Armee. Kein Uniformzwang im Ausgang
- ShortId
-
09.3117
- Id
-
20093117
- Updated
-
28.07.2023 09:10
- Language
-
de
- Title
-
Armee. Kein Uniformzwang im Ausgang
- AdditionalIndexing
-
09;Kleidung;Image;Freizeit;Armeeangehöriger
- 1
-
- L04K04020303, Armeeangehöriger
- L06K070505010101, Kleidung
- L03K010101, Freizeit
- L04K08020215, Image
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das momentan schlechte Image der Schweizer Armee wird zum Teil durch das Verhalten von Angehörigen der Armee (AdA) im Ausgang beeinflusst. Das Einnehmen von Drogen sowie übermässiger Alkoholkonsum durch uniformierte AdA sind kein gutes Aushängeschild für unsere Milizarmee. Mit der Abschaffung des Uniformzwangs im Ausgang würden gleich mehrere Probleme gelöst:</p><p>1. Die Image-Schäden der Armee durch alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende AdA würden vermindert.</p><p>2. Gehen die AdA in Gruppen und Uniform in den Ausgang, fühlen sie sich anonymer. Eine Gruppe in zivil würde sich wohl auch zivilisierter verhalten.</p><p>3. In der Vergangenheit wurden uniformierte AdA gezielt Opfer von Gewalttaten und mussten deswegen mit Pfefferspray bewaffnet werden. Könnten sie in ziviler Kleidung in den Ausgang gehen, würden diese Gewalttaten verhindert.</p><p>4. Durch den eingeschränkten Einsatz des Tenues A könnten erhebliche Mittel bei der Ausrüstung der AdA eingespart werden.</p><p>5. Schon heute halten sich viele AdA nicht mehr an die Kleidervorschriften im Ausgang. Statt in unkorrektem Tenue in der Öffentlichkeit aufzutreten oder sich heimlich umzuziehen, wäre der Ausgang in zivil wahrscheinlich die Regel.</p><p>6. Die Kontrolleinsätze der MilSich könnten sich auf gravierendere Probleme beschränken und müssten sich nicht länger mit unkorrekten Tenues befassen. </p><p>Selbst hochrangige Offiziere bezweifeln den Sinn der Ausgangsuniform. Die Schweiz hängt hier einer Tradition nach, welche der Armee unter Umständen mehr schadet, als sie zu unserer Sicherheit beiträgt. Im Ausland ist die Uniformpflicht im Ausgang längst nicht mehr die Regel. Die Aufhebung des Uniformzwangs für die Zeit des Ausgangs ist ein Modernisierungsschritt, welcher für das Image der Armee positive Auswirkungen hat und der sogar gewisse Einsparungen ermöglicht.</p>
- <p>Der Grossteil der Armeeangehörigen verhält sich im Ausgang korrekt. Auch wenn es in Einzelfällen entsprechende Ordnungsprobleme gibt, so ist der Bundesrat der Ansicht, dass diesen nicht durch Ablegen der Uniform begegnet werden sollte. Vielmehr gilt es, die Probleme mit geeigneten Massnahmen zu lösen. Für die Armeeführung sind die Aufrechterhaltung von Disziplin und korrektem Verhalten eine Daueraufgabe. Dabei geht es darum, Unfälle zu vermeiden, ein hohes Sicherheitsverhalten zu gewährleisten und das Erscheinungsbild der Armee in der Gesellschaft zu pflegen. Die Probleme des Verhaltens von Armeeangehörigen im Ausgang gehören ebenfalls dazu. Der Chef der Armee hat deshalb die Förderung von Ordnung und Disziplin zu einem seiner Jahresziele erklärt.</p><p>Die Schweizer Milizarmee darf und soll, in korrektem Tenue, sichtbar sein. Der sichtbare Bürger in Uniform stellt in unserer Milizarmee einen nicht zu unterschätzenden Wert dar und drückt letztlich auch die Verankerung der Armee in unserer Gesellschaft aus. Grundsätzlich kann die Schweizer Armee betreffend Tenue im Ausgang nicht mit anderen Armeen verglichen werden. Schweizer Armeeangehörige sind ab dem Einrücken bis zur Entlassung im Dienst. In ausländischen Armeen beschränkt sich der Dienst auf vorgegebene Arbeitsstunden. Ausserhalb dieser Zeiten gelten in vielen Armeen zivile Gesetze und Vorschriften.</p><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, dass Provokationen und Gewalttaten gegen Armeeangehörige im Ausgang abnehmen, wenn diese in Zivilkleidern auftreten. Damit ist aber nicht sichergestellt, dass sich Armeeangehörige disziplinierter verhalten.</p><p>Wenn dienstleistende Angehörige der Armee nicht mehr an ihrer Uniform erkannt werden, kann das Probleme verursachen. Die Unterscheidung zwischen Zivilperson und Militärperson im Ausgang wäre für die Militärische Sicherheit, die Polizei und die Kontrollorgane der Truppe nicht mehr auf den ersten Blick möglich. Das könnte vermehrte Kontrollen von Zivilpersonen durch die Militärische Sicherheit nach sich ziehen. Auch in der Kaserne erschweren Zivilkleider eine Identifizierung von Militärpersonen und Zivilen. Folge davon könnten vermehrte Diebstähle, soziale Ungleichheit und Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Kleidung sein. Zudem würden Truppenzugehörigkeit und Korpsgeist abnehmen.</p><p>Aus diesen Erwägungen kommt der Bundesrat zum Schluss, die Ausgangsuniform beizubehalten und diese von Armeeangehörigen im Ausgang tragen zu lassen. Dem Problem von unkorrektem Verhalten und Tenue soll durch beharrliches Durchsetzen der Kader, vermehrte Kontrollen und Disziplinarstrafen begegnet werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die entsprechenden Reglemente der Armee dahingehend zu ändern, dass Angehörige der Armee im Ausgang auf Tenue A verzichten können.</p>
- Armee. Kein Uniformzwang im Ausgang
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Das momentan schlechte Image der Schweizer Armee wird zum Teil durch das Verhalten von Angehörigen der Armee (AdA) im Ausgang beeinflusst. Das Einnehmen von Drogen sowie übermässiger Alkoholkonsum durch uniformierte AdA sind kein gutes Aushängeschild für unsere Milizarmee. Mit der Abschaffung des Uniformzwangs im Ausgang würden gleich mehrere Probleme gelöst:</p><p>1. Die Image-Schäden der Armee durch alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende AdA würden vermindert.</p><p>2. Gehen die AdA in Gruppen und Uniform in den Ausgang, fühlen sie sich anonymer. Eine Gruppe in zivil würde sich wohl auch zivilisierter verhalten.</p><p>3. In der Vergangenheit wurden uniformierte AdA gezielt Opfer von Gewalttaten und mussten deswegen mit Pfefferspray bewaffnet werden. Könnten sie in ziviler Kleidung in den Ausgang gehen, würden diese Gewalttaten verhindert.</p><p>4. Durch den eingeschränkten Einsatz des Tenues A könnten erhebliche Mittel bei der Ausrüstung der AdA eingespart werden.</p><p>5. Schon heute halten sich viele AdA nicht mehr an die Kleidervorschriften im Ausgang. Statt in unkorrektem Tenue in der Öffentlichkeit aufzutreten oder sich heimlich umzuziehen, wäre der Ausgang in zivil wahrscheinlich die Regel.</p><p>6. Die Kontrolleinsätze der MilSich könnten sich auf gravierendere Probleme beschränken und müssten sich nicht länger mit unkorrekten Tenues befassen. </p><p>Selbst hochrangige Offiziere bezweifeln den Sinn der Ausgangsuniform. Die Schweiz hängt hier einer Tradition nach, welche der Armee unter Umständen mehr schadet, als sie zu unserer Sicherheit beiträgt. Im Ausland ist die Uniformpflicht im Ausgang längst nicht mehr die Regel. Die Aufhebung des Uniformzwangs für die Zeit des Ausgangs ist ein Modernisierungsschritt, welcher für das Image der Armee positive Auswirkungen hat und der sogar gewisse Einsparungen ermöglicht.</p>
- <p>Der Grossteil der Armeeangehörigen verhält sich im Ausgang korrekt. Auch wenn es in Einzelfällen entsprechende Ordnungsprobleme gibt, so ist der Bundesrat der Ansicht, dass diesen nicht durch Ablegen der Uniform begegnet werden sollte. Vielmehr gilt es, die Probleme mit geeigneten Massnahmen zu lösen. Für die Armeeführung sind die Aufrechterhaltung von Disziplin und korrektem Verhalten eine Daueraufgabe. Dabei geht es darum, Unfälle zu vermeiden, ein hohes Sicherheitsverhalten zu gewährleisten und das Erscheinungsbild der Armee in der Gesellschaft zu pflegen. Die Probleme des Verhaltens von Armeeangehörigen im Ausgang gehören ebenfalls dazu. Der Chef der Armee hat deshalb die Förderung von Ordnung und Disziplin zu einem seiner Jahresziele erklärt.</p><p>Die Schweizer Milizarmee darf und soll, in korrektem Tenue, sichtbar sein. Der sichtbare Bürger in Uniform stellt in unserer Milizarmee einen nicht zu unterschätzenden Wert dar und drückt letztlich auch die Verankerung der Armee in unserer Gesellschaft aus. Grundsätzlich kann die Schweizer Armee betreffend Tenue im Ausgang nicht mit anderen Armeen verglichen werden. Schweizer Armeeangehörige sind ab dem Einrücken bis zur Entlassung im Dienst. In ausländischen Armeen beschränkt sich der Dienst auf vorgegebene Arbeitsstunden. Ausserhalb dieser Zeiten gelten in vielen Armeen zivile Gesetze und Vorschriften.</p><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, dass Provokationen und Gewalttaten gegen Armeeangehörige im Ausgang abnehmen, wenn diese in Zivilkleidern auftreten. Damit ist aber nicht sichergestellt, dass sich Armeeangehörige disziplinierter verhalten.</p><p>Wenn dienstleistende Angehörige der Armee nicht mehr an ihrer Uniform erkannt werden, kann das Probleme verursachen. Die Unterscheidung zwischen Zivilperson und Militärperson im Ausgang wäre für die Militärische Sicherheit, die Polizei und die Kontrollorgane der Truppe nicht mehr auf den ersten Blick möglich. Das könnte vermehrte Kontrollen von Zivilpersonen durch die Militärische Sicherheit nach sich ziehen. Auch in der Kaserne erschweren Zivilkleider eine Identifizierung von Militärpersonen und Zivilen. Folge davon könnten vermehrte Diebstähle, soziale Ungleichheit und Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Kleidung sein. Zudem würden Truppenzugehörigkeit und Korpsgeist abnehmen.</p><p>Aus diesen Erwägungen kommt der Bundesrat zum Schluss, die Ausgangsuniform beizubehalten und diese von Armeeangehörigen im Ausgang tragen zu lassen. Dem Problem von unkorrektem Verhalten und Tenue soll durch beharrliches Durchsetzen der Kader, vermehrte Kontrollen und Disziplinarstrafen begegnet werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die entsprechenden Reglemente der Armee dahingehend zu ändern, dass Angehörige der Armee im Ausgang auf Tenue A verzichten können.</p>
- Armee. Kein Uniformzwang im Ausgang
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