Mehr Innovation für einen wettbewerbsfähigen Schweizer Tourismus
- ShortId
-
10.4120
- Id
-
20104120
- Updated
-
27.07.2023 20:44
- Language
-
de
- Title
-
Mehr Innovation für einen wettbewerbsfähigen Schweizer Tourismus
- AdditionalIndexing
-
15;Leistungsauftrag;Rangliste;unentgeltliche Dienstleistung;Hotellerie;Internet;Tourismus
- 1
-
- L04K01010103, Tourismus
- L05K0101010308, Hotellerie
- L05K0806010105, Leistungsauftrag
- L05K1202020105, Internet
- L06K070106020202, unentgeltliche Dienstleistung
- L05K0802030208, Rangliste
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Schweizer Tourismus ist eine Exportindustrie mit Standort Schweiz. Er kann die Produktion nicht auslagern. Er wird bei der Beschaffung landwirtschaftlicher Produkte durch die hohen Importzölle zusätzlich belastet. Mehrere auch in der "Volkswirtschaft" referierte Studien belegen die Standortnachteile, die sich durch den zu starken Franken noch verschärfen. Umso wichtiger ist es, dass der Bund die Mittel, die er dem Tourismus zur Verfügung stellt, effizient einsetzt. Die "NZZ am Sonntag" vom 12. Dezember 2010 zeigte das Problem der Reservierungsplattformen und der Hotelbewertungsportale auf:</p><p>- Reservierungsplattformen kassieren bis zu 30 Prozent des gebuchten Umsatzes. Dies geht auf Kosten der Hotels und/oder der Konsumentinnen.</p><p>- Hotelbewertungsplattformen verteuern ihrerseits die Vermittlung durch hohe Abgaben auf den jeweiligen Klicks.</p><p>Verschiedene Parteien fordern mehr Mittel für die Förderung des Tourismus. Wichtiger ist der richtige Einsatz der bestehenden Mittel. Der technische Fortschritt macht zukunftsgerichtete Lösungen durch gezielten Einsatz der Mittel möglich: Statt mit dem parastaatlichen STC-System touristische Dienstleistungen zu verteuern, sollten die vom Bund finanzierten Organisationen allen Leistungsträgern ein kostenloses System für die Hotelbewertung, eine Buchungsplattform und Channel-Manager zur Verfügung stellen. Das bringt Innovation in den Tourismus.</p>
- <p>Im Tourismus ist ein tiefgreifender Wandel bei den Reservations- und Buchungsprozessen im Gang, und Online-Vertriebskanäle werden immer wichtiger. Die Gründe hierfür sind der technologische Fortschritt sowie das veränderte Verhalten der Kunden. Die zunehmende Bedeutung von internationalen Online-Vertriebsplattformen ist eine Chance und eine Herausforderung zugleich. Die Chance besteht im vereinfachten Marktzugang für den einzelnen Anbieter über die weltweite direkte Buchbarkeit seines Angebots über verschiedene Vertriebskanäle. Die Herausforderung besteht darin, dass durch die Vervielfachung der möglichen direkten und indirekten Vertriebskanäle die einzelnen Anbieter über genügende Kenntnisse ihrer Kostenstruktur sowie über ausformulierte Preis- und Vertriebsstrategien verfügen müssen; dies ist heute häufig nicht der Fall. </p><p>Der Bundesrat erachtet es grundsätzlich als Aufgabe der Privatwirtschaft, sich an das sich wandelnde Marktumfeld anzupassen. Die Preis- und Vertriebsstrategie ist eine Kernaufgabe jedes Tourismusunternehmens. Die vom Bund finanzierte öffentlich-rechtliche Körperschaft Schweiz Tourismus kann hierbei unterstützend wirken. Die Tätigkeit von Schweiz Tourismus erfolgt dabei grundsätzlich subsidiär zur privaten Initiative. Schweiz Tourismus konzentriert sich auf Leistungen, welche nicht von privaten Anbietern mit kommerziellen Interessen in vergleichbarer Weise angeboten werden. </p><p>Im Bereich der Online-Buchungsplattformen existiert heute ein funktionierender Markt mit einem intensiven Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern. Dies gilt auch für das Angebot an Channel-Manager-Lösungen, womit für den einzelnen Anbieter das Management der benutzten Vertriebskanäle vereinfacht wird. Auch im Bereich der Hotelbewertungsplattformen existieren Marktlösungen. </p><p>Der Bundesrat weist darauf hin, dass mit dem Switzerland Travel Centre (STC) heute bereits eine nationale Online-Buchungsplattform existiert. Der Bund unterstützte im Zeitraum 1998-2000 die Gründungsphase von STC auf der Grundlage des Bundesgesetzes über die Förderung von Innovation und Zusammenarbeit im Tourismus (Innotour) mit insgesamt 4 Millionen Franken. STC ist eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB, 57 Prozent), der konzessionierten Transportunternehmen (KTU, 10 Prozent) sowie von Schweiz Tourismus (33 Prozent). Die rund 2000 mit STC zusammenarbeitenden Schweizer Hotelbetriebe profitieren heute von im Branchenvergleich tiefen Vermittlungsgebühren. Bereits für das laufende Jahr beabsichtigt STC, Hotelbetrieben eine Channel-Manager-Lösung anzubieten. </p><p>Im Bereich der Hotelbewertungsplattformen arbeitet Schweiz Tourismus seit 2005 erfolgreich mit dem führenden Systembetreiber im deutschsprachigen Raum (Firma Holidaycheck) zusammen. Mit dieser Kooperation stellt Schweiz Tourismus eine hohe Qualität sowie eine breite Abdeckung der Schweizer Hotels sicher. </p><p>Der Bundesrat erachtet es weder bei den Online-Buchungsplattformen noch bei den Channel-Manager-Applikationen oder bei den Hotelbewertungsplattformen als notwendig, dass der Bund neue, eigene Lösungen entwickelt und diese den Tourismusunternehmen kostenlos zur Verfügung stellt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zur Stärkung des Tourismusstandortes Schweiz und der Schweizer Hotellerie in die Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund, vertreten durch das Seco einerseits und Schweiz Tourismus andererseits, folgende Leistungen aufzunehmen:</p><p>1. Schweiz Tourismus finanziert und betreibt in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Hotelierverein und Gastrosuisse einen kostenlosen Channel-Manager und kostenlose Buchungsplattformen für alle in der Schweiz direkt vermarktbaren Hotelzimmer.</p><p>2. In einer folgenden Phase wird dieser Vertriebskanal auch für Ferienwohnungen zugänglich gemacht.</p><p>3. Schweiz Tourismus betreibt weiter eine kostenlose internationale Hotelbewertungsplattform für alle weltweit verfügbaren Hotelzimmer.</p><p>4. Schweiz Tourismus bewirbt effizient die so geschaffenen Buchungs- und Hotelbewertungsplattformen.</p><p>5. Jährlich erstattet das Seco - gestützt auf Benchmark-Analysen - dem Parlament Bericht über die dank diesen Massnahmen ausgelösten Umsätze.</p>
- Mehr Innovation für einen wettbewerbsfähigen Schweizer Tourismus
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der Schweizer Tourismus ist eine Exportindustrie mit Standort Schweiz. Er kann die Produktion nicht auslagern. Er wird bei der Beschaffung landwirtschaftlicher Produkte durch die hohen Importzölle zusätzlich belastet. Mehrere auch in der "Volkswirtschaft" referierte Studien belegen die Standortnachteile, die sich durch den zu starken Franken noch verschärfen. Umso wichtiger ist es, dass der Bund die Mittel, die er dem Tourismus zur Verfügung stellt, effizient einsetzt. Die "NZZ am Sonntag" vom 12. Dezember 2010 zeigte das Problem der Reservierungsplattformen und der Hotelbewertungsportale auf:</p><p>- Reservierungsplattformen kassieren bis zu 30 Prozent des gebuchten Umsatzes. Dies geht auf Kosten der Hotels und/oder der Konsumentinnen.</p><p>- Hotelbewertungsplattformen verteuern ihrerseits die Vermittlung durch hohe Abgaben auf den jeweiligen Klicks.</p><p>Verschiedene Parteien fordern mehr Mittel für die Förderung des Tourismus. Wichtiger ist der richtige Einsatz der bestehenden Mittel. Der technische Fortschritt macht zukunftsgerichtete Lösungen durch gezielten Einsatz der Mittel möglich: Statt mit dem parastaatlichen STC-System touristische Dienstleistungen zu verteuern, sollten die vom Bund finanzierten Organisationen allen Leistungsträgern ein kostenloses System für die Hotelbewertung, eine Buchungsplattform und Channel-Manager zur Verfügung stellen. Das bringt Innovation in den Tourismus.</p>
- <p>Im Tourismus ist ein tiefgreifender Wandel bei den Reservations- und Buchungsprozessen im Gang, und Online-Vertriebskanäle werden immer wichtiger. Die Gründe hierfür sind der technologische Fortschritt sowie das veränderte Verhalten der Kunden. Die zunehmende Bedeutung von internationalen Online-Vertriebsplattformen ist eine Chance und eine Herausforderung zugleich. Die Chance besteht im vereinfachten Marktzugang für den einzelnen Anbieter über die weltweite direkte Buchbarkeit seines Angebots über verschiedene Vertriebskanäle. Die Herausforderung besteht darin, dass durch die Vervielfachung der möglichen direkten und indirekten Vertriebskanäle die einzelnen Anbieter über genügende Kenntnisse ihrer Kostenstruktur sowie über ausformulierte Preis- und Vertriebsstrategien verfügen müssen; dies ist heute häufig nicht der Fall. </p><p>Der Bundesrat erachtet es grundsätzlich als Aufgabe der Privatwirtschaft, sich an das sich wandelnde Marktumfeld anzupassen. Die Preis- und Vertriebsstrategie ist eine Kernaufgabe jedes Tourismusunternehmens. Die vom Bund finanzierte öffentlich-rechtliche Körperschaft Schweiz Tourismus kann hierbei unterstützend wirken. Die Tätigkeit von Schweiz Tourismus erfolgt dabei grundsätzlich subsidiär zur privaten Initiative. Schweiz Tourismus konzentriert sich auf Leistungen, welche nicht von privaten Anbietern mit kommerziellen Interessen in vergleichbarer Weise angeboten werden. </p><p>Im Bereich der Online-Buchungsplattformen existiert heute ein funktionierender Markt mit einem intensiven Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern. Dies gilt auch für das Angebot an Channel-Manager-Lösungen, womit für den einzelnen Anbieter das Management der benutzten Vertriebskanäle vereinfacht wird. Auch im Bereich der Hotelbewertungsplattformen existieren Marktlösungen. </p><p>Der Bundesrat weist darauf hin, dass mit dem Switzerland Travel Centre (STC) heute bereits eine nationale Online-Buchungsplattform existiert. Der Bund unterstützte im Zeitraum 1998-2000 die Gründungsphase von STC auf der Grundlage des Bundesgesetzes über die Förderung von Innovation und Zusammenarbeit im Tourismus (Innotour) mit insgesamt 4 Millionen Franken. STC ist eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB, 57 Prozent), der konzessionierten Transportunternehmen (KTU, 10 Prozent) sowie von Schweiz Tourismus (33 Prozent). Die rund 2000 mit STC zusammenarbeitenden Schweizer Hotelbetriebe profitieren heute von im Branchenvergleich tiefen Vermittlungsgebühren. Bereits für das laufende Jahr beabsichtigt STC, Hotelbetrieben eine Channel-Manager-Lösung anzubieten. </p><p>Im Bereich der Hotelbewertungsplattformen arbeitet Schweiz Tourismus seit 2005 erfolgreich mit dem führenden Systembetreiber im deutschsprachigen Raum (Firma Holidaycheck) zusammen. Mit dieser Kooperation stellt Schweiz Tourismus eine hohe Qualität sowie eine breite Abdeckung der Schweizer Hotels sicher. </p><p>Der Bundesrat erachtet es weder bei den Online-Buchungsplattformen noch bei den Channel-Manager-Applikationen oder bei den Hotelbewertungsplattformen als notwendig, dass der Bund neue, eigene Lösungen entwickelt und diese den Tourismusunternehmen kostenlos zur Verfügung stellt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, zur Stärkung des Tourismusstandortes Schweiz und der Schweizer Hotellerie in die Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund, vertreten durch das Seco einerseits und Schweiz Tourismus andererseits, folgende Leistungen aufzunehmen:</p><p>1. Schweiz Tourismus finanziert und betreibt in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Hotelierverein und Gastrosuisse einen kostenlosen Channel-Manager und kostenlose Buchungsplattformen für alle in der Schweiz direkt vermarktbaren Hotelzimmer.</p><p>2. In einer folgenden Phase wird dieser Vertriebskanal auch für Ferienwohnungen zugänglich gemacht.</p><p>3. Schweiz Tourismus betreibt weiter eine kostenlose internationale Hotelbewertungsplattform für alle weltweit verfügbaren Hotelzimmer.</p><p>4. Schweiz Tourismus bewirbt effizient die so geschaffenen Buchungs- und Hotelbewertungsplattformen.</p><p>5. Jährlich erstattet das Seco - gestützt auf Benchmark-Analysen - dem Parlament Bericht über die dank diesen Massnahmen ausgelösten Umsätze.</p>
- Mehr Innovation für einen wettbewerbsfähigen Schweizer Tourismus
Back to List