Förderung der rätoromanischen Presse

ShortId
08.3619
Id
20083619
Updated
28.07.2023 12:39
Language
de
Title
Förderung der rätoromanischen Presse
AdditionalIndexing
2831;34;kulturelles Erbe;Presseförderung;Subvention;rätoromanische Sprache;Zeitung
1
  • L06K120205010503, Presseförderung
  • L05K0106010307, rätoromanische Sprache
  • L04K02021703, Zeitung
  • L05K1102030202, Subvention
  • L04K01060301, kulturelles Erbe
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur ist in der Verordnung vom 26. Juni 1996 (441.31) geregelt. Laut Artikel 4 fördert der Bund auch die rätoromanische Presse, insbesondere ist die Unterstützung von regelmässig erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften in rätoromanischer Sprache vorgesehen. Die Bemessung der Bundesfinanzhilfen richtet sich gemäss Artikel 6 nach den Kriterien: Sprachpolitische Dringlichkeit, sprach- und kulturerhaltende oder sprach- und kulturfördernde Wirkung, Breitenwirkung und Innovität.</p><p>Obwohl das Bedürfnis einer romanischen Tageszeitung seit Jahrzehnten erkannt und unbestritten war, mussten die Romanen recht lange auf die Realisierung warten. Erst die 1996 gegründete romanische Nachrichtenagentur Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) schuf eine für die Entstehung einer Tageszeitung wichtige Voraussetzung. Mithilfe der ANR entstand eine Zeitung, die professionell redigiert, ansprechend gestaltet, auf modernen Anlagen hergestellt und von einer kleinen, aber äusserst motivierten und engagierten Redaktion betreut wird. Die romanische Tageszeitung "La Quotidiana" ist ein zentrales Projekt der Spracherhaltung. Neben der Spracherneuerung fördert die gesamtromanische Tageszeitung die Annäherung der Idiome, schlägt Brücken zwischen den romanischen Talschaften und begünstigt die Bildung einer gemeinsamen Identität. Die "La Quotidiana" ist das eigentliche Sprachrohr der Rumantschia.</p><p>Aufgrund der zunehmenden Verlagskosten und der sprachbedingt relativ kleinen Auflagen ist die Weiterführung der einzigen romanischen Tageszeitung stark gefährdet. Die drohende Einstellung der einzigen romanischen Tageszeitung hat unweigerlich zur Folge, dass die obenerwähnten sprach- und kulturpolitischen Auswirkungen verlorengehen. Damit wird eines der stärksten Projekte der romanischen Spracherhaltung begraben.</p>
  • <p>1. Im laufenden Jahr 2008 hat der Bund dem Kanton Graubünden eine Finanzhilfe von 710 670 Franken zur Förderung der rätoromanischen Presse zukommen lassen. Dieser Betrag wurde zusammen mit der Finanzhilfe des Kantons in der Höhe von 345 000 Franken der Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) ausgerichtet, die mit ihren redaktionellen Leistungen die rätoromanische Presse unterstützt. Der Gesamtbetrag an den Kanton Graubünden für die Sprachförderung im laufenden Jahr beläuft sich auf 4 585 500 Franken.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Meinung, dass rätoromanische Zeitungen für die Erhaltung und Förderung des Rätoromanischen sehr wichtig sind. Je besser die einzelnen Titel in der Bevölkerung verankert sind und je öfter sie erscheinen, desto grösser ist deren spracherhaltende Wirkung. Ob die einzelnen Zeitungen erhalten bleiben, hängt vor allem von marktwirtschaftlichen Kriterien und somit vom Willen der Abonnenten und der Verleger ab. </p><p>3. Der Bund und der Kanton Graubünden leisten keine Direktzahlungen an die rätoromanische Tageszeitung. Bei der Gründung der ANR im Jahr 1996 haben alle Zeitungsverleger und die Radio- und Fernsehveranstalter, die alle im Stiftungsrat der ANR Einsitz nehmen, im Einvernehmen mit der Lia Rumantscha, der Dachorganisation der Rätoromanen, auf die bis dahin erfolgten Direktzahlungen an die einzelnen Zeitungen zugunsten der Gründung der ANR verzichtet. Um den Weiterbestand der Pagina da Surmeir, der kleinsten rätoromanischen Zeitung, die einmal wöchentlich erscheint, zu sichern, hat der Stiftungsrat eine besondere Regelung getroffen. Eine Erhöhung der Bundesfinanzhilfen für die Förderung der rätoromanischen Presse ist nicht vorgesehen.</p><p>4. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Förderung der rätoromanischen Presse durch die redaktionellen Leistungen der ANR eine sehr gute Form der Sprachförderung darstellt, die eine Gleichbehandlung aller Medien erlaubt und somit den Bedürfnissen der Verleger am besten entspricht. Davon profitiert vor allem die Tageszeitung, die nahezu alle von der ANR produzierten Artikel veröffentlicht. Die langjährigen guten Erfahrungen sprechen für die Beibehaltung dieser Form der indirekten Presseförderung. Es steht dem Stiftungsrat der ANR jedoch offen, andere Formen der Presseförderung bzw. der Verbreitung der redaktionellen Leistungen der ANR zu prüfen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>1. Wie gross ist der aktuelle Beitrag des Bundes an die Förderung der rätoromanischen Presse?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass eine romanische Tageszeitung ein wichtiges Instrument der Spracherhaltung und Sprachförderung ist und darum erhalten werden muss?</p><p>3. Wie stellt er sich zu einer verstärkten finanziellen Unterstützung des Bundes an eine romanische Tageszeitung?</p><p>4. Sieht er andere Möglichkeiten zur Förderung der romanischen Presse?</p>
  • Förderung der rätoromanischen Presse
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur ist in der Verordnung vom 26. Juni 1996 (441.31) geregelt. Laut Artikel 4 fördert der Bund auch die rätoromanische Presse, insbesondere ist die Unterstützung von regelmässig erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften in rätoromanischer Sprache vorgesehen. Die Bemessung der Bundesfinanzhilfen richtet sich gemäss Artikel 6 nach den Kriterien: Sprachpolitische Dringlichkeit, sprach- und kulturerhaltende oder sprach- und kulturfördernde Wirkung, Breitenwirkung und Innovität.</p><p>Obwohl das Bedürfnis einer romanischen Tageszeitung seit Jahrzehnten erkannt und unbestritten war, mussten die Romanen recht lange auf die Realisierung warten. Erst die 1996 gegründete romanische Nachrichtenagentur Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) schuf eine für die Entstehung einer Tageszeitung wichtige Voraussetzung. Mithilfe der ANR entstand eine Zeitung, die professionell redigiert, ansprechend gestaltet, auf modernen Anlagen hergestellt und von einer kleinen, aber äusserst motivierten und engagierten Redaktion betreut wird. Die romanische Tageszeitung "La Quotidiana" ist ein zentrales Projekt der Spracherhaltung. Neben der Spracherneuerung fördert die gesamtromanische Tageszeitung die Annäherung der Idiome, schlägt Brücken zwischen den romanischen Talschaften und begünstigt die Bildung einer gemeinsamen Identität. Die "La Quotidiana" ist das eigentliche Sprachrohr der Rumantschia.</p><p>Aufgrund der zunehmenden Verlagskosten und der sprachbedingt relativ kleinen Auflagen ist die Weiterführung der einzigen romanischen Tageszeitung stark gefährdet. Die drohende Einstellung der einzigen romanischen Tageszeitung hat unweigerlich zur Folge, dass die obenerwähnten sprach- und kulturpolitischen Auswirkungen verlorengehen. Damit wird eines der stärksten Projekte der romanischen Spracherhaltung begraben.</p>
    • <p>1. Im laufenden Jahr 2008 hat der Bund dem Kanton Graubünden eine Finanzhilfe von 710 670 Franken zur Förderung der rätoromanischen Presse zukommen lassen. Dieser Betrag wurde zusammen mit der Finanzhilfe des Kantons in der Höhe von 345 000 Franken der Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) ausgerichtet, die mit ihren redaktionellen Leistungen die rätoromanische Presse unterstützt. Der Gesamtbetrag an den Kanton Graubünden für die Sprachförderung im laufenden Jahr beläuft sich auf 4 585 500 Franken.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Meinung, dass rätoromanische Zeitungen für die Erhaltung und Förderung des Rätoromanischen sehr wichtig sind. Je besser die einzelnen Titel in der Bevölkerung verankert sind und je öfter sie erscheinen, desto grösser ist deren spracherhaltende Wirkung. Ob die einzelnen Zeitungen erhalten bleiben, hängt vor allem von marktwirtschaftlichen Kriterien und somit vom Willen der Abonnenten und der Verleger ab. </p><p>3. Der Bund und der Kanton Graubünden leisten keine Direktzahlungen an die rätoromanische Tageszeitung. Bei der Gründung der ANR im Jahr 1996 haben alle Zeitungsverleger und die Radio- und Fernsehveranstalter, die alle im Stiftungsrat der ANR Einsitz nehmen, im Einvernehmen mit der Lia Rumantscha, der Dachorganisation der Rätoromanen, auf die bis dahin erfolgten Direktzahlungen an die einzelnen Zeitungen zugunsten der Gründung der ANR verzichtet. Um den Weiterbestand der Pagina da Surmeir, der kleinsten rätoromanischen Zeitung, die einmal wöchentlich erscheint, zu sichern, hat der Stiftungsrat eine besondere Regelung getroffen. Eine Erhöhung der Bundesfinanzhilfen für die Förderung der rätoromanischen Presse ist nicht vorgesehen.</p><p>4. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Förderung der rätoromanischen Presse durch die redaktionellen Leistungen der ANR eine sehr gute Form der Sprachförderung darstellt, die eine Gleichbehandlung aller Medien erlaubt und somit den Bedürfnissen der Verleger am besten entspricht. Davon profitiert vor allem die Tageszeitung, die nahezu alle von der ANR produzierten Artikel veröffentlicht. Die langjährigen guten Erfahrungen sprechen für die Beibehaltung dieser Form der indirekten Presseförderung. Es steht dem Stiftungsrat der ANR jedoch offen, andere Formen der Presseförderung bzw. der Verbreitung der redaktionellen Leistungen der ANR zu prüfen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>1. Wie gross ist der aktuelle Beitrag des Bundes an die Förderung der rätoromanischen Presse?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass eine romanische Tageszeitung ein wichtiges Instrument der Spracherhaltung und Sprachförderung ist und darum erhalten werden muss?</p><p>3. Wie stellt er sich zu einer verstärkten finanziellen Unterstützung des Bundes an eine romanische Tageszeitung?</p><p>4. Sieht er andere Möglichkeiten zur Förderung der romanischen Presse?</p>
    • Förderung der rätoromanischen Presse

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