Offenlegung von Interessenkonflikten im Gesundheitswesen
- ShortId
-
10.536
- Id
-
20100536
- Updated
-
10.04.2024 18:14
- Language
-
de
- Title
-
Offenlegung von Interessenkonflikten im Gesundheitswesen
- AdditionalIndexing
-
2841;Arzneimittelrecht;Schmiergelder;pharmazeutische Industrie;Interessenkonflikt;Transparenz;Korruption;Informationsverbreitung;Verzeichnis;Arzt/Ärztin;medizinische Forschung
- 1
-
- L03K010503, pharmazeutische Industrie
- L06K050102010401, Schmiergelder
- L05K1201020203, Transparenz
- L04K12010202, Informationsverbreitung
- L04K01050502, Arzneimittelrecht
- L04K02020702, Verzeichnis
- L04K08020339, Interessenkonflikt
- L04K01050402, Arzt/Ärztin
- L04K01050512, medizinische Forschung
- L05K0501020104, Korruption
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p></p><p>In den letzten Jahren wurde die Frage der Interessenkonflikte im Gesundheitswesen breit diskutiert. Zahlreiche wichtige Publikationen haben die Verflechtungen zwischen Pharmaindustrie und Medizinalpersonen belegt.</p><p>Der Anstieg der Kosten für Arzneimittel und Medizinprodukte ist mitverantwortlich für den Anstieg der Gesundheitskosten. Eine grössere Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten ist daher dringend nötig.</p><p>Zur Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten und der Industrie gibt es in der Schweiz Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften und der Branchenverbände, insbesondere der FMH. Was jedoch bis heute fehlt, ist ein öffentlich zugängliches Register, das über die Interessenverbindungen Auskunft gibt.</p><p>Zahlreiche amerikanische Bundesstaaten haben in jüngster Zeit gesetzliche Regelungen verabschiedet, mit denen die Pharmaunternehmen verpflichtet werden zu erklären, wen sie finanziell unterstützen, und im Rahmen der amerikanischen Gesundheitsreform soll eine solche Verpflichtung ab 2012 auf nationaler Ebene eingeführt werden. In einem Land wie der Schweiz, in dem die Zusammenarbeit zwischen Medizinalpersonen und Einrichtungen des Gesundheitswesens einerseits und der Pharmaindustrie andererseits eine wichtige Rolle spielt, namentlich in der Forschung und bei der Entwicklung neuer Arzneimittel, muss deshalb sichergestellt sein, dass die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren transparent sind.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Das Heilmittelgesetz ist so zu ändern, dass Pharmaunternehmen und Unternehmen, die Medizinprodukte herstellen, jede Form von Bezahlung und jedes Geschenk an Medizinalpersonen und an Einrichtungen des Gesundheitswesens offenlegen müssen. Diese Informationen sollen in einer online zugänglichen und jährlich aktualisierten Datenbank veröffentlicht werden.</p>
- Offenlegung von Interessenkonflikten im Gesundheitswesen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p></p><p>In den letzten Jahren wurde die Frage der Interessenkonflikte im Gesundheitswesen breit diskutiert. Zahlreiche wichtige Publikationen haben die Verflechtungen zwischen Pharmaindustrie und Medizinalpersonen belegt.</p><p>Der Anstieg der Kosten für Arzneimittel und Medizinprodukte ist mitverantwortlich für den Anstieg der Gesundheitskosten. Eine grössere Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten ist daher dringend nötig.</p><p>Zur Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten und der Industrie gibt es in der Schweiz Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften und der Branchenverbände, insbesondere der FMH. Was jedoch bis heute fehlt, ist ein öffentlich zugängliches Register, das über die Interessenverbindungen Auskunft gibt.</p><p>Zahlreiche amerikanische Bundesstaaten haben in jüngster Zeit gesetzliche Regelungen verabschiedet, mit denen die Pharmaunternehmen verpflichtet werden zu erklären, wen sie finanziell unterstützen, und im Rahmen der amerikanischen Gesundheitsreform soll eine solche Verpflichtung ab 2012 auf nationaler Ebene eingeführt werden. In einem Land wie der Schweiz, in dem die Zusammenarbeit zwischen Medizinalpersonen und Einrichtungen des Gesundheitswesens einerseits und der Pharmaindustrie andererseits eine wichtige Rolle spielt, namentlich in der Forschung und bei der Entwicklung neuer Arzneimittel, muss deshalb sichergestellt sein, dass die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren transparent sind.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Das Heilmittelgesetz ist so zu ändern, dass Pharmaunternehmen und Unternehmen, die Medizinprodukte herstellen, jede Form von Bezahlung und jedes Geschenk an Medizinalpersonen und an Einrichtungen des Gesundheitswesens offenlegen müssen. Diese Informationen sollen in einer online zugänglichen und jährlich aktualisierten Datenbank veröffentlicht werden.</p>
- Offenlegung von Interessenkonflikten im Gesundheitswesen
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