Pilotprojekte für Basislehrjahre

ShortId
09.3371
Id
20093371
Updated
27.07.2023 21:18
Language
de
Title
Pilotprojekte für Basislehrjahre
AdditionalIndexing
15;32;Ausbildung am Arbeitsplatz;Lehre;berufsbildender Unterricht;junge/r Arbeitnehmer/in;Zugang zum Beruf
1
  • L04K13020204, Lehre
  • L03K130203, berufsbildender Unterricht
  • L04K13020201, Ausbildung am Arbeitsplatz
  • L05K0702030313, Zugang zum Beruf
  • L05K0702020112, junge/r Arbeitnehmer/in
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Basislehrjahre sind nichts anderes als eine Berufslehre mit degressivem Schulanteil - also mit einer anderen Verteilung der Theorie und Praxis. Ihre Stärke sind der grosse Praxisbezug, die qualitativ gute Grundausbildung und die Entlastung der Lehrbetriebe in der Anfangszeit. Gerade in zukunftsträchtigen Berufen sind sie ein Zukunftsmodell. Zusammen mit den jeweiligen Branchen sollen diese Pilotprojekte in einzelnen Kantonen ausgearbeitet und gestartet werden. Basislehrjahre brauchen eine sorgfältige Planung, damit nicht am Markt vorbei ausgebildet wird und eine Anschlusslösung gewährleistet ist. Berücksichtigt man diese Komponenten, so führen Basislehrjahre zu neuen Lehrstellen und gut ausgebildeten Fachkräften. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, Basislehrjahre in verschiedenen Varianten anzubieten. Zum Beispiel ist denkbar, dass Lernende mit schulischen Schwierigkeiten das erste Lehrjahr in zwei Jahren durchlaufen und in dieser Zeit ihre Defizite aufarbeiten können. Der Vorteil dieses Modells wäre, dass die Jugendlichen schon einen starken Praxisbezug haben und sich in ihrem Tempo auf den gewählten Beruf vorbereiten könnten. Die Ausbildung ist gezielter als ein Brückenangebot, sofern die Jugendlichen schon wissen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. An dieses Ausbildungsmodell müsste der Bund mehr bezahlen, da die Kosten-Nutzen-Rechnung der Organisationen der Arbeitswelt nicht aufgeht. Für die Anschubfinanzierung dieser Pilotprojekte könnte der Bund Gelder des Innovationszehntels einsetzen.</p>
  • <p>Bei Basislehrjahren handelt es sich um eine spezielle, integrierte Form des ersten Jahres einer beruflichen Grundbildung. Ziel ist es, die Lernenden zentral in einem Ausbildungszentrum auf die weitere Ausbildung im Lehrbetrieb vorzubereiten. Damit sollen die Lehrbetriebe von der Berufseinführung und der Vermittlung von Grundfertigkeiten entlastet werden. </p><p>Wie der Bundesrat bereits in der Beantwortung der Motion Galladé 08.3183, "Aufnahme von Basislehrjahren in die Ziele des BBT", festgehalten hat, haben sich Basislehrjahre in der Berufsbildung bis heute nicht durchgesetzt.</p><p>Sie kommen nur in speziellen Branchen, namentlich bei den visuellen Berufen und in der Informatik, zur Anwendung.</p><p>Ob Basislehrjahre in einzelnen beruflichen Grundbildungen infrage kommen, wird im Rahmen der Erarbeitung neuer Bildungsverordnungen geklärt. Die Hauptverantwortung liegt bei den Organisationen der Arbeitswelt. Sie kennen die Abläufe in den Betrieben und sind mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vertraut. In eingehenden Analysen werden die beruflichen Tätigkeiten systematisch untersucht und wird die zukünftige Entwicklung des Berufes abgeschätzt. Diese Analysen sind Entscheidungsgrundlage für die spätere Ausgestaltung der beruflichen Grundbildung. Je nach geplantem Ausbildungsmodell wird eine Kosten-Nutzen-Analyse aus Sicht der Betriebe durchgeführt. Untersucht werden auch die Auswirkungen auf die Kantone. Sie tragen die Hauptkosten für die Ausbildungen an Vollzeitschulen.</p><p>Bei den anderen von der Postulantin angesprochenen Basislehrjahren handelt es sich um Formen von Brückenangeboten. Solche werden vereinzelt in einigen Kantonen als Notlösung organisiert. Als generalisiertes und institutionalisiertes Angebot sind sie jedoch abzulehnen.</p><p>Wie der Bundesrat in der Beantwortung der Motion Galladé 05.3190, "Basislehrjahr für Jugendliche ohne Lehrstelle", darauf hingewiesen hat, würden die Jugendlichen ein Bildungsangebot besuchen, ohne über eine vorgängige Zusage zu einer späteren Lehrstelle zu verfügen. Die Lehrstellensuche würde lediglich um ein weiteres Jahr verschoben. Ausserdem ist es nicht sinnvoll, schulische Vollzeitausbildungen aufzubauen, wenn die Betriebe dies ebenso gut oder besser lösen können. Insbesondere im Bereich der Schwächeren sind praxisorientierte Bildungen gegenüber schulischen Lösungen vorzuziehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat soll prüfen und aufzeigen, wie er zusammen mit anderen Beteiligten (Kantone, Organisationen der Arbeitswelt, Branchenverbände) Basislehrjahre als Pilotprojekte initiieren kann in Branchen, wo dies sinnvoll ist. Nach einer Evaluation der Pilotprojekte sollen die Ergebnisse für die Umsetzung weiterer Basislehrjahre eingesetzt werden in Kantonen und Branchen, wo dies für sinnvoll und erfolgversprechend erachtet wird.</p>
  • Pilotprojekte für Basislehrjahre
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Basislehrjahre sind nichts anderes als eine Berufslehre mit degressivem Schulanteil - also mit einer anderen Verteilung der Theorie und Praxis. Ihre Stärke sind der grosse Praxisbezug, die qualitativ gute Grundausbildung und die Entlastung der Lehrbetriebe in der Anfangszeit. Gerade in zukunftsträchtigen Berufen sind sie ein Zukunftsmodell. Zusammen mit den jeweiligen Branchen sollen diese Pilotprojekte in einzelnen Kantonen ausgearbeitet und gestartet werden. Basislehrjahre brauchen eine sorgfältige Planung, damit nicht am Markt vorbei ausgebildet wird und eine Anschlusslösung gewährleistet ist. Berücksichtigt man diese Komponenten, so führen Basislehrjahre zu neuen Lehrstellen und gut ausgebildeten Fachkräften. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, Basislehrjahre in verschiedenen Varianten anzubieten. Zum Beispiel ist denkbar, dass Lernende mit schulischen Schwierigkeiten das erste Lehrjahr in zwei Jahren durchlaufen und in dieser Zeit ihre Defizite aufarbeiten können. Der Vorteil dieses Modells wäre, dass die Jugendlichen schon einen starken Praxisbezug haben und sich in ihrem Tempo auf den gewählten Beruf vorbereiten könnten. Die Ausbildung ist gezielter als ein Brückenangebot, sofern die Jugendlichen schon wissen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. An dieses Ausbildungsmodell müsste der Bund mehr bezahlen, da die Kosten-Nutzen-Rechnung der Organisationen der Arbeitswelt nicht aufgeht. Für die Anschubfinanzierung dieser Pilotprojekte könnte der Bund Gelder des Innovationszehntels einsetzen.</p>
    • <p>Bei Basislehrjahren handelt es sich um eine spezielle, integrierte Form des ersten Jahres einer beruflichen Grundbildung. Ziel ist es, die Lernenden zentral in einem Ausbildungszentrum auf die weitere Ausbildung im Lehrbetrieb vorzubereiten. Damit sollen die Lehrbetriebe von der Berufseinführung und der Vermittlung von Grundfertigkeiten entlastet werden. </p><p>Wie der Bundesrat bereits in der Beantwortung der Motion Galladé 08.3183, "Aufnahme von Basislehrjahren in die Ziele des BBT", festgehalten hat, haben sich Basislehrjahre in der Berufsbildung bis heute nicht durchgesetzt.</p><p>Sie kommen nur in speziellen Branchen, namentlich bei den visuellen Berufen und in der Informatik, zur Anwendung.</p><p>Ob Basislehrjahre in einzelnen beruflichen Grundbildungen infrage kommen, wird im Rahmen der Erarbeitung neuer Bildungsverordnungen geklärt. Die Hauptverantwortung liegt bei den Organisationen der Arbeitswelt. Sie kennen die Abläufe in den Betrieben und sind mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vertraut. In eingehenden Analysen werden die beruflichen Tätigkeiten systematisch untersucht und wird die zukünftige Entwicklung des Berufes abgeschätzt. Diese Analysen sind Entscheidungsgrundlage für die spätere Ausgestaltung der beruflichen Grundbildung. Je nach geplantem Ausbildungsmodell wird eine Kosten-Nutzen-Analyse aus Sicht der Betriebe durchgeführt. Untersucht werden auch die Auswirkungen auf die Kantone. Sie tragen die Hauptkosten für die Ausbildungen an Vollzeitschulen.</p><p>Bei den anderen von der Postulantin angesprochenen Basislehrjahren handelt es sich um Formen von Brückenangeboten. Solche werden vereinzelt in einigen Kantonen als Notlösung organisiert. Als generalisiertes und institutionalisiertes Angebot sind sie jedoch abzulehnen.</p><p>Wie der Bundesrat in der Beantwortung der Motion Galladé 05.3190, "Basislehrjahr für Jugendliche ohne Lehrstelle", darauf hingewiesen hat, würden die Jugendlichen ein Bildungsangebot besuchen, ohne über eine vorgängige Zusage zu einer späteren Lehrstelle zu verfügen. Die Lehrstellensuche würde lediglich um ein weiteres Jahr verschoben. Ausserdem ist es nicht sinnvoll, schulische Vollzeitausbildungen aufzubauen, wenn die Betriebe dies ebenso gut oder besser lösen können. Insbesondere im Bereich der Schwächeren sind praxisorientierte Bildungen gegenüber schulischen Lösungen vorzuziehen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat soll prüfen und aufzeigen, wie er zusammen mit anderen Beteiligten (Kantone, Organisationen der Arbeitswelt, Branchenverbände) Basislehrjahre als Pilotprojekte initiieren kann in Branchen, wo dies sinnvoll ist. Nach einer Evaluation der Pilotprojekte sollen die Ergebnisse für die Umsetzung weiterer Basislehrjahre eingesetzt werden in Kantonen und Branchen, wo dies für sinnvoll und erfolgversprechend erachtet wird.</p>
    • Pilotprojekte für Basislehrjahre

Back to List