Auszahlung des Überschusses 2008 an die Schweizer Bevölkerung
- ShortId
-
08.3865
- Id
-
20083865
- Updated
-
28.07.2023 03:44
- Language
-
de
- Title
-
Auszahlung des Überschusses 2008 an die Schweizer Bevölkerung
- AdditionalIndexing
-
24;Einnahmenüberschuss der öffentlichen Hand;Bevölkerung;Kaufkraft;Zahlung
- 1
-
- L04K11020501, Einnahmenüberschuss der öffentlichen Hand
- L05K0703020209, Zahlung
- L02K0107, Bevölkerung
- L05K0704050209, Kaufkraft
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die weltweite Finanzkrise und die dadurch drohende Rezession verlangen wirksame und schnell umsetzbare Massnahmen zur Stärkung der Konjunktur. Hierfür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Neben den in einigen Ländern angekündigten oder bereits umgesetzten Steuersenkungen, welche als Impulsprogramme zur Bekämpfung einer drohenden Rezession dienen sollen, sind dies u. a. auch die Beteiligung der Bevölkerung am Überschuss in der Staatsrechnung zur Stärkung der Kaufkraft. Die USA haben diese Form der Stütze der Konjunktur bereits früher angewandt, Australien hat im Oktober 2008 ein ähnliches Programm verabschiedet, in Deutschland werden derzeit Diskussionen über direkte Hilfen an die Bevölkerung mittels Barschecks geführt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es die zwingende Aufgabe der Regierung eines jeden Landes, den Konsumenten so gut wie möglich zu unterstützen. Auszahlungen von staatlichen Überschüssen bieten eine gute Gelegenheit, den Konsum ohne massiven administrativen Mehraufwand oder ineffiziente, langwierige und teure Konjunkturprogramme anzukurbeln und der Bevölkerung zu viel bezahlte Steuern wieder zurückzugeben. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Ankurbelung der Konsumentenstimmung getan.</p>
- <p>Der ordentliche Bundeshaushalt schliesst im Jahr 2008 mit einem markanten Überschuss von 7,3 Milliarden Franken ab. Unter Einschluss des stark defizitären ausserordentlichen Haushalts weist die Finanzierungsrechnung des Bundes jedoch ein Defizit von 3,6 Milliarden Franken aus. Es steht somit kein Überschuss zur Verfügung, der verteilt werden könnte.</p><p>Fiskalpolitische Massnahmen wie Steuersenkung oder die Auszahlung von staatlichen Rechnungsüberschüssen in rezessiven Zeiten zielen auf eine Erhöhung der Haushaltseinkommen und damit auf eine Stärkung des privaten Konsums. In ihrer aktuellen Prognose vom Dezember rechnet die Expertengruppe des Bundes für Konjunkturprognosen für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Schweiz um minus 0,8 Prozent, gefolgt von einer leichten Erholung im Jahr 2010 (plus 1 Prozent). Von diesem konjunkturellen Abschwung sind vor allem die Exporte sowie Unternehmensinvestitionen betroffen. Erfreulich sind hingegen die Indikatoren für den privaten Konsum: Vieles deutet darauf hin, dass der private Konsum in der Schweiz - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern - einen stärkeren Rückgang des BIP verhindern und weiterhin positive Wachstumsbeiträge liefern wird. Pro-Kopf-Transfers zur Stützung der Konjunktur sind somit zumindest in der gegenwärtigen Lage nicht das Mittel der Wahl.</p><p>Der Bundesrat verfolgt zur Stabilisierung der Konjunktur ein stufenweises Vorgehen. In erster Linie sollen die automatischen Stabilisatoren ihre Wirkung entfalten. Darunter fallen insbesondere die konjunkturabhängigen Einnahmebestandteile und - ausserhalb des Bundeshaushalts - die Arbeitslosenversicherung, die in schlechten Zeiten die Einkommen stützt und damit die Nachfrage stabilisiert. Zusätzlich will der Bundesrat den verbleibenden Spielraum innerhalb der Schuldenbremse für zusätzliche Investitionsausgaben nutzen. Die vom Parlament verabschiedete Aufstockung des Budget 2009 im Umfang von 427 Millionen Franken und die Freigabe der Arbeitsbeschaffungsreserven (550 Millionen) sowie die vom Bundesrat vorgeschlagene zweite Stufe der Stabilisierungsmassnahmen 2009 im Umfang von rund 700 Millionen Franken dienen diesem Zweck. Weiter gehende finanzpolitische Massnahmen, d. h. die Überschreitung der Vorgaben der Schuldenbremse in Form von ausserordentlichen Ausgaben, wären erst bei Vorliegen einer schweren Krise eine zu prüfende Option.</p><p>Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass solche Auszahlungen nicht ohne Mehraufwand und erhebliche Vorlaufszeit zu bewerkstelligen sind. Der Bund verfügt über keine entsprechenden Kanäle bzw. Instrumente zur Auszahlung an die privaten Haushalte, und sie müsste somit unter Einbezug der Kantone erfolgen (z. B. via direkte Bundessteuer oder Prämienverbilligungen für Krankenkassen).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Sinne einer Sofortmassnahme zur Stärkung der Kaufkraft den Rechnungsüberschuss des Jahres 2008 vollumfänglich pro Kopf an die Schweizer Bürger auszuzahlen.</p>
- Auszahlung des Überschusses 2008 an die Schweizer Bevölkerung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die weltweite Finanzkrise und die dadurch drohende Rezession verlangen wirksame und schnell umsetzbare Massnahmen zur Stärkung der Konjunktur. Hierfür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Neben den in einigen Ländern angekündigten oder bereits umgesetzten Steuersenkungen, welche als Impulsprogramme zur Bekämpfung einer drohenden Rezession dienen sollen, sind dies u. a. auch die Beteiligung der Bevölkerung am Überschuss in der Staatsrechnung zur Stärkung der Kaufkraft. Die USA haben diese Form der Stütze der Konjunktur bereits früher angewandt, Australien hat im Oktober 2008 ein ähnliches Programm verabschiedet, in Deutschland werden derzeit Diskussionen über direkte Hilfen an die Bevölkerung mittels Barschecks geführt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es die zwingende Aufgabe der Regierung eines jeden Landes, den Konsumenten so gut wie möglich zu unterstützen. Auszahlungen von staatlichen Überschüssen bieten eine gute Gelegenheit, den Konsum ohne massiven administrativen Mehraufwand oder ineffiziente, langwierige und teure Konjunkturprogramme anzukurbeln und der Bevölkerung zu viel bezahlte Steuern wieder zurückzugeben. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Ankurbelung der Konsumentenstimmung getan.</p>
- <p>Der ordentliche Bundeshaushalt schliesst im Jahr 2008 mit einem markanten Überschuss von 7,3 Milliarden Franken ab. Unter Einschluss des stark defizitären ausserordentlichen Haushalts weist die Finanzierungsrechnung des Bundes jedoch ein Defizit von 3,6 Milliarden Franken aus. Es steht somit kein Überschuss zur Verfügung, der verteilt werden könnte.</p><p>Fiskalpolitische Massnahmen wie Steuersenkung oder die Auszahlung von staatlichen Rechnungsüberschüssen in rezessiven Zeiten zielen auf eine Erhöhung der Haushaltseinkommen und damit auf eine Stärkung des privaten Konsums. In ihrer aktuellen Prognose vom Dezember rechnet die Expertengruppe des Bundes für Konjunkturprognosen für 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Schweiz um minus 0,8 Prozent, gefolgt von einer leichten Erholung im Jahr 2010 (plus 1 Prozent). Von diesem konjunkturellen Abschwung sind vor allem die Exporte sowie Unternehmensinvestitionen betroffen. Erfreulich sind hingegen die Indikatoren für den privaten Konsum: Vieles deutet darauf hin, dass der private Konsum in der Schweiz - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern - einen stärkeren Rückgang des BIP verhindern und weiterhin positive Wachstumsbeiträge liefern wird. Pro-Kopf-Transfers zur Stützung der Konjunktur sind somit zumindest in der gegenwärtigen Lage nicht das Mittel der Wahl.</p><p>Der Bundesrat verfolgt zur Stabilisierung der Konjunktur ein stufenweises Vorgehen. In erster Linie sollen die automatischen Stabilisatoren ihre Wirkung entfalten. Darunter fallen insbesondere die konjunkturabhängigen Einnahmebestandteile und - ausserhalb des Bundeshaushalts - die Arbeitslosenversicherung, die in schlechten Zeiten die Einkommen stützt und damit die Nachfrage stabilisiert. Zusätzlich will der Bundesrat den verbleibenden Spielraum innerhalb der Schuldenbremse für zusätzliche Investitionsausgaben nutzen. Die vom Parlament verabschiedete Aufstockung des Budget 2009 im Umfang von 427 Millionen Franken und die Freigabe der Arbeitsbeschaffungsreserven (550 Millionen) sowie die vom Bundesrat vorgeschlagene zweite Stufe der Stabilisierungsmassnahmen 2009 im Umfang von rund 700 Millionen Franken dienen diesem Zweck. Weiter gehende finanzpolitische Massnahmen, d. h. die Überschreitung der Vorgaben der Schuldenbremse in Form von ausserordentlichen Ausgaben, wären erst bei Vorliegen einer schweren Krise eine zu prüfende Option.</p><p>Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass solche Auszahlungen nicht ohne Mehraufwand und erhebliche Vorlaufszeit zu bewerkstelligen sind. Der Bund verfügt über keine entsprechenden Kanäle bzw. Instrumente zur Auszahlung an die privaten Haushalte, und sie müsste somit unter Einbezug der Kantone erfolgen (z. B. via direkte Bundessteuer oder Prämienverbilligungen für Krankenkassen).</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Sinne einer Sofortmassnahme zur Stärkung der Kaufkraft den Rechnungsüberschuss des Jahres 2008 vollumfänglich pro Kopf an die Schweizer Bürger auszuzahlen.</p>
- Auszahlung des Überschusses 2008 an die Schweizer Bevölkerung
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