Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsvermittlung. Mehr Flexibilität

ShortId
09.3327
Id
20093327
Updated
27.07.2023 20:00
Language
de
Title
Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsvermittlung. Mehr Flexibilität
AdditionalIndexing
15;Arbeitsplatzflexibilität;arztähnlicher Beruf;Arbeitskräftebedarf;Energieberatung;Bekämpfung der Arbeitslosigkeit;Weiterbildung;regionales Arbeitsvermittlungszentrum;Arbeitsvermittlungsstelle
1
  • L04K13030203, Weiterbildung
  • L05K0702020304, Arbeitsvermittlungsstelle
  • L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
  • L05K0702030303, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
  • L04K01050401, arztähnlicher Beruf
  • L06K170101060201, Energieberatung
  • L06K070202030402, regionales Arbeitsvermittlungszentrum
  • L05K0702030217, Arbeitsplatzflexibilität
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Tausende von Arbeitsplätzen im Gesundheits- und Pflegebereich müssen heute durch Ausländer besetzt werden. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Situation in Zukunft zuspitzen. Als wichtigsten Grund für dieses Ungleichgewicht nennen die kantonalen Gesundheitsdirektoren fehlende finanzielle Mittel für Ausbildungs- und Praktikumsplätze. Zu einer relativ raschen Entschärfung der Situation würde die Einführung von Attestlehren im Gesundheits- und Pflegebereich führen. Es gibt genügend Jugendliche, die eine solche Ausbildung machen möchten, und die Nachfrage nach solchen Qualifikationen seitens der Spitäler und Heime ist zweifellos vorhanden. </p><p>Ein weiteres zukunftsträchtiges Berufsfeld ist die Energieberatung. Die kantonalen Energieberatungen sind überlastet. In der Schweiz gibt es bisher keine Energieberaterinnen und -berater des Handwerks, wie man sie beispielsweise in Deutschland seit Jahren kennt und womit man sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Ein solcher Ausbildungsgang wäre eine Chance, arbeitslose - insbesondere auch ältere und erfahrene - Handwerkerinnen und Handwerker rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. </p><p>Weiter müsste meiner Ansicht nach die Beratung von Arbeitslosen in den RAV stärker als bisher zielgruppenspezifisch und arbeitsmarktorientiert erfolgen. </p><p>Den Arbeitslosen wird heute in erster Linie Allgemeinwissen vermittelt (Informatikkenntnisse; "Wie bewerbe ich mich?"; Persönlichkeitsbildung usw.). Die Beratung sollte stärker Rücksicht nehmen auf die vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen und den Arbeitslosen die Möglichkeit bieten, einen formellen Abschluss (Erst- oder Zweitausbildung oder Zusatzdiplom) in einem zukunftsträchtigen Berufsfeld zu erwerben.</p>
  • <p>Der Bundesrat verfolgt die aktuelle Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage mit Besorgnis und prüft alle Massnahmen, die zur Entspannung auf dem Arbeitsmarkt beitragen. Zu den aufgeworfenen Fragen nimmt er wie folgt Stellung:</p><p>1./2. Lösungen im Bereich des Fachkräftemangels im Gesundheits- und Pflegebereich können nur zusammen mit der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt gefunden werden. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und die zuständige OdA Santé sind sich der Problematik bewusst. Eine Auslegeordnung, die Handlungsfelder identifiziert und Lösungsperspektiven aufzeigt, soll bis im Sommer 2009 erstellt werden.</p><p>Die Verhandlungen mit der OdA Santé betreffend der zweijährigen Attestlehre sind in vollem Gange. Es ist ein breites Berufsbild mit dem Bereich Betreuung (zusammen mit Savoirsocial) geplant. Ziel ist eine Inkraftsetzung auf 2011. </p><p>3. Die Vorarbeiten für die Berufsprüfung zum Energieberater, zur Energieberaterin Bau sind angelaufen. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Berufsprüfung sollten im Spätsommer 2009 in Kraft gesetzt werden können. Erste Prüfungen sind 2010 geplant. Das BBT hat sich für eine breite Ausbildung starkgemacht und konnte dafür zwei Organisationen der Arbeitswelt zur Zusammenarbeit bewegen. </p><p>4. Der Bundesrat ist der Meinung, dass das Arbeitslosenversicherungsgesetz eine schnelle und dauerhafte Integration Arbeitsloser in den Erwerbsprozess ermöglicht. Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren bieten bereits individuelle Beratungen für Stellensuchende an, welche durch individuelle Wiedereingliederungsstrategien ergänzt werden. </p><p>Die wirkungsorientierte Steuerung des Vollzugs der Arbeitslosenversicherung trägt dazu bei, dass ein besonderes Augenmerk auf bestimmte Risikogruppen gelegt wird. Angebote für ältere Stellensuchende, für Geringqualifizierte, für Personen mit Migrationshintergrund und Jugendliche sind eine Folge davon. Neben der raschen Wiedereingliederung ist die Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und Aussteuerung ein definiertes Ziel. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen und Ausgesteuerten ist seit Jahren rückläufig. Die Qualität der Beratung wird zudem durch die Ausbildung der Personalberatenden gefördert.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen eines allfälligen dritten Stabilisierungspaketes weitere Massnahmen im Bereich der Weiterbildung zu prüfen. Bei einem positiven Entscheid werden mitinteressierte Dienststellen bei der Erarbeitung von Massnahmen miteinbezogen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die aktuellen Wirtschafts- und Arbeitsmarktprognosen sind alarmierend. Wir müssen damit rechnen, dass Tausende von Lehrabgängern in diesem Jahr keinen Arbeitsplatz finden werden und innerhalb eines Jahres jeder zwanzigste Erwerbswillige arbeitslos sein wird. Gleichzeitig stellen wir in etlichen zukunftsträchtigen Berufen einen Arbeitskräftemangel fest (Gesundheits- und Pflegebereich, Energieberatung usw.). </p><p>1. Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, im Bereich des Fachkräftemangels im Gesundheits- und Pflegebereich kurzfristig, schnell und unbürokratisch mit den Kantonen eine Lösung zu finden? </p><p>2. Wird er die Verhandlungen mit der ODA Santé betreffend die Inkraftsetzung von Attestlehren (EBA) intensivieren, mit dem Ziel einer raschen Inkraftsetzung der notwendigen Verordnungen?</p><p>3. Was gedenkt er zu unternehmen, um den Mangel an (Gebäude-)Energieberaterinnen und -beratern möglichst rasch zu beheben? Wäre das Modell des Gebäudeenergieberaters, der Gebäudeenergieberaterin des Handwerks, wie man es in Deutschland seit Jahren kennt, eine Lösung? </p><p>4. Teilt er meine Meinung, dass die Beratung in den RAV noch stärker als bisher zielgruppenspezifisch sowie stärker arbeitsmarktorientiert und qualifizierend erfolgen sollte?</p>
  • Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsvermittlung. Mehr Flexibilität
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Tausende von Arbeitsplätzen im Gesundheits- und Pflegebereich müssen heute durch Ausländer besetzt werden. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Situation in Zukunft zuspitzen. Als wichtigsten Grund für dieses Ungleichgewicht nennen die kantonalen Gesundheitsdirektoren fehlende finanzielle Mittel für Ausbildungs- und Praktikumsplätze. Zu einer relativ raschen Entschärfung der Situation würde die Einführung von Attestlehren im Gesundheits- und Pflegebereich führen. Es gibt genügend Jugendliche, die eine solche Ausbildung machen möchten, und die Nachfrage nach solchen Qualifikationen seitens der Spitäler und Heime ist zweifellos vorhanden. </p><p>Ein weiteres zukunftsträchtiges Berufsfeld ist die Energieberatung. Die kantonalen Energieberatungen sind überlastet. In der Schweiz gibt es bisher keine Energieberaterinnen und -berater des Handwerks, wie man sie beispielsweise in Deutschland seit Jahren kennt und womit man sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Ein solcher Ausbildungsgang wäre eine Chance, arbeitslose - insbesondere auch ältere und erfahrene - Handwerkerinnen und Handwerker rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. </p><p>Weiter müsste meiner Ansicht nach die Beratung von Arbeitslosen in den RAV stärker als bisher zielgruppenspezifisch und arbeitsmarktorientiert erfolgen. </p><p>Den Arbeitslosen wird heute in erster Linie Allgemeinwissen vermittelt (Informatikkenntnisse; "Wie bewerbe ich mich?"; Persönlichkeitsbildung usw.). Die Beratung sollte stärker Rücksicht nehmen auf die vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen und den Arbeitslosen die Möglichkeit bieten, einen formellen Abschluss (Erst- oder Zweitausbildung oder Zusatzdiplom) in einem zukunftsträchtigen Berufsfeld zu erwerben.</p>
    • <p>Der Bundesrat verfolgt die aktuelle Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage mit Besorgnis und prüft alle Massnahmen, die zur Entspannung auf dem Arbeitsmarkt beitragen. Zu den aufgeworfenen Fragen nimmt er wie folgt Stellung:</p><p>1./2. Lösungen im Bereich des Fachkräftemangels im Gesundheits- und Pflegebereich können nur zusammen mit der verantwortlichen Organisation der Arbeitswelt gefunden werden. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und die zuständige OdA Santé sind sich der Problematik bewusst. Eine Auslegeordnung, die Handlungsfelder identifiziert und Lösungsperspektiven aufzeigt, soll bis im Sommer 2009 erstellt werden.</p><p>Die Verhandlungen mit der OdA Santé betreffend der zweijährigen Attestlehre sind in vollem Gange. Es ist ein breites Berufsbild mit dem Bereich Betreuung (zusammen mit Savoirsocial) geplant. Ziel ist eine Inkraftsetzung auf 2011. </p><p>3. Die Vorarbeiten für die Berufsprüfung zum Energieberater, zur Energieberaterin Bau sind angelaufen. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Berufsprüfung sollten im Spätsommer 2009 in Kraft gesetzt werden können. Erste Prüfungen sind 2010 geplant. Das BBT hat sich für eine breite Ausbildung starkgemacht und konnte dafür zwei Organisationen der Arbeitswelt zur Zusammenarbeit bewegen. </p><p>4. Der Bundesrat ist der Meinung, dass das Arbeitslosenversicherungsgesetz eine schnelle und dauerhafte Integration Arbeitsloser in den Erwerbsprozess ermöglicht. Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren bieten bereits individuelle Beratungen für Stellensuchende an, welche durch individuelle Wiedereingliederungsstrategien ergänzt werden. </p><p>Die wirkungsorientierte Steuerung des Vollzugs der Arbeitslosenversicherung trägt dazu bei, dass ein besonderes Augenmerk auf bestimmte Risikogruppen gelegt wird. Angebote für ältere Stellensuchende, für Geringqualifizierte, für Personen mit Migrationshintergrund und Jugendliche sind eine Folge davon. Neben der raschen Wiedereingliederung ist die Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und Aussteuerung ein definiertes Ziel. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen und Ausgesteuerten ist seit Jahren rückläufig. Die Qualität der Beratung wird zudem durch die Ausbildung der Personalberatenden gefördert.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen eines allfälligen dritten Stabilisierungspaketes weitere Massnahmen im Bereich der Weiterbildung zu prüfen. Bei einem positiven Entscheid werden mitinteressierte Dienststellen bei der Erarbeitung von Massnahmen miteinbezogen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die aktuellen Wirtschafts- und Arbeitsmarktprognosen sind alarmierend. Wir müssen damit rechnen, dass Tausende von Lehrabgängern in diesem Jahr keinen Arbeitsplatz finden werden und innerhalb eines Jahres jeder zwanzigste Erwerbswillige arbeitslos sein wird. Gleichzeitig stellen wir in etlichen zukunftsträchtigen Berufen einen Arbeitskräftemangel fest (Gesundheits- und Pflegebereich, Energieberatung usw.). </p><p>1. Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, im Bereich des Fachkräftemangels im Gesundheits- und Pflegebereich kurzfristig, schnell und unbürokratisch mit den Kantonen eine Lösung zu finden? </p><p>2. Wird er die Verhandlungen mit der ODA Santé betreffend die Inkraftsetzung von Attestlehren (EBA) intensivieren, mit dem Ziel einer raschen Inkraftsetzung der notwendigen Verordnungen?</p><p>3. Was gedenkt er zu unternehmen, um den Mangel an (Gebäude-)Energieberaterinnen und -beratern möglichst rasch zu beheben? Wäre das Modell des Gebäudeenergieberaters, der Gebäudeenergieberaterin des Handwerks, wie man es in Deutschland seit Jahren kennt, eine Lösung? </p><p>4. Teilt er meine Meinung, dass die Beratung in den RAV noch stärker als bisher zielgruppenspezifisch sowie stärker arbeitsmarktorientiert und qualifizierend erfolgen sollte?</p>
    • Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsvermittlung. Mehr Flexibilität

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