Prävention der Jugendverschuldung

ShortId
10.518
Id
20100518
Updated
10.04.2024 08:24
Language
de
Title
Prävention der Jugendverschuldung
AdditionalIndexing
24;junger Mensch;Programm;Konsumkredit;Verschuldung
1
  • L05K1104030102, Verschuldung
  • L05K0107010204, junger Mensch
  • L04K11040305, Konsumkredit
  • L04K08020334, Programm
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p></p><p>2007 stellten die 18- bis 25-Jährigen fast die Hälfte aller Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger. Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) hat in ihrem Bericht "Jung und arm: das Tabu brechen!" deutlich gezeigt, dass die Verschuldung einer der Gründe für die Jugendarmut ist. Ihre Empfehlung, 1 Prozent des Umsatzes der Konsumkreditunternehmen für die Verschuldungsprävention einzusetzen, blieb jedoch toter Buchstabe.</p><p>Das Gleiche trifft auf die Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Konsumentenfragen zu, die bereits 2005 Alarm geschlagen hat, indem sie die sozialen und finanziellen Folgen der Verschuldung junger Menschen aufgezeigt hat. Es besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. </p><p>Bereits heute geben 25 Prozent der 16- bis 25-Jährigen mehr Geld aus, als ihnen zur Verfügung steht. Der Konsumkult, den unsere Gesellschaft geschaffen hat (Shoppen ist das Lieblingshobby von 84 Prozent der 14- bis 24-Jährigen), vor allem aber der einfache Zugang zu Leasingverträgen, Kreditkarten oder Kleinkrediten tragen erheblich zu dieser Situation bei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Tendenz noch verstärken wird, da die Schweiz und Europa generell erst vor Kurzem die Kultur des Lebens auf Pump, die in den USA schon seit Langem üblich ist, entdeckt hat. Die schlimmen Folgen sind allgemein bekannt: Jugendliche, die bei Erreichen des Erwachsenenalters hochverschuldet sind und die für den Rest ihres Lebens Sozialhilfe beziehen müssen.</p><p>Obwohl die Konsumkreditunternehmen für diese Situation nicht allein verantwortlich sind, tragen sie doch durch eine immer aggressivere Werbung für Jugendliche massgeblich dazu bei. Es ist daher an der Zeit, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen und sich an der Finanzierung von nationalen Präventionsprogrammen beteiligen. Derartige Massnahmen sind unabdingbar, wenn man eine Explosion der wirtschaftlichen und sozialen Kosten verhindern will, die entstehen, weil junge Menschen nicht für ihren Unterhalt aufkommen können.</p>
  • <p></p><p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Das Bundesgesetz über den Konsumkredit (KKG) wird dahingehend ergänzt, dass ein Teil des Umsatzes von Unternehmen, die Konsumkreditverträge im Sinne von Artikel 1 KKG anbieten, für die Finanzierung von nationalen Präventionsprogrammen gegen die Verschuldung junger Menschen verwendet werden kann.</p>
  • Prävention der Jugendverschuldung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p></p><p>2007 stellten die 18- bis 25-Jährigen fast die Hälfte aller Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger. Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) hat in ihrem Bericht "Jung und arm: das Tabu brechen!" deutlich gezeigt, dass die Verschuldung einer der Gründe für die Jugendarmut ist. Ihre Empfehlung, 1 Prozent des Umsatzes der Konsumkreditunternehmen für die Verschuldungsprävention einzusetzen, blieb jedoch toter Buchstabe.</p><p>Das Gleiche trifft auf die Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Konsumentenfragen zu, die bereits 2005 Alarm geschlagen hat, indem sie die sozialen und finanziellen Folgen der Verschuldung junger Menschen aufgezeigt hat. Es besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. </p><p>Bereits heute geben 25 Prozent der 16- bis 25-Jährigen mehr Geld aus, als ihnen zur Verfügung steht. Der Konsumkult, den unsere Gesellschaft geschaffen hat (Shoppen ist das Lieblingshobby von 84 Prozent der 14- bis 24-Jährigen), vor allem aber der einfache Zugang zu Leasingverträgen, Kreditkarten oder Kleinkrediten tragen erheblich zu dieser Situation bei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Tendenz noch verstärken wird, da die Schweiz und Europa generell erst vor Kurzem die Kultur des Lebens auf Pump, die in den USA schon seit Langem üblich ist, entdeckt hat. Die schlimmen Folgen sind allgemein bekannt: Jugendliche, die bei Erreichen des Erwachsenenalters hochverschuldet sind und die für den Rest ihres Lebens Sozialhilfe beziehen müssen.</p><p>Obwohl die Konsumkreditunternehmen für diese Situation nicht allein verantwortlich sind, tragen sie doch durch eine immer aggressivere Werbung für Jugendliche massgeblich dazu bei. Es ist daher an der Zeit, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen und sich an der Finanzierung von nationalen Präventionsprogrammen beteiligen. Derartige Massnahmen sind unabdingbar, wenn man eine Explosion der wirtschaftlichen und sozialen Kosten verhindern will, die entstehen, weil junge Menschen nicht für ihren Unterhalt aufkommen können.</p>
    • <p></p><p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Das Bundesgesetz über den Konsumkredit (KKG) wird dahingehend ergänzt, dass ein Teil des Umsatzes von Unternehmen, die Konsumkreditverträge im Sinne von Artikel 1 KKG anbieten, für die Finanzierung von nationalen Präventionsprogrammen gegen die Verschuldung junger Menschen verwendet werden kann.</p>
    • Prävention der Jugendverschuldung

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