Anerkennung der Verdienste von Oberst Mario Martinoni bei den Ereignissen von Chiasso vom 28. April 1945

ShortId
10.3419
Id
20103419
Updated
25.06.2025 00:15
Language
de
Title
Anerkennung der Verdienste von Oberst Mario Martinoni bei den Ereignissen von Chiasso vom 28. April 1945
AdditionalIndexing
04;09;Offizier;Vergangenheit;Zweiter Weltkrieg;Tessin;ehrende Auszeichnung
1
  • L05K0201010409, Zweiter Weltkrieg
  • L03K020101, Vergangenheit
  • L05K0402030301, Offizier
  • L04K01010303, ehrende Auszeichnung
  • L05K0301010117, Tessin
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Anlässlich des 65. Jahrestages der Ereignisse von Chiasso (Fatti di Chiasso) vom April 1945 hat die Stadt Chiasso Jürg Stüssi-Lauterburg zu einem Treffen eingeladen. An diesem Treffen hat Jürg Stüssi-Lauterburg die Ereignisse von Chiasso historisch analysiert. Die Fakten zeigen, dass Oberst Mario Martinoni, Kommandant des Militärpräsidiums in Chiasso, Hauptakteur war, als es darum ging, ein Blutvergiessen zu vermeiden. Stüssi-Lauterburg zufolge hat er mit seiner Tat bewirkt, dass weder die Bevölkerung von Chiasso und Como noch die schweizerischen, die deutschen und die angloamerikanischen Truppen in verheerende Kämpfe verwickelt wurden. Dadurch konnte er ein Blutvergiessen verhindern. Oberst Martinoni begab sich auf Weisung der Schweizer Regierung nach Como, um dort mit den alliierten Truppen die Bedingungen auszuhandeln, unter denen die von ihnen bedrängten deutschen Truppen zur Kapitulation bewegt werden könnten. Obwohl seine Intervention erfolgreich war, wurde ihm im Anschluss daran das Regimentskommando entzogen. Damit wurde der Eindruck erweckt, Martinoni sei ein Landesverräter. Es ist mir ein Anliegen, hier anzufügen, dass während des ganzen Zweiten Weltkriegs nicht ein einziger Tessiner der Desertation oder des Landesverrats bezichtigt wurde.</p>
  • <p>Auf Weisung des Bundesrates, direkt übermittelt durch den Verbindungsoffizier zwischen Bundesrat und General, fuhr am 28. April 1945 der Kommandant des Gebirgsinfanterieregiments 32, Mario Martinoni, von Chiasso nach Como. Der Zweite Weltkrieg war damals auch in Europa noch im Gange. In Como erreichte der Tessiner Oberst in Gesprächen mit den in die Stadt vorgestossenen Amerikanern eine vorzeitige Beendigung der Kampfhandlungen. Es steht fest, dass Mario Martinoni die Kapitulation der an der Grenze massierten deutschen Truppen gegenüber den Amerikanern erleichterte und so den Internierungsdruck auf die Schweiz in seinem Sektor stark reduzierte. Hier hat sich ein Kommandant um seine Truppe, um seinen Auftrag, um sein Land, um Menschenleben verdient gemacht. Dass infolge von militärischen Umdispositionen und einer gleichzeitig einsetzenden Krankheit Mario Martinonis der Eindruck entstand und sich mit der Zeit verfestigte, der Oberst habe nicht nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, ist bedauerlich. Der Bundesrat ist deshalb der Gemeinde Chiasso und ihrer Bevölkerung dankbar, dass sie aus Anlass der 65. Wiederkehr der Ereignisse dieser würdig gedacht und Mario Martinoni ein Denkmal gesetzt hat. Der Bundesrat empfindet auch nach 65 Jahren für die Leistung Oberst Martinonis, ohne welche Stadt und Bevölkerung von Chiasso möglicherweise schwere Schäden genommen hätten, eine grosse Dankbarkeit.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Oberst Mario Martinoni für seine Verdienste bei der Rettung von Stadt und Bevölkerung von Chiasso zu rehabilitieren und seine Rolle als Vermittler bei der Kapitulation der Deutschen und seinen Einsatz für die territoriale Integrität der Schweiz anzuerkennen.</p>
  • Anerkennung der Verdienste von Oberst Mario Martinoni bei den Ereignissen von Chiasso vom 28. April 1945
State
Erledigt
Related Affairs
  • 20103491
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Anlässlich des 65. Jahrestages der Ereignisse von Chiasso (Fatti di Chiasso) vom April 1945 hat die Stadt Chiasso Jürg Stüssi-Lauterburg zu einem Treffen eingeladen. An diesem Treffen hat Jürg Stüssi-Lauterburg die Ereignisse von Chiasso historisch analysiert. Die Fakten zeigen, dass Oberst Mario Martinoni, Kommandant des Militärpräsidiums in Chiasso, Hauptakteur war, als es darum ging, ein Blutvergiessen zu vermeiden. Stüssi-Lauterburg zufolge hat er mit seiner Tat bewirkt, dass weder die Bevölkerung von Chiasso und Como noch die schweizerischen, die deutschen und die angloamerikanischen Truppen in verheerende Kämpfe verwickelt wurden. Dadurch konnte er ein Blutvergiessen verhindern. Oberst Martinoni begab sich auf Weisung der Schweizer Regierung nach Como, um dort mit den alliierten Truppen die Bedingungen auszuhandeln, unter denen die von ihnen bedrängten deutschen Truppen zur Kapitulation bewegt werden könnten. Obwohl seine Intervention erfolgreich war, wurde ihm im Anschluss daran das Regimentskommando entzogen. Damit wurde der Eindruck erweckt, Martinoni sei ein Landesverräter. Es ist mir ein Anliegen, hier anzufügen, dass während des ganzen Zweiten Weltkriegs nicht ein einziger Tessiner der Desertation oder des Landesverrats bezichtigt wurde.</p>
    • <p>Auf Weisung des Bundesrates, direkt übermittelt durch den Verbindungsoffizier zwischen Bundesrat und General, fuhr am 28. April 1945 der Kommandant des Gebirgsinfanterieregiments 32, Mario Martinoni, von Chiasso nach Como. Der Zweite Weltkrieg war damals auch in Europa noch im Gange. In Como erreichte der Tessiner Oberst in Gesprächen mit den in die Stadt vorgestossenen Amerikanern eine vorzeitige Beendigung der Kampfhandlungen. Es steht fest, dass Mario Martinoni die Kapitulation der an der Grenze massierten deutschen Truppen gegenüber den Amerikanern erleichterte und so den Internierungsdruck auf die Schweiz in seinem Sektor stark reduzierte. Hier hat sich ein Kommandant um seine Truppe, um seinen Auftrag, um sein Land, um Menschenleben verdient gemacht. Dass infolge von militärischen Umdispositionen und einer gleichzeitig einsetzenden Krankheit Mario Martinonis der Eindruck entstand und sich mit der Zeit verfestigte, der Oberst habe nicht nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, ist bedauerlich. Der Bundesrat ist deshalb der Gemeinde Chiasso und ihrer Bevölkerung dankbar, dass sie aus Anlass der 65. Wiederkehr der Ereignisse dieser würdig gedacht und Mario Martinoni ein Denkmal gesetzt hat. Der Bundesrat empfindet auch nach 65 Jahren für die Leistung Oberst Martinonis, ohne welche Stadt und Bevölkerung von Chiasso möglicherweise schwere Schäden genommen hätten, eine grosse Dankbarkeit.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Oberst Mario Martinoni für seine Verdienste bei der Rettung von Stadt und Bevölkerung von Chiasso zu rehabilitieren und seine Rolle als Vermittler bei der Kapitulation der Deutschen und seinen Einsatz für die territoriale Integrität der Schweiz anzuerkennen.</p>
    • Anerkennung der Verdienste von Oberst Mario Martinoni bei den Ereignissen von Chiasso vom 28. April 1945

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