Demografische Entwicklung und Auswirkung auf die duale Berufsbildung

ShortId
11.3483
Id
20113483
Updated
25.06.2025 00:07
Language
de
Title
Demografische Entwicklung und Auswirkung auf die duale Berufsbildung
AdditionalIndexing
32;duales Bildungssystem;Lehre;Qualitätssicherung;berufliche Bildung;Bevölkerungsentwicklung
1
  • L04K13020205, duales Bildungssystem
  • L06K070305020401, Qualitätssicherung
  • L03K010704, Bevölkerungsentwicklung
  • L04K13020204, Lehre
  • L03K130202, berufliche Bildung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Bildungsbericht 2010 wird ausgeführt (siehe S. 144f.), dass bei sinkender Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern, wovon mittelfristig auszugehen ist, die Quote der dual Ausgebildeten absinkt, wohingegen die Quote der Auszubildenden in den allgemeinbildenden Typen der Sekundarstufe II stabil bleibt. Das bedeutet, dass eine sinkende Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern weitestgehend zulasten der dualen Ausbildung geht. Es ist gemäss Bildungsbericht zu befürchten, dass erstens die Quote der dual Ausgebildeten im Verhältnis zu den in den allgemeinbildenden Typen Ausgebildeten sinkt und dass zweitens die Leistungsbereitschaft im Bereich der dualen Berufsbildung sinkt, da die allgemeinbildenden Typen der Sekundarstufe II tendenziell das obere und mittlere Segment der Leistungsfähigkeit abdecken. Dies soll dazu führen, dass sich die Anbieter von Lehrstellen in gewissen Segmenten tendenziell zurückziehen könnten.</p>
  • <p>Die Berufsbildung ist ein Eckpfeiler der schweizerischen Wirtschaft. Gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte tragen zur hohen Qualität des Werkplatzes Schweiz bei, was für die Volkswirtschaft als Ganzes von grosser Bedeutung ist. Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass die Unternehmungen weiterhin ihren Nachwuchs an adäquat ausgebildetem Personal sicherstellen können und entsprechend Ausbildungsplätze anbieten.</p><p>In den letzten Jahren haben Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt ein abgestimmtes Instrumentarium an Massnahmen entwickelt, um allfälligen Ungleichgewichten auf dem Lehrstellenmarkt entgegenzuwirken (Art. 1 und Art. 13 des Berufsbildungsgesetzes).</p><p>Auf der Angebotsseite stehen verschiedene Instrumente bereit, damit die Berufsbildung für leistungsstarke Jugendliche weiterhin attraktiv bleibt:</p><p>- Kognitiv anspruchsvolle berufliche Grundbildungen wie beispielsweise im High-Tech-Bereich tragen zur Attraktivitätssteigerung der Berufsbildung bei.</p><p>- Ein durchlässiges Berufsbildungssystem ermöglicht Karrieren: Nach der beruflichen Grundbildung kann man sich auf Tertiärstufe im Rahmen der höheren Berufsbildung auf Fach- und Führungsfunktionen vorbereiten. Ausserdem bietet die Berufsmaturität Zugang zu den Fachhochschulen. Mit einer Passerellen-Prüfung ist auch ein Übertritt an die Universitäten/ETH möglich.</p><p>- Die Organisationen der Arbeitswelt sprechen mit Berufswerbung die Jugendlichen auf ihre Lehrberufe an. Bund und Kantone unterstützen diese Massnahmen mit allgemeinen Informationen zur Berufsbildung wie zum Beispiel im Rahmen der Berufsbildungskampagne "Berufsbildungplus.ch" oder mit finanziellen Beiträgen an Berufsmessen.</p><p>- Nationale und internationale Berufswettbewerbe für junge Berufsleute fördern die Elite. Bestresultate an den Wettbewerben zeigen das Potenzial an gut qualifizierten Arbeitskräften auf und machen in der breiten Öffentlichkeit auf Karrieremöglichkeiten in der Berufsbildung aufmerksam.</p><p>Auf der Nachfrageseite stehen den Jugendlichen Berufsinformation und Beratung, Lehrstellennachweise und individuelle Begleitung wie Coaching- und Mentoring-Programme zur Verfügung. Allfällige Defizite werden durch Brückenangebote im Anschluss an die obligatorische Schulzeit und Stützkurse während der beruflichen Grundbildung behoben. Ziel ist es, dass die Lernenden die von der Wirtschaft definierten beziehungsweise vom Arbeitsmarkt geforderten Qualifikationsniveaus erreichen und dass die Qualität der jungen Berufsleute konstant gehalten werden kann.</p><p>Mittels des halbjährlich erhobenen Lehrstellenbarometers und monatlicher Trendumfragen bei den Kantonen wird die Situation auf dem Lehrstellenmarkt regelmässig beobachtet. Diese Instrumente erlauben es, rechtzeitig festzustellen, ob es für die Unternehmen schwieriger wird, geeignete Lernende zu finden. Bei Bedarf beschliesst die jährliche nationale Lehrstellenkonferenz auf Regierungs- und Dachverbandsebene gemeinsame strategische Massnahmen.</p><p>Als Massnahme im Sinne des Postulates kann auch die Sicherstellung der Qualität der gymnasialen Abschlüsse gewertet werden. Bund und Kantone werden gemäss Erklärung 2011 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz gemeinsam Massnahmen prüfen, wie die Studierfähigkeit der Maturandinnen und Maturanden und damit der allgemeine Hochschulzugang mit gymnasialer Maturität langfristig sichergestellt werden können.</p><p>Aufgrund all dieser Massnahmen erachtet der Bundesrat die Forderungen des Postulates als bereits erfüllt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche Massnahmen ergriffen werden können, um bei sinkender Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern die Qualität und die Quote der dual ausgebildeten Jugendlichen aufrechtzuerhalten.</p>
  • Demografische Entwicklung und Auswirkung auf die duale Berufsbildung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Bildungsbericht 2010 wird ausgeführt (siehe S. 144f.), dass bei sinkender Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern, wovon mittelfristig auszugehen ist, die Quote der dual Ausgebildeten absinkt, wohingegen die Quote der Auszubildenden in den allgemeinbildenden Typen der Sekundarstufe II stabil bleibt. Das bedeutet, dass eine sinkende Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern weitestgehend zulasten der dualen Ausbildung geht. Es ist gemäss Bildungsbericht zu befürchten, dass erstens die Quote der dual Ausgebildeten im Verhältnis zu den in den allgemeinbildenden Typen Ausgebildeten sinkt und dass zweitens die Leistungsbereitschaft im Bereich der dualen Berufsbildung sinkt, da die allgemeinbildenden Typen der Sekundarstufe II tendenziell das obere und mittlere Segment der Leistungsfähigkeit abdecken. Dies soll dazu führen, dass sich die Anbieter von Lehrstellen in gewissen Segmenten tendenziell zurückziehen könnten.</p>
    • <p>Die Berufsbildung ist ein Eckpfeiler der schweizerischen Wirtschaft. Gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte tragen zur hohen Qualität des Werkplatzes Schweiz bei, was für die Volkswirtschaft als Ganzes von grosser Bedeutung ist. Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass die Unternehmungen weiterhin ihren Nachwuchs an adäquat ausgebildetem Personal sicherstellen können und entsprechend Ausbildungsplätze anbieten.</p><p>In den letzten Jahren haben Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt ein abgestimmtes Instrumentarium an Massnahmen entwickelt, um allfälligen Ungleichgewichten auf dem Lehrstellenmarkt entgegenzuwirken (Art. 1 und Art. 13 des Berufsbildungsgesetzes).</p><p>Auf der Angebotsseite stehen verschiedene Instrumente bereit, damit die Berufsbildung für leistungsstarke Jugendliche weiterhin attraktiv bleibt:</p><p>- Kognitiv anspruchsvolle berufliche Grundbildungen wie beispielsweise im High-Tech-Bereich tragen zur Attraktivitätssteigerung der Berufsbildung bei.</p><p>- Ein durchlässiges Berufsbildungssystem ermöglicht Karrieren: Nach der beruflichen Grundbildung kann man sich auf Tertiärstufe im Rahmen der höheren Berufsbildung auf Fach- und Führungsfunktionen vorbereiten. Ausserdem bietet die Berufsmaturität Zugang zu den Fachhochschulen. Mit einer Passerellen-Prüfung ist auch ein Übertritt an die Universitäten/ETH möglich.</p><p>- Die Organisationen der Arbeitswelt sprechen mit Berufswerbung die Jugendlichen auf ihre Lehrberufe an. Bund und Kantone unterstützen diese Massnahmen mit allgemeinen Informationen zur Berufsbildung wie zum Beispiel im Rahmen der Berufsbildungskampagne "Berufsbildungplus.ch" oder mit finanziellen Beiträgen an Berufsmessen.</p><p>- Nationale und internationale Berufswettbewerbe für junge Berufsleute fördern die Elite. Bestresultate an den Wettbewerben zeigen das Potenzial an gut qualifizierten Arbeitskräften auf und machen in der breiten Öffentlichkeit auf Karrieremöglichkeiten in der Berufsbildung aufmerksam.</p><p>Auf der Nachfrageseite stehen den Jugendlichen Berufsinformation und Beratung, Lehrstellennachweise und individuelle Begleitung wie Coaching- und Mentoring-Programme zur Verfügung. Allfällige Defizite werden durch Brückenangebote im Anschluss an die obligatorische Schulzeit und Stützkurse während der beruflichen Grundbildung behoben. Ziel ist es, dass die Lernenden die von der Wirtschaft definierten beziehungsweise vom Arbeitsmarkt geforderten Qualifikationsniveaus erreichen und dass die Qualität der jungen Berufsleute konstant gehalten werden kann.</p><p>Mittels des halbjährlich erhobenen Lehrstellenbarometers und monatlicher Trendumfragen bei den Kantonen wird die Situation auf dem Lehrstellenmarkt regelmässig beobachtet. Diese Instrumente erlauben es, rechtzeitig festzustellen, ob es für die Unternehmen schwieriger wird, geeignete Lernende zu finden. Bei Bedarf beschliesst die jährliche nationale Lehrstellenkonferenz auf Regierungs- und Dachverbandsebene gemeinsame strategische Massnahmen.</p><p>Als Massnahme im Sinne des Postulates kann auch die Sicherstellung der Qualität der gymnasialen Abschlüsse gewertet werden. Bund und Kantone werden gemäss Erklärung 2011 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz gemeinsam Massnahmen prüfen, wie die Studierfähigkeit der Maturandinnen und Maturanden und damit der allgemeine Hochschulzugang mit gymnasialer Maturität langfristig sichergestellt werden können.</p><p>Aufgrund all dieser Massnahmen erachtet der Bundesrat die Forderungen des Postulates als bereits erfüllt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche Massnahmen ergriffen werden können, um bei sinkender Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern die Qualität und die Quote der dual ausgebildeten Jugendlichen aufrechtzuerhalten.</p>
    • Demografische Entwicklung und Auswirkung auf die duale Berufsbildung

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