Waldbewirtschaftung für das Klima statt masslose Reservatsziele
- ShortId
-
10.3124
- Id
-
20103124
- Updated
-
24.06.2025 23:45
- Language
-
de
- Title
-
Waldbewirtschaftung für das Klima statt masslose Reservatsziele
- AdditionalIndexing
-
55;52;Holzgewinnung;Waldwirtschaft;Naturwald;Waldfläche;Waldschutz
- 1
-
- L03K140107, Waldwirtschaft
- L05K1401070107, Waldfläche
- L06K140107010502, Holzgewinnung
- L05K1401070204, Naturwald
- L05K1401070108, Waldschutz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die wirtschaftliche Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist gefährdet, wenn die massive Ausdehnung der Naturschutzgebiete weiter zunimmt. Damit sind der nachhaltig arbeitende Holzsektor und auch andere ökologische Ziele durch den Naturschutz gefährdet. Der Bundesrat ist gefordert, hier für ein Mass zu sorgen, damit die nachhaltige Nutzung des Holzes nicht weiter in Bedrängnis gerät. Denkbar ist insbesondere eine Sistierung der Extensivierungsanreize beim Wald.</p><p>Deutschland ist zufrieden mit 5 Prozent "Wälder mit natürlicher Waldentwicklung" (nicht einmal explizit Reservate!). In der Schweiz sollen jedoch 10 Prozent Reservate und 10 Prozent Sonderwaldflächen - vermutlich will man noch mehr - das Ziel sein. Ob überhaupt 13 Prozent unzugänglicher Wald angerechnet werden, darf bezweifelt werden.</p><p>Übereifrige Kantone stellen "Altholzinseln" für Jahrzehnte unter Schutz gegen Entgelt. Wir haben in der Schweiz 24,5 Prozent reine Laubwälder und 13,0 Prozent Laubmischwälder, deren Biodiversitätseffekt wesentlich höher einzustufen ist als deren Bedeutung für die Holzwirtschaft. Im Gesamtwald (z. T. auch im erwähnten Laubwald) gibt es auch 18 Prozent Waldflächen, die gemäss Landesforstinventar in den letzten 50 Jahren nicht genutzt wurden. Es ist unverständlich, weshalb die gratis erbrachten Naturschutzleistungen dieser namhaften Flächenanteile nicht einfach per se angerechnet werden, sodass der Reservats-Druck auf den übrigen Wald gemildert würde. Wenn damit Geld eingespart wird, weil keine Entschädigung an Waldbesitzer nötig ist, sollten diese Mittel für die Erschliessung der Berggebiete verwendet werden.</p><p>Die Ansprüche an Waldnaturschutzleistungen des Schweizer Waldes sind unverhältnismässig gross; mangels Transparenz ist zu befürchten, dass gegen die Hälfte des Schweizer Waldes "aus dem Verkehr gezogen" wird. Bund und Kantone tendieren dazu, Waldflächen vertraglich zu schützen und das Nichtstun abzugelten, obwohl Naturschutzleistungen ohne Anordnung und gratis erbracht werden. </p><p>Die herrschende Tendenz, mehr Wald unter Schutz zu stellen, schadet der Wirtschaft und unterstützt die Erreichung klimapolitischer Ziele nicht. Denn: Holz als Baumaterial hat bezüglich CO2-Fixierung, grauer Energie und Transportdistanz sehr grosse Vorteile.</p>
- <p>Der Schweizer Wald ist mit 31 Prozent der Landesoberfläche als Lebensraum von Fauna und Flora sowie als Quelle der erneuerbaren Ressource Holz unverzichtbar. Er ist von zentraler Bedeutung für Klima, Trinkwasser, Risikominimierung (insbesondere beim Schutz vor Naturgefahren) und für die biologische Vielfalt und trägt zu unserem Wohlbefinden, unserer Sicherheit sowie zur ökonomischen Wertschöpfung bei. </p><p>Artikel 77 der Bundesverfassung beauftragt den Bund, dafür zu sorgen, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen erfüllen kann. In Umsetzung dieses Auftrags ist der Bundesrat bereit, das Anliegen der Motionärin entgegenzunehmen. Er wird dies im Rahmen der Weiterentwicklung des Waldprogramms Schweiz (WAP-CH) tun, wobei die Ausgewogenheit zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Werten und damit die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Vordergrund steht. Das Ausschöpfen des nachhaltig nutzbaren Holznutzungspotenzials wird dabei einen Schwerpunkt bilden, unter Berücksichtigung der standörtlichen Bedingungen und der Risikominimierung im Hinblick auf den Klimawandel. Eine allfällige Flexibilisierung der Waldflächenpolitik wird mit diesem Vorstoss nicht präjudiziert.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass die Fläche des Wirtschaftswaldes nicht weiter dezimiert wird.</p>
- Waldbewirtschaftung für das Klima statt masslose Reservatsziele
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die wirtschaftliche Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist gefährdet, wenn die massive Ausdehnung der Naturschutzgebiete weiter zunimmt. Damit sind der nachhaltig arbeitende Holzsektor und auch andere ökologische Ziele durch den Naturschutz gefährdet. Der Bundesrat ist gefordert, hier für ein Mass zu sorgen, damit die nachhaltige Nutzung des Holzes nicht weiter in Bedrängnis gerät. Denkbar ist insbesondere eine Sistierung der Extensivierungsanreize beim Wald.</p><p>Deutschland ist zufrieden mit 5 Prozent "Wälder mit natürlicher Waldentwicklung" (nicht einmal explizit Reservate!). In der Schweiz sollen jedoch 10 Prozent Reservate und 10 Prozent Sonderwaldflächen - vermutlich will man noch mehr - das Ziel sein. Ob überhaupt 13 Prozent unzugänglicher Wald angerechnet werden, darf bezweifelt werden.</p><p>Übereifrige Kantone stellen "Altholzinseln" für Jahrzehnte unter Schutz gegen Entgelt. Wir haben in der Schweiz 24,5 Prozent reine Laubwälder und 13,0 Prozent Laubmischwälder, deren Biodiversitätseffekt wesentlich höher einzustufen ist als deren Bedeutung für die Holzwirtschaft. Im Gesamtwald (z. T. auch im erwähnten Laubwald) gibt es auch 18 Prozent Waldflächen, die gemäss Landesforstinventar in den letzten 50 Jahren nicht genutzt wurden. Es ist unverständlich, weshalb die gratis erbrachten Naturschutzleistungen dieser namhaften Flächenanteile nicht einfach per se angerechnet werden, sodass der Reservats-Druck auf den übrigen Wald gemildert würde. Wenn damit Geld eingespart wird, weil keine Entschädigung an Waldbesitzer nötig ist, sollten diese Mittel für die Erschliessung der Berggebiete verwendet werden.</p><p>Die Ansprüche an Waldnaturschutzleistungen des Schweizer Waldes sind unverhältnismässig gross; mangels Transparenz ist zu befürchten, dass gegen die Hälfte des Schweizer Waldes "aus dem Verkehr gezogen" wird. Bund und Kantone tendieren dazu, Waldflächen vertraglich zu schützen und das Nichtstun abzugelten, obwohl Naturschutzleistungen ohne Anordnung und gratis erbracht werden. </p><p>Die herrschende Tendenz, mehr Wald unter Schutz zu stellen, schadet der Wirtschaft und unterstützt die Erreichung klimapolitischer Ziele nicht. Denn: Holz als Baumaterial hat bezüglich CO2-Fixierung, grauer Energie und Transportdistanz sehr grosse Vorteile.</p>
- <p>Der Schweizer Wald ist mit 31 Prozent der Landesoberfläche als Lebensraum von Fauna und Flora sowie als Quelle der erneuerbaren Ressource Holz unverzichtbar. Er ist von zentraler Bedeutung für Klima, Trinkwasser, Risikominimierung (insbesondere beim Schutz vor Naturgefahren) und für die biologische Vielfalt und trägt zu unserem Wohlbefinden, unserer Sicherheit sowie zur ökonomischen Wertschöpfung bei. </p><p>Artikel 77 der Bundesverfassung beauftragt den Bund, dafür zu sorgen, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen erfüllen kann. In Umsetzung dieses Auftrags ist der Bundesrat bereit, das Anliegen der Motionärin entgegenzunehmen. Er wird dies im Rahmen der Weiterentwicklung des Waldprogramms Schweiz (WAP-CH) tun, wobei die Ausgewogenheit zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Werten und damit die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Vordergrund steht. Das Ausschöpfen des nachhaltig nutzbaren Holznutzungspotenzials wird dabei einen Schwerpunkt bilden, unter Berücksichtigung der standörtlichen Bedingungen und der Risikominimierung im Hinblick auf den Klimawandel. Eine allfällige Flexibilisierung der Waldflächenpolitik wird mit diesem Vorstoss nicht präjudiziert.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass die Fläche des Wirtschaftswaldes nicht weiter dezimiert wird.</p>
- Waldbewirtschaftung für das Klima statt masslose Reservatsziele
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