Strategie zur Stärkung der gesellschaftlichen Mitte

ShortId
11.3670
Id
20113670
Updated
28.07.2023 08:21
Language
de
Title
Strategie zur Stärkung der gesellschaftlichen Mitte
AdditionalIndexing
28;soziale Entwicklung;Kaufkraft;soziale Unterstützung;Sozialpolitik;Regierungsprogramm;Mittelschicht;sozio-ökonomische Verhältnisse;niedriges Einkommen;Lebenshaltungskosten;Einkommensverteilung
1
  • L05K0109010105, Mittelschicht
  • L06K080602010102, Regierungsprogramm
  • L03K010402, Sozialpolitik
  • L03K010404, soziale Unterstützung
  • L05K0704050205, Einkommensverteilung
  • L06K070405020501, niedriges Einkommen
  • L04K01090402, sozio-ökonomische Verhältnisse
  • L05K0704020204, Lebenshaltungskosten
  • L04K01090404, soziale Entwicklung
  • L05K0704050209, Kaufkraft
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Verschiedene neuere Studien (z. B. Schweizerischer Angestelltenverband; Schweizerischer Gewerkschaftsbund, SGB) lassen den Schluss zu, dass der Mittelstand und dabei vor allem der untere und mittlere Mittelstand zunehmend unter Druck kommen. So weist die Studie des Angestelltenverbandes nach, dass zwischen 2006 und 2008 eine Umverteilung zulasten der einkommensschwachen Haushalte und des Mittelstandes stattgefunden hat, während die einkommensstarken Haushalte anteilsmässig sowohl beim Bruttoeinkommen als auch beim verfügbaren Vermögen zugelegt haben. Ähnliches zeigt auch der Verteilungsbericht des SGB.</p><p>Diese Entwicklung ist fatal. Bei den mittleren Einkommensgruppen, also dem Journalisten, der Pöstlerin, der Pflegefachfrau, dem Polier, der Bankangestellten, der Lehrerin, dem juristischen Sachbearbeiter, dem Architekten, dem Schreiner, dem Ingenieur oder der Weinhändlerin - um dem Mittelstand ein Gesicht zu geben -, macht sich das Gefühl breit: Ich arbeite immer mehr und komme doch nicht vom Fleck. Für eine freie Gesellschaft ist ein starker Mittelstand zentral. Es ist die Stütze für eine Politik des gesellschaftlichen Engagements, des Ausgleichs und des Masses. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat aufgefordert, mit konkreten Reformprojekten und Massnahmen aufzuzeigen, wie die mittleren Einkommensgruppen in den nächsten Jahren gestärkt werden können.</p>
  • <p>Die Motion fordert eine Strategie zur Stärkung des unteren und mittleren Mittelstandes. Gemäss inhaltlicher Beschreibung der Forderung geht es um die Erhöhung des verfügbaren Einkommens und Vermögens dieser Einkommensgruppen, also um deren absolute Besserstellung.</p><p>Die Förderung des Wohlstands des Landes gehört zu den obersten Zielsetzungen des Bundesrates. Dabei hängt der Wohlstand nicht nur vom Wachstum des Sozialprodukts, sondern auch von dessen Verteilung ab. Deshalb will der Bundesrat im Rahmen seiner Wachstumspolitik die wirtschaftliche Prosperität der Schweiz durch geeignete Massnahmen fördern. Gleichzeitig stellt die staatliche Umverteilung über das Steuer-Transfersystem und das staatliche Angebot an Gütern und Dienstleistungen sicher, dass alle gesellschaftlichen Gruppen angemessen am Wohlstand des Landes teilhaben. Der Bundesrat berücksichtigt deshalb bei all seinen Vorlagen die Wachstums- und Verteilungswirkungen und wägt bei Zielkonflikten zwischen den beiden ab. Angesichts der staatspolitischen Bedeutung eines starken Mittelstandes trägt er den Anliegen dieser Bevölkerungsgruppe besonders Rechnung. Dazu bedarf es jedoch keiner gesonderten Strategie. Letztlich ist es ohnehin Aufgabe des Parlamentes, in Kenntnis der Wachstums- und Verteilungswirkungen der einzelnen Vorlagen Kosten und Nutzen angemessen auf die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen zu verteilen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Legislaturziele eine Strategie zur Stärkung der mittleren Einkommensgruppen vorzulegen. Dabei ist von den Wirkungen der einzelnen politischen Massnahmen auszugehen (also vom verfügbaren Einkommen und Vermögen bzw. von der Frage: Was bleibt den Menschen nach Abzug aller Steuern und obligatorischer Ausgaben im Portemonnaie?).</p>
  • Strategie zur Stärkung der gesellschaftlichen Mitte
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Verschiedene neuere Studien (z. B. Schweizerischer Angestelltenverband; Schweizerischer Gewerkschaftsbund, SGB) lassen den Schluss zu, dass der Mittelstand und dabei vor allem der untere und mittlere Mittelstand zunehmend unter Druck kommen. So weist die Studie des Angestelltenverbandes nach, dass zwischen 2006 und 2008 eine Umverteilung zulasten der einkommensschwachen Haushalte und des Mittelstandes stattgefunden hat, während die einkommensstarken Haushalte anteilsmässig sowohl beim Bruttoeinkommen als auch beim verfügbaren Vermögen zugelegt haben. Ähnliches zeigt auch der Verteilungsbericht des SGB.</p><p>Diese Entwicklung ist fatal. Bei den mittleren Einkommensgruppen, also dem Journalisten, der Pöstlerin, der Pflegefachfrau, dem Polier, der Bankangestellten, der Lehrerin, dem juristischen Sachbearbeiter, dem Architekten, dem Schreiner, dem Ingenieur oder der Weinhändlerin - um dem Mittelstand ein Gesicht zu geben -, macht sich das Gefühl breit: Ich arbeite immer mehr und komme doch nicht vom Fleck. Für eine freie Gesellschaft ist ein starker Mittelstand zentral. Es ist die Stütze für eine Politik des gesellschaftlichen Engagements, des Ausgleichs und des Masses. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat aufgefordert, mit konkreten Reformprojekten und Massnahmen aufzuzeigen, wie die mittleren Einkommensgruppen in den nächsten Jahren gestärkt werden können.</p>
    • <p>Die Motion fordert eine Strategie zur Stärkung des unteren und mittleren Mittelstandes. Gemäss inhaltlicher Beschreibung der Forderung geht es um die Erhöhung des verfügbaren Einkommens und Vermögens dieser Einkommensgruppen, also um deren absolute Besserstellung.</p><p>Die Förderung des Wohlstands des Landes gehört zu den obersten Zielsetzungen des Bundesrates. Dabei hängt der Wohlstand nicht nur vom Wachstum des Sozialprodukts, sondern auch von dessen Verteilung ab. Deshalb will der Bundesrat im Rahmen seiner Wachstumspolitik die wirtschaftliche Prosperität der Schweiz durch geeignete Massnahmen fördern. Gleichzeitig stellt die staatliche Umverteilung über das Steuer-Transfersystem und das staatliche Angebot an Gütern und Dienstleistungen sicher, dass alle gesellschaftlichen Gruppen angemessen am Wohlstand des Landes teilhaben. Der Bundesrat berücksichtigt deshalb bei all seinen Vorlagen die Wachstums- und Verteilungswirkungen und wägt bei Zielkonflikten zwischen den beiden ab. Angesichts der staatspolitischen Bedeutung eines starken Mittelstandes trägt er den Anliegen dieser Bevölkerungsgruppe besonders Rechnung. Dazu bedarf es jedoch keiner gesonderten Strategie. Letztlich ist es ohnehin Aufgabe des Parlamentes, in Kenntnis der Wachstums- und Verteilungswirkungen der einzelnen Vorlagen Kosten und Nutzen angemessen auf die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen zu verteilen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Legislaturziele eine Strategie zur Stärkung der mittleren Einkommensgruppen vorzulegen. Dabei ist von den Wirkungen der einzelnen politischen Massnahmen auszugehen (also vom verfügbaren Einkommen und Vermögen bzw. von der Frage: Was bleibt den Menschen nach Abzug aller Steuern und obligatorischer Ausgaben im Portemonnaie?).</p>
    • Strategie zur Stärkung der gesellschaftlichen Mitte

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