Dezentrale Stromversorgung. Neue Situation bedingt neues strategisches Netz

ShortId
11.3458
Id
20113458
Updated
25.06.2025 00:33
Language
de
Title
Dezentrale Stromversorgung. Neue Situation bedingt neues strategisches Netz
AdditionalIndexing
66;elektrische Leitung;Kleinkraftwerk;Stromversorgung;Dezentralisierung;Sachplan;Hochspannungsleitung;erneuerbare Energie
1
  • L06K170303010101, Hochspannungsleitung
  • L06K170101060701, Stromversorgung
  • L04K01020412, Sachplan
  • L05K1703030101, elektrische Leitung
  • L04K01020406, Dezentralisierung
  • L03K170503, erneuerbare Energie
  • L04K17030204, Kleinkraftwerk
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Bundesrat hat Anfang 2009 im Sachplan Übertragungsleitungen das strategische Stromnetz und die dafür bis 2015 zu realisierenden Leitungsprojekte festgelegt. Obwohl es zu den energiepolitischen Zielen des Sachplans gehört, die dezentrale Energieproduktion zu fördern und erneuerbare Energieträger verstärkt zur Strom- und Wärmeerzeugung heranzuziehen, werden die konkreten Planungsprojekte diesen Zielen nur teilweise gerecht: Die im Sachplan enthaltenen Ausbauprojekte dienen auch der Netzintegration neuer Kernkraftwerke und der für die Veredelung des nächtlichen Atomstroms gedachten Pumpspeicherkraftwerke. Ein auf solche zentralen Produktions- und Versorgungsstrukturen ausgelegtes Stromnetz ist heute jedoch nicht mehr zeitgerecht. Nach der Nuklearkatastrophe in Japan und einer Abkehr breiter gesellschaftlicher Kreise von neuen Grosskraftwerken muss jetzt begonnen werden, eine Alternative zum bestehenden strategischen Netz auszuarbeiten. Dies sieht auch der Sachplan selbst vor: "Ein Aktualisierungsbedarf des Sachplans ist jeweils gegeben, wenn sich die Rahmenbedingungen (mögliche Entwicklungen, übergeordnete Rahmenziele, Planungsfortschritt) massgeblich geändert haben."</p><p>Bei der Ausarbeitung eines neuen strategischen Netzes muss vor allem dem rasch anwachsenden Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromversorgung hin zu einem dezentralen Stromversorgungssystem Rechnung getragen werden. Hier greift es wiederum zu kurz, sich nur auf den Bau neuer Leitungen zu konzentrieren - bei einer neuen strategischen Netzplanung muss es auch um die Entwicklung neuer Netz-Technologien, innovativer Speicher und einer optimierten Netz- und Nachfragesteuerung (hin zum Smart Grid) gehen, sodass eine optimale Verknüpfung von dezentralen Erzeugungstechnologien, aber auch eine bessere Steuerung von Erzeugung und Verbrauch vor Ort erreicht wird.</p><p>Wird die Umgestaltung der Stromnetze hin zu dezentralen Strukturen weiter in dem Tempo verfolgt wie bisher, könnte das Netz zum "Flaschenhals" für die Integration der erneuerbaren Energien in der Schweiz werden.</p>
  • <p>Der Sachplan Energienetze soll bereits 2011 verabschiedet werden können, damit unter anderem auch die notwendige Einbettung in das europäische Netz realisiert werden kann. Bei der Überprüfung der bestehenden Energiestrategie werden dezentrale Erzeugungsstrukturen, neue Netztechnologien und Smart Grids in die Untersuchungen mit einbezogen. Diese Erkenntnisse fliessen laufend in die Weiterentwicklung des Sachplans Übertragungsleitungen zu einem Sachplan Energienetze ein.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Aktualisierung des Sachplans Übertragungsleitungen zu veranlassen, die dem Ziel einer dezentralen Stromerzeugung Rechnung trägt. Diese Aktualisierung soll auch in die derzeitige Weiterentwicklung des Sachplans Übertragungsleitungen zu einem Sachplan Energienetze einfliessen.</p>
  • Dezentrale Stromversorgung. Neue Situation bedingt neues strategisches Netz
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Bundesrat hat Anfang 2009 im Sachplan Übertragungsleitungen das strategische Stromnetz und die dafür bis 2015 zu realisierenden Leitungsprojekte festgelegt. Obwohl es zu den energiepolitischen Zielen des Sachplans gehört, die dezentrale Energieproduktion zu fördern und erneuerbare Energieträger verstärkt zur Strom- und Wärmeerzeugung heranzuziehen, werden die konkreten Planungsprojekte diesen Zielen nur teilweise gerecht: Die im Sachplan enthaltenen Ausbauprojekte dienen auch der Netzintegration neuer Kernkraftwerke und der für die Veredelung des nächtlichen Atomstroms gedachten Pumpspeicherkraftwerke. Ein auf solche zentralen Produktions- und Versorgungsstrukturen ausgelegtes Stromnetz ist heute jedoch nicht mehr zeitgerecht. Nach der Nuklearkatastrophe in Japan und einer Abkehr breiter gesellschaftlicher Kreise von neuen Grosskraftwerken muss jetzt begonnen werden, eine Alternative zum bestehenden strategischen Netz auszuarbeiten. Dies sieht auch der Sachplan selbst vor: "Ein Aktualisierungsbedarf des Sachplans ist jeweils gegeben, wenn sich die Rahmenbedingungen (mögliche Entwicklungen, übergeordnete Rahmenziele, Planungsfortschritt) massgeblich geändert haben."</p><p>Bei der Ausarbeitung eines neuen strategischen Netzes muss vor allem dem rasch anwachsenden Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromversorgung hin zu einem dezentralen Stromversorgungssystem Rechnung getragen werden. Hier greift es wiederum zu kurz, sich nur auf den Bau neuer Leitungen zu konzentrieren - bei einer neuen strategischen Netzplanung muss es auch um die Entwicklung neuer Netz-Technologien, innovativer Speicher und einer optimierten Netz- und Nachfragesteuerung (hin zum Smart Grid) gehen, sodass eine optimale Verknüpfung von dezentralen Erzeugungstechnologien, aber auch eine bessere Steuerung von Erzeugung und Verbrauch vor Ort erreicht wird.</p><p>Wird die Umgestaltung der Stromnetze hin zu dezentralen Strukturen weiter in dem Tempo verfolgt wie bisher, könnte das Netz zum "Flaschenhals" für die Integration der erneuerbaren Energien in der Schweiz werden.</p>
    • <p>Der Sachplan Energienetze soll bereits 2011 verabschiedet werden können, damit unter anderem auch die notwendige Einbettung in das europäische Netz realisiert werden kann. Bei der Überprüfung der bestehenden Energiestrategie werden dezentrale Erzeugungsstrukturen, neue Netztechnologien und Smart Grids in die Untersuchungen mit einbezogen. Diese Erkenntnisse fliessen laufend in die Weiterentwicklung des Sachplans Übertragungsleitungen zu einem Sachplan Energienetze ein.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Aktualisierung des Sachplans Übertragungsleitungen zu veranlassen, die dem Ziel einer dezentralen Stromerzeugung Rechnung trägt. Diese Aktualisierung soll auch in die derzeitige Weiterentwicklung des Sachplans Übertragungsleitungen zu einem Sachplan Energienetze einfliessen.</p>
    • Dezentrale Stromversorgung. Neue Situation bedingt neues strategisches Netz

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