, Verantwortung
- L05K0704010210, nachhaltige Entwicklung
- L04K11010105, Finanzkrise
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Finanzkrise hat aufgezeigt, welche Gefahren darin lauern, dass in einem wenig transparenten und unsicheren Umfeld Investitionen auf maximalen und sofortigen Profit ausgerichtet werden. Der Zusammenbruch des Systems gibt Anlass, über die Verantwortung der Investoren und über die Grundsätze, nach welchen sie handeln, nachzudenken. Schon einige Zeit vor der Finanzkrise haben sich Finanzfachleute damit auseinandergesetzt. Es wurden neue Fonds geschaffen, welche die Voraussetzungen für Investitionen unter Berücksichtigung der ESG-Anforderungen (environmental, social, Corporate Governance) erfüllen. Die Ergebnisse dieser Fonds sind heute vergleichbar mit denjenigen "traditioneller" Produkte. Was die Zuverlässigkeit anbelangt, sind sie ihnen sogar weit überlegen. </p><p>Verantwortungsbewusstes Investment müsste insbesondere die Pensionskassen ansprechen. Denn ihre Zielsetzungen orientieren sich von Natur aus an der Dauerhaftigkeit. Die Ergebnisse, die sie zu erbringen haben, dürfen sie nicht zu unverantwortbaren Risiken nötigen. Im Gegenteil, es liegt in der Natur der Sache, dass sie sich danach ausrichten müssen, nachhaltig zu investieren. Einige Kassen haben diese Strategie der Nachhaltigkeit übrigens bereits zu ihrer Leitlinie gemacht.</p><p>Die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" wurden im Rahmen der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und des "Global Compact" der Vereinten Nationen durch eine internationale Gruppe von mehr als 70 Fachleuten entwickelt. Sie bieten heute verlässliche Rahmenbedingungen für alle diejenigen, die ihre Investitionen verantwortungsbewusst tätigen wollen. Die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" bestehen aus sechs Leitsätzen, die ein ganzes Spektrum von Handlungsmöglichkeiten eröffnen, wie die ESG-Themen in die Investitionsstrategien mit einbezogen werden können. Mehrere Hundert in der Finanzbranche tätige Institutionen haben diese Grundsätze bereits unterzeichnet; darunter sind auch einige Schweizer Banken und Pensionskassen. Niemand wird gezwungen, diese Grundsätze zu übernehmen, vielmehr handelt es sich um ein freiwilliges Engagement der unterzeichnenden Institutionen.</p><p>Die vorliegende Motion verlangt, dass auch die Pensionskasse des Bundes Publica die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" unterzeichnet und infolgedessen ihre Investitionsstrategie den Grundsätzen nachhaltigen und ethischen Handelns unterordnet, welche die Beständigkeit in einer Finanzkrise wie der gegenwärtigen gewährleistet.</p>
- <p>Die Pensionskasse des Bundes Publica ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit. Ihre Hauptaufgabe ist es, Arbeitnehmende gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod zu versichern. Sie richtet sich dabei nach den Vorgaben des BVG und des FZG.</p><p>Gemäss Artikel 11 des Bundesgesetzes über die Pensionskasse des Bundes (Publica-Gesetz) vom 20. Dezember 2006 wird die Anlagepolitik von Publica durch die paritätisch zusammengesetzte Kassenkommission festgelegt. Diese erlässt die Anlagestrategie und das Anlagereglement. Mit der Anlagestrategie wird die Aufteilung des Anlagevermögens auf die verschiedenen Anlageklassen (Aktien, Obligationen usw.) festgelegt; das Anlagereglement regelt organisatorische Fragen der Kapitalanlage und enthält die Anlagerichtlinien. Der Bundesrat hat demzufolge keine Möglichkeit, auf die Anlagepolitik von Publica Einfluss zu nehmen.</p><p>Der Bundesrat hätte zwar die Möglichkeit, "seine" Vertreterinnen und Vertreter in der Kassenkommission zu beauftragen, eine Unterzeichnung der Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment (Principles of Responsible Investment, PRI) zu beantragen. Die Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitgebers Bund müssten sich aber nicht an die Instruktion des Bundesrates halten; im Falle einer Interessenkollision hat nämlich ein vom Bundesrat gewählter Vertreter, obwohl er zur Wahlbehörde in einer Treuebeziehung steht, den Interessen der Pensionskasse den Vorrang einzuräumen. Gemäss Anlagereglement von Publica muss das Vermögen der Kasse ausschliesslich im Interesse der Destinatärinnen und Destinatäre verwaltet werden. Ökologische, ethische und soziale Aspekte sollen mit einbezogen werden, wenn dies das Erreichen der Vorsorgeziele nicht beeinträchtigt. Folglich dürfen sich die Mitglieder der Kassenkommission nur für die Unterzeichnung der PRI einsetzen, wenn dies dem Wohl der Versicherten förderlich ist. Es liegt in der Kompetenz der Kassenkommission, zu prüfen, ob eine Unterzeichnung der PRI für die Versicherten vorteilhaft ist.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat beauftragt seine Vertreterinnen und Vertreter in der Kassenkommission der Pensionskasse des Bundes Publica, der Kasse die Unterzeichnung der "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" der Vereinten Nationen vorzuschlagen.</p>
- Verantwortungsbewusstes Investment der Pensionskasse des Bundes Publica
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Finanzkrise hat aufgezeigt, welche Gefahren darin lauern, dass in einem wenig transparenten und unsicheren Umfeld Investitionen auf maximalen und sofortigen Profit ausgerichtet werden. Der Zusammenbruch des Systems gibt Anlass, über die Verantwortung der Investoren und über die Grundsätze, nach welchen sie handeln, nachzudenken. Schon einige Zeit vor der Finanzkrise haben sich Finanzfachleute damit auseinandergesetzt. Es wurden neue Fonds geschaffen, welche die Voraussetzungen für Investitionen unter Berücksichtigung der ESG-Anforderungen (environmental, social, Corporate Governance) erfüllen. Die Ergebnisse dieser Fonds sind heute vergleichbar mit denjenigen "traditioneller" Produkte. Was die Zuverlässigkeit anbelangt, sind sie ihnen sogar weit überlegen. </p><p>Verantwortungsbewusstes Investment müsste insbesondere die Pensionskassen ansprechen. Denn ihre Zielsetzungen orientieren sich von Natur aus an der Dauerhaftigkeit. Die Ergebnisse, die sie zu erbringen haben, dürfen sie nicht zu unverantwortbaren Risiken nötigen. Im Gegenteil, es liegt in der Natur der Sache, dass sie sich danach ausrichten müssen, nachhaltig zu investieren. Einige Kassen haben diese Strategie der Nachhaltigkeit übrigens bereits zu ihrer Leitlinie gemacht.</p><p>Die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" wurden im Rahmen der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und des "Global Compact" der Vereinten Nationen durch eine internationale Gruppe von mehr als 70 Fachleuten entwickelt. Sie bieten heute verlässliche Rahmenbedingungen für alle diejenigen, die ihre Investitionen verantwortungsbewusst tätigen wollen. Die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" bestehen aus sechs Leitsätzen, die ein ganzes Spektrum von Handlungsmöglichkeiten eröffnen, wie die ESG-Themen in die Investitionsstrategien mit einbezogen werden können. Mehrere Hundert in der Finanzbranche tätige Institutionen haben diese Grundsätze bereits unterzeichnet; darunter sind auch einige Schweizer Banken und Pensionskassen. Niemand wird gezwungen, diese Grundsätze zu übernehmen, vielmehr handelt es sich um ein freiwilliges Engagement der unterzeichnenden Institutionen.</p><p>Die vorliegende Motion verlangt, dass auch die Pensionskasse des Bundes Publica die "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" unterzeichnet und infolgedessen ihre Investitionsstrategie den Grundsätzen nachhaltigen und ethischen Handelns unterordnet, welche die Beständigkeit in einer Finanzkrise wie der gegenwärtigen gewährleistet.</p>
- <p>Die Pensionskasse des Bundes Publica ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit. Ihre Hauptaufgabe ist es, Arbeitnehmende gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod zu versichern. Sie richtet sich dabei nach den Vorgaben des BVG und des FZG.</p><p>Gemäss Artikel 11 des Bundesgesetzes über die Pensionskasse des Bundes (Publica-Gesetz) vom 20. Dezember 2006 wird die Anlagepolitik von Publica durch die paritätisch zusammengesetzte Kassenkommission festgelegt. Diese erlässt die Anlagestrategie und das Anlagereglement. Mit der Anlagestrategie wird die Aufteilung des Anlagevermögens auf die verschiedenen Anlageklassen (Aktien, Obligationen usw.) festgelegt; das Anlagereglement regelt organisatorische Fragen der Kapitalanlage und enthält die Anlagerichtlinien. Der Bundesrat hat demzufolge keine Möglichkeit, auf die Anlagepolitik von Publica Einfluss zu nehmen.</p><p>Der Bundesrat hätte zwar die Möglichkeit, "seine" Vertreterinnen und Vertreter in der Kassenkommission zu beauftragen, eine Unterzeichnung der Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment (Principles of Responsible Investment, PRI) zu beantragen. Die Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitgebers Bund müssten sich aber nicht an die Instruktion des Bundesrates halten; im Falle einer Interessenkollision hat nämlich ein vom Bundesrat gewählter Vertreter, obwohl er zur Wahlbehörde in einer Treuebeziehung steht, den Interessen der Pensionskasse den Vorrang einzuräumen. Gemäss Anlagereglement von Publica muss das Vermögen der Kasse ausschliesslich im Interesse der Destinatärinnen und Destinatäre verwaltet werden. Ökologische, ethische und soziale Aspekte sollen mit einbezogen werden, wenn dies das Erreichen der Vorsorgeziele nicht beeinträchtigt. Folglich dürfen sich die Mitglieder der Kassenkommission nur für die Unterzeichnung der PRI einsetzen, wenn dies dem Wohl der Versicherten förderlich ist. Es liegt in der Kompetenz der Kassenkommission, zu prüfen, ob eine Unterzeichnung der PRI für die Versicherten vorteilhaft ist.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat beauftragt seine Vertreterinnen und Vertreter in der Kassenkommission der Pensionskasse des Bundes Publica, der Kasse die Unterzeichnung der "Grundsätze für verantwortungsvolles Investment" der Vereinten Nationen vorzuschlagen.</p>
- Verantwortungsbewusstes Investment der Pensionskasse des Bundes Publica
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