Angebot, Information und Wahl zwischen verschiedenen Dialyseverfahren in der Schweiz
- ShortId
-
10.4080
- Id
-
20104080
- Updated
-
25.06.2025 00:08
- Language
-
de
- Title
-
Angebot, Information und Wahl zwischen verschiedenen Dialyseverfahren in der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
2841;Versicherungsleistung;Krankenversicherung;Evaluation;Therapeutik;Kosten des Gesundheitswesens
- 1
-
- L04K01050214, Therapeutik
- L04K08020302, Evaluation
- L04K01040109, Krankenversicherung
- L04K01050501, Kosten des Gesundheitswesens
- L05K1110011304, Versicherungsleistung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mehrere wissenschaftliche Publikationen weisen darauf hin, dass nicht medizinische, sondern wirtschaftliche und psychologische Gründe sowie Charakteristika in der ärztlichen Beratung dazu führen, dass die Patientinnen und Patienten in der Schweiz sich gegen Heim- oder Peritonealdialyse entscheiden, obwohl diese qualitativ ebenbürtig und signifikant günstiger sind. 2008 sah der Bundesrat diesbezüglich keinen Handlungsbedarf mit der Begründung, Versicherer und Anbieter hätten Verträge abgeschlossen, welche der Verbreitung der Heim- und Peritonealdialyse förderlich seien. Zwischenzeitlich hat sich die Situation aber nicht in die gewünschte Richtung entwickelt, und die Revision des eidgenössischen Dialysevertrages steht an. Weder Versicherer noch Kantone haben diese Entwicklung jetzt analysiert, noch wurden geeignete Massnahmen ergriffen. Ähnlichen Entwicklungen in nordischen Ländern wurden wirksame Massnahmen im Sinn der "PD first policy" entgegengestellt. Für die Schweiz stellen sich zusätzlich Fragen, wie tarifarische Anreize gesetzt werden könnten und in welcher Hinsicht trotz föderalistischen Strukturen Einfluss genommen werden kann auf ein Segment, das die obligatorische Krankenversicherung jährlich in dreistelliger Millionenhöhe belastet. </p>
- <p>Die im internationalen Vergleich tiefe Rate von Patienten und Patientinnen mit Niereninsuffizienz, die mittels der Heim- oder Peritonealdialyse behandelt werden, war bereits Gegenstand von zwei früheren parlamentarischen Vorstössen (Interpellation 07.3656, "Förderung der Heimdialyse, und Motion 08.3851, "Förderung der Heimdialyse"). In seinen Antworten hat der Bundesrat jeweils darauf hingewiesen, dass es primär Aufgabe der Tarifpartner sei, für Anreize für eine bessere Nutzung der Heim- oder Peritonealdialyse zu sorgen.</p><p>Der derzeit gültige Vertrag zwischen den Versicherern und Anbietern enthält zwar gewisse Bestimmungen zur Förderung der kostengünstigeren Heim-Hämodialyse oder Peritonealdialyse, doch sind diese in ihrer Wirkung offensichtlich ungenügend, denn nach wie vor werden die meisten Patienten und Patientinnen mit Niereninsuffizienz nach dem teureren Verfahren behandelt. Der Bundesrat ist deshalb bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten korrigierend Einfluss zu nehmen und zu prüfen, ob auf Verordnungsstufe (Anhang 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV) Vorgaben wie beispielsweise eine obligatorische Beurteilung der Indikationsstellung zur Hämodialyse am Zentrum durch den Vertrauensarzt der Versicherer eingeführt werden können. Des Weiteren wird er den neuen Dialysevertrag, zu welchem die Verhandlungen begonnen haben, im Rahmen der Genehmigung spezifisch auf die Anreize betreffend Heimdialysen prüfen und gegebenenfalls zurückweisen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, was die Gründe für die einseitige Bevorzugung der teuersten Dialyseverfahren in der Schweiz sind und welche Massnahmen im Hinblick auf die bevorstehende Revision des eidgenössischen Dialysevertrages zu ergreifen sind, damit die WZW-Kriterien in diesem sehr teuren Sektor der medizinischen Versorgung berücksichtigt und umgesetzt werden.</p>
- Angebot, Information und Wahl zwischen verschiedenen Dialyseverfahren in der Schweiz
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Mehrere wissenschaftliche Publikationen weisen darauf hin, dass nicht medizinische, sondern wirtschaftliche und psychologische Gründe sowie Charakteristika in der ärztlichen Beratung dazu führen, dass die Patientinnen und Patienten in der Schweiz sich gegen Heim- oder Peritonealdialyse entscheiden, obwohl diese qualitativ ebenbürtig und signifikant günstiger sind. 2008 sah der Bundesrat diesbezüglich keinen Handlungsbedarf mit der Begründung, Versicherer und Anbieter hätten Verträge abgeschlossen, welche der Verbreitung der Heim- und Peritonealdialyse förderlich seien. Zwischenzeitlich hat sich die Situation aber nicht in die gewünschte Richtung entwickelt, und die Revision des eidgenössischen Dialysevertrages steht an. Weder Versicherer noch Kantone haben diese Entwicklung jetzt analysiert, noch wurden geeignete Massnahmen ergriffen. Ähnlichen Entwicklungen in nordischen Ländern wurden wirksame Massnahmen im Sinn der "PD first policy" entgegengestellt. Für die Schweiz stellen sich zusätzlich Fragen, wie tarifarische Anreize gesetzt werden könnten und in welcher Hinsicht trotz föderalistischen Strukturen Einfluss genommen werden kann auf ein Segment, das die obligatorische Krankenversicherung jährlich in dreistelliger Millionenhöhe belastet. </p>
- <p>Die im internationalen Vergleich tiefe Rate von Patienten und Patientinnen mit Niereninsuffizienz, die mittels der Heim- oder Peritonealdialyse behandelt werden, war bereits Gegenstand von zwei früheren parlamentarischen Vorstössen (Interpellation 07.3656, "Förderung der Heimdialyse, und Motion 08.3851, "Förderung der Heimdialyse"). In seinen Antworten hat der Bundesrat jeweils darauf hingewiesen, dass es primär Aufgabe der Tarifpartner sei, für Anreize für eine bessere Nutzung der Heim- oder Peritonealdialyse zu sorgen.</p><p>Der derzeit gültige Vertrag zwischen den Versicherern und Anbietern enthält zwar gewisse Bestimmungen zur Förderung der kostengünstigeren Heim-Hämodialyse oder Peritonealdialyse, doch sind diese in ihrer Wirkung offensichtlich ungenügend, denn nach wie vor werden die meisten Patienten und Patientinnen mit Niereninsuffizienz nach dem teureren Verfahren behandelt. Der Bundesrat ist deshalb bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten korrigierend Einfluss zu nehmen und zu prüfen, ob auf Verordnungsstufe (Anhang 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV) Vorgaben wie beispielsweise eine obligatorische Beurteilung der Indikationsstellung zur Hämodialyse am Zentrum durch den Vertrauensarzt der Versicherer eingeführt werden können. Des Weiteren wird er den neuen Dialysevertrag, zu welchem die Verhandlungen begonnen haben, im Rahmen der Genehmigung spezifisch auf die Anreize betreffend Heimdialysen prüfen und gegebenenfalls zurückweisen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, was die Gründe für die einseitige Bevorzugung der teuersten Dialyseverfahren in der Schweiz sind und welche Massnahmen im Hinblick auf die bevorstehende Revision des eidgenössischen Dialysevertrages zu ergreifen sind, damit die WZW-Kriterien in diesem sehr teuren Sektor der medizinischen Versorgung berücksichtigt und umgesetzt werden.</p>
- Angebot, Information und Wahl zwischen verschiedenen Dialyseverfahren in der Schweiz
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