Abschaltung des AKW Fessenheim

ShortId
11.3108
Id
20113108
Updated
28.07.2023 08:19
Language
de
Title
Abschaltung des AKW Fessenheim
AdditionalIndexing
66;nukleare Sicherheit;Elsass;Frankreich;Erdbeben;Kernkraftwerk;Kraftwerksstilllegung
1
  • L04K17030201, Kernkraftwerk
  • L04K03010106, Frankreich
  • L04K03020608, Elsass
  • L04K17010113, Kraftwerksstilllegung
  • L04K17030106, nukleare Sicherheit
  • L05K0602020601, Erdbeben
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die katastrophalen Ereignisse in Japan führen uns vor Augen, dass der Betrieb und die Abschaltung in einem AKW bei einem grossen Naturereignis wie einem Erdbeben ausser Kontrolle geraten können. Trotz grössten Sicherheitsbemühungen besteht immer ein atomares Risiko mit verheerenden Folgen. Keine 50 Kilometer von der stark besiedelten Region Basel entfernt steht am Rhein, auch in der Nachbarschaft zu Deutschland, das AKW Fessenheim. Es ist das älteste Atomkraftwerk von Frankreich. Es liegt in einem Erdbebengebiet und ist tiefer als der Wasserspiegel des Rheins gebaut. Bei einem Dammbruch kann das AKW vom Rheinwasser überschwemmt werden. Der Trinationale Atomschutzverband (Tras) kämpft seit Jahren für die Stilllegung des französischen AKW Fessenheim - leider bis heute vergeblich. Die Klage beim französischen Verwaltungsgericht wurde am 9. März 2011 zurückgewiesen. Doch dadurch ist dieses Atomkraftwerk, das immer wieder wegen Pannen im Gespräch ist, nicht sicherer. Im Gegenteil, es bedeutet ein grosses Risiko für die ganze Oberrheinregion und damit auch für die Schweizer Bevölkerung. Es ist dringend notwendig, dass sich der Bundesrat nun einschaltet und bei den französischen Behörden vorspricht. Er muss sich für eine Abschaltung dieses überalterten, gefährlichen AKW einsetzen.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Kernkraftangelegenheiten verstärkt international diskutiert werden müssen, und er ist auch bereit, das Thema der Nuklearsicherheit mit der französischen Regierung aufzunehmen. Die zuständige französische Ministerin hat gegenüber der Vorsteherin des UVEK anlässlich ihres Besuches in Paris vom 2. Mai 2011 bestätigt, dass Frankreich Sicherheitsprüfungen der KKW durchführen wird.</p><p>Zudem haben die EU-Rats- und Regierungschefs am 25. März 2011 beschlossen, die 143 Kernkraftwerke in der Europäischen Union einem einheitlichen, freiwilligen Stresstest zu unterziehen. Unter diese Bestimmung fällt auch das KKW Fessenheim. Alle Ergebnisse sollen laut EU-Ratspräsident Van Rompuy bis zum Jahresende veröffentlicht werden. Auf EU-Ebene ist bisher zwar nicht festgelegt worden, welches die Konsequenzen wären, wenn die Überprüfungen negativ ausfielen. In einem solchen Fall wäre aber ohnehin der Druck sehr gross, die entsprechenden Meiler stillzulegen oder nachzurüsten.</p><p>Es bestehen keine Grundlagen in der schweizerischen Gesetzgebung oder im Völkerrecht, die es dem Bundesrat erlauben würden, von der französischen Regierung Verhandlungen zur Nichtbetriebsverlängerung oder Stilllegung des KKW Fessenheim zu verlangen. Auch sieht der Bundesrat aufgrund der im Rahmen der Commission franco-suisse de sûreté nucléaire et de radioprotection (CFS) gewonnenen Erkenntnisse keinen Anlass für derartige Verhandlungen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie er sich so schnell wie möglich bei den französischen Behörden für die Abschaltung des AKW Fessenheim einsetzen kann.</p>
  • Abschaltung des AKW Fessenheim
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die katastrophalen Ereignisse in Japan führen uns vor Augen, dass der Betrieb und die Abschaltung in einem AKW bei einem grossen Naturereignis wie einem Erdbeben ausser Kontrolle geraten können. Trotz grössten Sicherheitsbemühungen besteht immer ein atomares Risiko mit verheerenden Folgen. Keine 50 Kilometer von der stark besiedelten Region Basel entfernt steht am Rhein, auch in der Nachbarschaft zu Deutschland, das AKW Fessenheim. Es ist das älteste Atomkraftwerk von Frankreich. Es liegt in einem Erdbebengebiet und ist tiefer als der Wasserspiegel des Rheins gebaut. Bei einem Dammbruch kann das AKW vom Rheinwasser überschwemmt werden. Der Trinationale Atomschutzverband (Tras) kämpft seit Jahren für die Stilllegung des französischen AKW Fessenheim - leider bis heute vergeblich. Die Klage beim französischen Verwaltungsgericht wurde am 9. März 2011 zurückgewiesen. Doch dadurch ist dieses Atomkraftwerk, das immer wieder wegen Pannen im Gespräch ist, nicht sicherer. Im Gegenteil, es bedeutet ein grosses Risiko für die ganze Oberrheinregion und damit auch für die Schweizer Bevölkerung. Es ist dringend notwendig, dass sich der Bundesrat nun einschaltet und bei den französischen Behörden vorspricht. Er muss sich für eine Abschaltung dieses überalterten, gefährlichen AKW einsetzen.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Kernkraftangelegenheiten verstärkt international diskutiert werden müssen, und er ist auch bereit, das Thema der Nuklearsicherheit mit der französischen Regierung aufzunehmen. Die zuständige französische Ministerin hat gegenüber der Vorsteherin des UVEK anlässlich ihres Besuches in Paris vom 2. Mai 2011 bestätigt, dass Frankreich Sicherheitsprüfungen der KKW durchführen wird.</p><p>Zudem haben die EU-Rats- und Regierungschefs am 25. März 2011 beschlossen, die 143 Kernkraftwerke in der Europäischen Union einem einheitlichen, freiwilligen Stresstest zu unterziehen. Unter diese Bestimmung fällt auch das KKW Fessenheim. Alle Ergebnisse sollen laut EU-Ratspräsident Van Rompuy bis zum Jahresende veröffentlicht werden. Auf EU-Ebene ist bisher zwar nicht festgelegt worden, welches die Konsequenzen wären, wenn die Überprüfungen negativ ausfielen. In einem solchen Fall wäre aber ohnehin der Druck sehr gross, die entsprechenden Meiler stillzulegen oder nachzurüsten.</p><p>Es bestehen keine Grundlagen in der schweizerischen Gesetzgebung oder im Völkerrecht, die es dem Bundesrat erlauben würden, von der französischen Regierung Verhandlungen zur Nichtbetriebsverlängerung oder Stilllegung des KKW Fessenheim zu verlangen. Auch sieht der Bundesrat aufgrund der im Rahmen der Commission franco-suisse de sûreté nucléaire et de radioprotection (CFS) gewonnenen Erkenntnisse keinen Anlass für derartige Verhandlungen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie er sich so schnell wie möglich bei den französischen Behörden für die Abschaltung des AKW Fessenheim einsetzen kann.</p>
    • Abschaltung des AKW Fessenheim

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