Soziales und ökologisches Engagement von Unternehmen. Mehr Transparenz und Anerkennung
- ShortId
-
09.3520
- Id
-
20093520
- Updated
-
28.07.2023 10:55
- Language
-
de
- Title
-
Soziales und ökologisches Engagement von Unternehmen. Mehr Transparenz und Anerkennung
- AdditionalIndexing
-
15;52;28;Unternehmen;Bericht;Transparenz;Sozialverträglichkeit;Umweltmanagement
- 1
-
- L05K0601040102, Umweltmanagement
- L04K01040214, Sozialverträglichkeit
- L04K07030601, Unternehmen
- L05K1201020203, Transparenz
- L03K020206, Bericht
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Heutzutage wird es für die Investorinnen und Investoren immer wichtiger, die soziale und ökologische Verantwortlichkeit der Unternehmen, in die sie Geld investieren, einschätzen zu können. Dies ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch eine der Sicherheit ihrer Investition. Ein Unternehmen, das sich der Umwelt und seinen Angestellten gegenüber verantwortungslos verhält, gerät mittelfristig unvermeidlich in die Kritik und nimmt Schaden. Wer in der Schweiz heute die Auswirkungen der Unternehmen auf Gesellschaft und Umwelt evaluieren möchte, hat Schwierigkeiten, die nötigen Daten zusammenzutragen. Diese fehlende Transparenz schadet den Investorinnen und Investoren, aber auch den Stakeholdern, einschliesslich der öffentlichen Hand, der Angestellten sowie der Kundschaft eines Unternehmens.</p><p>In Grossbritannien verpflichtet der "Companies Act" an die 1300 Firmen zur Transparenz hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. In Frankreich gelten derartige Bestimmungen für etwa 700 Firmen (vgl. Art. 116 Loi sur les nouvelles régulations économiques, NRE). In Frankreich wurde über die Anwendung dieser Massnahme Bilanz gezogen. Die Schweiz könnte sich daran orientieren, um möglichst wirksame Bestimmungen einzuführen, die ausserdem flexibel genug sind, um auf die Unterschiede zwischen den betroffenen Unternehmen Rücksicht zu nehmen. In jedem Fall sollte der Gesetzgeber eine gewisse Anzahl von Kriterien und Indikatoren festlegen, damit die Berichte glaubwürdig und miteinander vergleichbar sind. Die Richtlinien der "Global Reporting Initiative" bieten eine gute Arbeitsgrundlage. </p><p>Eine solche Massnahme würde denjenigen Unternehmen zu Anerkennung verhelfen, die sich der Umwelt, ihren Angestellten und der Gesellschaft gegenüber verantwortungsvoll verhalten. Für die anderen Unternehmen wäre diese Massnahme ein Anreiz, und sie würde es ihnen ermöglichen, ihre Fortschritte besser zu bestimmen und auf die vorgenommenen Verbesserungen aufmerksam zu machen.</p>
- <p>Der Bundesrat befürwortet die von der Motionärin verfolgten Ziele und erachtet es als wünschenswert, dass wirtschaftlich bedeutende Unternehmen über ihre Sozial- und Umweltpolitik Bericht erstatten.</p><p>Es kann vermehrt festgestellt werden, dass die Investoren, die Konsumenten und die Gesellschaft jene Unternehmen berücksichtigen, die für ihre verantwortungsvolle Sozial- und Umweltpolitik bekannt sind. Es ist ein Bedürfnis geworden, Produkte konsumieren zu können, die mit einem "Ethik-Label" versehen sind.</p><p>In diesem Bereich werden gegenwärtig neue Verhaltensweisen für die Praxis entwickelt. Diese wichtige Entwicklung ist zu begrüssen. Die Unternehmen bemühen sich konsequent darum, alle ihre Geschäftspartner darüber in Kenntnis zu setzen. Schon aus wirtschaftlichen Gründen haben die Unternehmen ein Interesse daran, über dieses Thema zu berichten. Sie informieren immer häufiger über ihre Politik und veröffentlichen regelmässig die Ergebnisse.</p><p>Zahlreiche Unternehmen verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der internationalen Praxis Standards einzuhalten, die zu einem verantwortungsvollen Verhalten der Unternehmen führen sollen (insbesondere die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen oder den UN Global Compact). Einige Unternehmen veröffentlichen auch selber Berichte zu ihren Anstrengungen im Sozial- und Umweltbereich.</p><p>Stiftungen wie Ethos tragen gleichzeitig dazu bei, dass die Öffentlichkeit über die diesbezügliche Praxis der grossen Gesellschaften in Kenntnis gesetzt wird. Dadurch wird wiederum die Weiterentwicklung dieses Verhaltensmusters begünstigt, es entsteht ein Dominoeffekt.</p><p>Bereits nach geltendem Recht können alle Gesellschaften, unabhängig davon, ob ihre Beteiligungspapiere an einer Börse kotiert sind oder nicht, ihren Anlegern über ihre sozialen Verpflichtungen und ihr Engagement zugunsten der Umwelt Bericht erstatten. Folglich ist es den Investoren sowie den Aktionärinnen und Aktionären möglich, relevante Informationen zu erhalten, auch ohne dass zwingende Vorschriften bestehen.</p><p>Ein Ziel der derzeit hängigen Aktienrechtsrevision ist es, das Auskunfts- und Einsichtsrecht der Aktionärinnen und Aktionäre zu verbessern. Den Aktionärinnen und Aktionären sollen grundsätzlich mehr Informationen zugänglich gemacht werden, dazu gehört auch, sie gegebenenfalls über die Sozial- und Umweltpolitik der Gesellschaft ins Bild zu setzen.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates ist es daher verfrüht, diese Frage zwingend zu regeln. Vielmehr sollten das Verhalten der Unternehmungen und das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit weiterhin beobachtet und analysiert und sollte die Entwicklung auf internationalem Niveau berücksichtigt werden.</p><p>Demnach ist der Bundesrat der Ansicht, dass in dieser Sache momentan kein gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Ich beauftrage den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass die börsenkotierten Unternehmen verpflichtet werden, ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt jährlich im Verwaltungsbericht, der an der Hauptversammlung der Aktionäre präsentiert wird, darzulegen.</p>
- Soziales und ökologisches Engagement von Unternehmen. Mehr Transparenz und Anerkennung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Heutzutage wird es für die Investorinnen und Investoren immer wichtiger, die soziale und ökologische Verantwortlichkeit der Unternehmen, in die sie Geld investieren, einschätzen zu können. Dies ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch eine der Sicherheit ihrer Investition. Ein Unternehmen, das sich der Umwelt und seinen Angestellten gegenüber verantwortungslos verhält, gerät mittelfristig unvermeidlich in die Kritik und nimmt Schaden. Wer in der Schweiz heute die Auswirkungen der Unternehmen auf Gesellschaft und Umwelt evaluieren möchte, hat Schwierigkeiten, die nötigen Daten zusammenzutragen. Diese fehlende Transparenz schadet den Investorinnen und Investoren, aber auch den Stakeholdern, einschliesslich der öffentlichen Hand, der Angestellten sowie der Kundschaft eines Unternehmens.</p><p>In Grossbritannien verpflichtet der "Companies Act" an die 1300 Firmen zur Transparenz hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. In Frankreich gelten derartige Bestimmungen für etwa 700 Firmen (vgl. Art. 116 Loi sur les nouvelles régulations économiques, NRE). In Frankreich wurde über die Anwendung dieser Massnahme Bilanz gezogen. Die Schweiz könnte sich daran orientieren, um möglichst wirksame Bestimmungen einzuführen, die ausserdem flexibel genug sind, um auf die Unterschiede zwischen den betroffenen Unternehmen Rücksicht zu nehmen. In jedem Fall sollte der Gesetzgeber eine gewisse Anzahl von Kriterien und Indikatoren festlegen, damit die Berichte glaubwürdig und miteinander vergleichbar sind. Die Richtlinien der "Global Reporting Initiative" bieten eine gute Arbeitsgrundlage. </p><p>Eine solche Massnahme würde denjenigen Unternehmen zu Anerkennung verhelfen, die sich der Umwelt, ihren Angestellten und der Gesellschaft gegenüber verantwortungsvoll verhalten. Für die anderen Unternehmen wäre diese Massnahme ein Anreiz, und sie würde es ihnen ermöglichen, ihre Fortschritte besser zu bestimmen und auf die vorgenommenen Verbesserungen aufmerksam zu machen.</p>
- <p>Der Bundesrat befürwortet die von der Motionärin verfolgten Ziele und erachtet es als wünschenswert, dass wirtschaftlich bedeutende Unternehmen über ihre Sozial- und Umweltpolitik Bericht erstatten.</p><p>Es kann vermehrt festgestellt werden, dass die Investoren, die Konsumenten und die Gesellschaft jene Unternehmen berücksichtigen, die für ihre verantwortungsvolle Sozial- und Umweltpolitik bekannt sind. Es ist ein Bedürfnis geworden, Produkte konsumieren zu können, die mit einem "Ethik-Label" versehen sind.</p><p>In diesem Bereich werden gegenwärtig neue Verhaltensweisen für die Praxis entwickelt. Diese wichtige Entwicklung ist zu begrüssen. Die Unternehmen bemühen sich konsequent darum, alle ihre Geschäftspartner darüber in Kenntnis zu setzen. Schon aus wirtschaftlichen Gründen haben die Unternehmen ein Interesse daran, über dieses Thema zu berichten. Sie informieren immer häufiger über ihre Politik und veröffentlichen regelmässig die Ergebnisse.</p><p>Zahlreiche Unternehmen verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der internationalen Praxis Standards einzuhalten, die zu einem verantwortungsvollen Verhalten der Unternehmen führen sollen (insbesondere die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen oder den UN Global Compact). Einige Unternehmen veröffentlichen auch selber Berichte zu ihren Anstrengungen im Sozial- und Umweltbereich.</p><p>Stiftungen wie Ethos tragen gleichzeitig dazu bei, dass die Öffentlichkeit über die diesbezügliche Praxis der grossen Gesellschaften in Kenntnis gesetzt wird. Dadurch wird wiederum die Weiterentwicklung dieses Verhaltensmusters begünstigt, es entsteht ein Dominoeffekt.</p><p>Bereits nach geltendem Recht können alle Gesellschaften, unabhängig davon, ob ihre Beteiligungspapiere an einer Börse kotiert sind oder nicht, ihren Anlegern über ihre sozialen Verpflichtungen und ihr Engagement zugunsten der Umwelt Bericht erstatten. Folglich ist es den Investoren sowie den Aktionärinnen und Aktionären möglich, relevante Informationen zu erhalten, auch ohne dass zwingende Vorschriften bestehen.</p><p>Ein Ziel der derzeit hängigen Aktienrechtsrevision ist es, das Auskunfts- und Einsichtsrecht der Aktionärinnen und Aktionäre zu verbessern. Den Aktionärinnen und Aktionären sollen grundsätzlich mehr Informationen zugänglich gemacht werden, dazu gehört auch, sie gegebenenfalls über die Sozial- und Umweltpolitik der Gesellschaft ins Bild zu setzen.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates ist es daher verfrüht, diese Frage zwingend zu regeln. Vielmehr sollten das Verhalten der Unternehmungen und das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit weiterhin beobachtet und analysiert und sollte die Entwicklung auf internationalem Niveau berücksichtigt werden.</p><p>Demnach ist der Bundesrat der Ansicht, dass in dieser Sache momentan kein gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Ich beauftrage den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass die börsenkotierten Unternehmen verpflichtet werden, ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt jährlich im Verwaltungsbericht, der an der Hauptversammlung der Aktionäre präsentiert wird, darzulegen.</p>
- Soziales und ökologisches Engagement von Unternehmen. Mehr Transparenz und Anerkennung
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