Medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum
- ShortId
-
09.4299
- Id
-
20094299
- Updated
-
28.07.2023 08:15
- Language
-
de
- Title
-
Medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum
- AdditionalIndexing
-
2841;Grundversorgung;ländliches Gebiet;ärztliche Versorgung;Randregion;Festpreis;Versicherungsleistung;Gesundheitswesen;Hausarzt/-ärztin;medizinischer Unterricht;Arzt/Ärztin;Spital;Regionalpolitik;Zulassungsbeschränkung
- 1
-
- L04K01050511, Gesundheitswesen
- L05K0701030901, Grundversorgung
- L05K0704030107, ländliches Gebiet
- L05K0105051104, ärztliche Versorgung
- L05K0105040201, Hausarzt/-ärztin
- L07K08070102010704, Randregion
- L04K08020335, Regionalpolitik
- L04K01050402, Arzt/Ärztin
- L04K13030118, Zulassungsbeschränkung
- L05K1105030201, Festpreis
- L05K1110011304, Versicherungsleistung
- L04K13020306, medizinischer Unterricht
- L05K0105051101, Spital
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In vielen ländlichen Regionen der Schweiz erscheint heute die medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet. Der Bundesrat hat dies auch in seiner Beantwortung der Interpellation 04.3786 anerkannt. Dieser Abbau der medizinischen Grundversorgung steht in eklatantem Widerspruch zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen. </p><p>Die Ursachen für den Rückgang in der Grundversorgung sind sehr vielfältig. Dazu gehören auf der Angebotsseite verschiedene Faktoren wie die Überalterung der Allgemeinpraktiker, die hohen Präsenzzeiten, die Einkommensunterschiede, bedingt durch den regional differenzierten Tarmed-Tarif, sowie auf der Nachfrageseite beispielsweise die gestiegenen Ansprüche der Patienten und der demografische Wandel. Gerade die zunehmende Überalterung wird unweigerlich zu steigenden Ansprüchen an die medizinische Grundversorgung führen. </p><p>Die Ausbildung der angehenden Ärzte scheint ein zentraler Ansatz für die Lösungssuche zu sein. Es muss ein vordringliches Anliegen sein, wieder vermehrt einheimische Allgemeinpraktiker auszubilden und diesen eine attraktive Arbeitsstelle in den ländlichen Regionen anzubieten. </p><p>Zu attraktiven Arbeitsplätzen gehören zwingend auch gleichwertige Verdienstmöglichkeiten. Diese sind heute durch den regional differenzierten Tarmed-Tarif nicht gegeben. Es ist unverständlich, warum ein Arzt im ländlichen Raum für die gleiche Leistung nicht den gleichen Tarif verrechnen kann wie ein Arzt im städtischen Gebiet. </p><p>Ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Grundversorgung dürfte zudem in Kooperationsmodellen liegen. Die Ärzte können sich untereinander zu Praxisgemeinschaften zusammenschliessen und so die individuellen Präsenzzeiten reduzieren. Im gleichen Sinne ergeben sich Synergiepotenziale durch die Zusammenarbeit mit Regionalspitälern und unter den Regionalspitälern, welche auch eine Grundversorgungsfunktion wahrnehmen.</p>
- <p>Der Bundesrat hat ein grosses Interesse an der Sicherung einer qualitativ hochstehenden Grundversorgung in der Schweiz, und er ist sich der zunehmenden Probleme für die medizinische Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität bewusst. Der Handlungsspielraum des Bundes gemäss der verfassungsmässigen Kompetenzordnung ist jedoch beschränkt, und die Zuständigkeit für die Gesundheitsversorgung liegt primär bei den Kantonen. </p><p>Der Bundesrat hat sich der Frage der Grundversorgung bereits angenommen und hat am 27. Januar 2010 einen Bericht in Beantwortung der Postulate 07.3279 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SR (06.2009) und 07.3561 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR (06.2009) betreffend die Aufwertung der Hausarztmedizin vorgelegt. In diesem Bericht werden ausgehend von einer Klärung des Begriffs Grundversorgung das Tätigkeitsprofil der Grundversorger analysiert, der Reformbedarf in Aus- und Weiterbildung untersucht, die Frage der ärztlichen Grundversorgung in Randregionen angegangen und die Einkommenslage der Grundversorger aufgezeigt. Weiter hat sich der Bundesrat im Zusammenhang mit der Motion Fehr Jacqueline 08.3608, "Strategie gegen Ärztemangel und zur Förderung der Hausarztmedizin", bereiterklärt, die Thematik der Grundversorgung vertieft zu prüfen und in einem Bericht konkrete Massnahmenvorschläge zu unterbreiten. Der Bericht ist auf Ende 2010 geplant. </p><p>Die Probleme sind erkannt und werden bearbeitet. Damit wird dem Anliegen des vorliegenden Postulates bereits Rechnung getragen. Für den Bundesrat besteht aus heutiger Sicht kein weiter gehender Handlungsbedarf. Er lehnt das Postulat deshalb ab.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, ob und in welchem Ausmass die medizinische Grundversorgung in den ländlichen Gebieten der Schweiz heute gewährleistet ist, und wie sie unter anderem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch in Zukunft sichergestellt werden kann. </p><p>Der Bericht soll zudem Massnahmen zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung vorschlagen. </p><p>Insbesondere sollen dabei folgende Massnahmen vertieft geprüft werden:</p><p>- die Aufhebung des Numerus clausus;</p><p>- die schweizweite Vereinheitlichung der Tarmed-Tarife;</p><p>- die Stärkung der Allgemeinpraktiker im Rahmen der medizinischen Ausbildung;</p><p>- die Schaffung von Anreizen für Kooperationen zwischen Ärzten, zwischen Ärzten und Regionalspitälern sowie zwischen den Regionalspitälern.</p>
- Medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In vielen ländlichen Regionen der Schweiz erscheint heute die medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet. Der Bundesrat hat dies auch in seiner Beantwortung der Interpellation 04.3786 anerkannt. Dieser Abbau der medizinischen Grundversorgung steht in eklatantem Widerspruch zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen. </p><p>Die Ursachen für den Rückgang in der Grundversorgung sind sehr vielfältig. Dazu gehören auf der Angebotsseite verschiedene Faktoren wie die Überalterung der Allgemeinpraktiker, die hohen Präsenzzeiten, die Einkommensunterschiede, bedingt durch den regional differenzierten Tarmed-Tarif, sowie auf der Nachfrageseite beispielsweise die gestiegenen Ansprüche der Patienten und der demografische Wandel. Gerade die zunehmende Überalterung wird unweigerlich zu steigenden Ansprüchen an die medizinische Grundversorgung führen. </p><p>Die Ausbildung der angehenden Ärzte scheint ein zentraler Ansatz für die Lösungssuche zu sein. Es muss ein vordringliches Anliegen sein, wieder vermehrt einheimische Allgemeinpraktiker auszubilden und diesen eine attraktive Arbeitsstelle in den ländlichen Regionen anzubieten. </p><p>Zu attraktiven Arbeitsplätzen gehören zwingend auch gleichwertige Verdienstmöglichkeiten. Diese sind heute durch den regional differenzierten Tarmed-Tarif nicht gegeben. Es ist unverständlich, warum ein Arzt im ländlichen Raum für die gleiche Leistung nicht den gleichen Tarif verrechnen kann wie ein Arzt im städtischen Gebiet. </p><p>Ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Grundversorgung dürfte zudem in Kooperationsmodellen liegen. Die Ärzte können sich untereinander zu Praxisgemeinschaften zusammenschliessen und so die individuellen Präsenzzeiten reduzieren. Im gleichen Sinne ergeben sich Synergiepotenziale durch die Zusammenarbeit mit Regionalspitälern und unter den Regionalspitälern, welche auch eine Grundversorgungsfunktion wahrnehmen.</p>
- <p>Der Bundesrat hat ein grosses Interesse an der Sicherung einer qualitativ hochstehenden Grundversorgung in der Schweiz, und er ist sich der zunehmenden Probleme für die medizinische Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität bewusst. Der Handlungsspielraum des Bundes gemäss der verfassungsmässigen Kompetenzordnung ist jedoch beschränkt, und die Zuständigkeit für die Gesundheitsversorgung liegt primär bei den Kantonen. </p><p>Der Bundesrat hat sich der Frage der Grundversorgung bereits angenommen und hat am 27. Januar 2010 einen Bericht in Beantwortung der Postulate 07.3279 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SR (06.2009) und 07.3561 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR (06.2009) betreffend die Aufwertung der Hausarztmedizin vorgelegt. In diesem Bericht werden ausgehend von einer Klärung des Begriffs Grundversorgung das Tätigkeitsprofil der Grundversorger analysiert, der Reformbedarf in Aus- und Weiterbildung untersucht, die Frage der ärztlichen Grundversorgung in Randregionen angegangen und die Einkommenslage der Grundversorger aufgezeigt. Weiter hat sich der Bundesrat im Zusammenhang mit der Motion Fehr Jacqueline 08.3608, "Strategie gegen Ärztemangel und zur Förderung der Hausarztmedizin", bereiterklärt, die Thematik der Grundversorgung vertieft zu prüfen und in einem Bericht konkrete Massnahmenvorschläge zu unterbreiten. Der Bericht ist auf Ende 2010 geplant. </p><p>Die Probleme sind erkannt und werden bearbeitet. Damit wird dem Anliegen des vorliegenden Postulates bereits Rechnung getragen. Für den Bundesrat besteht aus heutiger Sicht kein weiter gehender Handlungsbedarf. Er lehnt das Postulat deshalb ab.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, ob und in welchem Ausmass die medizinische Grundversorgung in den ländlichen Gebieten der Schweiz heute gewährleistet ist, und wie sie unter anderem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch in Zukunft sichergestellt werden kann. </p><p>Der Bericht soll zudem Massnahmen zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung vorschlagen. </p><p>Insbesondere sollen dabei folgende Massnahmen vertieft geprüft werden:</p><p>- die Aufhebung des Numerus clausus;</p><p>- die schweizweite Vereinheitlichung der Tarmed-Tarife;</p><p>- die Stärkung der Allgemeinpraktiker im Rahmen der medizinischen Ausbildung;</p><p>- die Schaffung von Anreizen für Kooperationen zwischen Ärzten, zwischen Ärzten und Regionalspitälern sowie zwischen den Regionalspitälern.</p>
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