Chancengleichheit für ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche

ShortId
09.3168
Id
20093168
Updated
24.06.2025 23:39
Language
de
Title
Chancengleichheit für ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche
AdditionalIndexing
15;Zuwandererkind;Lehrstelle;Gleichbehandlung;junge/r Arbeitnehmer/in;ethnische Diskriminierung;Jugendarbeitslosigkeit
1
  • L05K0108030401, Zuwandererkind
  • L06K070202030801, Lehrstelle
  • L04K05020404, ethnische Diskriminierung
  • L04K05020303, Gleichbehandlung
  • L05K0702030403, Jugendarbeitslosigkeit
  • L05K0702020112, junge/r Arbeitnehmer/in
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Einzelne Untersuchungen haben gezeigt, dass ausländische Jugendliche, z. B. jene mit typisch ex-jugoslawischen oder türkischen Nachnamen, bei der Lehrstellensuche stark diskriminiert werden, dies unabhängig von ihren schulischen oder anderweitigen Kompetenzen. Diese Jugendlichen sind Opfer einer neuen Form von Diskriminierung, nämlich aufgrund ihres Namens, die dramatische Auswirkungen auf ihre Zukunft hat. Gesellschaftlicher Ausschluss, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Ausgrenzung können die Folgen sein, die nicht nur den betroffenen Jugendlichen, sondern auch der Gesellschaft stark schaden und hohe soziale Kosten verursachen.</p><p>Auch die Wirtschaft ist von diesem Phänomen betroffen: Sie kann nicht von den besten Auszubildenden profitieren, sondern nur von jenen unter ihnen, die einen "schweizerisch" klingenden Namen haben. Auch wenn die Wirtschaftskrise den Mangel an qualifiziertem Personal, an dem unser Land leidet, vermindert, so wird die schweizerische Wirtschaft doch in den kommenden Jahrzehnten in allen Branchen einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verzeichnen. Etwa 25 Prozent aller Jugendlichen, die in den nächsten Jahren ihre Schulbildung abschliessen und eine Berufsbildung absolvieren möchten, haben ausländische Namen; in einigen städtischen Gegenden sind es fast 50 Prozent. Dieses Problem muss unbedingt und dringend angegangen werden, und zufriedenstellende Lösungen müssen gesucht werden - sowohl für die betroffenen Jugendlichen, die ihre berufliche Zukunft aufbauen, als auch für die KMU, die von gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern profitieren, und für die Gesellschaft, die sich hohe soziale Kosten erspart.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich - wie in der Stellungnahme zur Motion Glanzmann 07.3879 und im Integrationsbericht aufgezeigt - der besonderen Situation ausländischer Personen in der Schweiz bewusst. Mit der Umsetzung des Massnahmenpakets Integration 2008 in der Folge des Integrationsberichts von 2006 sind Massnahmen eingeleitet worden, die unter anderem auf die Sensibilisierung der Arbeitgebenden zur Frage des gleichberechtigten Zugangs von Personen mit Migrationshintergrund zum Lehrstellen- und Arbeitsmarkt abzielen.</p><p>Die aufgrund dieser Massnahmen gewonnenen Erfahrungen werden es ermöglichen zu entscheiden, ob weitere Schritte nötig sind. Dem Bundesrat wird bis Ende 2009 ein Bericht zur "Umsetzung Massnahmenpaket Integration" vorliegen. Er wird Notwendigkeit, Stossrichtung und Rahmenbedingungen allfälliger weiterführender Massnahmen darlegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, </p><p>- die Chancengleichheit ausländischer Jugendlicher bei der Lehrstellensuche sicherzustellen, indem er unter anderem den Anteil dieser Jugendlichen an der Gesamtzahl der Auszubildenden in jeder Branche ermittelt;</p><p>- nötigenfalls geeignete Massnahmen zu prüfen, welche die Wahrung der Chancengleichheit bei der Auswahl der Auszubildenden in allen Branchen gewährleisten und verhindern, dass ausländische Jugendliche, die dem gesuchten Anforderungsprofil entsprechen, aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden.</p>
  • Chancengleichheit für ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Einzelne Untersuchungen haben gezeigt, dass ausländische Jugendliche, z. B. jene mit typisch ex-jugoslawischen oder türkischen Nachnamen, bei der Lehrstellensuche stark diskriminiert werden, dies unabhängig von ihren schulischen oder anderweitigen Kompetenzen. Diese Jugendlichen sind Opfer einer neuen Form von Diskriminierung, nämlich aufgrund ihres Namens, die dramatische Auswirkungen auf ihre Zukunft hat. Gesellschaftlicher Ausschluss, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Ausgrenzung können die Folgen sein, die nicht nur den betroffenen Jugendlichen, sondern auch der Gesellschaft stark schaden und hohe soziale Kosten verursachen.</p><p>Auch die Wirtschaft ist von diesem Phänomen betroffen: Sie kann nicht von den besten Auszubildenden profitieren, sondern nur von jenen unter ihnen, die einen "schweizerisch" klingenden Namen haben. Auch wenn die Wirtschaftskrise den Mangel an qualifiziertem Personal, an dem unser Land leidet, vermindert, so wird die schweizerische Wirtschaft doch in den kommenden Jahrzehnten in allen Branchen einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verzeichnen. Etwa 25 Prozent aller Jugendlichen, die in den nächsten Jahren ihre Schulbildung abschliessen und eine Berufsbildung absolvieren möchten, haben ausländische Namen; in einigen städtischen Gegenden sind es fast 50 Prozent. Dieses Problem muss unbedingt und dringend angegangen werden, und zufriedenstellende Lösungen müssen gesucht werden - sowohl für die betroffenen Jugendlichen, die ihre berufliche Zukunft aufbauen, als auch für die KMU, die von gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern profitieren, und für die Gesellschaft, die sich hohe soziale Kosten erspart.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich - wie in der Stellungnahme zur Motion Glanzmann 07.3879 und im Integrationsbericht aufgezeigt - der besonderen Situation ausländischer Personen in der Schweiz bewusst. Mit der Umsetzung des Massnahmenpakets Integration 2008 in der Folge des Integrationsberichts von 2006 sind Massnahmen eingeleitet worden, die unter anderem auf die Sensibilisierung der Arbeitgebenden zur Frage des gleichberechtigten Zugangs von Personen mit Migrationshintergrund zum Lehrstellen- und Arbeitsmarkt abzielen.</p><p>Die aufgrund dieser Massnahmen gewonnenen Erfahrungen werden es ermöglichen zu entscheiden, ob weitere Schritte nötig sind. Dem Bundesrat wird bis Ende 2009 ein Bericht zur "Umsetzung Massnahmenpaket Integration" vorliegen. Er wird Notwendigkeit, Stossrichtung und Rahmenbedingungen allfälliger weiterführender Massnahmen darlegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, </p><p>- die Chancengleichheit ausländischer Jugendlicher bei der Lehrstellensuche sicherzustellen, indem er unter anderem den Anteil dieser Jugendlichen an der Gesamtzahl der Auszubildenden in jeder Branche ermittelt;</p><p>- nötigenfalls geeignete Massnahmen zu prüfen, welche die Wahrung der Chancengleichheit bei der Auswahl der Auszubildenden in allen Branchen gewährleisten und verhindern, dass ausländische Jugendliche, die dem gesuchten Anforderungsprofil entsprechen, aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden.</p>
    • Chancengleichheit für ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche

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