Modelle für einen Vaterschaftsurlaub
- ShortId
-
08.3953
- Id
-
20083953
- Updated
-
28.07.2023 07:50
- Language
-
de
- Title
-
Modelle für einen Vaterschaftsurlaub
- AdditionalIndexing
-
28;Evaluation;Vaterschaftsurlaub;Kostenschätzung;Finanzierungsart
- 1
-
- L05K0104030102, Vaterschaftsurlaub
- L04K08020302, Evaluation
- L06K070302020108, Kostenschätzung
- L05K1109020102, Finanzierungsart
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das Begehren nach einem Vaterschaftsurlaub ist in der Schweiz breit verankert. In verschiedenen Umfragen haben sich jeweils rund drei Viertel für einen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen, der diesen Namen auch verdient und mehrere Wochen dauert. Verschiedene Unternehmen zeigen Verständnis für dieses Bedürfnis. Sie dürften die 2007 erschienene Studie von McKinsey kennen, die nachwies, dass die wirtschaftliche Effizienz eines Unternehmens steigt, wenn es seinen Arbeitnehmenden, Männern wie Frauen, einen ausgewogenen Lebensstil ermöglicht und auf deren allgemeines Wohl bedacht ist. Als einziges Argument gegen die Einführung des Vaterschaftsurlaubs werden die zu hohen Kosten angeführt. Dabei wird oft vergessen, welchen Nutzen ein Vaterschaftsurlaub mit sich bringt. Der Vaterschaftsurlaub unterstützt eine partnerschaftliche Rollenaufteilung zwischen Frauen und Männern und fördert damit auch die Integration der Frauen ins Erwerbsleben. Wertvolle Qualifikationen und Berufserfahrungen der Frauen bleiben somit erhalten. Zudem hängt auch die Geburtsrate von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Ein Vaterschaftsurlaub könnte sich positiv auf die tiefe Geburtsrate der Schweiz auswirken. Zudem ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung auch eine wichtige Basis für das spätere gemeinsame Familienleben. </p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, verschiedene Modelle für einen Vaterschaftsurlaub zu prüfen, damit die politische Debatte aufgrund von Fakten und in Kenntnis der Kosten geführt werden kann. Die Prüfung soll insbesondere folgende Punkte berücksichtigen: </p><p>Dauer: mehrere Tage bis mehrere Wochen; einmaliger oder gestaffelter Bezug. </p><p>Finanzierung: gesetzliche Regelungen über Erwerbsersatzordnung oder andere Finanzierungsquellen, Branchenlösungen, weitere Finanzierungsquellen. Finanziert zu 80 Prozent wie der Mutterschaftsurlaub oder Modelle mit abgestufter Finanzierung, abhängig von der Länge. Plafonierung des Lohnausfalls nach oben oder offen. </p><p>Bei der Ausarbeitung der Modelle kann sich der Bund auch auf ausländische Modelle abstützen.</p>
- <p>Der Bundesrat lehnt die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubes ab, wie seiner Stellungnahme zur Motion Nordmann 06.3662 zu entnehmen ist. Er vertritt die Ansicht, dass sich die sozialpartnerschaftliche Lösung bewährt und dass der Einführung eines Vaterschaftsurlaubes aus sozialpolitischer Sicht keine Priorität zukommt. Der Bundesrat hat sich zudem in seiner Stellungnahme zum Postulat Nordmann 08.3315 gegen die Erstellung eines umfassenden Berichts über die volkswirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Auswirkungen eines mehrwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubes ausgesprochen, weil ein solcher Bericht zu keinen neuen Erkenntnissen führen würde.</p><p>Das Parlament ist dem Antrag des Bundesrates zur eingangs erwähnten Motion gefolgt und hat damit die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs ebenfalls abgelehnt. Zudem hat der Nationalrat erst kürzlich, am 11. Dezember 2008, die parlamentarische Initiative Teuscher 06.448 klar abgelehnt, die einen Vaterschaftsurlaub von mindestens acht Wochen verlangte. Überdies hat er sich bereiterklärt, das Postulat Schmid-Federer 08.3507, "Elternschaftsurlaub. Änderung des Erwerbsersatzgesetzes", teilweise anzunehmen und das Modell C zu prüfen, welches es den Vätern erlauben würde, einen unbezahlten Vaterschaftsurlaub zu beziehen. </p><p>Vor diesem Hintergrund erachtet es der Bundesrat - auch eingedenk der limitierten Ressourcen in der Bundesverwaltung - als nicht zielführend, einen Bericht zu möglichen Modellen für einen Vaterschaftsurlaub zu erstellen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass andere Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes prioritär zu verfolgen sind. Hierbei im Zentrum stehen die Reform der Familienbesteuerung, die Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung sowie die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle auf betrieblicher Ebene.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, verschiedene Modelle für einen Vaterschaftsurlaub auszuarbeiten, inklusive Kostenschätzung, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle aufzuzeigen und mögliche Finanzierungsvorschläge auszuarbeiten.</p>
- Modelle für einen Vaterschaftsurlaub
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Das Begehren nach einem Vaterschaftsurlaub ist in der Schweiz breit verankert. In verschiedenen Umfragen haben sich jeweils rund drei Viertel für einen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen, der diesen Namen auch verdient und mehrere Wochen dauert. Verschiedene Unternehmen zeigen Verständnis für dieses Bedürfnis. Sie dürften die 2007 erschienene Studie von McKinsey kennen, die nachwies, dass die wirtschaftliche Effizienz eines Unternehmens steigt, wenn es seinen Arbeitnehmenden, Männern wie Frauen, einen ausgewogenen Lebensstil ermöglicht und auf deren allgemeines Wohl bedacht ist. Als einziges Argument gegen die Einführung des Vaterschaftsurlaubs werden die zu hohen Kosten angeführt. Dabei wird oft vergessen, welchen Nutzen ein Vaterschaftsurlaub mit sich bringt. Der Vaterschaftsurlaub unterstützt eine partnerschaftliche Rollenaufteilung zwischen Frauen und Männern und fördert damit auch die Integration der Frauen ins Erwerbsleben. Wertvolle Qualifikationen und Berufserfahrungen der Frauen bleiben somit erhalten. Zudem hängt auch die Geburtsrate von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Ein Vaterschaftsurlaub könnte sich positiv auf die tiefe Geburtsrate der Schweiz auswirken. Zudem ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung auch eine wichtige Basis für das spätere gemeinsame Familienleben. </p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, verschiedene Modelle für einen Vaterschaftsurlaub zu prüfen, damit die politische Debatte aufgrund von Fakten und in Kenntnis der Kosten geführt werden kann. Die Prüfung soll insbesondere folgende Punkte berücksichtigen: </p><p>Dauer: mehrere Tage bis mehrere Wochen; einmaliger oder gestaffelter Bezug. </p><p>Finanzierung: gesetzliche Regelungen über Erwerbsersatzordnung oder andere Finanzierungsquellen, Branchenlösungen, weitere Finanzierungsquellen. Finanziert zu 80 Prozent wie der Mutterschaftsurlaub oder Modelle mit abgestufter Finanzierung, abhängig von der Länge. Plafonierung des Lohnausfalls nach oben oder offen. </p><p>Bei der Ausarbeitung der Modelle kann sich der Bund auch auf ausländische Modelle abstützen.</p>
- <p>Der Bundesrat lehnt die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubes ab, wie seiner Stellungnahme zur Motion Nordmann 06.3662 zu entnehmen ist. Er vertritt die Ansicht, dass sich die sozialpartnerschaftliche Lösung bewährt und dass der Einführung eines Vaterschaftsurlaubes aus sozialpolitischer Sicht keine Priorität zukommt. Der Bundesrat hat sich zudem in seiner Stellungnahme zum Postulat Nordmann 08.3315 gegen die Erstellung eines umfassenden Berichts über die volkswirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Auswirkungen eines mehrwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubes ausgesprochen, weil ein solcher Bericht zu keinen neuen Erkenntnissen führen würde.</p><p>Das Parlament ist dem Antrag des Bundesrates zur eingangs erwähnten Motion gefolgt und hat damit die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs ebenfalls abgelehnt. Zudem hat der Nationalrat erst kürzlich, am 11. Dezember 2008, die parlamentarische Initiative Teuscher 06.448 klar abgelehnt, die einen Vaterschaftsurlaub von mindestens acht Wochen verlangte. Überdies hat er sich bereiterklärt, das Postulat Schmid-Federer 08.3507, "Elternschaftsurlaub. Änderung des Erwerbsersatzgesetzes", teilweise anzunehmen und das Modell C zu prüfen, welches es den Vätern erlauben würde, einen unbezahlten Vaterschaftsurlaub zu beziehen. </p><p>Vor diesem Hintergrund erachtet es der Bundesrat - auch eingedenk der limitierten Ressourcen in der Bundesverwaltung - als nicht zielführend, einen Bericht zu möglichen Modellen für einen Vaterschaftsurlaub zu erstellen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass andere Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes prioritär zu verfolgen sind. Hierbei im Zentrum stehen die Reform der Familienbesteuerung, die Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung sowie die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle auf betrieblicher Ebene.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, verschiedene Modelle für einen Vaterschaftsurlaub auszuarbeiten, inklusive Kostenschätzung, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle aufzuzeigen und mögliche Finanzierungsvorschläge auszuarbeiten.</p>
- Modelle für einen Vaterschaftsurlaub
Back to List