Versorgungsbericht Gesundheitsberufe
- ShortId
-
11.4019
- Id
-
20114019
- Updated
-
28.07.2023 07:43
- Language
-
de
- Title
-
Versorgungsbericht Gesundheitsberufe
- AdditionalIndexing
-
2841;arztähnlicher Beruf;Bericht;Sicherung der Versorgung;Hebamme;Krankenpflege;Arbeitskräftebedarf
- 1
-
- L04K01050401, arztähnlicher Beruf
- L06K010505110101, Krankenpflege
- L05K0701030905, Sicherung der Versorgung
- L03K020206, Bericht
- L04K01050403, Hebamme
- L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Pro Jahr müssen rund 300 Physiotherapeutinnen und -therapeuten im Ausland rekrutiert werden, Tendenz steigend (Aussage SRK). In den Berufen Ergotherapie, Ernährungsberatung, Hebammen und Pflege sieht die Situation nicht besser aus. Dies ist ein Zustand, der aus verschiedenen Gründen nicht haltbar ist. Erstens geht es ethisch nicht, dass sich das reiche Land Schweiz die Ausbildungen für wichtige Berufe der Grundversorgung von anderen Ländern zahlen lässt. Zweitens bestehen sprachliche Barrieren, sobald die Fachleute ausserhalb der Nachbarstaaten rekrutiert werden müssen. Und drittens dürfte es sehr bald der Fall sein - wenn man beobachtet, wie insbesondere Deutschland die Arbeitsbedingungen für diese Berufe attraktiver gestaltet -, dass wir über kurz oder lang die Nachfrage nicht mehr decken können.</p><p>Alle bisher publizierten Berichte sagen einen markanten Mangel insbesondere an Pflegefachpersonen für die Jahre 2020 bis 2030 voraus. Auf den Bedarf in den Gesundheitsberufen Ergotherapie, Ernährungsberatung, Hebammen und Physiotherapie wird nur marginal eingegangen, u. a. aufgrund des substantiellen Anteils an Fachpersonen, die im statistisch schlecht abgebildeten ambulanten Bereich tätig sind.</p><p>Eine Abschätzung der zukünftigen Bedarfsentwicklung gerade in diesen Berufen ist aber von grosser gesundheits- und bildungspolitischer Bedeutung. Deshalb müssen die bestehenden Berichte in diesem Punkt ergänzt werden.</p><p>Ausgehend von einer Situationserhebung und einer Analyse des künftigen Bedarfs soll der Bericht die Massnahmen darlegen, die es braucht, um die Versorgung auch künftig sicherzustellen. Dabei soll konkret dargestellt werden, wer welche Aufgaben zu erfüllen hat.</p>
- <p>Im Bericht des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes (EVD) "Bildung Pflegeberufe" (März 2010) und im nationalen Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe 2009 der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren und der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit werden die im Postulat aufgegriffenen Themen für die pflegerische und die medizinisch-therapeutische Versorgung analysiert und der Handlungsbedarf aufgezeigt (siehe für die beiden Berichte <a href="http://www.bbt.admin.ch/themen/berufsbildung/01247/01248/index.html?lang=de">http://www.bbt.admin.ch/themen/berufsbildung/01247/01248/index.html?lang=de</a>).</p><p>Der Bereich der Pflege ist quantitativ bei Weitem der grösste. Deshalb wurden im Rahmen des Masterplans "Bildung Pflegeberufe" eine Reihe von Massnahmen verabschiedet. Diese werden zurzeit auf verschiedenen Ebenen in mehreren Projekten verbundpartnerschaftlich umgesetzt. In dieser Hinsicht sind auch kantonale Arbeitsmarktbehörden aktiv und haben das Rekrutierungspotenzial von Stellensuchenden für das Gesundheitswesen analysiert (siehe Amosa-Bericht von 2011 zum Rekrutierungspotenzial von Stellensuchenden für das Gesundheitswesen, <a href="http://www.amosa.net/webautor-data/168/AMOSA-Studie_Gesundheitswesen.pdf">http://www.amosa.net/webautor-data/168/AMOSA-Studie_Gesundheitswesen.pdf</a>).</p><p>Parallel dazu hat das EVD eine Fachkräfteinitiative mit klaren Zielsetzungen verabschiedet (Fachkräfte für die Schweiz, Eine Initiative des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, siehe den Bericht unter <a href="http://www.evd.admin.ch/themen/00533/01791/index.html?lang=de">http://www.evd.admin.ch/themen/00533/01791/index.html?lang=de</a>). Gemäss dieser Initiative soll die Schweiz ihren Fachkräftebedarf in Zukunft vermehrt durch Personen aus der Schweiz decken. Freie Potenziale der Schweizer Erwerbsbevölkerung sollen gezielt besser ausgeschöpft werden.</p><p>Die Steigerung des Fachkräftepotenzials, namentlich auch im Bereich der pflegerischen und der medizinisch-therapeutischen Gesundheitsberufe, stellt eine gemeinsame Aufgabe und Herausforderung von Bund, Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt dar. Es ist zu riskant, die zunehmende Fachkräftenachfrage weitgehend durch Zuwanderung befriedigen zu wollen, umso mehr unsere wichtigsten Handelspartner in Europa ebenfalls mit dem Problem der alternden Gesellschaft kämpfen und Massnahmen ergreifen, ihre Fachkräfte im eigenen Land zu behalten.</p><p>Das Problem ist erkannt, und gezielte bildungspolitische sowie arbeitsmarktliche Vorkehren sind eingeleitet. Aufgabe der öffentlichen Hand ist es, den Wettbewerb um die Talente mit günstigen Rahmenbedingungen und koordinierten Massnahmen zu begleiten und damit ein gemeinsames Verständnis der Zusammenhänge und Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Weitergehende Massnahmen für die im Postulat angesprochene Sicherung der medizinisch-therapeutischen und pflegerischen Versorgung drängen sich im jetzigen Zeitpunkt nicht auf.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den zuständigen Institutionen in einem Bericht darzustellen, wie die medizinisch-therapeutische und pflegerische Versorgung in der Schweiz sichergestellt werden können. Der Bericht soll einen Massnahmenplan beinhalten, der konkret aufzeigt, wer welche Aufgaben zu erfüllen hat, damit die medizinische Versorgung in der Schweiz auf künftig funktioniert.</p>
- Versorgungsbericht Gesundheitsberufe
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Pro Jahr müssen rund 300 Physiotherapeutinnen und -therapeuten im Ausland rekrutiert werden, Tendenz steigend (Aussage SRK). In den Berufen Ergotherapie, Ernährungsberatung, Hebammen und Pflege sieht die Situation nicht besser aus. Dies ist ein Zustand, der aus verschiedenen Gründen nicht haltbar ist. Erstens geht es ethisch nicht, dass sich das reiche Land Schweiz die Ausbildungen für wichtige Berufe der Grundversorgung von anderen Ländern zahlen lässt. Zweitens bestehen sprachliche Barrieren, sobald die Fachleute ausserhalb der Nachbarstaaten rekrutiert werden müssen. Und drittens dürfte es sehr bald der Fall sein - wenn man beobachtet, wie insbesondere Deutschland die Arbeitsbedingungen für diese Berufe attraktiver gestaltet -, dass wir über kurz oder lang die Nachfrage nicht mehr decken können.</p><p>Alle bisher publizierten Berichte sagen einen markanten Mangel insbesondere an Pflegefachpersonen für die Jahre 2020 bis 2030 voraus. Auf den Bedarf in den Gesundheitsberufen Ergotherapie, Ernährungsberatung, Hebammen und Physiotherapie wird nur marginal eingegangen, u. a. aufgrund des substantiellen Anteils an Fachpersonen, die im statistisch schlecht abgebildeten ambulanten Bereich tätig sind.</p><p>Eine Abschätzung der zukünftigen Bedarfsentwicklung gerade in diesen Berufen ist aber von grosser gesundheits- und bildungspolitischer Bedeutung. Deshalb müssen die bestehenden Berichte in diesem Punkt ergänzt werden.</p><p>Ausgehend von einer Situationserhebung und einer Analyse des künftigen Bedarfs soll der Bericht die Massnahmen darlegen, die es braucht, um die Versorgung auch künftig sicherzustellen. Dabei soll konkret dargestellt werden, wer welche Aufgaben zu erfüllen hat.</p>
- <p>Im Bericht des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes (EVD) "Bildung Pflegeberufe" (März 2010) und im nationalen Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe 2009 der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren und der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit werden die im Postulat aufgegriffenen Themen für die pflegerische und die medizinisch-therapeutische Versorgung analysiert und der Handlungsbedarf aufgezeigt (siehe für die beiden Berichte <a href="http://www.bbt.admin.ch/themen/berufsbildung/01247/01248/index.html?lang=de">http://www.bbt.admin.ch/themen/berufsbildung/01247/01248/index.html?lang=de</a>).</p><p>Der Bereich der Pflege ist quantitativ bei Weitem der grösste. Deshalb wurden im Rahmen des Masterplans "Bildung Pflegeberufe" eine Reihe von Massnahmen verabschiedet. Diese werden zurzeit auf verschiedenen Ebenen in mehreren Projekten verbundpartnerschaftlich umgesetzt. In dieser Hinsicht sind auch kantonale Arbeitsmarktbehörden aktiv und haben das Rekrutierungspotenzial von Stellensuchenden für das Gesundheitswesen analysiert (siehe Amosa-Bericht von 2011 zum Rekrutierungspotenzial von Stellensuchenden für das Gesundheitswesen, <a href="http://www.amosa.net/webautor-data/168/AMOSA-Studie_Gesundheitswesen.pdf">http://www.amosa.net/webautor-data/168/AMOSA-Studie_Gesundheitswesen.pdf</a>).</p><p>Parallel dazu hat das EVD eine Fachkräfteinitiative mit klaren Zielsetzungen verabschiedet (Fachkräfte für die Schweiz, Eine Initiative des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, siehe den Bericht unter <a href="http://www.evd.admin.ch/themen/00533/01791/index.html?lang=de">http://www.evd.admin.ch/themen/00533/01791/index.html?lang=de</a>). Gemäss dieser Initiative soll die Schweiz ihren Fachkräftebedarf in Zukunft vermehrt durch Personen aus der Schweiz decken. Freie Potenziale der Schweizer Erwerbsbevölkerung sollen gezielt besser ausgeschöpft werden.</p><p>Die Steigerung des Fachkräftepotenzials, namentlich auch im Bereich der pflegerischen und der medizinisch-therapeutischen Gesundheitsberufe, stellt eine gemeinsame Aufgabe und Herausforderung von Bund, Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt dar. Es ist zu riskant, die zunehmende Fachkräftenachfrage weitgehend durch Zuwanderung befriedigen zu wollen, umso mehr unsere wichtigsten Handelspartner in Europa ebenfalls mit dem Problem der alternden Gesellschaft kämpfen und Massnahmen ergreifen, ihre Fachkräfte im eigenen Land zu behalten.</p><p>Das Problem ist erkannt, und gezielte bildungspolitische sowie arbeitsmarktliche Vorkehren sind eingeleitet. Aufgabe der öffentlichen Hand ist es, den Wettbewerb um die Talente mit günstigen Rahmenbedingungen und koordinierten Massnahmen zu begleiten und damit ein gemeinsames Verständnis der Zusammenhänge und Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Weitergehende Massnahmen für die im Postulat angesprochene Sicherung der medizinisch-therapeutischen und pflegerischen Versorgung drängen sich im jetzigen Zeitpunkt nicht auf.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den zuständigen Institutionen in einem Bericht darzustellen, wie die medizinisch-therapeutische und pflegerische Versorgung in der Schweiz sichergestellt werden können. Der Bericht soll einen Massnahmenplan beinhalten, der konkret aufzeigt, wer welche Aufgaben zu erfüllen hat, damit die medizinische Versorgung in der Schweiz auf künftig funktioniert.</p>
- Versorgungsbericht Gesundheitsberufe
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