Anerkannte Abschlüsse für die Ausbildungsgänge der Schweizer Armee

ShortId
10.3676
Id
20103676
Updated
27.07.2023 21:35
Language
de
Title
Anerkannte Abschlüsse für die Ausbildungsgänge der Schweizer Armee
AdditionalIndexing
09;32;Anerkennung der Zeugnisse;Offizier;Zertifizierung;Abschluss einer Ausbildung;militärische Ausbildung
1
  • L04K04020307, militärische Ausbildung
  • L04K13030102, Anerkennung der Zeugnisse
  • L04K13010101, Abschluss einer Ausbildung
  • L04K08020344, Zertifizierung
  • L05K0402030301, Offizier
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Bildungsgänge der beruflichen Bildung und der allgemeinbildenden Schulen in unserem Land führen zu zahlreichen Titeln auf Sekundar- und Tertiärstufe. Dazu gehören insbesondere die Bachelor- und die Master-Abschlüsse der Fachhochschulen (FH).</p><p>Die Schweizer Armee stellt ihren Miliz- und ihren Berufssoldaten Ausbildungen von grosser Qualität und einer beachtlichen Dauer zur Verfügung - von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Die von der Armee vermittelten Kenntnisse umfassen klar auch technisches und berufliches Wissen. Zur Ausbildung für höhere Offiziere gehören auch zahlreiche Elemente der Allgemeinbildung. Die Ausbildung zur militärischen Führungsperson oder zum Stabsangehörigen beispielsweise beinhaltet die Bereiche Management (Führungs- und Stabstechniken), Ausbildungsmethodik, angewandte Militärwissenschaften, Sicherheitspolitik und internationale Beziehungen, Interoperabilität, Einsatzplanung und -führung, Sprachen (Landessprachen, Military English) sowie Fitness und Sport.</p><p>Mir ist bekannt, dass im Rahmen der "Höheren Kaderausbildung der Armee" bereits viele fruchtbare Kontakte zu mehreren Schweizer Hochschulen geknüpft wurden. Diese Bestrebungen sind lobenswert. Es scheint aber trotzdem sinnvoll zu sein, einen Schritt weiter zu gehen und zumindest die höchsten Ausbildungsgänge der Armee als höhere Abschlüsse, wie sie in unserem Bildungssystem vergeben werden, anzuerkennen. Im Vordergrund steht dabei die Einführung eines Bachelor- und eines Master-Studiengangs FH in Militärwissenschaften; andere Abschlüsse sind aber nicht auszuschliessen. Dadurch würden die Attraktivität der Armee und ihr Ansehen in der Schweiz und im Ausland zweifelsohne gesteigert.</p>
  • <p>Die Vergabe von eigenständigen Titeln der höheren Berufsbildung und das Angebot von eigenständigen Studiengängen an Fachhochschulen setzen voraus, dass auf dem Arbeitsmarkt ein Bedürfnis nach spezifisch ausgebildeten Fachleuten besteht. Die Kaderkurse und -ausbildungen der Armee sind hingegen auf die Bedürfnisse einer einzigen Institution zugeschnitten. Entsprechende Bildungstitel und -gänge haben für Unternehmungen nicht dieselbe Aussagekraft und Bedeutung. Allenfalls werden im Militär erworbene Kompetenzen wie Problemlösungstechnik oder Menschenführung zusätzlich berücksichtigt.</p><p>Das Bildungssystem bietet verschiedene Möglichkeiten, die im Militär erworbenen Kompetenzen adäquat anrechnen zu lassen bzw. in Abschlüssen wiederzugeben:</p><p>1. Die Schweizer Armee hat bereits begonnen, ihre Kurse transparent zu gestalten und an Bildungsangeboten der Tertiärstufe zu orientieren. So ist es im Bereich der höheren Berufsbildung beispielsweise möglich, dass ein angehender Berufsunteroffizier, welcher die entsprechenden Kompetenznachweise erfüllt, den eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in erlangen kann.</p><p>2. Auch im Fachhochschulbereich finden sich Bildungspartnerschaften und Anrechnungsmöglichkeiten. Beispielsweise besuchen angehende Militärpilotinnen und Militärpiloten den Bachelor-Studiengang Aviatik der Zürcher Fachhochschule (ZFH). Absolventinnen und Absolventen von Generalstabslehrgängen können unter Anrechnung von rund der Hälfte der erforderlichen Studienleistungen sowie zur Hälfte der Kosten ein eidgenössisch anerkanntes Weiterbildungs-Master-Diplom (Executive MBA) an der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) erwerben.</p><p>3. Die Militärakademie arbeitet beim Bachelor-Studiengang Berufsoffizier bereits mit der ETH Zürich zusammen (Bachelor of Arts ETH Zürich in Staatswissenschaften). Sie kann sich auch an einem Master-Studium und einem Nachdiplomstudium im Rahmen der Sicherheitspolitik an der ETH Zürich beteiligen.</p><p>Über die Einführung von neuen Fachhochschul-Bachelor- oder -Master-Studiengängen entscheidet der kantonale Träger einer Fachhochschule. Der Bund überprüft auf Gesuch des Trägers hin im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens, ob die Rahmenbedingungen wie z. B. die Zulassungsvoraussetzungen, die Berufsqualifikation oder der Bedarf des Arbeitsmarktes erfüllt sind.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Verbindung von militärischen Kaderkursen mit zivilen Bildungsangeboten und -abschlüssen für die Kaderangehörigen der Armee der attraktivere Weg ist. Die Absolventinnen und Absolventen können damit ihre militärischen Kompetenzen in anerkannte Bildungsabschlüsse transferieren. Diese verschaffen ihnen Zugang zu verschiedenen Branchen und werden auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. Berufs- oder andere Titel - insbesondere auf Tertiärstufe - einzuführen, um den Ausbildungen der Berufs- und der Milizkader der Armee einen allgemeinen Stellenwert zu verschaffen; dabei sollen die Art, der Umfang und die Dauer berücksichtigt und die Ausbildungen, wenn notwendig, sinnvoll ergänzt werden;</p><p>2. die rückwirkende Vergabe solcher Titel vorzusehen; dabei soll den absolvierten Ausbildungen der betroffenen Armeekader genügend Rechnung getragen werden.</p>
  • Anerkannte Abschlüsse für die Ausbildungsgänge der Schweizer Armee
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Bildungsgänge der beruflichen Bildung und der allgemeinbildenden Schulen in unserem Land führen zu zahlreichen Titeln auf Sekundar- und Tertiärstufe. Dazu gehören insbesondere die Bachelor- und die Master-Abschlüsse der Fachhochschulen (FH).</p><p>Die Schweizer Armee stellt ihren Miliz- und ihren Berufssoldaten Ausbildungen von grosser Qualität und einer beachtlichen Dauer zur Verfügung - von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren. Die von der Armee vermittelten Kenntnisse umfassen klar auch technisches und berufliches Wissen. Zur Ausbildung für höhere Offiziere gehören auch zahlreiche Elemente der Allgemeinbildung. Die Ausbildung zur militärischen Führungsperson oder zum Stabsangehörigen beispielsweise beinhaltet die Bereiche Management (Führungs- und Stabstechniken), Ausbildungsmethodik, angewandte Militärwissenschaften, Sicherheitspolitik und internationale Beziehungen, Interoperabilität, Einsatzplanung und -führung, Sprachen (Landessprachen, Military English) sowie Fitness und Sport.</p><p>Mir ist bekannt, dass im Rahmen der "Höheren Kaderausbildung der Armee" bereits viele fruchtbare Kontakte zu mehreren Schweizer Hochschulen geknüpft wurden. Diese Bestrebungen sind lobenswert. Es scheint aber trotzdem sinnvoll zu sein, einen Schritt weiter zu gehen und zumindest die höchsten Ausbildungsgänge der Armee als höhere Abschlüsse, wie sie in unserem Bildungssystem vergeben werden, anzuerkennen. Im Vordergrund steht dabei die Einführung eines Bachelor- und eines Master-Studiengangs FH in Militärwissenschaften; andere Abschlüsse sind aber nicht auszuschliessen. Dadurch würden die Attraktivität der Armee und ihr Ansehen in der Schweiz und im Ausland zweifelsohne gesteigert.</p>
    • <p>Die Vergabe von eigenständigen Titeln der höheren Berufsbildung und das Angebot von eigenständigen Studiengängen an Fachhochschulen setzen voraus, dass auf dem Arbeitsmarkt ein Bedürfnis nach spezifisch ausgebildeten Fachleuten besteht. Die Kaderkurse und -ausbildungen der Armee sind hingegen auf die Bedürfnisse einer einzigen Institution zugeschnitten. Entsprechende Bildungstitel und -gänge haben für Unternehmungen nicht dieselbe Aussagekraft und Bedeutung. Allenfalls werden im Militär erworbene Kompetenzen wie Problemlösungstechnik oder Menschenführung zusätzlich berücksichtigt.</p><p>Das Bildungssystem bietet verschiedene Möglichkeiten, die im Militär erworbenen Kompetenzen adäquat anrechnen zu lassen bzw. in Abschlüssen wiederzugeben:</p><p>1. Die Schweizer Armee hat bereits begonnen, ihre Kurse transparent zu gestalten und an Bildungsangeboten der Tertiärstufe zu orientieren. So ist es im Bereich der höheren Berufsbildung beispielsweise möglich, dass ein angehender Berufsunteroffizier, welcher die entsprechenden Kompetenznachweise erfüllt, den eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in erlangen kann.</p><p>2. Auch im Fachhochschulbereich finden sich Bildungspartnerschaften und Anrechnungsmöglichkeiten. Beispielsweise besuchen angehende Militärpilotinnen und Militärpiloten den Bachelor-Studiengang Aviatik der Zürcher Fachhochschule (ZFH). Absolventinnen und Absolventen von Generalstabslehrgängen können unter Anrechnung von rund der Hälfte der erforderlichen Studienleistungen sowie zur Hälfte der Kosten ein eidgenössisch anerkanntes Weiterbildungs-Master-Diplom (Executive MBA) an der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) erwerben.</p><p>3. Die Militärakademie arbeitet beim Bachelor-Studiengang Berufsoffizier bereits mit der ETH Zürich zusammen (Bachelor of Arts ETH Zürich in Staatswissenschaften). Sie kann sich auch an einem Master-Studium und einem Nachdiplomstudium im Rahmen der Sicherheitspolitik an der ETH Zürich beteiligen.</p><p>Über die Einführung von neuen Fachhochschul-Bachelor- oder -Master-Studiengängen entscheidet der kantonale Träger einer Fachhochschule. Der Bund überprüft auf Gesuch des Trägers hin im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens, ob die Rahmenbedingungen wie z. B. die Zulassungsvoraussetzungen, die Berufsqualifikation oder der Bedarf des Arbeitsmarktes erfüllt sind.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Verbindung von militärischen Kaderkursen mit zivilen Bildungsangeboten und -abschlüssen für die Kaderangehörigen der Armee der attraktivere Weg ist. Die Absolventinnen und Absolventen können damit ihre militärischen Kompetenzen in anerkannte Bildungsabschlüsse transferieren. Diese verschaffen ihnen Zugang zu verschiedenen Branchen und werden auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. Berufs- oder andere Titel - insbesondere auf Tertiärstufe - einzuführen, um den Ausbildungen der Berufs- und der Milizkader der Armee einen allgemeinen Stellenwert zu verschaffen; dabei sollen die Art, der Umfang und die Dauer berücksichtigt und die Ausbildungen, wenn notwendig, sinnvoll ergänzt werden;</p><p>2. die rückwirkende Vergabe solcher Titel vorzusehen; dabei soll den absolvierten Ausbildungen der betroffenen Armeekader genügend Rechnung getragen werden.</p>
    • Anerkannte Abschlüsse für die Ausbildungsgänge der Schweizer Armee

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