Grundlagen der Preisdifferenzierung im öffentlichen Verkehr
- ShortId
-
10.3713
- Id
-
20103713
- Updated
-
24.06.2025 23:47
- Language
-
de
- Title
-
Grundlagen der Preisdifferenzierung im öffentlichen Verkehr
- AdditionalIndexing
-
48;Personentarif;öffentlicher Verkehr;Fahrkarte;angewandte Informatik;Beförderungstarif;Eisenbahntarif;Verkehrsbeeinflussung;Personenverkehr;Kosten-Nutzen-Analyse
- 1
-
- L04K18010201, Personenverkehr
- L04K18010213, öffentlicher Verkehr
- L05K1802010102, Eisenbahntarif
- L05K1802010106, Personentarif
- L06K070302020501, Kosten-Nutzen-Analyse
- L04K18020101, Beförderungstarif
- L04K12030101, angewandte Informatik
- L05K1802020801, Verkehrsbeeinflussung
- L04K18020302, Fahrkarte
- PriorityCouncil1
-
Ständerat
- Texts
-
- <p>Der öffentliche Verkehr weist im Personenverkehr ein historisch gewachsenes Preissystem auf. Die Kundinnen und Kunden profitieren von dessen Offenheit (keine Reservationspflicht, kaum Zeit- und Verkehrsmittelbindung) und von der Tatsache, dass über den direkten Verkehr (ch-direct) mit einem einzigen Fahrausweis die meisten öffentlichen Verkehrsmittel der Schweiz benutzt werden können. </p><p>Andererseits wird die Transparenz der Preisgestaltung, beispielsweise betreffend Distanzzuschlägen auf gewissen Streckenabschnitten, kritisiert. Die Verkehrsunternehmen ihrerseits bemängeln, dass das vorhandene Preissystem kaum Möglichkeiten der Preisdifferenzierung zulässt, seien es bezüglich Nachfrage, Qualität, Zeitpunkt der Reise oder Konkurrenz des Angebots. Weiter kann das Nutzungsverhalten von Kundinnen und Kunden - wie beispielsweise den rund 400 000 GA-Besitzern - nur stichprobenartig festgestellt werden. </p><p>Im Jahr 2001 wurde in der Schweiz das E-Ticketing-Projekt "Easy Ride" lanciert. Mitunter aufgrund der hohen Investitionskosten von rund 600 Millionen Franken wurde schliesslich auf eine Einführung des E-Ticketing-Systems in der Schweiz verzichtet. Mittlerweile gibt es technisch weit ausgereiftere E-Ticketing-Systeme, die, wie das Beispiel Oyster Card London zeigt, zu bedeutend geringeren Investitionskosten erfolgreich eingeführt werden können. </p><p>Vor diesem Hintergrund lohnt es sich zu prüfen, ob E-Ticketing ein sinnvolles Instrument zur Erreichung der beschriebenen Nutzen-und-Kosten-Transparenz darstellt - die Grundlage für ein wirkungsvolles, differenziertes und gleichzeitig offenes Preissystem für den öffentlichen Verkehr.</p>
- <p>Die heutige Gesetzgebung legt die Tarifgestaltung und somit auch die Erhebungssysteme (E-Ticketing usw.) in die Kompetenz der Transportunternehmen (Art. 15 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 2009; SR 745.1). Ungeachtet dessen ist der Bundesrat bereit, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie die Kosten-und-Nutzen-Transparenz im Preissystem des öffentlichen Verkehrs verbessert werden könnte, insbesondere durch die Einführung eines E-Ticketing-Systems. Der Bericht kann dem Parlament und allenfalls den für Massnahmen in diesem Bereich zuständigen Transportunternehmen als Diskussionsgrundlage dienen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, wie die Kosten-und-Nutzen-Transparenz im Preissystem des öffentlichen Verkehrs (Personenverkehr) verbessert werden kann. Dabei ist insbesondere die Einführung eines E-Ticketing-Systems zu untersuchen.</p>
- Grundlagen der Preisdifferenzierung im öffentlichen Verkehr
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der öffentliche Verkehr weist im Personenverkehr ein historisch gewachsenes Preissystem auf. Die Kundinnen und Kunden profitieren von dessen Offenheit (keine Reservationspflicht, kaum Zeit- und Verkehrsmittelbindung) und von der Tatsache, dass über den direkten Verkehr (ch-direct) mit einem einzigen Fahrausweis die meisten öffentlichen Verkehrsmittel der Schweiz benutzt werden können. </p><p>Andererseits wird die Transparenz der Preisgestaltung, beispielsweise betreffend Distanzzuschlägen auf gewissen Streckenabschnitten, kritisiert. Die Verkehrsunternehmen ihrerseits bemängeln, dass das vorhandene Preissystem kaum Möglichkeiten der Preisdifferenzierung zulässt, seien es bezüglich Nachfrage, Qualität, Zeitpunkt der Reise oder Konkurrenz des Angebots. Weiter kann das Nutzungsverhalten von Kundinnen und Kunden - wie beispielsweise den rund 400 000 GA-Besitzern - nur stichprobenartig festgestellt werden. </p><p>Im Jahr 2001 wurde in der Schweiz das E-Ticketing-Projekt "Easy Ride" lanciert. Mitunter aufgrund der hohen Investitionskosten von rund 600 Millionen Franken wurde schliesslich auf eine Einführung des E-Ticketing-Systems in der Schweiz verzichtet. Mittlerweile gibt es technisch weit ausgereiftere E-Ticketing-Systeme, die, wie das Beispiel Oyster Card London zeigt, zu bedeutend geringeren Investitionskosten erfolgreich eingeführt werden können. </p><p>Vor diesem Hintergrund lohnt es sich zu prüfen, ob E-Ticketing ein sinnvolles Instrument zur Erreichung der beschriebenen Nutzen-und-Kosten-Transparenz darstellt - die Grundlage für ein wirkungsvolles, differenziertes und gleichzeitig offenes Preissystem für den öffentlichen Verkehr.</p>
- <p>Die heutige Gesetzgebung legt die Tarifgestaltung und somit auch die Erhebungssysteme (E-Ticketing usw.) in die Kompetenz der Transportunternehmen (Art. 15 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 2009; SR 745.1). Ungeachtet dessen ist der Bundesrat bereit, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie die Kosten-und-Nutzen-Transparenz im Preissystem des öffentlichen Verkehrs verbessert werden könnte, insbesondere durch die Einführung eines E-Ticketing-Systems. Der Bericht kann dem Parlament und allenfalls den für Massnahmen in diesem Bereich zuständigen Transportunternehmen als Diskussionsgrundlage dienen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, wie die Kosten-und-Nutzen-Transparenz im Preissystem des öffentlichen Verkehrs (Personenverkehr) verbessert werden kann. Dabei ist insbesondere die Einführung eines E-Ticketing-Systems zu untersuchen.</p>
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