Gefährdete Männergesundheit. Was unternimmt der Bund?

ShortId
09.3925
Id
20093925
Updated
28.07.2023 09:53
Language
de
Title
Gefährdete Männergesundheit. Was unternimmt der Bund?
AdditionalIndexing
2841;Gesundheitsrisiko;Lebensdauer;Gesundheitszustand;Informationskampagne;Mann
1
  • L04K01050523, Gesundheitszustand
  • L05K0107010302, Mann
  • L04K01050510, Gesundheitsrisiko
  • L05K0107030102, Lebensdauer
  • L05K1201020301, Informationskampagne
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Es ist bekannt, dass das Geschlecht ein wichtiger Einflussfaktor für die Gesundheit eines Menschen ist. Der Fachbereich Gender Health in der Sektion Chancengleichheit und Gesundheit im Bundesamt für Gesundheit ist darum besorgt, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse und Risiken von Frauen und Männern im Bereich Gesundheit berücksichtigt werden. </p><p>Dennoch sterben in der Schweiz Männer rund fünf Jahre früher als Frauen und haben ein mehrfach höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, eine Alkohol- oder Drogensucht zu entwickeln, an Lungenkrebs- oder Prostatakrebs zu erkranken, bei einem Unfall zu sterben oder wegen Stress zu erkranken. </p><p>Es braucht gezielte Massnahmen wie u. a. Informationskampagnen, die diese Risiken thematisieren und Männer dafür sensibilisieren. Ähnlich wie beispielsweise die Krebsvorsorge bei Frauen bereits in jungen Jahren ein Thema ist, sollen auch Männer früher auf typische "männliche" Krebserkrankungen aufmerksam gemacht werden. </p><p>In diesem Sinne wäre die Einführung einer Men's Health Policy prüfenswert.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich der unterschiedlichen Gesundheitssituationen von Männern und Frauen bewusst. Deshalb wurde 2001 eine Stelle für Gender Health im Bundesamt für Gesundheit (BAG) geschaffen. Diese Stelle übernimmt die Funktion der nationalen Drehscheibe einer geschlechtergerechten Gesundheitspolitik. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Chancengleichheit von Männern und Frauen in Bezug auf ihre Gesundheit nur erreicht werden kann, wenn bei Massnahmen im Gesundheitsbereich die Geschlechterabhängigkeit mitberücksichtigt wird (Gender Mainstreaming). Seit der Einrichtung der nationalen Fachstelle Gender Health im Jahre 2001 wurden zahlreiche Grundlagen erarbeitet sowie geschlechtsspezifische Projekte wie die nationale Drehscheibe Männergesundheit (2003-2008) unterstützt. </p><p>Einer der Indikatoren gesundheitlicher Chancengleichheit ist die Lebenserwartung, die zuungunsten der Männer ausfällt. In den vergangenen Jahren ist jedoch die Lebenserwartung der Männer stärker gestiegen als jene der Frauen. </p><p>Die verschiedenen Präventionsprogramme des Bundes sind mit ihren Massnahmen zwar an die Gesamtbevölkerung gerichtet, wurden aber nach dem Grundsatz der Chancengleichheit und unter Berücksichtigung von Gender-Fragen erarbeitet. Im HIV/Aids-Bereich liegt der höchste Präventionsbedarf und zugleich das grösste Präventionspotenzial bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). </p><p>Die einzelnen nationalen Programme im Bereich Ernährung und Bewegung, Tabak und Alkohol - Laufzeit 2008-2012 - zielen auch auf eine Verminderung des problematischen Konsumverhaltens. Dieses gilt weltweit als zentraler Faktor der verlorenen Lebensjahre insbesondere von Männern. </p><p>Ungesunde Ernährung und Übergewicht sind bekanntlich auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen Männer häufiger leiden als Frauen. Alkohol und Tabak konsumieren Männer häufiger und in der Regel auch mehr, auch wenn die Kluft zwischen den Geschlechtern zunehmend geringer wird. Im Bereich der Alkoholprävention unterstützt der Bund deshalb u. a. den diesjährigen Aktionstag Alkohol 2009, der dem Schwerpunktthema "Männerwelt Alkohol" gewidmet ist.</p><p>Seit der Lancierung der Massnahmenpakete des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme (MaPaDro III 2006-2011) ist ein breites Suchtpräventionsangebot entstanden, das auch die Bedürfnisse der Männer berücksichtigt. Im Jahre 2006 wurde der vom BAG in Auftrag gegebene Bericht "Sucht und Männlichkeit" veröffentlicht. </p><p>Neben dem Faktor Geschlecht sind jedoch weitere soziale Gesundheitsdeterminanten wie Alter, sozioökonomische Situation und Herkunft von hoher Gesundheitsrelevanz. Besonders betroffen von krankheitsverursachenden Lebensverhältnissen sind Frauen und Männer mit tiefem Einkommen. Damit möglichst breite Bevölkerungsschichten ihre Chancen zur Erreichung eines guten Gesundheitszustandes verwirklichen können, müssen vor allem benachteiligte Männer und Frauen angesprochen werden. Tatsache ist, dass Männer aus der unteren sozialen Schicht sich schlechter ernähren und mehr rauchen als Frauen aus der gleichen Schicht. In der vom Bundesrat am 30. September 2009 verabschiedeten Botschaft zum Präventionsgesetz wird diesen Erkenntnissen Rechnung getragen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Welche Bemühungen unternimmt der Bundesrat bzw. der Bund, um die Männergesundheit im Rahmen von Gender Health gezielt zu fördern bzw. gegen Gefährdungen vorzugehen?</p>
  • Gefährdete Männergesundheit. Was unternimmt der Bund?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Es ist bekannt, dass das Geschlecht ein wichtiger Einflussfaktor für die Gesundheit eines Menschen ist. Der Fachbereich Gender Health in der Sektion Chancengleichheit und Gesundheit im Bundesamt für Gesundheit ist darum besorgt, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse und Risiken von Frauen und Männern im Bereich Gesundheit berücksichtigt werden. </p><p>Dennoch sterben in der Schweiz Männer rund fünf Jahre früher als Frauen und haben ein mehrfach höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, eine Alkohol- oder Drogensucht zu entwickeln, an Lungenkrebs- oder Prostatakrebs zu erkranken, bei einem Unfall zu sterben oder wegen Stress zu erkranken. </p><p>Es braucht gezielte Massnahmen wie u. a. Informationskampagnen, die diese Risiken thematisieren und Männer dafür sensibilisieren. Ähnlich wie beispielsweise die Krebsvorsorge bei Frauen bereits in jungen Jahren ein Thema ist, sollen auch Männer früher auf typische "männliche" Krebserkrankungen aufmerksam gemacht werden. </p><p>In diesem Sinne wäre die Einführung einer Men's Health Policy prüfenswert.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich der unterschiedlichen Gesundheitssituationen von Männern und Frauen bewusst. Deshalb wurde 2001 eine Stelle für Gender Health im Bundesamt für Gesundheit (BAG) geschaffen. Diese Stelle übernimmt die Funktion der nationalen Drehscheibe einer geschlechtergerechten Gesundheitspolitik. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Chancengleichheit von Männern und Frauen in Bezug auf ihre Gesundheit nur erreicht werden kann, wenn bei Massnahmen im Gesundheitsbereich die Geschlechterabhängigkeit mitberücksichtigt wird (Gender Mainstreaming). Seit der Einrichtung der nationalen Fachstelle Gender Health im Jahre 2001 wurden zahlreiche Grundlagen erarbeitet sowie geschlechtsspezifische Projekte wie die nationale Drehscheibe Männergesundheit (2003-2008) unterstützt. </p><p>Einer der Indikatoren gesundheitlicher Chancengleichheit ist die Lebenserwartung, die zuungunsten der Männer ausfällt. In den vergangenen Jahren ist jedoch die Lebenserwartung der Männer stärker gestiegen als jene der Frauen. </p><p>Die verschiedenen Präventionsprogramme des Bundes sind mit ihren Massnahmen zwar an die Gesamtbevölkerung gerichtet, wurden aber nach dem Grundsatz der Chancengleichheit und unter Berücksichtigung von Gender-Fragen erarbeitet. Im HIV/Aids-Bereich liegt der höchste Präventionsbedarf und zugleich das grösste Präventionspotenzial bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). </p><p>Die einzelnen nationalen Programme im Bereich Ernährung und Bewegung, Tabak und Alkohol - Laufzeit 2008-2012 - zielen auch auf eine Verminderung des problematischen Konsumverhaltens. Dieses gilt weltweit als zentraler Faktor der verlorenen Lebensjahre insbesondere von Männern. </p><p>Ungesunde Ernährung und Übergewicht sind bekanntlich auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen Männer häufiger leiden als Frauen. Alkohol und Tabak konsumieren Männer häufiger und in der Regel auch mehr, auch wenn die Kluft zwischen den Geschlechtern zunehmend geringer wird. Im Bereich der Alkoholprävention unterstützt der Bund deshalb u. a. den diesjährigen Aktionstag Alkohol 2009, der dem Schwerpunktthema "Männerwelt Alkohol" gewidmet ist.</p><p>Seit der Lancierung der Massnahmenpakete des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme (MaPaDro III 2006-2011) ist ein breites Suchtpräventionsangebot entstanden, das auch die Bedürfnisse der Männer berücksichtigt. Im Jahre 2006 wurde der vom BAG in Auftrag gegebene Bericht "Sucht und Männlichkeit" veröffentlicht. </p><p>Neben dem Faktor Geschlecht sind jedoch weitere soziale Gesundheitsdeterminanten wie Alter, sozioökonomische Situation und Herkunft von hoher Gesundheitsrelevanz. Besonders betroffen von krankheitsverursachenden Lebensverhältnissen sind Frauen und Männer mit tiefem Einkommen. Damit möglichst breite Bevölkerungsschichten ihre Chancen zur Erreichung eines guten Gesundheitszustandes verwirklichen können, müssen vor allem benachteiligte Männer und Frauen angesprochen werden. Tatsache ist, dass Männer aus der unteren sozialen Schicht sich schlechter ernähren und mehr rauchen als Frauen aus der gleichen Schicht. In der vom Bundesrat am 30. September 2009 verabschiedeten Botschaft zum Präventionsgesetz wird diesen Erkenntnissen Rechnung getragen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Welche Bemühungen unternimmt der Bundesrat bzw. der Bund, um die Männergesundheit im Rahmen von Gender Health gezielt zu fördern bzw. gegen Gefährdungen vorzugehen?</p>
    • Gefährdete Männergesundheit. Was unternimmt der Bund?

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