Fortbestand des Nationalgestüts in Avenches

ShortId
10.3262
Id
20103262
Updated
28.07.2023 07:43
Language
de
Title
Fortbestand des Nationalgestüts in Avenches
AdditionalIndexing
55;Agrarforschung;Bericht;Pferdezucht;Sparmassnahme;biologische Vielfalt;Betriebseinstellung;Einhufer;Eidgenössisches Gestüt
1
  • L05K0804060202, Eidgenössisches Gestüt
  • L05K1401080102, Einhufer
  • L05K0703040201, Betriebseinstellung
  • L04K11080108, Sparmassnahme
  • L05K1401010208, Pferdezucht
  • L04K06030306, biologische Vielfalt
  • L05K1401030201, Agrarforschung
  • L03K020206, Bericht
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Unter den vom Bund derzeit geprüften Sparmöglichkeiten figuriert auch die Idee, das Nationalgestüt in Avenches zu schliessen. Dies obwohl unlängst Überlegungen über seine Rolle in einem Dreieck Avenches-Liebefeld-Posieux angestellt worden sind, obwohl das Gestüt in idealer Nachbarschaft zum Nationalen Reitsportzentrum von Avenches angesiedelt ist und obwohl die Stelle der Direktorin oder des Direktors neu ausgeschrieben worden ist; die Sistierung des Stellenbesetzungsverfahrens dürfte natürlich eine Folge der kursierenden Gerüchte über die bevorstehende Schliessung sein und verursacht der Institution ernsthafte Probleme. </p><p>Das Gestüt war ursprünglich zum Zweck geschaffen worden, eine Pferderasse von hoher Qualität sowohl für die Armee (Kavallerie und Train) wie auch für die Landwirtschaft zu erhalten. Es erfüllt heute im Bereich der Pferdezucht weiterhin wichtige Funktionen; diese haben wegen der schwindenden Bedeutung des Pferds im Militär und in der Landwirtschaft an Gewicht zugenommen. Diese Entwicklung macht es durchaus verständlich, dass man den Sinn und Zweck eines eidgenössischen Gestüts, also einer Einheit der Bundesverwaltung, heute infrage stellt, nicht jedoch eines nationalen Gestüts, mit anderen Worten eines Kompetenzzentrums für Qualitätspferde, die das Land heute in unterschiedlichsten Bereichen braucht: Landwirtschaft, Biodiversität, Fleischproduktion, Tourismus, Sport, Freizeit, ja vielleicht sogar in den Bereichen Verkehr und Antriebsenergie. </p><p>Die Existenz von rund 90 000 Pferden, der überwiegende Teil davon Nutzpferde, und von rund 200 000 Personen, die Pferdesport betreiben, belegen die soziale Rolle des Pferdes in der Schweiz. Es wäre widersinnig, die Erfahrungen und das Qualitätsniveau, die man sich im Gestüt von Avenches erarbeitet hat, preiszugeben. Sie wiederzuerlangen, würde viel Zeit, viel Anstrengung und viel Geld kosten. Hinzu kommen regional- und beschäftigungspolitische Überlegungen, die zum selben Schluss führen. Es ist sehr betrüblich festzustellen, dass auch hier, wie im - schlimmen - Fall der regionalen Eisenbahnlinien, die Sparmassnahmen ausgerechnet auf dezentrale Einrichtungen zielen, mit denen der Bund sich in von der öffentlichen Hand relativ wenig geförderten Randregionen engagiert.</p><p>Sollten die genaueren Abklärungen wirklich zum Ergebnis führen, dass es gerechtfertigt ist, den institutionellen Status des Gestüts zu verändern oder sogar die dafür eingesetzten Bundesmittel zu kürzen, so sollte dies keinesfalls geschehen, ohne dass gleichzeitig Ersatzmassnahmen getroffen werden, damit auf der Basis einer Leistungsvereinbarung ab 2014 ein nationales Gestüt weitergeführt und damit das qualitative und quantitative Niveau der bisherigen Aufgabenerfüllung des Gestüts erhalten, das Personal weiterbeschäftigt und die Einrichtungen gesichert werden können. Es ist Sache des Bundesrates, diese Stossrichtung weiterzuverfolgen.</p>
  • <p>Im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 2011-2013 für den Bundeshaushalt (KOP 11/13) hat der Bundesrat beschlossen, den Beitrag für das Nationalgestüt zu streichen. Er rechtfertigt diesen Entscheid damit, dass es sich beim Betrieb des Nationalgestüts nicht um eine Kernaufgabe des Bundes handelt. Der Entscheid hat zur Folge, dass der Bund sich aus den Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten im Bereich der landwirtschaftlichen Pferdehaltung zurückziehen wird. Der Bundesrat würde jedoch eine Übernahme des Gestüts durch eine private Trägerschaft begrüssen. Er hat deshalb das Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, diese Möglichkeit im Zusammenhang mit dem Umsetzungskonzept für diesen Bereich des KOP 11/13 zu prüfen. Aus der Sicht des Bundesrates obliegt es insbesondere der Branche zu beurteilen, ob sie eine entsprechende Initiative lancieren und allenfalls Vorschläge unterbreiten will. Erste Gespräche betreffend eine private Trägerschaft, namentlich in Form einer Stiftung, sind bereits im Gange. Ob sich eine solche Lösung realisieren lässt, ist noch offen.</p><p>Die Vernehmlassung zum KOP 11/13 wurde Mitte April 2010 eröffnet. Der Bundesrat wird die Botschaft voraussichtlich im Sommer 2010 verabschieden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, in dem er aufzeigt, wie das Nationalgestüt in Avenches fortgeführt und die Erfüllung seiner Aufgaben weiterhin garantiert werden können.</p>
  • Fortbestand des Nationalgestüts in Avenches
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Unter den vom Bund derzeit geprüften Sparmöglichkeiten figuriert auch die Idee, das Nationalgestüt in Avenches zu schliessen. Dies obwohl unlängst Überlegungen über seine Rolle in einem Dreieck Avenches-Liebefeld-Posieux angestellt worden sind, obwohl das Gestüt in idealer Nachbarschaft zum Nationalen Reitsportzentrum von Avenches angesiedelt ist und obwohl die Stelle der Direktorin oder des Direktors neu ausgeschrieben worden ist; die Sistierung des Stellenbesetzungsverfahrens dürfte natürlich eine Folge der kursierenden Gerüchte über die bevorstehende Schliessung sein und verursacht der Institution ernsthafte Probleme. </p><p>Das Gestüt war ursprünglich zum Zweck geschaffen worden, eine Pferderasse von hoher Qualität sowohl für die Armee (Kavallerie und Train) wie auch für die Landwirtschaft zu erhalten. Es erfüllt heute im Bereich der Pferdezucht weiterhin wichtige Funktionen; diese haben wegen der schwindenden Bedeutung des Pferds im Militär und in der Landwirtschaft an Gewicht zugenommen. Diese Entwicklung macht es durchaus verständlich, dass man den Sinn und Zweck eines eidgenössischen Gestüts, also einer Einheit der Bundesverwaltung, heute infrage stellt, nicht jedoch eines nationalen Gestüts, mit anderen Worten eines Kompetenzzentrums für Qualitätspferde, die das Land heute in unterschiedlichsten Bereichen braucht: Landwirtschaft, Biodiversität, Fleischproduktion, Tourismus, Sport, Freizeit, ja vielleicht sogar in den Bereichen Verkehr und Antriebsenergie. </p><p>Die Existenz von rund 90 000 Pferden, der überwiegende Teil davon Nutzpferde, und von rund 200 000 Personen, die Pferdesport betreiben, belegen die soziale Rolle des Pferdes in der Schweiz. Es wäre widersinnig, die Erfahrungen und das Qualitätsniveau, die man sich im Gestüt von Avenches erarbeitet hat, preiszugeben. Sie wiederzuerlangen, würde viel Zeit, viel Anstrengung und viel Geld kosten. Hinzu kommen regional- und beschäftigungspolitische Überlegungen, die zum selben Schluss führen. Es ist sehr betrüblich festzustellen, dass auch hier, wie im - schlimmen - Fall der regionalen Eisenbahnlinien, die Sparmassnahmen ausgerechnet auf dezentrale Einrichtungen zielen, mit denen der Bund sich in von der öffentlichen Hand relativ wenig geförderten Randregionen engagiert.</p><p>Sollten die genaueren Abklärungen wirklich zum Ergebnis führen, dass es gerechtfertigt ist, den institutionellen Status des Gestüts zu verändern oder sogar die dafür eingesetzten Bundesmittel zu kürzen, so sollte dies keinesfalls geschehen, ohne dass gleichzeitig Ersatzmassnahmen getroffen werden, damit auf der Basis einer Leistungsvereinbarung ab 2014 ein nationales Gestüt weitergeführt und damit das qualitative und quantitative Niveau der bisherigen Aufgabenerfüllung des Gestüts erhalten, das Personal weiterbeschäftigt und die Einrichtungen gesichert werden können. Es ist Sache des Bundesrates, diese Stossrichtung weiterzuverfolgen.</p>
    • <p>Im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 2011-2013 für den Bundeshaushalt (KOP 11/13) hat der Bundesrat beschlossen, den Beitrag für das Nationalgestüt zu streichen. Er rechtfertigt diesen Entscheid damit, dass es sich beim Betrieb des Nationalgestüts nicht um eine Kernaufgabe des Bundes handelt. Der Entscheid hat zur Folge, dass der Bund sich aus den Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten im Bereich der landwirtschaftlichen Pferdehaltung zurückziehen wird. Der Bundesrat würde jedoch eine Übernahme des Gestüts durch eine private Trägerschaft begrüssen. Er hat deshalb das Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, diese Möglichkeit im Zusammenhang mit dem Umsetzungskonzept für diesen Bereich des KOP 11/13 zu prüfen. Aus der Sicht des Bundesrates obliegt es insbesondere der Branche zu beurteilen, ob sie eine entsprechende Initiative lancieren und allenfalls Vorschläge unterbreiten will. Erste Gespräche betreffend eine private Trägerschaft, namentlich in Form einer Stiftung, sind bereits im Gange. Ob sich eine solche Lösung realisieren lässt, ist noch offen.</p><p>Die Vernehmlassung zum KOP 11/13 wurde Mitte April 2010 eröffnet. Der Bundesrat wird die Botschaft voraussichtlich im Sommer 2010 verabschieden.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, in dem er aufzeigt, wie das Nationalgestüt in Avenches fortgeführt und die Erfüllung seiner Aufgaben weiterhin garantiert werden können.</p>
    • Fortbestand des Nationalgestüts in Avenches

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