Klimaschutz und Ernährung
- ShortId
-
10.3416
- Id
-
20103416
- Updated
-
27.07.2023 21:03
- Language
-
de
- Title
-
Klimaschutz und Ernährung
- AdditionalIndexing
-
52;55;Ernährungsgewohnheit;Handel mit Agrarerzeugnissen;Güterverkehr;Klimaveränderung;Fleisch;menschliche Ernährung;Nahrungsmittel;Umweltverträglichkeit
- 1
-
- L04K06020209, Klimaveränderung
- L04K01050601, Ernährungsgewohnheit
- L04K01050607, menschliche Ernährung
- L03K140203, Nahrungsmittel
- L04K06010401, Umweltverträglichkeit
- L05K0701020304, Handel mit Agrarerzeugnissen
- L04K14020501, Fleisch
- L04K18010202, Güterverkehr
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Schweiz hat beschlossen, dem Klimawandel durch CO2-Reduktionen entgegenzuwirken, und konzentriert sich diesbezüglich auf die Bereiche Wohnen und Verkehr. Dadurch wird ein wichtiger Aspekt unserer Klimabilanz vernachlässigt: die Ernährung. In der Schweiz macht sie immerhin 30 Prozent unseres ökologischen Fussabdrucks aus und ist für 17 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Emissionen werden durch die Produktion, den Transport, die Verarbeitung und den Verkauf von Lebensmitteln verursacht, wobei ein Grossteil durch die Fleischproduktion entsteht. Fast die Hälfte der in der Schweiz konsumierten Fleischprodukte wird importiert. Jenseits unserer Landesgrenzen werden riesige Regenwaldflächen zerstört, damit Soja für die Herstellung von Tierfutter angebaut werden kann. Die dadurch entstehenden sehr hohen CO2-Emissionen werden durch die Verwendung grosser Mengen an Düngemittel noch erhöht. Die intensive Rinderhaltung setzt ausserdem Unmengen von Methan frei, was den Klimawandel weiter verschärft. Der Anbau von Gemüse in beheizten Treibhäusern sowie die oft absurden Strecken, über die die Lebensmittel transportiert werden, sind ebenso schädlich. All diesen Problemen könnte durch eine Umstellung unserer Essgewohnheiten entgegengewirkt werden. Dazu gehört ein Speiseplan, der weniger Fleisch und weniger tierische Produkte enthält und hauptsächlich aus frischem, lokal angebautem, idealerweise biologischem Obst und Gemüse aus Freilandproduktion besteht. Eine Förderung solcher Ernährungsgewohnheiten würde, zusätzlich zu den Massnahmen in den Bereichen Verkehr und Wohnen, die Klimabilanz der Schweiz verbessern. </p><p>Es gibt zwar bereits Massnahmen zur Förderung der lokalen landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz, doch diese Massnahmen könnten noch verbessert und in unsere Klimaschutz-Strategie mit einbezogen werden. Ausserdem besteht Handlungsbedarf bei den Sensibilisierungsmassnahmen; sowohl die Konsumentinnen und Konsumenten als auch die im Lebensmittelsektor beschäftigten Personen müssten besser über den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Klimaerwärmung informiert werden. Die Rolle des übertriebenen Fleischkonsums ist immer noch ein Tabuthema. Es geht nicht darum, die Bevölkerung zum Vegetarismus zu zwingen, eine fleischlose Ernährung ist und bleibt eine persönliche Entscheidung. Doch die Schweizerinnen und Schweizer sollten die positiven Auswirkungen kennen und schätzen lernen, die ein ausgewogener Speiseplan, der weniger tierische Produkte enthält und vorwiegend aus lokalen Lebensmitteln besteht, auf das Klima und ihre Gesundheit hat.</p>
- <p>Die Treibhausgasemissionen aus der Nahrungsmittelproduktion und -bereitstellung machen einen wichtigen Anteil an den gesamten Pro-Kopf-Emissionen aus. Deshalb sind Veränderungen im Ernährungsverhalten nötig, um global ein langfristig klimaverträgliches Emissionsniveau erreichen zu können. Ökologische Markttransparenz und verstärkte Sensibilisierung der Marktakteure können dazu als Ergänzung zu einer international koordinierten Emissionsreduktionspolitik einen Beitrag leisten.</p><p>Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Produkten wird bereits im Rahmen der integrierten Produktpolitik gefördert, welche Bestandteil der Strategie des Bundesrates Nachhaltige Entwicklung ist. Sie deckt sämtliche Konsumbereiche und Aspekte der Nachhaltigkeit ab. Der Bundesrat ist jedoch bereit, den Klimaaspekt im Bereich Lebensmittelkonsum vertieft zu betrachten und Vor- und Nachteile verschiedener Formen von nachfragebezogenen Massnahmen aufzuzeigen. Dabei werden allfällige Zielkonflikte und Wechselwirkungen insbesondere zur Gesundheits- und Agrarpolitik berücksichtigt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat zu prüfen, ob es zweckmässig ist, unser Ernährungsverhalten betreffende Massnahmen zur Reduktion der Klimabelastung zu entwickeln oder bereits existierende zu verbessern.</p>
- Klimaschutz und Ernährung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Schweiz hat beschlossen, dem Klimawandel durch CO2-Reduktionen entgegenzuwirken, und konzentriert sich diesbezüglich auf die Bereiche Wohnen und Verkehr. Dadurch wird ein wichtiger Aspekt unserer Klimabilanz vernachlässigt: die Ernährung. In der Schweiz macht sie immerhin 30 Prozent unseres ökologischen Fussabdrucks aus und ist für 17 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Emissionen werden durch die Produktion, den Transport, die Verarbeitung und den Verkauf von Lebensmitteln verursacht, wobei ein Grossteil durch die Fleischproduktion entsteht. Fast die Hälfte der in der Schweiz konsumierten Fleischprodukte wird importiert. Jenseits unserer Landesgrenzen werden riesige Regenwaldflächen zerstört, damit Soja für die Herstellung von Tierfutter angebaut werden kann. Die dadurch entstehenden sehr hohen CO2-Emissionen werden durch die Verwendung grosser Mengen an Düngemittel noch erhöht. Die intensive Rinderhaltung setzt ausserdem Unmengen von Methan frei, was den Klimawandel weiter verschärft. Der Anbau von Gemüse in beheizten Treibhäusern sowie die oft absurden Strecken, über die die Lebensmittel transportiert werden, sind ebenso schädlich. All diesen Problemen könnte durch eine Umstellung unserer Essgewohnheiten entgegengewirkt werden. Dazu gehört ein Speiseplan, der weniger Fleisch und weniger tierische Produkte enthält und hauptsächlich aus frischem, lokal angebautem, idealerweise biologischem Obst und Gemüse aus Freilandproduktion besteht. Eine Förderung solcher Ernährungsgewohnheiten würde, zusätzlich zu den Massnahmen in den Bereichen Verkehr und Wohnen, die Klimabilanz der Schweiz verbessern. </p><p>Es gibt zwar bereits Massnahmen zur Förderung der lokalen landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz, doch diese Massnahmen könnten noch verbessert und in unsere Klimaschutz-Strategie mit einbezogen werden. Ausserdem besteht Handlungsbedarf bei den Sensibilisierungsmassnahmen; sowohl die Konsumentinnen und Konsumenten als auch die im Lebensmittelsektor beschäftigten Personen müssten besser über den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Klimaerwärmung informiert werden. Die Rolle des übertriebenen Fleischkonsums ist immer noch ein Tabuthema. Es geht nicht darum, die Bevölkerung zum Vegetarismus zu zwingen, eine fleischlose Ernährung ist und bleibt eine persönliche Entscheidung. Doch die Schweizerinnen und Schweizer sollten die positiven Auswirkungen kennen und schätzen lernen, die ein ausgewogener Speiseplan, der weniger tierische Produkte enthält und vorwiegend aus lokalen Lebensmitteln besteht, auf das Klima und ihre Gesundheit hat.</p>
- <p>Die Treibhausgasemissionen aus der Nahrungsmittelproduktion und -bereitstellung machen einen wichtigen Anteil an den gesamten Pro-Kopf-Emissionen aus. Deshalb sind Veränderungen im Ernährungsverhalten nötig, um global ein langfristig klimaverträgliches Emissionsniveau erreichen zu können. Ökologische Markttransparenz und verstärkte Sensibilisierung der Marktakteure können dazu als Ergänzung zu einer international koordinierten Emissionsreduktionspolitik einen Beitrag leisten.</p><p>Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Produkten wird bereits im Rahmen der integrierten Produktpolitik gefördert, welche Bestandteil der Strategie des Bundesrates Nachhaltige Entwicklung ist. Sie deckt sämtliche Konsumbereiche und Aspekte der Nachhaltigkeit ab. Der Bundesrat ist jedoch bereit, den Klimaaspekt im Bereich Lebensmittelkonsum vertieft zu betrachten und Vor- und Nachteile verschiedener Formen von nachfragebezogenen Massnahmen aufzuzeigen. Dabei werden allfällige Zielkonflikte und Wechselwirkungen insbesondere zur Gesundheits- und Agrarpolitik berücksichtigt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat zu prüfen, ob es zweckmässig ist, unser Ernährungsverhalten betreffende Massnahmen zur Reduktion der Klimabelastung zu entwickeln oder bereits existierende zu verbessern.</p>
- Klimaschutz und Ernährung
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