Bericht zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft
- ShortId
-
11.3537
- Id
-
20113537
- Updated
-
24.06.2025 23:41
- Language
-
de
- Title
-
Bericht zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft
- AdditionalIndexing
-
55;28;15;Landwirt/in;Bericht;Sozialrecht;Arbeitsrecht;landwirtschaftliches Einkommen;landwirtschaftlicher Familienbetrieb;Frauenarbeit;mitarbeitende/r Familienangehörige/r;sozialer Schutz;landwirtschaftliches Grundeigentum;Statistik;Frau
- 1
-
- L05K1401050601, Landwirt/in
- L05K0702030205, Frauenarbeit
- L05K1401050104, landwirtschaftliches Einkommen
- L04K07020402, Arbeitsrecht
- L05K0702020113, mitarbeitende/r Familienangehörige/r
- L05K1401050503, landwirtschaftlicher Familienbetrieb
- L02K0104, sozialer Schutz
- L05K0107010301, Frau
- L03K020206, Bericht
- L03K020218, Statistik
- L04K01040212, Sozialrecht
- L04K14010502, landwirtschaftliches Grundeigentum
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Frauen leisten in der Schweizer Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag. Viele Bäuerinnen und Landfrauen sind dabei einer dreifachen Belastung ausgesetzt: Neben der Arbeit auf dem Betrieb gehen viele einer ausserbetrieblichen Tätigkeit nach und sind für die Familien- und Haushaltsarbeit verantwortlich. Diese hohe Arbeitsleistung von Frauen wird jedoch bisher kaum anerkannt. Bäuerinnen sind in der Landwirtschaft sowohl ökonomisch, sozial wie rechtlich gegenüber den Männern benachteiligt. Konkret die Folgen davon sind: Im Falle einer Scheidung bleiben Land und Betrieb im Besitz des Mannes, während die Frau oft leer ausgeht, selbst wenn z. B. ihr Einkommen den landwirtschaftlichen Betrieb jahrelang quersubventioniert hat. Auch stellt der Landwirtschaftsbericht 2010 eine deutliche Verschlechterung der Gesundheitssituation von Bäuerinnen und Landfrauen fest. Um diese Situation verbessern zu können, braucht es u. a. eine adäquate statistische Erfassung der Situation. Erstaunlicherweise liegen jedoch kaum Zahlen vor. Weder können klare Angaben zum Besitz von Frauen an Land und Betrieb gemacht werden, noch sagen die Schweizer Statistiken etwas über den Anteil aus, den Frauen mit ihrer Arbeit - inner- wie ausserbetrieblich - zum Familieneinkommen in der Landwirtschaft beitragen.</p>
- <p>Gemäss der Verordnung über die Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (SR 919.118) hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Aufgabe, die ökonomische, soziale und ökologische Lage in der Landwirtschaft zu untersuchen und über die Ergebnisse im Agrarbericht Bericht zu erstatten. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde im Jahr 2002 ein Projekt zur Rolle der Frauen in der Landwirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Agrarbericht 2002 veröffentlicht.</p><p>Im Rahmen der Evaluation der Agrarpolitik führt das Bundesamt für Landwirtschaft zusammen mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon 2012 erneut eine Studie über die Frauen in der Landwirtschaft durch. Darin werden auch die im Postulat aufgeworfenen Fragen behandelt. Die Resultate werden im Agrarbericht 2012 publiziert. Die Studie dient ebenfalls als Grundlage für die Umsetzung einer Empfehlung des Ausschusses "Committee on the Elimination of Discrimination against Women (Cedaw)" aus dem Jahr 2009 über die Situation der Frauen in der Schweizer Landwirtschaft (Uno/Cedaw/C/CHE/CO/3 § 39-40, "Die Frauen im ländlichen Raum"). Die Schweiz soll in ihrem periodischen Bericht 2014 an die Cedaw zu diesem Thema eine Untersuchung vorstellen. Diese ist Teil des "Cedaw-Aktionsplanes" der Bundesverwaltung, der vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann geleitet wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, einen Bericht mit Daten über die Situation von Frauen in der Schweizer Landwirtschaft vorzulegen. Insbesondere sind statistische Angaben zu folgenden Bereichen notwendig:</p><p>1. Wie viele Betriebe sind im Besitz von Frauen? Wie viele werden von ihnen geführt? Wie viele Frauen sind rechtlich mit ihrem Mann gleichgestellte Partnerinnen in der Betriebsführung und als solche sozialversicherungstechnisch registriert? Wie ist die rechtliche Situation der übrigen Bäuerinnen innerhalb der Betriebe?</p><p>2. Wie hoch ist der Anteil, den die Bäuerinnen zum steuerbaren Einkommen der Familien beitragen?</p><p>3. Wie kann die bisher unbezahlte Arbeit von Frauen (u. a. Direktvermarktung, Agrotourismus, Gemüsegärten, Haus- und Familienarbeit) auf dem Betrieb angemessen erfasst und u. a. für die Berechnung der Standards-Arbeitskraft einbezogen werden?</p><p>4. Wie sind Frauen in der Landwirtschaft ökonomisch, sozial und rechtlich abgesichert?</p><p>5. Wie ist der Landbesitz in der Schweiz nach Frauen und Männern verteilt? Wie viele Bauernbetriebe werden an weibliche Nachkommen übertragen?</p>
- Bericht zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Frauen leisten in der Schweizer Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag. Viele Bäuerinnen und Landfrauen sind dabei einer dreifachen Belastung ausgesetzt: Neben der Arbeit auf dem Betrieb gehen viele einer ausserbetrieblichen Tätigkeit nach und sind für die Familien- und Haushaltsarbeit verantwortlich. Diese hohe Arbeitsleistung von Frauen wird jedoch bisher kaum anerkannt. Bäuerinnen sind in der Landwirtschaft sowohl ökonomisch, sozial wie rechtlich gegenüber den Männern benachteiligt. Konkret die Folgen davon sind: Im Falle einer Scheidung bleiben Land und Betrieb im Besitz des Mannes, während die Frau oft leer ausgeht, selbst wenn z. B. ihr Einkommen den landwirtschaftlichen Betrieb jahrelang quersubventioniert hat. Auch stellt der Landwirtschaftsbericht 2010 eine deutliche Verschlechterung der Gesundheitssituation von Bäuerinnen und Landfrauen fest. Um diese Situation verbessern zu können, braucht es u. a. eine adäquate statistische Erfassung der Situation. Erstaunlicherweise liegen jedoch kaum Zahlen vor. Weder können klare Angaben zum Besitz von Frauen an Land und Betrieb gemacht werden, noch sagen die Schweizer Statistiken etwas über den Anteil aus, den Frauen mit ihrer Arbeit - inner- wie ausserbetrieblich - zum Familieneinkommen in der Landwirtschaft beitragen.</p>
- <p>Gemäss der Verordnung über die Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (SR 919.118) hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Aufgabe, die ökonomische, soziale und ökologische Lage in der Landwirtschaft zu untersuchen und über die Ergebnisse im Agrarbericht Bericht zu erstatten. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde im Jahr 2002 ein Projekt zur Rolle der Frauen in der Landwirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Agrarbericht 2002 veröffentlicht.</p><p>Im Rahmen der Evaluation der Agrarpolitik führt das Bundesamt für Landwirtschaft zusammen mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon 2012 erneut eine Studie über die Frauen in der Landwirtschaft durch. Darin werden auch die im Postulat aufgeworfenen Fragen behandelt. Die Resultate werden im Agrarbericht 2012 publiziert. Die Studie dient ebenfalls als Grundlage für die Umsetzung einer Empfehlung des Ausschusses "Committee on the Elimination of Discrimination against Women (Cedaw)" aus dem Jahr 2009 über die Situation der Frauen in der Schweizer Landwirtschaft (Uno/Cedaw/C/CHE/CO/3 § 39-40, "Die Frauen im ländlichen Raum"). Die Schweiz soll in ihrem periodischen Bericht 2014 an die Cedaw zu diesem Thema eine Untersuchung vorstellen. Diese ist Teil des "Cedaw-Aktionsplanes" der Bundesverwaltung, der vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann geleitet wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, einen Bericht mit Daten über die Situation von Frauen in der Schweizer Landwirtschaft vorzulegen. Insbesondere sind statistische Angaben zu folgenden Bereichen notwendig:</p><p>1. Wie viele Betriebe sind im Besitz von Frauen? Wie viele werden von ihnen geführt? Wie viele Frauen sind rechtlich mit ihrem Mann gleichgestellte Partnerinnen in der Betriebsführung und als solche sozialversicherungstechnisch registriert? Wie ist die rechtliche Situation der übrigen Bäuerinnen innerhalb der Betriebe?</p><p>2. Wie hoch ist der Anteil, den die Bäuerinnen zum steuerbaren Einkommen der Familien beitragen?</p><p>3. Wie kann die bisher unbezahlte Arbeit von Frauen (u. a. Direktvermarktung, Agrotourismus, Gemüsegärten, Haus- und Familienarbeit) auf dem Betrieb angemessen erfasst und u. a. für die Berechnung der Standards-Arbeitskraft einbezogen werden?</p><p>4. Wie sind Frauen in der Landwirtschaft ökonomisch, sozial und rechtlich abgesichert?</p><p>5. Wie ist der Landbesitz in der Schweiz nach Frauen und Männern verteilt? Wie viele Bauernbetriebe werden an weibliche Nachkommen übertragen?</p>
- Bericht zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft
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