Effiziente Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz
- ShortId
-
09.4260
- Id
-
20094260
- Updated
-
27.07.2023 21:56
- Language
-
de
- Title
-
Effiziente Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz
- AdditionalIndexing
-
48;Autobahn;Verkehrsbeeinflussung;Verkehrsstau;Strassenunterhalt;Schichtarbeit
- 1
-
- L05K1803010201, Autobahn
- L06K070503010402, Strassenunterhalt
- L05K1802020801, Verkehrsbeeinflussung
- L04K18010219, Verkehrsstau
- L06K070205030208, Schichtarbeit
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In den vergangenen zehn Jahren hat das Verkehrsaufkommen auf den Nationalstrassen um rund zwei Prozent zugenommen. Auch in Zukunft wird mit einer stetig steigenden Verkehrszunahme auf dem Nationalstrassennetz, dessen Kapazität sich nicht entscheidend erhöhen wird, gerechnet. Gemäss dem aktuellen Bericht des Astra ist im Jahr 2008 bei den Staustunden infolge Baustellen ein Rückgang gegenüber 2007 zu verzeichnen gewesen, von 1220 auf 724 Stunden. Grund dafür war die Beendigung von zwei Grossbaustellen. Diese lang andauernden Grossbaustellen zeigen, dass die Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz, insbesondere auf bereits stark be- und überlasteten Strecken und Abschnitten, zu Staus sowie in der Folge auch zu unerwünschtem Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Strassennetz führt. Um Baustellen in Zukunft zeitlich zu reduzieren, ist ein Dreischichtbetrieb einzuführen. Gerade in der Nacht könnte aufgrund des Fahrverbots für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht (22.00 Uhr bis 05.00 Uhr) und des in der Regel eher geringen Verkehrs effizient gearbeitet werden. Die Qualität der Arbeit, die Baukosten, die Arbeits- und Verkehrssicherheit sowie das Ruhebedürfnis der Anwohner sind dabei in angemessener Weise zu berücksichtigen. </p><p>Obwohl ein Ausweichen des Verkehrs auf das untergeordnete Strassennetz mit einem wirkungsvollen Baustellenmanagement vermieden werden kann und muss, ist nicht auszuschliessen, dass es trotzdem zu solchem Ausweichverkehr kommt. In diesem Fall muss der Bund in Absprache mit den Kantonen dafür besorgt sein, dass auf solchen Routen nicht nur ein effizienter Verkehrsfluss, sondern allenfalls auch eine nützliche Signalisation gewährleistet ist, damit es nicht auch noch auf dem untergeordneten Strassennetz zu Staus kommt. Es kann und darf nicht sein, dass zeitgleich zur Baustelle auf dem Nationalstrassennetz auch eine Behinderung (z. B. ebenfalls eine Baustelle) auf der Ausweichstrecke besteht.</p>
- <p>In seiner Stellungnahme auf die Motion Giezendanner 09.3958, "Baustellendauer und Vergaberichtlinien bei Strassenbauprojekten", hat der Bundesrat festgehalten, dass er unter Berücksichtigung aller wesentlichen Kriterien bereit ist, Massnahmen zu treffen, damit die Dauer der Verkehrsbehinderungen durch Autobahnbaustellen weiter verkürzt werden kann. In diesem Sinne kann ein Dreischichtbetrieb in gewissen Fällen durchaus sinnvoll und machbar sein. Allerdings hat der Bundesrat auch festgehalten, dass die Baustellendauer nicht das einzige wesentliche Kriterium ist, sondern dass namentlich auch das Ruhebedürfnis der Anwohner zu berücksichtigen ist. Der geforderte strikte Dreischichtbetrieb würde bedeuten, dass die Baustellen rund um die Uhr mit Lastwagen versorgt werden müssen. Damit verbunden wäre ein 24-Stunden-Betrieb von Kies-, Asphalt- und Betonwerken. Der Lastwagenverkehr für die Zulieferung und den Abtransport würde folglich eine partielle Aufhebung des Sonntags- und Nachtfahrverbotes zur Folge haben. Schliesslich kann es in Einzelfällen auf stark befahrenen Abschnitten angezeigt sein, eine Baustelle nur nachts und/oder in verkehrsarmen Zeiten zu betreiben, tagsüber den Verkehr aber ungehindert fliessen zu lassen (z. B. Tunnelsanierung). Aus diesen Gründen ist ein undifferenzierter strikter Dreischichtbetrieb abzulehnen.</p><p>Bei Fragen rund um die Verkehrskonzepte während der Bauphase werden die Kantone im Übrigen bereits heute in geeigneter Weise in die diesbezüglichen Arbeiten mit einbezogen.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, die Motion abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit Blick auf die prognostizierte Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Nationalstrassen (NS) und im Sinne einer reibungslosen Verkehrsabwicklung für zeitlich möglichst kurze Baustellen auf dem NS-Netz mittels eines Dreischichtbetriebs sowie in Koordination mit den Kantonen für einen effizienten Verkehrsfluss auf allfälligen Ausweichrouten zu sorgen.</p>
- Effiziente Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In den vergangenen zehn Jahren hat das Verkehrsaufkommen auf den Nationalstrassen um rund zwei Prozent zugenommen. Auch in Zukunft wird mit einer stetig steigenden Verkehrszunahme auf dem Nationalstrassennetz, dessen Kapazität sich nicht entscheidend erhöhen wird, gerechnet. Gemäss dem aktuellen Bericht des Astra ist im Jahr 2008 bei den Staustunden infolge Baustellen ein Rückgang gegenüber 2007 zu verzeichnen gewesen, von 1220 auf 724 Stunden. Grund dafür war die Beendigung von zwei Grossbaustellen. Diese lang andauernden Grossbaustellen zeigen, dass die Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz, insbesondere auf bereits stark be- und überlasteten Strecken und Abschnitten, zu Staus sowie in der Folge auch zu unerwünschtem Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Strassennetz führt. Um Baustellen in Zukunft zeitlich zu reduzieren, ist ein Dreischichtbetrieb einzuführen. Gerade in der Nacht könnte aufgrund des Fahrverbots für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht (22.00 Uhr bis 05.00 Uhr) und des in der Regel eher geringen Verkehrs effizient gearbeitet werden. Die Qualität der Arbeit, die Baukosten, die Arbeits- und Verkehrssicherheit sowie das Ruhebedürfnis der Anwohner sind dabei in angemessener Weise zu berücksichtigen. </p><p>Obwohl ein Ausweichen des Verkehrs auf das untergeordnete Strassennetz mit einem wirkungsvollen Baustellenmanagement vermieden werden kann und muss, ist nicht auszuschliessen, dass es trotzdem zu solchem Ausweichverkehr kommt. In diesem Fall muss der Bund in Absprache mit den Kantonen dafür besorgt sein, dass auf solchen Routen nicht nur ein effizienter Verkehrsfluss, sondern allenfalls auch eine nützliche Signalisation gewährleistet ist, damit es nicht auch noch auf dem untergeordneten Strassennetz zu Staus kommt. Es kann und darf nicht sein, dass zeitgleich zur Baustelle auf dem Nationalstrassennetz auch eine Behinderung (z. B. ebenfalls eine Baustelle) auf der Ausweichstrecke besteht.</p>
- <p>In seiner Stellungnahme auf die Motion Giezendanner 09.3958, "Baustellendauer und Vergaberichtlinien bei Strassenbauprojekten", hat der Bundesrat festgehalten, dass er unter Berücksichtigung aller wesentlichen Kriterien bereit ist, Massnahmen zu treffen, damit die Dauer der Verkehrsbehinderungen durch Autobahnbaustellen weiter verkürzt werden kann. In diesem Sinne kann ein Dreischichtbetrieb in gewissen Fällen durchaus sinnvoll und machbar sein. Allerdings hat der Bundesrat auch festgehalten, dass die Baustellendauer nicht das einzige wesentliche Kriterium ist, sondern dass namentlich auch das Ruhebedürfnis der Anwohner zu berücksichtigen ist. Der geforderte strikte Dreischichtbetrieb würde bedeuten, dass die Baustellen rund um die Uhr mit Lastwagen versorgt werden müssen. Damit verbunden wäre ein 24-Stunden-Betrieb von Kies-, Asphalt- und Betonwerken. Der Lastwagenverkehr für die Zulieferung und den Abtransport würde folglich eine partielle Aufhebung des Sonntags- und Nachtfahrverbotes zur Folge haben. Schliesslich kann es in Einzelfällen auf stark befahrenen Abschnitten angezeigt sein, eine Baustelle nur nachts und/oder in verkehrsarmen Zeiten zu betreiben, tagsüber den Verkehr aber ungehindert fliessen zu lassen (z. B. Tunnelsanierung). Aus diesen Gründen ist ein undifferenzierter strikter Dreischichtbetrieb abzulehnen.</p><p>Bei Fragen rund um die Verkehrskonzepte während der Bauphase werden die Kantone im Übrigen bereits heute in geeigneter Weise in die diesbezüglichen Arbeiten mit einbezogen.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, die Motion abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit Blick auf die prognostizierte Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Nationalstrassen (NS) und im Sinne einer reibungslosen Verkehrsabwicklung für zeitlich möglichst kurze Baustellen auf dem NS-Netz mittels eines Dreischichtbetriebs sowie in Koordination mit den Kantonen für einen effizienten Verkehrsfluss auf allfälligen Ausweichrouten zu sorgen.</p>
- Effiziente Baustellentätigkeit auf dem Nationalstrassennetz
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