Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als "smart drugs"

ShortId
09.3665
Id
20093665
Updated
24.06.2025 23:46
Language
de
Title
Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als "smart drugs"
AdditionalIndexing
2841;Gehirn;Medikamentenkonsum;Designerdroge;Medikamentenmissbrauch;Medikament
1
  • L05K0101020103, Medikamentenmissbrauch
  • L06K010503010202, Medikamentenkonsum
  • L07K01010201020101, Designerdroge
  • L05K0105030102, Medikament
  • L05K0105021001, Gehirn
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Forschungsresultate zeigen immer deutlicher: Medikamente werden nicht nur als Arzneimittel eingesetzt. Sie dienen zunehmend auch der Leistungssteigerung und haben das Potenzial, Suchtmittel zu werden. Ein paar Zahlen:</p><p>- Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme schätzt, dass rund 60 000 Personen (1 Prozent der Bevölkerung) medikamentenabhängig ist. (Zum Vergleich: Beim Alkohol geht man von 1,9 Prozent starkabhängigen Personen aus.)</p><p>- 25 Prozent der österreichischen Studenten haben Erfahrung mit "Hirndopingmitteln" wie Ritalin, und Untersuchungen in den USA zeigen, dass zwischen 7 und 25 Prozent der Studierenden ihre geistige Leistung mithilfe von Medikamenten wie Ritalin zu steigern versuchen.</p><p>- Laut einer Studie von Novartis bereitet die Pharmaindustrie gegenwärtig die Einführung von 600 neuen Medikamenten zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten vor.</p><p>Die Zahlen zeigen, dass sich die Gesundheits- und Suchtpolitik der Thematik der Medikamente stärker annehmen muss. Trotz des erklärten Zieles einer kohärenten und umfassenden Suchtpolitik ist die Medikamentenabhängigkeit in der Schweizer Suchtpolitik unerklärlicherweise wenig präsent.</p><p>Zusätzlich muss auch der neue, starke Trend der "smart drugs", des Gebrauchs von Medikamenten zur Leistungssteigerung, genau beobachtet und analysiert werden. Mit der ansteigenden Verbreitung von diagnostizierten Krankheiten wie ADHS, Demenz, Alzheimer und anderen Hirnkrankheiten wird auch das Angebot an Medikamenten für diesen Bereich weiter steigen. Erfahrungen von Lehrpersonen und Jugendarbeiterinnen und -arbeitern zeigen, dass diese Mittel immer häufiger bewusst zur Optimierung der eigenen Leistungsfähigkeit eingesetzt werden.</p><p>Die Thematik der Medikamente ist in eine auf aktuelle Herausforderungen ausgerichtete Suchtpolitik zu integrieren. Sie ist im Sinne einer kohärenten Suchtpolitik zu analysieren und einzubetten. Die geforderte Studie soll ein erster Schritt dazu sein.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich der Problematik der Medikamentenabhängigkeit bewusst. Das Bundesamt für Gesundheit wird Ende 2009 das Projekt Suchtmonitoring starten. In diesem Suchtmonitor werden Daten zum Konsumverhalten in den Bereichen der legalen Suchtmittel wie Alkohol und Tabak, der illegalen Drogen sowie zum Bereich der missbräuchlichen Anwendung von Medikamenten erhoben (Suchtmonitoring). Erste Daten werden 2011 vorliegen. Im Übrigen ist ein Bericht zur kohärenten Suchtpolitik in Erarbeitung, welcher die Ergebnisse des obgenannten Suchtmonitorings vorstellen und ihnen Rechnung tragen wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einer breit zugänglichen Studie aufzuzeigen, welche Trends sich im Bereich "smart drugs" abzeichnen und welcher politische Handlungsbedarf besteht. Dabei ist insbesondere darzustellen, wie die Medikamentenabhängigkeit in eine umfassende, kohärente Suchtpolitik eingearbeitet werden kann und welche gesetzlichen Grundlagen dazu geschaffen werden müssen.</p>
  • Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als "smart drugs"
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Forschungsresultate zeigen immer deutlicher: Medikamente werden nicht nur als Arzneimittel eingesetzt. Sie dienen zunehmend auch der Leistungssteigerung und haben das Potenzial, Suchtmittel zu werden. Ein paar Zahlen:</p><p>- Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme schätzt, dass rund 60 000 Personen (1 Prozent der Bevölkerung) medikamentenabhängig ist. (Zum Vergleich: Beim Alkohol geht man von 1,9 Prozent starkabhängigen Personen aus.)</p><p>- 25 Prozent der österreichischen Studenten haben Erfahrung mit "Hirndopingmitteln" wie Ritalin, und Untersuchungen in den USA zeigen, dass zwischen 7 und 25 Prozent der Studierenden ihre geistige Leistung mithilfe von Medikamenten wie Ritalin zu steigern versuchen.</p><p>- Laut einer Studie von Novartis bereitet die Pharmaindustrie gegenwärtig die Einführung von 600 neuen Medikamenten zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten vor.</p><p>Die Zahlen zeigen, dass sich die Gesundheits- und Suchtpolitik der Thematik der Medikamente stärker annehmen muss. Trotz des erklärten Zieles einer kohärenten und umfassenden Suchtpolitik ist die Medikamentenabhängigkeit in der Schweizer Suchtpolitik unerklärlicherweise wenig präsent.</p><p>Zusätzlich muss auch der neue, starke Trend der "smart drugs", des Gebrauchs von Medikamenten zur Leistungssteigerung, genau beobachtet und analysiert werden. Mit der ansteigenden Verbreitung von diagnostizierten Krankheiten wie ADHS, Demenz, Alzheimer und anderen Hirnkrankheiten wird auch das Angebot an Medikamenten für diesen Bereich weiter steigen. Erfahrungen von Lehrpersonen und Jugendarbeiterinnen und -arbeitern zeigen, dass diese Mittel immer häufiger bewusst zur Optimierung der eigenen Leistungsfähigkeit eingesetzt werden.</p><p>Die Thematik der Medikamente ist in eine auf aktuelle Herausforderungen ausgerichtete Suchtpolitik zu integrieren. Sie ist im Sinne einer kohärenten Suchtpolitik zu analysieren und einzubetten. Die geforderte Studie soll ein erster Schritt dazu sein.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich der Problematik der Medikamentenabhängigkeit bewusst. Das Bundesamt für Gesundheit wird Ende 2009 das Projekt Suchtmonitoring starten. In diesem Suchtmonitor werden Daten zum Konsumverhalten in den Bereichen der legalen Suchtmittel wie Alkohol und Tabak, der illegalen Drogen sowie zum Bereich der missbräuchlichen Anwendung von Medikamenten erhoben (Suchtmonitoring). Erste Daten werden 2011 vorliegen. Im Übrigen ist ein Bericht zur kohärenten Suchtpolitik in Erarbeitung, welcher die Ergebnisse des obgenannten Suchtmonitorings vorstellen und ihnen Rechnung tragen wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einer breit zugänglichen Studie aufzuzeigen, welche Trends sich im Bereich "smart drugs" abzeichnen und welcher politische Handlungsbedarf besteht. Dabei ist insbesondere darzustellen, wie die Medikamentenabhängigkeit in eine umfassende, kohärente Suchtpolitik eingearbeitet werden kann und welche gesetzlichen Grundlagen dazu geschaffen werden müssen.</p>
    • Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als "smart drugs"

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