Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie

ShortId
09.3048
Id
20093048
Updated
27.07.2023 20:53
Language
de
Title
Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie
AdditionalIndexing
15;52;nachhaltige Nutzung;Ökologismus;qualitatives Wachstum;Umweltmanagement;Ökosystem;Wirtschaftspolitik (speziell);nachhaltige Entwicklung
1
  • L04K08020419, Ökologismus
  • L06K060103010101, nachhaltige Nutzung
  • L05K0704010210, nachhaltige Entwicklung
  • L05K0704010212, qualitatives Wachstum
  • L04K07040102, Wirtschaftspolitik (speziell)
  • L04K06030311, Ökosystem
  • L05K0601040102, Umweltmanagement
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die industrielle Ökologie hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenwärtig eindimensionale und nichtnachhaltige wirtschaftliche System so weiterzuentwickeln, dass es nachhaltiger wird und mit der normalen, zyklischen Funktionsweise natürlicher Ökosysteme zu vereinbaren ist. Nach dem Vorbild dieser zyklischen Abläufe wird man sich beispielsweise darum bemühen, die Abfälle der einen als Rohstoffe für andere zu verwerten. Auf diesem Prinzip gründet die Idee, Unternehmen in Industriegebieten oder Regionen zusammenzufassen, um zu erforschen, wie ihre Ressourcen, seien dies Abfälle, Energie oder Kühlwasser, besser genutzt werden können. Eine Untersuchung des Metabolismus ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten, in der die verschiedenen Stoff-, Ressourcen- und Energieströme erfasst werden, ermöglicht im Vorfeld, die denkbare Zusammenwirkung und den Austausch zwischen den Unternehmen abzuschätzen. Das Konzept der industriellen Ökologie gründet auf dem dänischen Modell der industriellen Symbiose von Kalundborg und kam in den Neunzigerjahren aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Besonders in Asien findet es heute breite Anwendung, da hier die Schaffung von öko-industriellen Zonen - unabhängig von ihrem umweltförderlichen Einfluss - als Mittel gesehen wird, um ausländische Unternehmen anzuziehen.</p><p>Damit dieses Konzept Fuss fassen kann, sind externe Massnahmen und Anreize erforderlich. Eine Koordinationsstelle ist nötig, welche die Aufgabe hat, vorab das Zusammenarbeitspotenzial der in einem bestimmten Gebiet angesiedelten Unternehmen zu untersuchen, den Kontakt zwischen den Unternehmen anschliessend zu fördern und den kollektiven Verwertungsprozess der Ressourcen zu begleiten. In der Schweiz ist eine solche Stelle auf Kantonsebene denkbar. Genf befasst sich beispielsweise seit Jahren mit dem Konzept der industriellen Ökologie und hat bereits eine Untersuchung des industriellen Metabolismus der im Kanton tätigen Unternehmen durchgeführt. Der Bund könnte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieses Konzepts spielen, andere Kantonen motivieren, es umzusetzen, und die Koordination der kantonalen Tätigkeiten in diesem Bereich übernehmen.</p>
  • <p>Die industrielle Ökologie versucht die Kreisläufe der Produktionsfaktoren Rohstoffe, Energie und Kapital zu optimieren. Sie betrachtet ein industrielles System nicht unabhängig, sondern im Zusammenhang mit seiner Umgebung. Damit bietet sie interessante Perspektiven zur weiteren Verbesserung der Ressourceneffizienz in der Industrie. Der Prüfauftrag soll aufzeigen, wie der Ansatz der industriellen Ökologie zur Ressourceneffizienz beitragen kann und inwieweit der Staat dabei eine Rolle spielen soll. Allfällige finanzielle Leistungen sollen ausgeschlossen bleiben (kein neuer Subventionstatbestand). Massnahmen sollen auf freiwilliger Basis erfolgen. In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, das Postulat zu erfüllen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu untersuchen, wie die Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie in und mit den Kantonen koordiniert und unterstützt werden kann, im Besonderen in Form von öko-industriellen Parks und Unternehmensclustern zur Optimierung der Ressourcennutzung.</p>
  • Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die industrielle Ökologie hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenwärtig eindimensionale und nichtnachhaltige wirtschaftliche System so weiterzuentwickeln, dass es nachhaltiger wird und mit der normalen, zyklischen Funktionsweise natürlicher Ökosysteme zu vereinbaren ist. Nach dem Vorbild dieser zyklischen Abläufe wird man sich beispielsweise darum bemühen, die Abfälle der einen als Rohstoffe für andere zu verwerten. Auf diesem Prinzip gründet die Idee, Unternehmen in Industriegebieten oder Regionen zusammenzufassen, um zu erforschen, wie ihre Ressourcen, seien dies Abfälle, Energie oder Kühlwasser, besser genutzt werden können. Eine Untersuchung des Metabolismus ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten, in der die verschiedenen Stoff-, Ressourcen- und Energieströme erfasst werden, ermöglicht im Vorfeld, die denkbare Zusammenwirkung und den Austausch zwischen den Unternehmen abzuschätzen. Das Konzept der industriellen Ökologie gründet auf dem dänischen Modell der industriellen Symbiose von Kalundborg und kam in den Neunzigerjahren aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Besonders in Asien findet es heute breite Anwendung, da hier die Schaffung von öko-industriellen Zonen - unabhängig von ihrem umweltförderlichen Einfluss - als Mittel gesehen wird, um ausländische Unternehmen anzuziehen.</p><p>Damit dieses Konzept Fuss fassen kann, sind externe Massnahmen und Anreize erforderlich. Eine Koordinationsstelle ist nötig, welche die Aufgabe hat, vorab das Zusammenarbeitspotenzial der in einem bestimmten Gebiet angesiedelten Unternehmen zu untersuchen, den Kontakt zwischen den Unternehmen anschliessend zu fördern und den kollektiven Verwertungsprozess der Ressourcen zu begleiten. In der Schweiz ist eine solche Stelle auf Kantonsebene denkbar. Genf befasst sich beispielsweise seit Jahren mit dem Konzept der industriellen Ökologie und hat bereits eine Untersuchung des industriellen Metabolismus der im Kanton tätigen Unternehmen durchgeführt. Der Bund könnte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieses Konzepts spielen, andere Kantonen motivieren, es umzusetzen, und die Koordination der kantonalen Tätigkeiten in diesem Bereich übernehmen.</p>
    • <p>Die industrielle Ökologie versucht die Kreisläufe der Produktionsfaktoren Rohstoffe, Energie und Kapital zu optimieren. Sie betrachtet ein industrielles System nicht unabhängig, sondern im Zusammenhang mit seiner Umgebung. Damit bietet sie interessante Perspektiven zur weiteren Verbesserung der Ressourceneffizienz in der Industrie. Der Prüfauftrag soll aufzeigen, wie der Ansatz der industriellen Ökologie zur Ressourceneffizienz beitragen kann und inwieweit der Staat dabei eine Rolle spielen soll. Allfällige finanzielle Leistungen sollen ausgeschlossen bleiben (kein neuer Subventionstatbestand). Massnahmen sollen auf freiwilliger Basis erfolgen. In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, das Postulat zu erfüllen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu untersuchen, wie die Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie in und mit den Kantonen koordiniert und unterstützt werden kann, im Besonderen in Form von öko-industriellen Parks und Unternehmensclustern zur Optimierung der Ressourcennutzung.</p>
    • Anwendung der Grundsätze der industriellen Ökologie

Back to List