Abklärung ziviler Technologie- und Materialkompetenz bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeuges
- ShortId
-
09.3321
- Id
-
20093321
- Updated
-
28.07.2023 10:46
- Language
-
de
- Title
-
Abklärung ziviler Technologie- und Materialkompetenz bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeuges
- AdditionalIndexing
-
09;hochentwickelte Industrie;Militärflugzeug;Waffenhandel;Submissionswesen;Evaluation;neue Technologie;Luftfahrtindustrie
- 1
-
- L04K04020404, Militärflugzeug
- L04K04020205, Waffenhandel
- L04K08020302, Evaluation
- L04K07010305, Submissionswesen
- L05K0706010508, neue Technologie
- L05K0705020703, Luftfahrtindustrie
- L05K0705070204, hochentwickelte Industrie
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Mit der Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges kann in der Schweiz mit Investitionskosten zwischen 100 und 150 Millionen Franken eine angepasste Technologiekompetenz aufgebaut und mit dem dafür notwendigen Wissenstransfer über einen Zeithorizont von mehr als 20 Jahren erhalten werden. </p><p>2. Die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen für die Schweiz kann mit entsprechenden Betreibermodellen zwischen Industrie und Luftwaffe und der Verpflichtung des Flugzeugherstellers für einen Einbezug der Schweizer Industrie in den globalen Flottensupport erreicht werden. </p><p>3. Unabhängig von der Wirtschaftlichkeit stärkt diese Investition in jedem Falle die Einsatzflexibilität und die Flottenverfügbarkeit der Schweizer Luftwaffe. </p><p>Materialkompetenzzentren werden in der Schweiz seit der Armeereform 95 bei inländischen Industrieunternehmen aufgebaut. Der Aufbau eines Materialkompetenzzentrums (MKZ) im Rahmen der bevorstehenden Flugzeugbeschaffung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Forderungen der Luftwaffe nach Kernfähigkeiten in der Schweiz erreicht werden können. Der Aufbau beeinflusst die operationelle Bereitschaft der Flotte bezüglich Flexibilität und Sicherheit. Das Schweizer MKZ kann dadurch eine Steigerung des Auftragsvolumens durch einen globalen Flottensupport erreichen (Skaleneffekt). Die für die Schweizer Flotte notwendigen Infrastrukturen werden besser ausgelastet und reduzieren die Kosten für die Schweizer Luftwaffe (weiterer Skaleneffekt). Die Entwicklung und Integration von neuen oder zusätzlichen Funktionalitäten oder Leistungssteigerungen während der Lebensdauer der neuen Flugzeuge sind bewährte MKZ-Kompetenzen, die heute beim F5-Tiger und dem F/A-18 bereits von den Herstellern genutzt werden. Eine angepasste Eigenständigkeit ist die beste Versicherung der Schweiz in Bezug auf die Risiken bei der Beschaffung, bei der Einführung und beim Betrieb der neuen Flugzeuge. Die finanziellen Investitionen, die von der beteiligten Industrie mitgetragen werden, liegen bei 10 Prozent der gesamten Flugzeugbeschaffungskosten. Durch den Zugang zu weltweiten Aktivitäten können diese Investitionen innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisiert werden.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Postulanten, dass dem Aufbau von Technologie- und Materialkompetenz sowie dem entsprechenden Wissenstransfer im Rahmen der Beschaffung der neuen Flugzeuge ein hoher Stellenwert zukommt.</p><p>Aus diesem Grunde wurden in der Offertenausschreibung zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges teilweise völlig neue Wege beschritten, um im Rahmen der Offset- und Industriebeteiligungspolitik möglichst optimale Voraussetzungen für die Schweizer Industriebasis zu schaffen. Im Zentrum stehen der langfristig sicherzustellende Technologie- und Wissenstransfer, die auf längere Zeit ausgerichtete industrielle Kooperation sowie der damit verbundene Kompetenzmehrwert für unsere Sicherheitsindustrie. Ferner muss ein Grossteil des Kompensationsvolumens bereits vor Vertragsunterzeichnung rechtlich verbindlich nachgewiesen werden.</p><p>Fünf der insgesamt 26 Offertenmodule beziehen sich auf diese Industriebeteiligung: Industrielle Instandhaltung, technisches Datenpaket und Ingenieurausbildung, Schweizer Industriebeteiligung, Endmontage in der Schweiz sowie strategische Kooperation zwischen Armasuisse, Flugzeughersteller und dem Schweizer Materialkompetenzzentrum der Luftwaffe (Ruag Aerospace). Die Ergebnisse dieser fünf Offertenmodule werden zusammenfassend unter dem Evaluationskriterium "Qualität des Portfolios der Beteiligung der Schweizer Industrie" in den Evaluationsbericht zur Beschaffung der neuen Flugzeuge einfliessen.</p><p>Der Bundesrat erachtet dieses neue Vorgehen als wegweisend für künftige grössere Beschaffungsvorhaben und damit verbundene Kompensationsgeschäfte. Ferner wird die Subkommission Tiger-Teilersatz der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates den Evaluationsbericht einsehen können. Den Anliegen des Postulanten wird damit umfassend Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, bei der Evaluation des Neuen Kampfflugzeuges, unabhängig von der militärischen Kompetenz, einerseits die Technologiekompetenz inklusive Wissenstransfer und andererseits auch die Materialkompetenz mitzubeurteilen, die die militärischen und zivilen Unternehmen fördern.</p>
- Abklärung ziviler Technologie- und Materialkompetenz bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeuges
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>1. Mit der Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges kann in der Schweiz mit Investitionskosten zwischen 100 und 150 Millionen Franken eine angepasste Technologiekompetenz aufgebaut und mit dem dafür notwendigen Wissenstransfer über einen Zeithorizont von mehr als 20 Jahren erhalten werden. </p><p>2. Die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen für die Schweiz kann mit entsprechenden Betreibermodellen zwischen Industrie und Luftwaffe und der Verpflichtung des Flugzeugherstellers für einen Einbezug der Schweizer Industrie in den globalen Flottensupport erreicht werden. </p><p>3. Unabhängig von der Wirtschaftlichkeit stärkt diese Investition in jedem Falle die Einsatzflexibilität und die Flottenverfügbarkeit der Schweizer Luftwaffe. </p><p>Materialkompetenzzentren werden in der Schweiz seit der Armeereform 95 bei inländischen Industrieunternehmen aufgebaut. Der Aufbau eines Materialkompetenzzentrums (MKZ) im Rahmen der bevorstehenden Flugzeugbeschaffung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Forderungen der Luftwaffe nach Kernfähigkeiten in der Schweiz erreicht werden können. Der Aufbau beeinflusst die operationelle Bereitschaft der Flotte bezüglich Flexibilität und Sicherheit. Das Schweizer MKZ kann dadurch eine Steigerung des Auftragsvolumens durch einen globalen Flottensupport erreichen (Skaleneffekt). Die für die Schweizer Flotte notwendigen Infrastrukturen werden besser ausgelastet und reduzieren die Kosten für die Schweizer Luftwaffe (weiterer Skaleneffekt). Die Entwicklung und Integration von neuen oder zusätzlichen Funktionalitäten oder Leistungssteigerungen während der Lebensdauer der neuen Flugzeuge sind bewährte MKZ-Kompetenzen, die heute beim F5-Tiger und dem F/A-18 bereits von den Herstellern genutzt werden. Eine angepasste Eigenständigkeit ist die beste Versicherung der Schweiz in Bezug auf die Risiken bei der Beschaffung, bei der Einführung und beim Betrieb der neuen Flugzeuge. Die finanziellen Investitionen, die von der beteiligten Industrie mitgetragen werden, liegen bei 10 Prozent der gesamten Flugzeugbeschaffungskosten. Durch den Zugang zu weltweiten Aktivitäten können diese Investitionen innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisiert werden.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Postulanten, dass dem Aufbau von Technologie- und Materialkompetenz sowie dem entsprechenden Wissenstransfer im Rahmen der Beschaffung der neuen Flugzeuge ein hoher Stellenwert zukommt.</p><p>Aus diesem Grunde wurden in der Offertenausschreibung zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges teilweise völlig neue Wege beschritten, um im Rahmen der Offset- und Industriebeteiligungspolitik möglichst optimale Voraussetzungen für die Schweizer Industriebasis zu schaffen. Im Zentrum stehen der langfristig sicherzustellende Technologie- und Wissenstransfer, die auf längere Zeit ausgerichtete industrielle Kooperation sowie der damit verbundene Kompetenzmehrwert für unsere Sicherheitsindustrie. Ferner muss ein Grossteil des Kompensationsvolumens bereits vor Vertragsunterzeichnung rechtlich verbindlich nachgewiesen werden.</p><p>Fünf der insgesamt 26 Offertenmodule beziehen sich auf diese Industriebeteiligung: Industrielle Instandhaltung, technisches Datenpaket und Ingenieurausbildung, Schweizer Industriebeteiligung, Endmontage in der Schweiz sowie strategische Kooperation zwischen Armasuisse, Flugzeughersteller und dem Schweizer Materialkompetenzzentrum der Luftwaffe (Ruag Aerospace). Die Ergebnisse dieser fünf Offertenmodule werden zusammenfassend unter dem Evaluationskriterium "Qualität des Portfolios der Beteiligung der Schweizer Industrie" in den Evaluationsbericht zur Beschaffung der neuen Flugzeuge einfliessen.</p><p>Der Bundesrat erachtet dieses neue Vorgehen als wegweisend für künftige grössere Beschaffungsvorhaben und damit verbundene Kompensationsgeschäfte. Ferner wird die Subkommission Tiger-Teilersatz der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates den Evaluationsbericht einsehen können. Den Anliegen des Postulanten wird damit umfassend Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, bei der Evaluation des Neuen Kampfflugzeuges, unabhängig von der militärischen Kompetenz, einerseits die Technologiekompetenz inklusive Wissenstransfer und andererseits auch die Materialkompetenz mitzubeurteilen, die die militärischen und zivilen Unternehmen fördern.</p>
- Abklärung ziviler Technologie- und Materialkompetenz bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeuges
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