Lichtemissionen und Artenvielfalt
- ShortId
-
09.3285
- Id
-
20093285
- Updated
-
24.06.2025 23:33
- Language
-
de
- Title
-
Lichtemissionen und Artenvielfalt
- AdditionalIndexing
-
52;Strahlengerät;Evaluation;elektrischer Leuchtkörper;Umweltbelastung;Schutz der Tierwelt;Beleuchtung
- 1
-
- L05K0705060106, Strahlengerät
- L05K0705060201, elektrischer Leuchtkörper
- L03K060203, Umweltbelastung
- L04K06010408, Schutz der Tierwelt
- L05K0705030202, Beleuchtung
- L04K08020302, Evaluation
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der 2005 vom Bafu herausgegebenen Broschüre "Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen" werden weitreichende Folgen von Lichtemission für verschiedene Tierarten aufgezeigt. Das künstliche Licht verändert das Verhalten von nachtaktiven Lebewesen massiv. So ziehen Strassenlaternen in grossem Masse Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten an. Dabei verbrennen sie oftmals an den heissen Lampen, verfangen sich im Gehäuse oder fallen leicht ihren Feinden zum Opfer. Eine Studie aus Deutschland errechnete, dass pro Nacht durchschnittlich über eine Milliarde Insekten an deutschen Strassenlaternen verenden. Weitgehend unerforscht sind die Folgen dieses Massensterbens für die Nahrungskette und die Insektenfauna. Nächtliche Beleuchtungen beeinträchtigen aber nicht nur Insekten. Lichtglocken über Städten sind dafür verantwortlich, dass jährlich Zugvögel von ihrem Weg in den Süden abkommen und vor Erschöpfung zugrunde gehen. Zudem ziehen beleuchtete Hochhäuser nachts fliegende Vögel an. Die Vögel überleben die Kollisionen mit den Glasfassaden in vielen Fällen nicht. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass aufgrund von ausgeschalteter Nachtbeleuchtung 88 Prozent weniger tote Vögel um Hochhäuser gezählt wurden. Für die Schweiz fehlen jedoch wissenschaftliche Studien, welche die Auswirkungen der Lichtemission auf die verschiedenen Tierarten und insbesondere die Artenvielfalt untersuchen. Dabei ist bekannt, dass durch einfache Methoden wie den Verzicht auf himmelwärts gerichtete Lampen, das Abschalten unnötiger Lichtquellen, das Einsetzen von Zeitschalteinrichtungen und das Abdichten der Gehäuse von Strassenlaternen die Auswirkungen der Lichtemission eingedämmt werden können. In Anlehnung an das Postulat Graf Maya sollen deshalb die Auswirkungen der Lichtemission auf die Artenvielfalt wissenschaftlich untersucht werden. Im Weiteren soll aufgezeigt werden, welche Massnahmen zum Schutze der Artenvielfalt ergriffen wurden und welche zu treffen sind.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in der Antwort auf das Postulat 08.3697 Graf Maya, "Vermeidung von Lichtemissionen", den Handlungsbedarf anerkannt. </p><p>Neben einer teilweise gleich lautenden Zielsetzung (Aufzeigen von getroffenen und zu treffenden Massnahmen) fordert das vorliegende Postulat zusätzlich konkrete Forschungsarbeiten zu den Wirkungen von Lichtemissionen auf die Artenvielfalt, namentlich bezüglich der Vögel und der Insekten. </p><p>Die aktuell zur Verfügung stehenden Forschungsresultate stellen mehrheitlich die Wirkungen von Lichtemissionen auf jeweils einzelne Arten und Artengruppen dar. Systematische Untersuchungen bezüglich der Folgen auf die gesamte Artenvielfalt fehlen hingegen. </p><p>Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum vorerwähnten Postulat Graf Maya in Aussicht gestellt, eine Gesamtschau des vorhandenen Wissens vorzulegen und daraus, gestützt auf die bestehenden rechtlichen Grundlagen und eingestellten finanziellen Ressourcen, die erforderlichen Massnahmen und einen allfälligen Forschungsbedarf abzuleiten.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu untersuchen, welche Auswirkungen Lichtemission auf die Artenvielfalt, insbesondere aber auf Insekten und Vögel hat und welche Massnahmen zum Schutze der Artenvielfalt ergriffen werden können.</p>
- Lichtemissionen und Artenvielfalt
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der 2005 vom Bafu herausgegebenen Broschüre "Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen" werden weitreichende Folgen von Lichtemission für verschiedene Tierarten aufgezeigt. Das künstliche Licht verändert das Verhalten von nachtaktiven Lebewesen massiv. So ziehen Strassenlaternen in grossem Masse Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten an. Dabei verbrennen sie oftmals an den heissen Lampen, verfangen sich im Gehäuse oder fallen leicht ihren Feinden zum Opfer. Eine Studie aus Deutschland errechnete, dass pro Nacht durchschnittlich über eine Milliarde Insekten an deutschen Strassenlaternen verenden. Weitgehend unerforscht sind die Folgen dieses Massensterbens für die Nahrungskette und die Insektenfauna. Nächtliche Beleuchtungen beeinträchtigen aber nicht nur Insekten. Lichtglocken über Städten sind dafür verantwortlich, dass jährlich Zugvögel von ihrem Weg in den Süden abkommen und vor Erschöpfung zugrunde gehen. Zudem ziehen beleuchtete Hochhäuser nachts fliegende Vögel an. Die Vögel überleben die Kollisionen mit den Glasfassaden in vielen Fällen nicht. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass aufgrund von ausgeschalteter Nachtbeleuchtung 88 Prozent weniger tote Vögel um Hochhäuser gezählt wurden. Für die Schweiz fehlen jedoch wissenschaftliche Studien, welche die Auswirkungen der Lichtemission auf die verschiedenen Tierarten und insbesondere die Artenvielfalt untersuchen. Dabei ist bekannt, dass durch einfache Methoden wie den Verzicht auf himmelwärts gerichtete Lampen, das Abschalten unnötiger Lichtquellen, das Einsetzen von Zeitschalteinrichtungen und das Abdichten der Gehäuse von Strassenlaternen die Auswirkungen der Lichtemission eingedämmt werden können. In Anlehnung an das Postulat Graf Maya sollen deshalb die Auswirkungen der Lichtemission auf die Artenvielfalt wissenschaftlich untersucht werden. Im Weiteren soll aufgezeigt werden, welche Massnahmen zum Schutze der Artenvielfalt ergriffen wurden und welche zu treffen sind.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in der Antwort auf das Postulat 08.3697 Graf Maya, "Vermeidung von Lichtemissionen", den Handlungsbedarf anerkannt. </p><p>Neben einer teilweise gleich lautenden Zielsetzung (Aufzeigen von getroffenen und zu treffenden Massnahmen) fordert das vorliegende Postulat zusätzlich konkrete Forschungsarbeiten zu den Wirkungen von Lichtemissionen auf die Artenvielfalt, namentlich bezüglich der Vögel und der Insekten. </p><p>Die aktuell zur Verfügung stehenden Forschungsresultate stellen mehrheitlich die Wirkungen von Lichtemissionen auf jeweils einzelne Arten und Artengruppen dar. Systematische Untersuchungen bezüglich der Folgen auf die gesamte Artenvielfalt fehlen hingegen. </p><p>Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum vorerwähnten Postulat Graf Maya in Aussicht gestellt, eine Gesamtschau des vorhandenen Wissens vorzulegen und daraus, gestützt auf die bestehenden rechtlichen Grundlagen und eingestellten finanziellen Ressourcen, die erforderlichen Massnahmen und einen allfälligen Forschungsbedarf abzuleiten.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu untersuchen, welche Auswirkungen Lichtemission auf die Artenvielfalt, insbesondere aber auf Insekten und Vögel hat und welche Massnahmen zum Schutze der Artenvielfalt ergriffen werden können.</p>
- Lichtemissionen und Artenvielfalt
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