Weiterbeschäftigung von Lernenden in bundesnahen Betrieben
- ShortId
-
09.3408
- Id
-
20093408
- Updated
-
28.07.2023 07:22
- Language
-
de
- Title
-
Weiterbeschäftigung von Lernenden in bundesnahen Betrieben
- AdditionalIndexing
-
04;15;Schaffung von Arbeitsplätzen;Bekämpfung der Arbeitslosigkeit;Auszubildende/r;junge/r Arbeitnehmer/in;Beschäftigungspolitik;Jugendarbeitslosigkeit;öffentliches Unternehmen
- 1
-
- L05K0702020203, Auszubildende/r
- L05K0702020112, junge/r Arbeitnehmer/in
- L05K0702030301, Schaffung von Arbeitsplätzen
- L05K0702030403, Jugendarbeitslosigkeit
- L05K0806011001, öffentliches Unternehmen
- L05K0702030303, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
- L04K07020303, Beschäftigungspolitik
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Im Monat März 2009 betrug die Arbeitslosenquote in der Alterskategorie der 20- bis 24-Jährigen 5,1 Prozent. Nach den Lehrabschlussprüfungen im Sommer 2009 dürfte diese Zahl weiter ansteigen. Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger ohne Anschlusslösung im Lehrbetrieb drängen zusätzlich auf den Stellenmarkt. Für eine grosse Zahl von Jugendlichen drohen nach der Lehre anstelle erster Berufserfahrungen als leistungsbereite und vollwertige Arbeitskräfte Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit und Perspektivenlosigkeit, aber auch der Verlust von Leistungsmotivation und die Gewöhnung an materielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.</p><p>Durch die genannte Massnahme sollen die bundesnahen Betriebe bei der Begrenzung des individuellen und namentlich auch des volkswirtschaftlichen Langzeitschadens von Jugendarbeitslosigkeit mitwirken.</p>
- <p>Allen in der Motion genannten Unternehmen mit Ausnahme der SRG, die nicht im Besitz des Bundes ist und die der Bundesrat daher nicht mit strategischen Zielen steuern kann, hat der Bundesrat in den strategischen Zielen vorgegeben, dass er von ihnen "eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik" und "eine zeitgemässe Lehrlingspolitik" erwartet. Die Unternehmen werden dieser Vorgabe zunächst dadurch gerecht, dass sie ausnahmslos einen überdurchschnittlich hohen Anteil Lernende gemessen an der Anzahl Beschäftigte aufweisen. Die Werte bewegen sich zwischen 4,5 Prozent und 6 Prozent.</p><p>Sämtliche Betriebe unternehmen sodann grosse Anstrengungen, die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen nach Berufsabschluss weiterzubeschäftigen: Dank verschiedener Massnahmen kann die Post fast allen ihren 476 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen, die im Unternehmen bleiben möchten, eine feste Anstellung anbieten. Die Swisscom hat in Anlehnung an die Bundesverwaltung das Überbrückungsprogramm "Job Bridge 09" lanciert, das sämtlichen Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen, die weder eine Stelle gefunden noch eine Weiterbildung oder Ähnliches geplant haben, eine befristete Stelle von drei bis maximal neun Monaten offeriert. Die Berufsbildung in der SBB ist im Ausbildungsverbund "login" organisiert, dem auch andere Transportunternehmungen angeschlossen sind. Über 60 Prozent der Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen haben 2009 eine unbefristete Anstellung erhalten. Die SBB Cargo, BLS und SBB haben ausserdem ein Programm mit befristeten, sechs bis zwölf Monate dauernden Praktikumstellen geschaffen; allein dasjenige der SBB bietet rund 100 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen eine Weiterbeschäftigung. Die Ruag, das Bundesunternehmen mit dem höchsten Anteil Lernende (10 Prozent), bietet 63 von 90 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen eine Anstellung. Bei Bedarf können weitere Abgänger und Lehrabgängerinnen zum Sammeln erster Berufserfahrungen befristet weiterbeschäftigt werden, z. B. bis zum Beginn der Rekrutenschule.</p><p>Sämtliche Betriebe haben zudem spezifische Unterstützungsangebote entwickelt, um die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen bei der Suche nach einer Festanstellung oder einer Weiterbildung zu unterstützen. Dazu gehören Bewerbungsseminare und -workshops, Laufbahnberatungen, die Zusammenarbeit mit den regionalen Arbeitsvermittlungen sowie die Schaffung von Teilzeitstellen für Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen, die eine Weiterbildung absolvieren.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die bundesnahen Unternehmen - im Sinne der Zielvorgaben - die Verantwortung gegenüber den von ihnen ausgebildeten Jugendlichen wahrnehmen und damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten. Er ist daher der Ansicht, dass die durch die Motion angestrebten Ziele ohne Anpassung der strategischen Ziele erreicht werden können.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, durch Anpassung der strategischen Ziele und weiterer Führungsinstrumente darauf hinzuwirken, dass Jugendliche nach Abschluss der Lehre in den bundesnahen Betrieben (Post, SBB, Swisscom, Skyguide, SRG, Ruag) der jeweiligen Situation entsprechend angemessen befristet weiterbeschäftigt werden und in diesem Zeitraum bei der Suche nach einer Festanstellung unterstützt werden. Diese Anstellungen dürfen nicht zulasten des bisherigen Lehrstellenplanes erfolgen. Wo vorhanden, wird der Bundesvertretung im jeweiligen Verwaltungsrat der Auftrag erteilt, die Umsetzung dieser Massnahme wirkungsvoll zu unterstützen.</p>
- Weiterbeschäftigung von Lernenden in bundesnahen Betrieben
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Im Monat März 2009 betrug die Arbeitslosenquote in der Alterskategorie der 20- bis 24-Jährigen 5,1 Prozent. Nach den Lehrabschlussprüfungen im Sommer 2009 dürfte diese Zahl weiter ansteigen. Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger ohne Anschlusslösung im Lehrbetrieb drängen zusätzlich auf den Stellenmarkt. Für eine grosse Zahl von Jugendlichen drohen nach der Lehre anstelle erster Berufserfahrungen als leistungsbereite und vollwertige Arbeitskräfte Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit und Perspektivenlosigkeit, aber auch der Verlust von Leistungsmotivation und die Gewöhnung an materielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.</p><p>Durch die genannte Massnahme sollen die bundesnahen Betriebe bei der Begrenzung des individuellen und namentlich auch des volkswirtschaftlichen Langzeitschadens von Jugendarbeitslosigkeit mitwirken.</p>
- <p>Allen in der Motion genannten Unternehmen mit Ausnahme der SRG, die nicht im Besitz des Bundes ist und die der Bundesrat daher nicht mit strategischen Zielen steuern kann, hat der Bundesrat in den strategischen Zielen vorgegeben, dass er von ihnen "eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik" und "eine zeitgemässe Lehrlingspolitik" erwartet. Die Unternehmen werden dieser Vorgabe zunächst dadurch gerecht, dass sie ausnahmslos einen überdurchschnittlich hohen Anteil Lernende gemessen an der Anzahl Beschäftigte aufweisen. Die Werte bewegen sich zwischen 4,5 Prozent und 6 Prozent.</p><p>Sämtliche Betriebe unternehmen sodann grosse Anstrengungen, die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen nach Berufsabschluss weiterzubeschäftigen: Dank verschiedener Massnahmen kann die Post fast allen ihren 476 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen, die im Unternehmen bleiben möchten, eine feste Anstellung anbieten. Die Swisscom hat in Anlehnung an die Bundesverwaltung das Überbrückungsprogramm "Job Bridge 09" lanciert, das sämtlichen Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen, die weder eine Stelle gefunden noch eine Weiterbildung oder Ähnliches geplant haben, eine befristete Stelle von drei bis maximal neun Monaten offeriert. Die Berufsbildung in der SBB ist im Ausbildungsverbund "login" organisiert, dem auch andere Transportunternehmungen angeschlossen sind. Über 60 Prozent der Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen haben 2009 eine unbefristete Anstellung erhalten. Die SBB Cargo, BLS und SBB haben ausserdem ein Programm mit befristeten, sechs bis zwölf Monate dauernden Praktikumstellen geschaffen; allein dasjenige der SBB bietet rund 100 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen eine Weiterbeschäftigung. Die Ruag, das Bundesunternehmen mit dem höchsten Anteil Lernende (10 Prozent), bietet 63 von 90 Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen eine Anstellung. Bei Bedarf können weitere Abgänger und Lehrabgängerinnen zum Sammeln erster Berufserfahrungen befristet weiterbeschäftigt werden, z. B. bis zum Beginn der Rekrutenschule.</p><p>Sämtliche Betriebe haben zudem spezifische Unterstützungsangebote entwickelt, um die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen bei der Suche nach einer Festanstellung oder einer Weiterbildung zu unterstützen. Dazu gehören Bewerbungsseminare und -workshops, Laufbahnberatungen, die Zusammenarbeit mit den regionalen Arbeitsvermittlungen sowie die Schaffung von Teilzeitstellen für Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen, die eine Weiterbildung absolvieren.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die bundesnahen Unternehmen - im Sinne der Zielvorgaben - die Verantwortung gegenüber den von ihnen ausgebildeten Jugendlichen wahrnehmen und damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten. Er ist daher der Ansicht, dass die durch die Motion angestrebten Ziele ohne Anpassung der strategischen Ziele erreicht werden können.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, durch Anpassung der strategischen Ziele und weiterer Führungsinstrumente darauf hinzuwirken, dass Jugendliche nach Abschluss der Lehre in den bundesnahen Betrieben (Post, SBB, Swisscom, Skyguide, SRG, Ruag) der jeweiligen Situation entsprechend angemessen befristet weiterbeschäftigt werden und in diesem Zeitraum bei der Suche nach einer Festanstellung unterstützt werden. Diese Anstellungen dürfen nicht zulasten des bisherigen Lehrstellenplanes erfolgen. Wo vorhanden, wird der Bundesvertretung im jeweiligen Verwaltungsrat der Auftrag erteilt, die Umsetzung dieser Massnahme wirkungsvoll zu unterstützen.</p>
- Weiterbeschäftigung von Lernenden in bundesnahen Betrieben
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