Wehrsport und Wehrtüchtigkeit

ShortId
09.3657
Id
20093657
Updated
28.07.2023 10:27
Language
de
Title
Wehrsport und Wehrtüchtigkeit
AdditionalIndexing
09;Armee;Sport;ausserdienstliche Tätigkeit von Armeeangehörigen;ausserdienstliche Schiesspflicht
1
  • L03K040203, Armee
  • L04K01010102, Sport
  • L05K0402030701, ausserdienstliche Schiesspflicht
  • L05K0402030705, ausserdienstliche Tätigkeit von Armeeangehörigen
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die physische Leistungsfähigkeit des Soldaten und seine Fähigkeiten im Schiessen sind wichtige Ziele der militärischen Ausbildung. Entsprechend sind die sportlichen Aktivitäten integraler Bestandteil der Ausbildungsprogramme. Über 60 Prozent der schweizerischen Bevölkerung sind körperlich ungenügend aktiv. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Armee. Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesamt für Sport (Baspo) beauftragt, eine Studie zu den "Auswirkungen der individuellen körperlichen Fitness auf die militärische Leistungsfähigkeit" durchzuführen. Die Resultate dieser Studie werden voraussichtlich im Jahre 2011 vorliegen.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Gesundheit, Fitness und sportliche Leistungsfähigkeit sind Voraussetzungen für die Grund- und Einsatzbereitschaft der Armee. Regelmässige körperliche Aktivitäten sind relevant für die Leistungsfähigkeit im Militärdienst. Der Sport in der Armee will die notwendigen körperlichen Fähigkeiten für den militärischen Einsatz funktionsbezogen ausbilden, fördern und erhalten. Bereits bei der Rekrutierung ist der Test "Fitness Rekrutierung" einer der entscheidenden Faktoren für die Zuteilung.</p><p>2. Der Wehrsport ist bereits aus heutiger Sicht von grosser Bedeutung. Mit der erwähnten Studie des Baspo soll dieser Zusammenhang detaillierter untersucht werden. Der Sport in der Armee soll die erforderliche konditionelle Substanz und koordinative Kompetenz vermitteln, dessen Notwendigkeit als Voraussetzung zur Erfüllung des militärischen Einsatzes bewusst machen und die Bewegungsfreude über den Militärdienst hinaus fördern.</p><p>Durch regelmässigen, gezielten und organisierten Sportunterricht in der Armee wird zudem der Bewegungsarmut und dem Problem des Übergewichts in der Schweiz entgegengewirkt. Sport ist aber auch Prävention gegen Unfälle oder Krankheiten (psychisch wie physisch), da ein guter Fitnesszustand das Verletzungs- bzw. Krankheitsrisiko reduziert.</p><p>3. Der Bund unterstützt den Militärsport und das Schiesswesen ausser Dienst auf verschiedene Arten. Die Organisation der jährlichen Sommer- und Winterarmeemeisterschaften und der freiwilligen Sommer- und Wintermilitärsportkurse, an welchen sämtliche aktiven und ehemaligen Armeeangehörigen teilnehmen können, sowie das obligatorische Schiessen, das Feldschiessen und andere militärische Schiesswettkämpfe zeugen vom Engagement des Bundes in diesem Bereich.</p><p>4. Eine Zusammenarbeit im Sinne der Organisation eines gemischten Anlasses besteht nicht, dennoch ist eine Teilnahme der Armee an zivilen Sportanlässen bereits die Regel. Dies zeigen die Anlässe "Go for 5", initiiert durch Swiss Athletics, oder der "Gigathlon", organisiert durch Swiss Olympic. Die vom VBS anerkannten Militärvereine werden ebenfalls im Rahmen ihrer Sport- oder Schiesstätigkeiten vom Bund unterstützt.</p><p>5. Das in der Armee unterrichtete Schiessen (Präzisions- und Gefechtsschiessen) ist kein Sportschiessen im eigentlichen Sinne. Wettkämpfe existieren im Rahmen der Sommer- und Winterarmeemeisterschaften, des Feldschiessens, des Armeewettkampfes im Schiessen, der Militärwettkämpfe an kantonalen und eidgenössischen Schützenfesten und der Wettschiessen in den Schulen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Armee und Sport haben einen natürlichen Zusammenhang: die persönliche Fitness, das ausserdienstliche Schiessen und die Wehrtüchtigkeit des Soldaten. Durch die Armeereformen und die Verkleinerung und Verjüngung der Armee hat der Wehrsport Schaden genommen, und die persönliche körperliche Ertüchtigung vor einem Dienst ist zurückgegangen. Eingespielte Traditionen wie etwa Waffenläufe oder Divisionsmeisterschaften können nicht mehr gepflegt oder mussten ganz aufgegeben werden. Die leistungsorientierte Pflege des Schiessens in der Armee ist zu einer Randerscheinung geworden. </p><p>1. Sieht der Bundesrat einen förderungswürdigen Zusammenhang zwischen sportlicher Fitness und Wehrtüchtigkeit? </p><p>2. Wie schätzt er die Bedeutung des Wehrsports für die körperliche Ertüchtigung und Motivation der Truppe, aber auch als Beitrag für die Volksgesundheit allgemein ein? </p><p>3. Gibt es Wege und Möglichkeiten, den ausserdienstlichen Wehrsport seitens der Armee zu fördern? </p><p>4. Ist bezüglich Märschen, OL, Berg- und Schiesssport die Zusammenarbeit mit den Milizverbänden und Sportvereinen denkbar? </p><p>5. Ist eine klare organisierte Schiessausbildung, allenfalls auch eine Kampfausbildung mit sportlichem Einschlag (Rangierungen) in der Armee denkbar?</p>
  • Wehrsport und Wehrtüchtigkeit
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die physische Leistungsfähigkeit des Soldaten und seine Fähigkeiten im Schiessen sind wichtige Ziele der militärischen Ausbildung. Entsprechend sind die sportlichen Aktivitäten integraler Bestandteil der Ausbildungsprogramme. Über 60 Prozent der schweizerischen Bevölkerung sind körperlich ungenügend aktiv. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Armee. Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesamt für Sport (Baspo) beauftragt, eine Studie zu den "Auswirkungen der individuellen körperlichen Fitness auf die militärische Leistungsfähigkeit" durchzuführen. Die Resultate dieser Studie werden voraussichtlich im Jahre 2011 vorliegen.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Gesundheit, Fitness und sportliche Leistungsfähigkeit sind Voraussetzungen für die Grund- und Einsatzbereitschaft der Armee. Regelmässige körperliche Aktivitäten sind relevant für die Leistungsfähigkeit im Militärdienst. Der Sport in der Armee will die notwendigen körperlichen Fähigkeiten für den militärischen Einsatz funktionsbezogen ausbilden, fördern und erhalten. Bereits bei der Rekrutierung ist der Test "Fitness Rekrutierung" einer der entscheidenden Faktoren für die Zuteilung.</p><p>2. Der Wehrsport ist bereits aus heutiger Sicht von grosser Bedeutung. Mit der erwähnten Studie des Baspo soll dieser Zusammenhang detaillierter untersucht werden. Der Sport in der Armee soll die erforderliche konditionelle Substanz und koordinative Kompetenz vermitteln, dessen Notwendigkeit als Voraussetzung zur Erfüllung des militärischen Einsatzes bewusst machen und die Bewegungsfreude über den Militärdienst hinaus fördern.</p><p>Durch regelmässigen, gezielten und organisierten Sportunterricht in der Armee wird zudem der Bewegungsarmut und dem Problem des Übergewichts in der Schweiz entgegengewirkt. Sport ist aber auch Prävention gegen Unfälle oder Krankheiten (psychisch wie physisch), da ein guter Fitnesszustand das Verletzungs- bzw. Krankheitsrisiko reduziert.</p><p>3. Der Bund unterstützt den Militärsport und das Schiesswesen ausser Dienst auf verschiedene Arten. Die Organisation der jährlichen Sommer- und Winterarmeemeisterschaften und der freiwilligen Sommer- und Wintermilitärsportkurse, an welchen sämtliche aktiven und ehemaligen Armeeangehörigen teilnehmen können, sowie das obligatorische Schiessen, das Feldschiessen und andere militärische Schiesswettkämpfe zeugen vom Engagement des Bundes in diesem Bereich.</p><p>4. Eine Zusammenarbeit im Sinne der Organisation eines gemischten Anlasses besteht nicht, dennoch ist eine Teilnahme der Armee an zivilen Sportanlässen bereits die Regel. Dies zeigen die Anlässe "Go for 5", initiiert durch Swiss Athletics, oder der "Gigathlon", organisiert durch Swiss Olympic. Die vom VBS anerkannten Militärvereine werden ebenfalls im Rahmen ihrer Sport- oder Schiesstätigkeiten vom Bund unterstützt.</p><p>5. Das in der Armee unterrichtete Schiessen (Präzisions- und Gefechtsschiessen) ist kein Sportschiessen im eigentlichen Sinne. Wettkämpfe existieren im Rahmen der Sommer- und Winterarmeemeisterschaften, des Feldschiessens, des Armeewettkampfes im Schiessen, der Militärwettkämpfe an kantonalen und eidgenössischen Schützenfesten und der Wettschiessen in den Schulen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Armee und Sport haben einen natürlichen Zusammenhang: die persönliche Fitness, das ausserdienstliche Schiessen und die Wehrtüchtigkeit des Soldaten. Durch die Armeereformen und die Verkleinerung und Verjüngung der Armee hat der Wehrsport Schaden genommen, und die persönliche körperliche Ertüchtigung vor einem Dienst ist zurückgegangen. Eingespielte Traditionen wie etwa Waffenläufe oder Divisionsmeisterschaften können nicht mehr gepflegt oder mussten ganz aufgegeben werden. Die leistungsorientierte Pflege des Schiessens in der Armee ist zu einer Randerscheinung geworden. </p><p>1. Sieht der Bundesrat einen förderungswürdigen Zusammenhang zwischen sportlicher Fitness und Wehrtüchtigkeit? </p><p>2. Wie schätzt er die Bedeutung des Wehrsports für die körperliche Ertüchtigung und Motivation der Truppe, aber auch als Beitrag für die Volksgesundheit allgemein ein? </p><p>3. Gibt es Wege und Möglichkeiten, den ausserdienstlichen Wehrsport seitens der Armee zu fördern? </p><p>4. Ist bezüglich Märschen, OL, Berg- und Schiesssport die Zusammenarbeit mit den Milizverbänden und Sportvereinen denkbar? </p><p>5. Ist eine klare organisierte Schiessausbildung, allenfalls auch eine Kampfausbildung mit sportlichem Einschlag (Rangierungen) in der Armee denkbar?</p>
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