Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und grosstechnischen Anlagen

ShortId
09.3662
Id
20093662
Updated
27.07.2023 21:31
Language
de
Title
Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und grosstechnischen Anlagen
AdditionalIndexing
66;Heizung;Industriegebäude;Kernkraftwerk
1
  • L05K0705030204, Heizung
  • L04K17030201, Kernkraftwerk
  • L06K070507010502, Industriegebäude
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Heute werden lediglich 4 Prozent des Wärmebedarfs in der Schweiz durch Fernwärme gedeckt, davon 50 Prozent aus Kehrichtverbrennungsanlagen. Zwei Drittel der Gesamtenergieproduktion der KKW geht in Form von Abwärme verloren. Vor Jahren wurde die Nutzung dieser Abwärme aufgrund fehlender Konkurrenzfähigkeit mit Erdöl fallengelassen. Von allen Fernwärmeprojekten in der Schweiz, welche die Abwärme beispielsweise von KKW nutzen sollten, wurde einzig Refuna realisiert. Die Nutzung der Abwärme von Beznau I und II ist nach anfänglichen Schwierigkeiten heute wirtschaftlich und bietet den Kunden zuverlässig Wärme zu einem gegenüber Erdöl und Gas konkurrenzfähigen Preis.</p><p>Aufgrund der Energieversorgungs- und Klimaproblematik erlebt die Fernwärme einen Aufschwung, gerade auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Im Faktenblatt vom 11. Februar 2009 weist denn das BFE auch darauf hin, "dass im Hinblick auf die tendenziell immer weiter steigenden Preise für Öl und Gas längerfristig Fernwärmeprojekte wirtschaftlich interessant sind. Fernwärmeanlagen tragen zur Reduktion der CO2-Emissionen und der Luftschadstoffe bei, indem sie die Zahl von dezentralen, fossilen Heizungen reduzieren." Das BFE weist darauf hin, dass Fernwärmeprojekte einen relativ kurzen Realisierungszeitraum in Anspruch nehmen, sodass bereits 2009 grössere Fernwärmesysteme realisiert werden könnten. In diese Betrachtungen ist auch die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken sowie aus bestehenden und künftigen grosstechnischen Anlagen miteinzubeziehen.</p><p>Ein Wiederbeleben der Fernwärmeprojekte mit Nutzung der KKW-Abwärme schafft keine erhöhte Abhängigkeit von der Kernenergie. Es kann davon ausgegangen werden, dass die bestehenden Anlagen durch thermische Kraftwerke gleicher Leistungsklasse ersetzt werden. So wird denn auch über die Lebensdauer der heutigen KKW hinaus genügend Abwärme, voraussichtlich an den gleichen Standorten, vorhanden sein.</p>
  • <p>Die Förderung aller Formen der Abwärmenutzung ist, aus den bereits im Postulat angeführten Gründen, schon lange ein Anliegen der Energiepolitik. </p><p>Bereits seit Ende der Siebzigerjahre haben sich die Eidgenössische Abwärme- und die Fernwärmekommission damit befasst. In den Neunzigerjahren wurden direkte Förderbeiträge im Rahmen des Programms Energie 2000 entrichtet. Mit der Verabschiedung des Energiegesetzes rückte die Förderung der Fernwärme zugunsten anderer Technologien in den Hintergrund. Einzelne Kantone unterstützen weiterhin Fernwärmesysteme. </p><p>Der Bundesrat sieht im Aktionsplan Erneuerbare Energien wieder eine landesweite Förderung von Fernwärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme vor. Die konkreten Möglichkeiten eines Förderprogramms Fernwärme - eingeschlossen sind darin auch die Anliegen des Postulates - werden derzeit unter Einbezug des Kosten-Nutzen-Verhältnisses umfassend geprüft. Die Lancierung eines entsprechenden Programms wird durch die vom Parlament beschlossene Teilzweckbindung der CO2-Abgabe möglich.</p><p>Ob die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken (KKW) oder anderen thermischen Grosskraftwerken auch von diesen Finanzbeiträgen profitieren wird, ist allerdings fraglich, da deren Abwärme auf so tiefer Temperatur anfällt, dass sie nicht direkt nutzbar ist. Die Nutzung ist nur durch die Wärmeauskopplung aus dem Dampfkreislauf möglich. Zudem sind bei den bestehenden KKW die Entfernungen von möglichen Abnehmern in der Regel beträchtlich, die Kosten für Fernwärmeleitungen entsprechend hoch.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, technische Lösungen und Massnahmen zu prüfen, um im Rahmen des Förderprogramms Fernwärme die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und weiteren grosstechnischen Anlagen zu aktivieren und zu fördern. Ebenso sei zu prüfen, ob im Rahmen des Aktionsplans Erneuerbare Energien bei der zurzeit in Bearbeitung stehenden Gesetzesvorlage diese Nutzung berücksichtigt werden kann. Dazu sind Anreizsysteme für Kantone und Gemeinden ebenfalls ins Auge zu fassen und zu prüfen.</p>
  • Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und grosstechnischen Anlagen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Heute werden lediglich 4 Prozent des Wärmebedarfs in der Schweiz durch Fernwärme gedeckt, davon 50 Prozent aus Kehrichtverbrennungsanlagen. Zwei Drittel der Gesamtenergieproduktion der KKW geht in Form von Abwärme verloren. Vor Jahren wurde die Nutzung dieser Abwärme aufgrund fehlender Konkurrenzfähigkeit mit Erdöl fallengelassen. Von allen Fernwärmeprojekten in der Schweiz, welche die Abwärme beispielsweise von KKW nutzen sollten, wurde einzig Refuna realisiert. Die Nutzung der Abwärme von Beznau I und II ist nach anfänglichen Schwierigkeiten heute wirtschaftlich und bietet den Kunden zuverlässig Wärme zu einem gegenüber Erdöl und Gas konkurrenzfähigen Preis.</p><p>Aufgrund der Energieversorgungs- und Klimaproblematik erlebt die Fernwärme einen Aufschwung, gerade auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Im Faktenblatt vom 11. Februar 2009 weist denn das BFE auch darauf hin, "dass im Hinblick auf die tendenziell immer weiter steigenden Preise für Öl und Gas längerfristig Fernwärmeprojekte wirtschaftlich interessant sind. Fernwärmeanlagen tragen zur Reduktion der CO2-Emissionen und der Luftschadstoffe bei, indem sie die Zahl von dezentralen, fossilen Heizungen reduzieren." Das BFE weist darauf hin, dass Fernwärmeprojekte einen relativ kurzen Realisierungszeitraum in Anspruch nehmen, sodass bereits 2009 grössere Fernwärmesysteme realisiert werden könnten. In diese Betrachtungen ist auch die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken sowie aus bestehenden und künftigen grosstechnischen Anlagen miteinzubeziehen.</p><p>Ein Wiederbeleben der Fernwärmeprojekte mit Nutzung der KKW-Abwärme schafft keine erhöhte Abhängigkeit von der Kernenergie. Es kann davon ausgegangen werden, dass die bestehenden Anlagen durch thermische Kraftwerke gleicher Leistungsklasse ersetzt werden. So wird denn auch über die Lebensdauer der heutigen KKW hinaus genügend Abwärme, voraussichtlich an den gleichen Standorten, vorhanden sein.</p>
    • <p>Die Förderung aller Formen der Abwärmenutzung ist, aus den bereits im Postulat angeführten Gründen, schon lange ein Anliegen der Energiepolitik. </p><p>Bereits seit Ende der Siebzigerjahre haben sich die Eidgenössische Abwärme- und die Fernwärmekommission damit befasst. In den Neunzigerjahren wurden direkte Förderbeiträge im Rahmen des Programms Energie 2000 entrichtet. Mit der Verabschiedung des Energiegesetzes rückte die Förderung der Fernwärme zugunsten anderer Technologien in den Hintergrund. Einzelne Kantone unterstützen weiterhin Fernwärmesysteme. </p><p>Der Bundesrat sieht im Aktionsplan Erneuerbare Energien wieder eine landesweite Förderung von Fernwärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme vor. Die konkreten Möglichkeiten eines Förderprogramms Fernwärme - eingeschlossen sind darin auch die Anliegen des Postulates - werden derzeit unter Einbezug des Kosten-Nutzen-Verhältnisses umfassend geprüft. Die Lancierung eines entsprechenden Programms wird durch die vom Parlament beschlossene Teilzweckbindung der CO2-Abgabe möglich.</p><p>Ob die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken (KKW) oder anderen thermischen Grosskraftwerken auch von diesen Finanzbeiträgen profitieren wird, ist allerdings fraglich, da deren Abwärme auf so tiefer Temperatur anfällt, dass sie nicht direkt nutzbar ist. Die Nutzung ist nur durch die Wärmeauskopplung aus dem Dampfkreislauf möglich. Zudem sind bei den bestehenden KKW die Entfernungen von möglichen Abnehmern in der Regel beträchtlich, die Kosten für Fernwärmeleitungen entsprechend hoch.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, technische Lösungen und Massnahmen zu prüfen, um im Rahmen des Förderprogramms Fernwärme die Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und weiteren grosstechnischen Anlagen zu aktivieren und zu fördern. Ebenso sei zu prüfen, ob im Rahmen des Aktionsplans Erneuerbare Energien bei der zurzeit in Bearbeitung stehenden Gesetzesvorlage diese Nutzung berücksichtigt werden kann. Dazu sind Anreizsysteme für Kantone und Gemeinden ebenfalls ins Auge zu fassen und zu prüfen.</p>
    • Nutzung von Abwärme aus Kernkraftwerken und grosstechnischen Anlagen

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