Stärkung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft

ShortId
11.3386
Id
20113386
Updated
25.06.2025 00:17
Language
de
Title
Stärkung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft
AdditionalIndexing
55;nachhaltige Nutzung;biologische Landwirtschaft;Qualitätskontrolle;Wertschöpfung;Agrarpolitik (speziell);Nahrungsmittel
1
  • L05K1401020201, biologische Landwirtschaft
  • L03K140203, Nahrungsmittel
  • L04K14010302, Agrarpolitik (speziell)
  • L06K060103010101, nachhaltige Nutzung
  • L06K070302010107, Wertschöpfung
  • L05K0706010309, Qualitätskontrolle
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Der Biolandbau erbringt in den meisten Bereichen überdurchschnittliche gesellschaftliche Leistungen. Er geht schonender mit den natürlichen Ressourcen um, verzichtet auf synthetische Hilfsmittel. Er erzielt eine höhere Wertschöpfung und ein grösseres Arbeitskräfte-Einkommen. Er entspricht damit in hohem Mass den Umwelt- und Marktzielen der Agrarpolitik.</p><p>2. Seit 2004 nehmen die Bio-Umsätze stetig zu. Die inländische Produktion hinkt aber der Nachfrage stark hinterher. Dies bewirkt, dass die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft permanent Produktionsmöglichkeiten, Wertschöpfung und Marktanteile ans Ausland verliert. Dies widerspricht den Zielen der Agrarpolitik.</p><p>3. Eine Untersuchung der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope hat ergeben, dass die fehlenden positiven Signale aus der Politik einen Hauptgrund für den Ausstieg bzw. Nichteinstieg in die Bioproduktion darstellen. Die Direktzahlungen für Bio werden auf 28 Millionen Franken oder 1 Prozent der Direktzahlungen eingefroren, und der Bundesrat will keinen Aktionsplan analog zu jenem der EU erstellen. </p><p>4. Die Schweiz beansprucht mit ihrer Qualitätsstrategie die Qualitätsführerschaft durch Natürlichkeit, Genuss, Sicherheit, Gesundheit, Authentizität und Nachhaltigkeit - genau die Positionierung, welche durch Bioprodukte abgedeckt wird. Während die Qualitätsstrategie unseres Konkurrenten Österreich erfolgreich Bio ins Zentrum stellt, fehlt in der Schweiz bisher jeglicher Bezug zu Bio. Das Kapitel Qualitätsstrategie in der aktuellen Vernehmlassung zur AP 2014-2017 ist ohne Bezug zum Biolandbau.</p>
  • <p>Der Biolandbau ist eine besonders naturnahe, umwelt- und tierfreundliche landwirtschaftliche Produktionsform. Er erbringt in vielen Bereichen wertvolle Leistungen zugunsten der Allgemeinheit. Deshalb wird er vom Bund basierend auf Artikel 104 der Bundesverfassung zusätzlich zu den allgemeinen Direktzahlungen mit spezifischen und wirtschaftlich lohnenden Anreizen gefördert. Dank der grossen Leistungen der Branche, der überwiegend attraktiven Märkte, der Forschung und Beratung sowie der ansehnlichen finanziellen Unterstützung durch den Bund erwirtschaften Biobetriebe im Durchschnitt einen höheren Arbeitsverdienst als Vergleichsbetriebe. Gemäss Bio Suisse ist bei der Beteiligung eine Trendwende zugunsten des Biolandbaus festzustellen: Die Anzahl Neueinsteiger hat sich 2010 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Biolandbau im Verhältnis zu seinen Leistungen angemessen gefördert wird. Mit der Agrarpolitik 2014-2017 soll die heutige Förderung im Grundsatz weitergeführt werden. Die Vorlage befand sich bis Ende Juni 2011 in der Vernehmlassung bei den Kantonen, politischen Parteien und interessierten Kreisen.</p><p>Die Förderung des Biolandbaus ist bereits ein wichtiger und integraler Bestandteil des ganzheitlichen Förder- und Anreizkonzepts in der Agrarpolitik des Bundes für eine ökonomisch erfolgreiche, ökologisch optimale und sozial verantwortungsbewusste Nahrungsmittelproduktion. Der Bundesrat ist deshalb der Auffassung, dass kein zusätzliches Konzept zu erstellen ist. Er ist jedoch bereit, in der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 die aktuelle Situation des Biolandbaus und die Perspektiven mit der Agrarpolitik 2014-2017 für den Biolandbau in einer Gesamtschau aufzuzeigen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit einem Konzept die zukünftige Rolle der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft zu konkretisieren. Das Konzept soll Aussagen und Erkenntnisse zur ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aus den bereits bestehenden Planungsinstrumenten zusammenfassen. Es soll Ziele formulieren und mit Massnahmen für die Förderung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft diese umsetzen.</p><p>Die zu berücksichtigenden Planungsinstrumente sind insbesondere: Agrarpolitik 2014-2017; BLW-Strategie für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung 2025; Qualitätsstrategie; Umweltziele Landwirtschaft; Nahrungsmittelkrise, Rohstoff- und Ressourcenknappheit (Bericht Bundesrat zu Postulat Stadler); Klimastrategie; Biodiversitätsstrategie. Bestehende Biobetriebe bzw. umsteigewillige Betriebe sollen gezielt unterstützt werden, damit sie ihre Produktionschancen im Öko-Bereich besser wahrnehmen können.</p>
  • Stärkung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Der Biolandbau erbringt in den meisten Bereichen überdurchschnittliche gesellschaftliche Leistungen. Er geht schonender mit den natürlichen Ressourcen um, verzichtet auf synthetische Hilfsmittel. Er erzielt eine höhere Wertschöpfung und ein grösseres Arbeitskräfte-Einkommen. Er entspricht damit in hohem Mass den Umwelt- und Marktzielen der Agrarpolitik.</p><p>2. Seit 2004 nehmen die Bio-Umsätze stetig zu. Die inländische Produktion hinkt aber der Nachfrage stark hinterher. Dies bewirkt, dass die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft permanent Produktionsmöglichkeiten, Wertschöpfung und Marktanteile ans Ausland verliert. Dies widerspricht den Zielen der Agrarpolitik.</p><p>3. Eine Untersuchung der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope hat ergeben, dass die fehlenden positiven Signale aus der Politik einen Hauptgrund für den Ausstieg bzw. Nichteinstieg in die Bioproduktion darstellen. Die Direktzahlungen für Bio werden auf 28 Millionen Franken oder 1 Prozent der Direktzahlungen eingefroren, und der Bundesrat will keinen Aktionsplan analog zu jenem der EU erstellen. </p><p>4. Die Schweiz beansprucht mit ihrer Qualitätsstrategie die Qualitätsführerschaft durch Natürlichkeit, Genuss, Sicherheit, Gesundheit, Authentizität und Nachhaltigkeit - genau die Positionierung, welche durch Bioprodukte abgedeckt wird. Während die Qualitätsstrategie unseres Konkurrenten Österreich erfolgreich Bio ins Zentrum stellt, fehlt in der Schweiz bisher jeglicher Bezug zu Bio. Das Kapitel Qualitätsstrategie in der aktuellen Vernehmlassung zur AP 2014-2017 ist ohne Bezug zum Biolandbau.</p>
    • <p>Der Biolandbau ist eine besonders naturnahe, umwelt- und tierfreundliche landwirtschaftliche Produktionsform. Er erbringt in vielen Bereichen wertvolle Leistungen zugunsten der Allgemeinheit. Deshalb wird er vom Bund basierend auf Artikel 104 der Bundesverfassung zusätzlich zu den allgemeinen Direktzahlungen mit spezifischen und wirtschaftlich lohnenden Anreizen gefördert. Dank der grossen Leistungen der Branche, der überwiegend attraktiven Märkte, der Forschung und Beratung sowie der ansehnlichen finanziellen Unterstützung durch den Bund erwirtschaften Biobetriebe im Durchschnitt einen höheren Arbeitsverdienst als Vergleichsbetriebe. Gemäss Bio Suisse ist bei der Beteiligung eine Trendwende zugunsten des Biolandbaus festzustellen: Die Anzahl Neueinsteiger hat sich 2010 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Biolandbau im Verhältnis zu seinen Leistungen angemessen gefördert wird. Mit der Agrarpolitik 2014-2017 soll die heutige Förderung im Grundsatz weitergeführt werden. Die Vorlage befand sich bis Ende Juni 2011 in der Vernehmlassung bei den Kantonen, politischen Parteien und interessierten Kreisen.</p><p>Die Förderung des Biolandbaus ist bereits ein wichtiger und integraler Bestandteil des ganzheitlichen Förder- und Anreizkonzepts in der Agrarpolitik des Bundes für eine ökonomisch erfolgreiche, ökologisch optimale und sozial verantwortungsbewusste Nahrungsmittelproduktion. Der Bundesrat ist deshalb der Auffassung, dass kein zusätzliches Konzept zu erstellen ist. Er ist jedoch bereit, in der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 die aktuelle Situation des Biolandbaus und die Perspektiven mit der Agrarpolitik 2014-2017 für den Biolandbau in einer Gesamtschau aufzuzeigen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit einem Konzept die zukünftige Rolle der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft zu konkretisieren. Das Konzept soll Aussagen und Erkenntnisse zur ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aus den bereits bestehenden Planungsinstrumenten zusammenfassen. Es soll Ziele formulieren und mit Massnahmen für die Förderung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft diese umsetzen.</p><p>Die zu berücksichtigenden Planungsinstrumente sind insbesondere: Agrarpolitik 2014-2017; BLW-Strategie für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung 2025; Qualitätsstrategie; Umweltziele Landwirtschaft; Nahrungsmittelkrise, Rohstoff- und Ressourcenknappheit (Bericht Bundesrat zu Postulat Stadler); Klimastrategie; Biodiversitätsstrategie. Bestehende Biobetriebe bzw. umsteigewillige Betriebe sollen gezielt unterstützt werden, damit sie ihre Produktionschancen im Öko-Bereich besser wahrnehmen können.</p>
    • Stärkung der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft

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