Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games

ShortId
09.3521
Id
20093521
Updated
25.06.2025 00:14
Language
de
Title
Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games
AdditionalIndexing
2841;34;junger Mensch;Suchtprävention;Gesundheitsrisiko;Computer;Spiel;Kind;häusliche Datenverarbeitung;Sucht;Internet;Statistik
1
  • L04K12030201, Computer
  • L04K01010201, Sucht
  • L04K01050510, Gesundheitsrisiko
  • L06K010505070201, Suchtprävention
  • L05K1202020105, Internet
  • L04K01010106, Spiel
  • L05K0107010204, junger Mensch
  • L03K020218, Statistik
  • L05K0107010205, Kind
  • L05K1203010106, häusliche Datenverarbeitung
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Institutionen im Suchtbereich sehen sich zusehends mit Jugendlichen und deren erwachsenen Bezugspersonen konfrontiert, die Online-Medien - insbesondere interaktive Online-Spiele - exzessiv nutzen. Die Fachwelt diskutiert die Problematik unter dem Begriff Online-Sucht. Verlässliche Zahlen und Studien zur Situation in der Schweiz fehlen. Das Ausmass der effektiven Problemlasten und Gefährdungspotenziale ist unbekannt. Diese Lücke muss dringend geschlossen werden.</p><p>Die parlamentarische Gruppe Suchtpolitik, Prävention und Jugendschutz hat sich am 19. März 2008 neu konstituiert. Sie kann nach Gesprächen mit Fachleuten aus dem Suchtbereich und der Adoleszentenmedizin die zurückhaltende Position des Bundesrats nicht teilen, welche er in seiner Antwort auf die Interpellation Forster 07.3617 unter Rekurs auf veraltetes Zahlenmaterial formuliert. Es besteht eine dringende Notwendigkeit, die Forschungslücken zu schliessen - ohne dadurch andere Forschungsvorhaben im Suchtbereich zu beschneiden -, um über ein zuverlässiges Fundament für das allfällige Ergreifen von Massnahmen zu verfügen. Die Gefahr besteht, dass die Problematik des Internets einseitig auf (pädo)kriminelle Inhalte eingeschränkt wird. Zudem ist den Anzeichen Rechnung zu tragen, wonach auch erwachsene Benützer problematische Konsummuster entwickeln, welche nicht zuletzt massive betriebs- und volkswirtschaftliche Folgekosten haben.</p>
  • <p>Der Bundesrat hat sich zu dieser Thematik bereits in seiner Antwort vom 28. November 2007 zur Interpellation Forster 07.3617, "Bildschirm-Sucht. Vorausschauend handeln", geäussert. Die Situation bezüglich des problematischen Gebrauchs des Internets ist grundsätzlich unverändert, soweit sie überprüfbar ist. Nach wie vor liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, welche umfangreiche Massnahmen rechtfertigen würden. Da im Zuge der stark wachsenden Bedeutung des Internets auch die damit zusammenhängenden gesundheitlichen Probleme zunehmen könnten, ist der Bundesrat bereit, im Rahmen der im Budget und im Finanzplan eingestellten Mittel die Zusammenhänge zwischen exzessiver Internet- und Computerspielnutzung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Störungen abzuklären und entsprechende Empfehlungen für die Präventionsarbeit zu formulieren. Er sieht vor, das federführende Bundesamt für Gesundheit mit einem Bericht zu beauftragen. Dabei sind die vom Bundesamt für Sozialversicherungen geführten Arbeiten zum Kinder- und Jugendmedienschutz sowie die entsprechenden Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007 des Bundesamtes für Statistik zu berücksichtigen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, welcher Ausmass, Umfang und Art der Problemlasten im Bereich der exzessiven Nutzung von Online-Medien mit besonderer Berücksichtigung von Online-Games und der spezifischen Gefährdung Jugendlicher untersucht. Es soll zudem geprüft werden, ob die regelmässig vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Schweizerische Gesundheitsbefragung Fragen zur Nutzung von Bildschirmmedien und Online-Spielen aufnehmen könnte. Der Bundesrat wird gebeten, die Verantwortlichkeiten betreffend die problematische Nutzung von Online-Medien/Online-Sucht innerhalb der Bundesverwaltung zu klären bzw. dem für Suchtprävention zuständigen Bundesamt für Gesundheit einen entsprechenden Auftrag zu erteilen.</p>
  • Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Institutionen im Suchtbereich sehen sich zusehends mit Jugendlichen und deren erwachsenen Bezugspersonen konfrontiert, die Online-Medien - insbesondere interaktive Online-Spiele - exzessiv nutzen. Die Fachwelt diskutiert die Problematik unter dem Begriff Online-Sucht. Verlässliche Zahlen und Studien zur Situation in der Schweiz fehlen. Das Ausmass der effektiven Problemlasten und Gefährdungspotenziale ist unbekannt. Diese Lücke muss dringend geschlossen werden.</p><p>Die parlamentarische Gruppe Suchtpolitik, Prävention und Jugendschutz hat sich am 19. März 2008 neu konstituiert. Sie kann nach Gesprächen mit Fachleuten aus dem Suchtbereich und der Adoleszentenmedizin die zurückhaltende Position des Bundesrats nicht teilen, welche er in seiner Antwort auf die Interpellation Forster 07.3617 unter Rekurs auf veraltetes Zahlenmaterial formuliert. Es besteht eine dringende Notwendigkeit, die Forschungslücken zu schliessen - ohne dadurch andere Forschungsvorhaben im Suchtbereich zu beschneiden -, um über ein zuverlässiges Fundament für das allfällige Ergreifen von Massnahmen zu verfügen. Die Gefahr besteht, dass die Problematik des Internets einseitig auf (pädo)kriminelle Inhalte eingeschränkt wird. Zudem ist den Anzeichen Rechnung zu tragen, wonach auch erwachsene Benützer problematische Konsummuster entwickeln, welche nicht zuletzt massive betriebs- und volkswirtschaftliche Folgekosten haben.</p>
    • <p>Der Bundesrat hat sich zu dieser Thematik bereits in seiner Antwort vom 28. November 2007 zur Interpellation Forster 07.3617, "Bildschirm-Sucht. Vorausschauend handeln", geäussert. Die Situation bezüglich des problematischen Gebrauchs des Internets ist grundsätzlich unverändert, soweit sie überprüfbar ist. Nach wie vor liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, welche umfangreiche Massnahmen rechtfertigen würden. Da im Zuge der stark wachsenden Bedeutung des Internets auch die damit zusammenhängenden gesundheitlichen Probleme zunehmen könnten, ist der Bundesrat bereit, im Rahmen der im Budget und im Finanzplan eingestellten Mittel die Zusammenhänge zwischen exzessiver Internet- und Computerspielnutzung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Störungen abzuklären und entsprechende Empfehlungen für die Präventionsarbeit zu formulieren. Er sieht vor, das federführende Bundesamt für Gesundheit mit einem Bericht zu beauftragen. Dabei sind die vom Bundesamt für Sozialversicherungen geführten Arbeiten zum Kinder- und Jugendmedienschutz sowie die entsprechenden Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007 des Bundesamtes für Statistik zu berücksichtigen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, welcher Ausmass, Umfang und Art der Problemlasten im Bereich der exzessiven Nutzung von Online-Medien mit besonderer Berücksichtigung von Online-Games und der spezifischen Gefährdung Jugendlicher untersucht. Es soll zudem geprüft werden, ob die regelmässig vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Schweizerische Gesundheitsbefragung Fragen zur Nutzung von Bildschirmmedien und Online-Spielen aufnehmen könnte. Der Bundesrat wird gebeten, die Verantwortlichkeiten betreffend die problematische Nutzung von Online-Medien/Online-Sucht innerhalb der Bundesverwaltung zu klären bzw. dem für Suchtprävention zuständigen Bundesamt für Gesundheit einen entsprechenden Auftrag zu erteilen.</p>
    • Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games

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