Lichtemissionen. Mehr Lebensqualität und weniger Energieverschwendung
- ShortId
-
11.3450
- Id
-
20113450
- Updated
-
27.07.2023 21:46
- Language
-
de
- Title
-
Lichtemissionen. Mehr Lebensqualität und weniger Energieverschwendung
- AdditionalIndexing
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52;66;Strahlengerät;elektrischer Leuchtkörper;Lebensqualität;Umweltbelastung;Schutz der Tierwelt;Energieeinsparung;Beleuchtung
- 1
-
- L05K0705060106, Strahlengerät
- L05K0705060201, elektrischer Leuchtkörper
- L03K060203, Umweltbelastung
- L05K0705030202, Beleuchtung
- L04K17010107, Energieeinsparung
- L04K06010408, Schutz der Tierwelt
- L05K0109040202, Lebensqualität
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Broschüre "Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen" (2005) hat das Bafu (vormals Buwal) Ausmass, Ursachen und Auswirkungen von Lichtemissionen untersucht. Festgestellt wurde darin, dass das Kunstlicht einen negativen Einfluss auf das zirkadiane und endokrine System von Mensch und Tier hat, die Lebensräume von nachtaktiven Tieren nachhaltig beeinträchtigt, die Nachtlandschaft zerstört und zu einer massiven Energieverschwendung führt. Umso gravierender ist die Tatsache, dass die Dunkelheit immer mehr von Kunstlicht verdrängt wird.</p><p>Zwei Drittel der Weltbevölkerung und 99 Prozent der Menschen in Westeuropa und Nordamerika leben in Regionen, in denen sie nie einen wirklich dunklen Himmel sehen. In der Schweiz gibt es keinen einzigen Quadratkilometer mehr, in dem noch natürlich dunkle Verhältnisse herrschen (Bafu, S. 12). Die rund 2800 Quadratkilometer grosse beleuchtete Siedlungsfläche der Schweiz hat eine Aufhellung der gesamten Landesfläche von 41 000 Quadratmetern zur Folge (Bafu, S. 26).</p><p>Auf das Problem haben bereits zwei Postulantinnen aufmerksam gemacht (Graf Maya 08.3697, Moser Tiana Angelina 09.3285). Wirksame Massnahmen lassen aber noch immer auf sich warten. Die Lichtemissionen können ohne Einbusse an Lebensqualität und Sicherheit massiv reduziert werden. Das bringt mehr Lebensqualität für Mensch und Tier und zugleich eine erhebliche Energieeinsparung. Die Empfehlungen des Bafu zeigen technische wie auch rechtliche Massnahmen auf. Viele Beleuchtungsanlagen - insbesondere solche zu Reklamezwecken - sind völlig unnötig. Zu prüfen ist insbesondere der Erlass von Lichtemissionsgrenzwerten, technischen Beleuchtungsvorschriften und Beschränkungen der Licht-Betriebsdauer in der Nacht analog dem Nachtruhefenster beim Lärmschutz.</p><p>Viele Kantone begrüssen eine Bundeslösung anstelle einer Vielfalt kantonaler Lösungen.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Postulate Graf 08.3697, "Vermeidung von Lichtemissionen", und Moser 09.3285, "Lichtemissionen und Artenvielfalt", einen gewissen Handlungsbedarf anerkannt. Er hat einen Bericht in Aussicht gestellt, der das vorhandene Wissen über die Auswirkungen von Lichtemissionen darlegt, den Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und als Entscheidungsgrundlage für allfällige Schutzmassnahmen dienen soll. Die Arbeiten an diesem Bericht sind noch im Gang. Der Bundesrat erachtet das Vorliegen dieser Gesamtschau als unverzichtbare Grundlage für einen Entscheid über konkrete Massnahmen im Sinne des Vorstosses. Er beantragt deshalb, die Motion abzulehnen, wird die darin aufgeführten Vorschläge jedoch schon im Rahmen der laufenden Arbeiten prüfen. Gestützt auf deren Ergebnis wird er entscheiden können, welche Massnahmen konkret zu ergreifen sind.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen gegen unerwünschte und schädliche Lichtemissionen zu ergreifen und einen Massnahmenplan zu deren Beschränkung vorzulegen. Zu prüfen sind dabei insbesondere</p><p>- ein Verbot von nicht notwendigen Beleuchtungen oder zumindest deren zeitliche Begrenzung;</p><p>- der Erlass von Lichtemissionsgrenzwerten;</p><p>- schweizweit einheitliche technische Beleuchtungsvorschriften sowie</p><p>- das Verbot himmelsgerichteter Beleuchtungen ohne Sicherheitsfunktion.</p>
- Lichtemissionen. Mehr Lebensqualität und weniger Energieverschwendung
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In der Broschüre "Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen" (2005) hat das Bafu (vormals Buwal) Ausmass, Ursachen und Auswirkungen von Lichtemissionen untersucht. Festgestellt wurde darin, dass das Kunstlicht einen negativen Einfluss auf das zirkadiane und endokrine System von Mensch und Tier hat, die Lebensräume von nachtaktiven Tieren nachhaltig beeinträchtigt, die Nachtlandschaft zerstört und zu einer massiven Energieverschwendung führt. Umso gravierender ist die Tatsache, dass die Dunkelheit immer mehr von Kunstlicht verdrängt wird.</p><p>Zwei Drittel der Weltbevölkerung und 99 Prozent der Menschen in Westeuropa und Nordamerika leben in Regionen, in denen sie nie einen wirklich dunklen Himmel sehen. In der Schweiz gibt es keinen einzigen Quadratkilometer mehr, in dem noch natürlich dunkle Verhältnisse herrschen (Bafu, S. 12). Die rund 2800 Quadratkilometer grosse beleuchtete Siedlungsfläche der Schweiz hat eine Aufhellung der gesamten Landesfläche von 41 000 Quadratmetern zur Folge (Bafu, S. 26).</p><p>Auf das Problem haben bereits zwei Postulantinnen aufmerksam gemacht (Graf Maya 08.3697, Moser Tiana Angelina 09.3285). Wirksame Massnahmen lassen aber noch immer auf sich warten. Die Lichtemissionen können ohne Einbusse an Lebensqualität und Sicherheit massiv reduziert werden. Das bringt mehr Lebensqualität für Mensch und Tier und zugleich eine erhebliche Energieeinsparung. Die Empfehlungen des Bafu zeigen technische wie auch rechtliche Massnahmen auf. Viele Beleuchtungsanlagen - insbesondere solche zu Reklamezwecken - sind völlig unnötig. Zu prüfen ist insbesondere der Erlass von Lichtemissionsgrenzwerten, technischen Beleuchtungsvorschriften und Beschränkungen der Licht-Betriebsdauer in der Nacht analog dem Nachtruhefenster beim Lärmschutz.</p><p>Viele Kantone begrüssen eine Bundeslösung anstelle einer Vielfalt kantonaler Lösungen.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Postulate Graf 08.3697, "Vermeidung von Lichtemissionen", und Moser 09.3285, "Lichtemissionen und Artenvielfalt", einen gewissen Handlungsbedarf anerkannt. Er hat einen Bericht in Aussicht gestellt, der das vorhandene Wissen über die Auswirkungen von Lichtemissionen darlegt, den Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und als Entscheidungsgrundlage für allfällige Schutzmassnahmen dienen soll. Die Arbeiten an diesem Bericht sind noch im Gang. Der Bundesrat erachtet das Vorliegen dieser Gesamtschau als unverzichtbare Grundlage für einen Entscheid über konkrete Massnahmen im Sinne des Vorstosses. Er beantragt deshalb, die Motion abzulehnen, wird die darin aufgeführten Vorschläge jedoch schon im Rahmen der laufenden Arbeiten prüfen. Gestützt auf deren Ergebnis wird er entscheiden können, welche Massnahmen konkret zu ergreifen sind.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen gegen unerwünschte und schädliche Lichtemissionen zu ergreifen und einen Massnahmenplan zu deren Beschränkung vorzulegen. Zu prüfen sind dabei insbesondere</p><p>- ein Verbot von nicht notwendigen Beleuchtungen oder zumindest deren zeitliche Begrenzung;</p><p>- der Erlass von Lichtemissionsgrenzwerten;</p><p>- schweizweit einheitliche technische Beleuchtungsvorschriften sowie</p><p>- das Verbot himmelsgerichteter Beleuchtungen ohne Sicherheitsfunktion.</p>
- Lichtemissionen. Mehr Lebensqualität und weniger Energieverschwendung
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