Atomunfall in Lucens im Jahr 1969. Sanierungskosten

ShortId
11.3653
Id
20113653
Updated
28.07.2023 11:27
Language
de
Title
Atomunfall in Lucens im Jahr 1969. Sanierungskosten
AdditionalIndexing
66;52;nuklearer Unfall;Kernreaktor;Kontrolle;Kostenrechnung;radioaktive Verseuchung;Waadt;Strahlenschutz
1
  • L05K1703010601, nuklearer Unfall
  • L05K1703020102, Kernreaktor
  • L04K06020312, radioaktive Verseuchung
  • L04K08020313, Kontrolle
  • L05K0703020201, Kostenrechnung
  • L05K0301010120, Waadt
  • L05K1703010603, Strahlenschutz
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>1. Die Arbeiten im Hinblick auf die Aufhebung der atomrechtlichen Aufsicht bestanden vor allem in den folgenden Schritten:</p><p>- Einrichtung eines Entwässerungssystems um die unterirdischen Bauten (Kavernen);</p><p>- Verlegung und Betrieb einer besonders geschützten Leitung für den direkten Abfluss der mit dem System gesammelten Wasser in die Broye;</p><p>- Verfüllung einzelner Kavernen mit Füllbeton; und</p><p>- Errichtung eines Zaunes, der die für die Behälter bestimmte Parzelle umgrenzt und damit den Zutritt regelt, sowie Bau einer Sichtblende, um den Schutz vor der Strahlung dieser Behälter zu vervollständigen.</p><p>Der Bundesrat kam am 3. Dezember 2004 zum Schluss, das einstige Versuchsatomkraftwerk Lucens sei vollständig stillgelegt und stelle keine Atomanlage im Sinne des früheren Atomgesetzes mehr dar.</p><p>2. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist verantwortlich für die Überwachung der Radioaktivität der Umwelt in der Schweiz. Deshalb und seit dem Unfall überwacht es Proben des Sickerwassers des früheren Versuchskraftwerks Lucens. Die Proben werden alle zwei Wochen entnommen und im Institut für angewandte Radiophysik des Kantons Waadt in Lausanne untersucht. Die überwachten Radionuklide sind das Tritium, das Strontium-90 und Gammastrahler. Der in den letzten zehn Jahren gemessene Gehalt an Sr-90 liegt unterhalb der Nachweisgrenze von etwa 5 Milli-Becquerel pro Liter (Toleranzwert für das Trinkwasser: 1000 Milli-Becquerel pro Liter). Das Tritium kann festgestellt werden und liegt im Mittel bei 10 Becquerel pro Liter (Toleranzwert für das Trinkwasser: 1000 Becquerel pro Liter). Gammastrahler wie beispielsweise das Cs-137 und das Co-60 wurden nicht festgestellt. Die Resultate werden in den Jahresberichten der Abteilung Strahlenschutz des BAG veröffentlicht.</p><p>3. Seit 2004 sind am Standort Lucens keine radioaktiven Abfälle mehr vorhanden.</p><p>4. Wie bereits in der Botschaft vom 18. März 1991 über die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Stilllegung des Versuchsatomkraftwerks Lucens/VD (BBl 1991 V 420) vermerkt, beteiligte sich der Bund mit 5 Millionen Franken an den Kosten zur definitiven Stilllegung, welche sich auf total 16 Millionen beliefen. In seiner Bau- und Betriebsbewilligung für das Zentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen vom 21. August 1996 entschied der Bundesrat, dass die Zwilag (Zwischenlager Würenlingen AG) Eigentümerin der Behälter mit radioaktiven Abfällen aus dem Versuchsatomkraftwerk Lucens sei. Die Zwilag ist verantwortlich für ihre Behandlung und ihre zukünftige Lagerung in einem geologischen Tiefenlager. Das Vermögen der Nationalen Gesellschaft zur Förderung der industriellen Atomtechnik, der Betreiberin des Kraftwerks Lucens, betrug rund 7,5 Millionen Franken und wurde der Zwilag überwiesen, um die Kosten der Behandlung und der späteren Entsorgung der Behälter mit radioaktiven Abfällen zu decken.</p><p>5. Für den Bund sind keine zusätzlichen Kosten zu erwarten.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Im Jahr 1969 führte ein Atomunfall in Lucens im Kanton Waadt zu einer Kernschmelze im Reaktor.</p><p>Ich ersuche den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Massnahmen wurden damals getroffen, um die Dekontamination der Anlage zu gewährleisten und die Entwicklungen zu beobachten?</p><p>2. Warum wird die Anlage bis heute beobachtet, und was sind die bisherigen Ergebnisse dieser Beobachtung?</p><p>3. Ist in der Kaverne und der Umgebung von Lucens noch Radioaktivität vorhanden?</p><p>4. Wie hoch sind die Gesamtkosten, die bisher für die Dekontamination, die Beobachtung und die Lagerung radioaktiver Abfälle angefallen sind?</p><p>5. Mit welchen Kosten ist in Zukunft noch zu rechnen?</p>
  • Atomunfall in Lucens im Jahr 1969. Sanierungskosten
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Die Arbeiten im Hinblick auf die Aufhebung der atomrechtlichen Aufsicht bestanden vor allem in den folgenden Schritten:</p><p>- Einrichtung eines Entwässerungssystems um die unterirdischen Bauten (Kavernen);</p><p>- Verlegung und Betrieb einer besonders geschützten Leitung für den direkten Abfluss der mit dem System gesammelten Wasser in die Broye;</p><p>- Verfüllung einzelner Kavernen mit Füllbeton; und</p><p>- Errichtung eines Zaunes, der die für die Behälter bestimmte Parzelle umgrenzt und damit den Zutritt regelt, sowie Bau einer Sichtblende, um den Schutz vor der Strahlung dieser Behälter zu vervollständigen.</p><p>Der Bundesrat kam am 3. Dezember 2004 zum Schluss, das einstige Versuchsatomkraftwerk Lucens sei vollständig stillgelegt und stelle keine Atomanlage im Sinne des früheren Atomgesetzes mehr dar.</p><p>2. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist verantwortlich für die Überwachung der Radioaktivität der Umwelt in der Schweiz. Deshalb und seit dem Unfall überwacht es Proben des Sickerwassers des früheren Versuchskraftwerks Lucens. Die Proben werden alle zwei Wochen entnommen und im Institut für angewandte Radiophysik des Kantons Waadt in Lausanne untersucht. Die überwachten Radionuklide sind das Tritium, das Strontium-90 und Gammastrahler. Der in den letzten zehn Jahren gemessene Gehalt an Sr-90 liegt unterhalb der Nachweisgrenze von etwa 5 Milli-Becquerel pro Liter (Toleranzwert für das Trinkwasser: 1000 Milli-Becquerel pro Liter). Das Tritium kann festgestellt werden und liegt im Mittel bei 10 Becquerel pro Liter (Toleranzwert für das Trinkwasser: 1000 Becquerel pro Liter). Gammastrahler wie beispielsweise das Cs-137 und das Co-60 wurden nicht festgestellt. Die Resultate werden in den Jahresberichten der Abteilung Strahlenschutz des BAG veröffentlicht.</p><p>3. Seit 2004 sind am Standort Lucens keine radioaktiven Abfälle mehr vorhanden.</p><p>4. Wie bereits in der Botschaft vom 18. März 1991 über die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Stilllegung des Versuchsatomkraftwerks Lucens/VD (BBl 1991 V 420) vermerkt, beteiligte sich der Bund mit 5 Millionen Franken an den Kosten zur definitiven Stilllegung, welche sich auf total 16 Millionen beliefen. In seiner Bau- und Betriebsbewilligung für das Zentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen vom 21. August 1996 entschied der Bundesrat, dass die Zwilag (Zwischenlager Würenlingen AG) Eigentümerin der Behälter mit radioaktiven Abfällen aus dem Versuchsatomkraftwerk Lucens sei. Die Zwilag ist verantwortlich für ihre Behandlung und ihre zukünftige Lagerung in einem geologischen Tiefenlager. Das Vermögen der Nationalen Gesellschaft zur Förderung der industriellen Atomtechnik, der Betreiberin des Kraftwerks Lucens, betrug rund 7,5 Millionen Franken und wurde der Zwilag überwiesen, um die Kosten der Behandlung und der späteren Entsorgung der Behälter mit radioaktiven Abfällen zu decken.</p><p>5. Für den Bund sind keine zusätzlichen Kosten zu erwarten.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Im Jahr 1969 führte ein Atomunfall in Lucens im Kanton Waadt zu einer Kernschmelze im Reaktor.</p><p>Ich ersuche den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Massnahmen wurden damals getroffen, um die Dekontamination der Anlage zu gewährleisten und die Entwicklungen zu beobachten?</p><p>2. Warum wird die Anlage bis heute beobachtet, und was sind die bisherigen Ergebnisse dieser Beobachtung?</p><p>3. Ist in der Kaverne und der Umgebung von Lucens noch Radioaktivität vorhanden?</p><p>4. Wie hoch sind die Gesamtkosten, die bisher für die Dekontamination, die Beobachtung und die Lagerung radioaktiver Abfälle angefallen sind?</p><p>5. Mit welchen Kosten ist in Zukunft noch zu rechnen?</p>
    • Atomunfall in Lucens im Jahr 1969. Sanierungskosten

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