Entwicklungszusammenarbeit und MSC-Zertifizierung. Unterstützung lokaler Fischer
- ShortId
-
09.3694
- Id
-
20093694
- Updated
-
25.06.2025 00:13
- Language
-
de
- Title
-
Entwicklungszusammenarbeit und MSC-Zertifizierung. Unterstützung lokaler Fischer
- AdditionalIndexing
-
55;52;08;nachhaltige Nutzung;Entwicklungsland;Konsumenteninformation;Seerecht;Fischerei;Erhaltung der Fischbestände;Fischfang;Gütezeichen;Fischereiressourcen;Fanggebiet;Fischerzeugnis;Fisch;Fischereipolitik
- 1
-
- L05K1401060301, Erhaltung der Fischbestände
- L05K1401060310, Fischfang
- L03K140106, Fischerei
- L05K0701010304, Gütezeichen
- L06K060103010101, nachhaltige Nutzung
- L05K1401060102, Fisch
- L05K1402030305, Fischerzeugnis
- L04K05060201, Seerecht
- L04K14010603, Fischereipolitik
- L04K14010601, Fischereiressourcen
- L06K140106030301, Fanggebiet
- L05K0704020103, Entwicklungsland
- L06K070106030101, Konsumenteninformation
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Nachhaltige Fischerei erhöht in Entwicklungsländern die Ernährungssicherheit, schafft Einkommen und Beschäftigung, trägt zum Schutz der Umwelt und natürlichen Ressourcen bei und leistet einen Beitrag zu guter Gouvernanz. Gleichzeitig entspricht die Zertifizierung nachhaltiger Fischereierzeugnisse dem wachsenden Bedürfnis der Konsumenten und Konsumentinnen in Industrieländern, durch ihren Kaufentscheid nicht zur Überfischung der Meere beizutragen. Das Label des Marine Stewardship Council (MSC) gilt dabei auf dem Gebiet nachhaltiger Fischereierzeugnisse als führend. </p><p>Laut FAO sind 80 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder von Überfischung bedroht. Nicht zuletzt, um die Küstenregionen der Entwicklungsländer vor Überfischung durch die Fernfischflotten der Industrieländer zu schützen, dehnte das Uno-Seerechtsübereinkommen die ausschliesslichen Wirtschaftszonen (AWZ) der Küstenstaaten auf bis zu 200 Seemeilen Breite aus. </p><p>Über 85 Prozent des weltweiten Fischfangs erfolgen innerhalb der nationalen Hoheitsgewässer. Vielen Küstenstaaten gelingt es aber nicht, die Bestände nachhaltig zu bewirtschaften und dem Problem der illegalen, nichtgemeldeten oder unregulierten Fischerei Herr zu werden. Vielfach verfügen zudem die lokalen Fischer nicht über das Know-how, die institutionellen Voraussetzungen und die nötige Infrastruktur, um nachhaltige Fischerei zu betreiben und ihre Erzeugnisse zu zertifizieren. FAO, Unep, WWF, MSC und andere haben deshalb in Entwicklungsländern Projekte lanciert, um die illegale Fischerei zu stoppen und nachhaltige Fischerei durch lokale Fischer zu fördern und diese bei der MSC-Zertifizierung ihrer Erzeugnisse zu unterstützen. </p><p>Auch die Schweiz hat sich mit dem Uno-Seerechtsübereinkommen verpflichtet, mit geeigneten Massnahmen für die dauerhafte Erhaltung der lebenden Ressourcen der Meere zu sorgen. Die Räte stimmten in der Wintersession 2008 dem SRÜ zu. Am 16. April 2009 lief die Referendumsfrist unbenutzt ab. Nun ist auch die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit aufgerufen, sich in ausgewählten Entwicklungsländern an den Bestrebungen zur Förderung von nachhaltiger Fischerei und MSC-Zertifizierung zu beteiligen.</p>
- <p>Viele Entwicklungsländer verfügen über umfassende Fischgründe und sind nicht in der Lage, ihre Meeresressourcen wirkungsvoll zu schützen. Es ist deshalb die Aufgabe derjenigen Staaten, die Fischprodukte konsumieren, zur Förderung der nachhaltigen Fischerei beizutragen. Die Förderung von nachhaltigem Fischfang ist aber erst dann sinnvoll, wenn diese nicht zu zusätzlichem Fischfang führt. Die internationalen Bestrebungen müssen also dazu führen, dass illegaler Fischfang bekämpft und aller Fischfang nachhaltig erfolgt. Sonst führt die Förderung von nachhaltigem Fischfang zu einer noch schnelleren Überfischung. Die Einführung von Nachhaltigkeitsaspekten geschieht derzeit am effizientesten über Marktmechanismen, wie z. B. den MSC-Label: Die vermehrte Nachfrage nach zertifizierten Produkten führt im Bereich Fischfang vor Ort unter anderem dazu, dass jene Fischer, welche sich an diese strengen Vorschriften halten, den illegalen Fischfang verdrängen und auch den legalen Fischfang nachhaltiger gestalten.</p><p>Um die steigende Nachfrage mit der Produktionsseite zusammenzubringen, kommt dem schweizerischen Importförderungsprogramm (Swiss Import Promotion Programme, Sippo) eine entscheidende Rolle zu. Sippo wird die Aktivitäten in diesem Bereich aufgrund der im Rahmenkredit VII zur Weiterführung der wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit neu ausgewählten, AWZ-reichen Schwerpunktländer ausbauen. Das genaue Ausmass hängt hier stark von der Zusammenarbeitsbereitschaft der lokalen Behörden und der Fischer ab. Insbesondere im Bereich der Küstenfischerei muss zunächst noch viel Aufbauarbeit geleistet werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in ausgewählten Entwicklungsländern zum Stopp der illegalen Fischerei beizutragen und lokale Fischer in Bezug auf nachhaltige Fischerei und MSC-Zertifizierung zu unterstützen.</p>
- Entwicklungszusammenarbeit und MSC-Zertifizierung. Unterstützung lokaler Fischer
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Nachhaltige Fischerei erhöht in Entwicklungsländern die Ernährungssicherheit, schafft Einkommen und Beschäftigung, trägt zum Schutz der Umwelt und natürlichen Ressourcen bei und leistet einen Beitrag zu guter Gouvernanz. Gleichzeitig entspricht die Zertifizierung nachhaltiger Fischereierzeugnisse dem wachsenden Bedürfnis der Konsumenten und Konsumentinnen in Industrieländern, durch ihren Kaufentscheid nicht zur Überfischung der Meere beizutragen. Das Label des Marine Stewardship Council (MSC) gilt dabei auf dem Gebiet nachhaltiger Fischereierzeugnisse als führend. </p><p>Laut FAO sind 80 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder von Überfischung bedroht. Nicht zuletzt, um die Küstenregionen der Entwicklungsländer vor Überfischung durch die Fernfischflotten der Industrieländer zu schützen, dehnte das Uno-Seerechtsübereinkommen die ausschliesslichen Wirtschaftszonen (AWZ) der Küstenstaaten auf bis zu 200 Seemeilen Breite aus. </p><p>Über 85 Prozent des weltweiten Fischfangs erfolgen innerhalb der nationalen Hoheitsgewässer. Vielen Küstenstaaten gelingt es aber nicht, die Bestände nachhaltig zu bewirtschaften und dem Problem der illegalen, nichtgemeldeten oder unregulierten Fischerei Herr zu werden. Vielfach verfügen zudem die lokalen Fischer nicht über das Know-how, die institutionellen Voraussetzungen und die nötige Infrastruktur, um nachhaltige Fischerei zu betreiben und ihre Erzeugnisse zu zertifizieren. FAO, Unep, WWF, MSC und andere haben deshalb in Entwicklungsländern Projekte lanciert, um die illegale Fischerei zu stoppen und nachhaltige Fischerei durch lokale Fischer zu fördern und diese bei der MSC-Zertifizierung ihrer Erzeugnisse zu unterstützen. </p><p>Auch die Schweiz hat sich mit dem Uno-Seerechtsübereinkommen verpflichtet, mit geeigneten Massnahmen für die dauerhafte Erhaltung der lebenden Ressourcen der Meere zu sorgen. Die Räte stimmten in der Wintersession 2008 dem SRÜ zu. Am 16. April 2009 lief die Referendumsfrist unbenutzt ab. Nun ist auch die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit aufgerufen, sich in ausgewählten Entwicklungsländern an den Bestrebungen zur Förderung von nachhaltiger Fischerei und MSC-Zertifizierung zu beteiligen.</p>
- <p>Viele Entwicklungsländer verfügen über umfassende Fischgründe und sind nicht in der Lage, ihre Meeresressourcen wirkungsvoll zu schützen. Es ist deshalb die Aufgabe derjenigen Staaten, die Fischprodukte konsumieren, zur Förderung der nachhaltigen Fischerei beizutragen. Die Förderung von nachhaltigem Fischfang ist aber erst dann sinnvoll, wenn diese nicht zu zusätzlichem Fischfang führt. Die internationalen Bestrebungen müssen also dazu führen, dass illegaler Fischfang bekämpft und aller Fischfang nachhaltig erfolgt. Sonst führt die Förderung von nachhaltigem Fischfang zu einer noch schnelleren Überfischung. Die Einführung von Nachhaltigkeitsaspekten geschieht derzeit am effizientesten über Marktmechanismen, wie z. B. den MSC-Label: Die vermehrte Nachfrage nach zertifizierten Produkten führt im Bereich Fischfang vor Ort unter anderem dazu, dass jene Fischer, welche sich an diese strengen Vorschriften halten, den illegalen Fischfang verdrängen und auch den legalen Fischfang nachhaltiger gestalten.</p><p>Um die steigende Nachfrage mit der Produktionsseite zusammenzubringen, kommt dem schweizerischen Importförderungsprogramm (Swiss Import Promotion Programme, Sippo) eine entscheidende Rolle zu. Sippo wird die Aktivitäten in diesem Bereich aufgrund der im Rahmenkredit VII zur Weiterführung der wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit neu ausgewählten, AWZ-reichen Schwerpunktländer ausbauen. Das genaue Ausmass hängt hier stark von der Zusammenarbeitsbereitschaft der lokalen Behörden und der Fischer ab. Insbesondere im Bereich der Küstenfischerei muss zunächst noch viel Aufbauarbeit geleistet werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in ausgewählten Entwicklungsländern zum Stopp der illegalen Fischerei beizutragen und lokale Fischer in Bezug auf nachhaltige Fischerei und MSC-Zertifizierung zu unterstützen.</p>
- Entwicklungszusammenarbeit und MSC-Zertifizierung. Unterstützung lokaler Fischer
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