Strom sparen dank Nachfragelenkung

ShortId
11.3463
Id
20113463
Updated
14.11.2025 06:59
Language
de
Title
Strom sparen dank Nachfragelenkung
AdditionalIndexing
66;Stromversorgung;Energiepreis;elektrische Energie;Elektrizitätsindustrie;Energieverbrauch;Elektrohaushaltsgerät;Energieeinsparung
1
  • L04K17010107, Energieeinsparung
  • L06K170101060701, Stromversorgung
  • L05K1701010602, Energieverbrauch
  • L03K170303, Elektrizitätsindustrie
  • L04K17030301, elektrische Energie
  • L05K1701010605, Energiepreis
  • L05K0705060202, Elektrohaushaltsgerät
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Allzu häufig wird eine Steigerung des Strombedarfs als unausweichlich, gar als Zeichen für wirtschaftliche Gesundheit dargestellt, und die Stromproduzenten, die Umsatz und Gewinn steigern wollen, ermuntern zu höherem Stromverbrauch. Allerdings führt eine jährliche Steigerung des Verbrauchs von beispielsweise zwei Prozent dazu, dass in 30 Jahren doppelt so viel Strom wie heute konsumiert wird. Man stelle sich vor, dass in 30 Jahren zweimal so viele Staudämme, Hochspannungsleitungen und Atomkraftwerke vorhanden sind - dies ist schlichtweg kein gangbarer Weg. Folglich müssen wir das Niveau des Stromverbrauchs stabilisieren oder den Verbrauch gar senken.</p><p>Das einzige entwickelte Staatswesen im Westen, das diesem Anspruch langfristig gerecht wird, ist Kalifornien; im gleichen Zeitraum haben die meisten anderen US-Bundesstaaten ihren Stromverbrauch verdoppelt. In Kalifornien dagegen hat man Technologien und Methoden entwickelt, dank denen sich der Energieverbrauch der Konsumentinnen und Konsumenten optimieren liessen; gleichzeitig wurde dank der Nachfragelenkung (Demand Side Management) erreicht, dass die Kosten für die Infrastruktur gering geblieben sind.</p><p>Die in Kalifornien ergriffenen Massnahmen sollten die schweizerische Energiepolitik inspirieren. Der Bundesrat sollte Massnahmen vorschlagen, dank denen eine Reduktion des Stromverbrauchs und der Verbrauchsspitzen erreicht wird; gerade die Verbrauchsspitzen geben die Grössenordnung der Stromproduktion sowie der Transport- und Verteilinfrastruktur vor.</p><p>Der Bundesrat sollte insbesondere gesetzliche und regulatorische Massnahmen vorschlagen, damit:</p><p>- grundsätzlich die Gewinne der Stromproduzenten nicht unmittelbar mit dem Verkaufsvolumen von Elektrizität verknüpft sind;</p><p>- die Stromtarife progressiv ausgestaltet sind und so beschaffen sind, dass der Stromverbrauch und Verbrauchsspitzen (Verbrauchsanforderungen) minimiert werden;</p><p>- ein Teil der Einnahmen aus dem Stromverkauf für verbrauchssenkende Massnahmen seitens der Konsumentinnen und Konsumenten (Beratung, Aufforderung zum Ersatz wenig effizienter Geräte und Anlagen, Ersatz von Elektrizität durch erneuerbare thermische Energiequellen) eingesetzt wird;</p><p>- ein Teil der Gebühren, die an die Gemeinden ausgeschüttet werden, für die Nachfragelenkung eingesetzt wird.</p>
  • <p>Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan hat der Bundesrat am 23. März 2011 das UVEK mit der Erarbeitung neuer Energieszenarien und entsprechender Aktions- und Massnahmenpläne beauftragt. Schwerpunkt der durchzuführenden Arbeiten bildeten drei Stromangebotsszenarien: Weiterführung des bisherigen Strommixes mit allfälligem vorzeitigem Ersatz der ältesten drei Kernkraftwerke im Sinne höchstmöglicher Sicherheit (Variante 1); kein Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebszeit (Variante 2); vorzeitiger Ausstieg aus der Kernenergie, bestehende Kernkraftwerke werden vor Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebszeit abgestellt (Variante 3).</p><p>Gestützt auf die Ergebnisse dieser Arbeiten hat sich der Bundesrat am 25. Mai 2011 dafür ausgesprochen, die zukünftige Stromversorgung gemäss Variante 2 sicherzustellen. Für die Neuausrichtung der Energiepolitik prüft der Bundesrat bis im Herbst 2011 eine Reihe von Massnahmen, die dazu beitragen, Variante 2 umzusetzen. Dabei werden die in der Motion angebrachten Anliegen ebenfalls geprüft, insbesondere jene zu einem flexiblen Lastmanagement und progressiven Tarifen. Eine vollständige Entkoppelung der Gewinne vom Absatz der Energieversorgungsunternehmen ("decoupling") ist in einem System, bei dem die Kunden ihren Lieferanten frei wählen können, allerdings nicht umsetzbar. Es wird jedoch geprüft, welche Lehren aus dem Beispiel Kalifornien auf die Schweiz übertragbar sind. Weitere Massnahmen wie beispielsweise Beratungsangebote, Anreize zum Ersatz von veralteten Technologien oder die Substitution von Strom mit erneuerbaren Energien im Wärmebereich werden ebenfalls ausgearbeitet.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, die Motion abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gesetzliche Massnahmen vorzuschlagen mit dem Ziel, eine Stromersparnis zu erreichen und Verbrauchsspitzen zu reduzieren.</p>
  • Strom sparen dank Nachfragelenkung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Allzu häufig wird eine Steigerung des Strombedarfs als unausweichlich, gar als Zeichen für wirtschaftliche Gesundheit dargestellt, und die Stromproduzenten, die Umsatz und Gewinn steigern wollen, ermuntern zu höherem Stromverbrauch. Allerdings führt eine jährliche Steigerung des Verbrauchs von beispielsweise zwei Prozent dazu, dass in 30 Jahren doppelt so viel Strom wie heute konsumiert wird. Man stelle sich vor, dass in 30 Jahren zweimal so viele Staudämme, Hochspannungsleitungen und Atomkraftwerke vorhanden sind - dies ist schlichtweg kein gangbarer Weg. Folglich müssen wir das Niveau des Stromverbrauchs stabilisieren oder den Verbrauch gar senken.</p><p>Das einzige entwickelte Staatswesen im Westen, das diesem Anspruch langfristig gerecht wird, ist Kalifornien; im gleichen Zeitraum haben die meisten anderen US-Bundesstaaten ihren Stromverbrauch verdoppelt. In Kalifornien dagegen hat man Technologien und Methoden entwickelt, dank denen sich der Energieverbrauch der Konsumentinnen und Konsumenten optimieren liessen; gleichzeitig wurde dank der Nachfragelenkung (Demand Side Management) erreicht, dass die Kosten für die Infrastruktur gering geblieben sind.</p><p>Die in Kalifornien ergriffenen Massnahmen sollten die schweizerische Energiepolitik inspirieren. Der Bundesrat sollte Massnahmen vorschlagen, dank denen eine Reduktion des Stromverbrauchs und der Verbrauchsspitzen erreicht wird; gerade die Verbrauchsspitzen geben die Grössenordnung der Stromproduktion sowie der Transport- und Verteilinfrastruktur vor.</p><p>Der Bundesrat sollte insbesondere gesetzliche und regulatorische Massnahmen vorschlagen, damit:</p><p>- grundsätzlich die Gewinne der Stromproduzenten nicht unmittelbar mit dem Verkaufsvolumen von Elektrizität verknüpft sind;</p><p>- die Stromtarife progressiv ausgestaltet sind und so beschaffen sind, dass der Stromverbrauch und Verbrauchsspitzen (Verbrauchsanforderungen) minimiert werden;</p><p>- ein Teil der Einnahmen aus dem Stromverkauf für verbrauchssenkende Massnahmen seitens der Konsumentinnen und Konsumenten (Beratung, Aufforderung zum Ersatz wenig effizienter Geräte und Anlagen, Ersatz von Elektrizität durch erneuerbare thermische Energiequellen) eingesetzt wird;</p><p>- ein Teil der Gebühren, die an die Gemeinden ausgeschüttet werden, für die Nachfragelenkung eingesetzt wird.</p>
    • <p>Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan hat der Bundesrat am 23. März 2011 das UVEK mit der Erarbeitung neuer Energieszenarien und entsprechender Aktions- und Massnahmenpläne beauftragt. Schwerpunkt der durchzuführenden Arbeiten bildeten drei Stromangebotsszenarien: Weiterführung des bisherigen Strommixes mit allfälligem vorzeitigem Ersatz der ältesten drei Kernkraftwerke im Sinne höchstmöglicher Sicherheit (Variante 1); kein Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebszeit (Variante 2); vorzeitiger Ausstieg aus der Kernenergie, bestehende Kernkraftwerke werden vor Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebszeit abgestellt (Variante 3).</p><p>Gestützt auf die Ergebnisse dieser Arbeiten hat sich der Bundesrat am 25. Mai 2011 dafür ausgesprochen, die zukünftige Stromversorgung gemäss Variante 2 sicherzustellen. Für die Neuausrichtung der Energiepolitik prüft der Bundesrat bis im Herbst 2011 eine Reihe von Massnahmen, die dazu beitragen, Variante 2 umzusetzen. Dabei werden die in der Motion angebrachten Anliegen ebenfalls geprüft, insbesondere jene zu einem flexiblen Lastmanagement und progressiven Tarifen. Eine vollständige Entkoppelung der Gewinne vom Absatz der Energieversorgungsunternehmen ("decoupling") ist in einem System, bei dem die Kunden ihren Lieferanten frei wählen können, allerdings nicht umsetzbar. Es wird jedoch geprüft, welche Lehren aus dem Beispiel Kalifornien auf die Schweiz übertragbar sind. Weitere Massnahmen wie beispielsweise Beratungsangebote, Anreize zum Ersatz von veralteten Technologien oder die Substitution von Strom mit erneuerbaren Energien im Wärmebereich werden ebenfalls ausgearbeitet.</p><p>Bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat wird der Bundesrat im Zweitrat beantragen, die Motion abzuändern.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gesetzliche Massnahmen vorzuschlagen mit dem Ziel, eine Stromersparnis zu erreichen und Verbrauchsspitzen zu reduzieren.</p>
    • Strom sparen dank Nachfragelenkung

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