Aus- und Weiterbildung für Medienschaffende verbessern
- ShortId
-
11.4102
- Id
-
20114102
- Updated
-
28.07.2023 08:39
- Language
-
de
- Title
-
Aus- und Weiterbildung für Medienschaffende verbessern
- AdditionalIndexing
-
34;Berichterstattung durch die Medien;Weiterbildung;Qualitätssicherung;berufliche Bildung;Beruf in der Kommunikationsbranche;berufliche Eignung
- 1
-
- L04K12020302, Beruf in der Kommunikationsbranche
- L03K130202, berufliche Bildung
- L04K13030203, Weiterbildung
- L05K0702020106, berufliche Eignung
- L04K12020402, Berichterstattung durch die Medien
- L06K070305020401, Qualitätssicherung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Qualität des Journalismus hängt direkt ab von der Qualität der Journalistinnen und Journalisten, und die wiederum ist abhängig von den absolvierten Aus- und Weiterbildungen. Nun gibt es kaum Zweifel daran, dass die Schweiz bezüglich Ausbildung von Medienschaffenden das in der übrigen Berufswelt anerkannt hohe Niveau nicht erreicht. Die universitären Studiengänge in Kommunikationswissenschaften bewegen sich weitab von journalistischer Praxis; die praktische Ausbildung in Redaktionen beschränkt sich oft auf reines "learning by doing"; eine berufsbegleitende schulische Ausbildung fehlt oder ist freiwillig; die Berufsbezeichnung "Journalist" ist nicht mit einer klar definierten Ausbildung verbunden. Die positiven Beispiele wie das Centre Romand de Formation des Journalistes in der Romandie, das Medien-Ausbildungs-Zentrum in Luzern oder das Institut für Angewandte Medienwissenschaft in Winterthur dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation insgesamt sehr unbefriedigend ist. Die Bundesverfassung lässt staatliche Medienförderung nur in einem sehr beschränkten Ausmass zu. Eine der wenigen, bisher aber nicht ausgeschöpften Möglichkeiten ist die Förderung der Aus- und Weiterbildung der Medienschaffenden. Das hat auch der Bundesrat in der Antwort auf das Postulat 09.3629 festgehalten. Es ist deshalb an der Zeit, dass der Bundesrat dem Parlament einmal darlegt, welche Aktivitäten möglich wären und wie er gedenkt, sie in praktische Politik umzusetzen.</p>
- <p>Der Bundesrat geht mit dem Postulanten einig, dass für einen qualitativ hochstehenden Journalismus die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden zentral ist. Davon ist er bereits in seinem am 29. Juni 2011 publizierten Bericht "Pressevielfalt sichern" ausgegangen, welchen er in Erfüllung des Postulates Fehr Hans-Jürg 09.3629 sowie des Postulates der Staatspolitischen Kommission des Nationalrates 09.3980 vorgelegt hatte. Dieser Bericht zeigt Tendenzen in der Entwicklung der schweizerischen Medienlandschaft auf, die unter dem Gesichtswinkel der Medienvielfalt und der Medienqualität mittel- bis langfristig problematisch werden könnten. Als mögliche Interventionsoptionen erwähnt der Bundesrat auch Massnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung.</p><p>Die im Bericht skizzierten Entwicklungen haben einen starken Bezug zum gegenwärtig ablaufenden Strukturwandel der Medien, der nicht zuletzt auf technologische Veränderungen zurückzuführen ist. Dies hat den Bundesrat zum Schluss geführt, zunächst müssten sich die Medien selbst den neuen Herausforderungen stellen und nach Lösungen suchen. Erst wenn die Anstrengungen der Medien nicht ausreichen sollten, um die aus staats- und demokratiepolitscher Sicht unabdingbaren medialen Leistungen auch für die Zukunft zu sichern, sieht der Bundesrat eine Notwendigkeit für weitere Massnahmen. Der Bundesrat wird im Jahre 2015 die Lage neu beurteilen.</p><p>Die in Aussicht gestellte Standortbestimmung wird sich auch mit Fragen der Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden befassen. Vor diesem Hintergrund erachtet es der Bundesrat nicht als sinnvoll, den im Postulat geforderten Bericht zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erstellen. Diese Konsequenz drängt sich nicht zuletzt auch im Lichte der angespannten Ressourcensituation auf, die bei der Erstellung von Berichten eine gewisse Zurückhaltung nahelegt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat unterbreitet den eidgenössischen Räten einen Bericht und Antrag, in welchem er darlegt, wie der Bund die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden zu fördern gedenkt.</p>
- Aus- und Weiterbildung für Medienschaffende verbessern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Qualität des Journalismus hängt direkt ab von der Qualität der Journalistinnen und Journalisten, und die wiederum ist abhängig von den absolvierten Aus- und Weiterbildungen. Nun gibt es kaum Zweifel daran, dass die Schweiz bezüglich Ausbildung von Medienschaffenden das in der übrigen Berufswelt anerkannt hohe Niveau nicht erreicht. Die universitären Studiengänge in Kommunikationswissenschaften bewegen sich weitab von journalistischer Praxis; die praktische Ausbildung in Redaktionen beschränkt sich oft auf reines "learning by doing"; eine berufsbegleitende schulische Ausbildung fehlt oder ist freiwillig; die Berufsbezeichnung "Journalist" ist nicht mit einer klar definierten Ausbildung verbunden. Die positiven Beispiele wie das Centre Romand de Formation des Journalistes in der Romandie, das Medien-Ausbildungs-Zentrum in Luzern oder das Institut für Angewandte Medienwissenschaft in Winterthur dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation insgesamt sehr unbefriedigend ist. Die Bundesverfassung lässt staatliche Medienförderung nur in einem sehr beschränkten Ausmass zu. Eine der wenigen, bisher aber nicht ausgeschöpften Möglichkeiten ist die Förderung der Aus- und Weiterbildung der Medienschaffenden. Das hat auch der Bundesrat in der Antwort auf das Postulat 09.3629 festgehalten. Es ist deshalb an der Zeit, dass der Bundesrat dem Parlament einmal darlegt, welche Aktivitäten möglich wären und wie er gedenkt, sie in praktische Politik umzusetzen.</p>
- <p>Der Bundesrat geht mit dem Postulanten einig, dass für einen qualitativ hochstehenden Journalismus die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden zentral ist. Davon ist er bereits in seinem am 29. Juni 2011 publizierten Bericht "Pressevielfalt sichern" ausgegangen, welchen er in Erfüllung des Postulates Fehr Hans-Jürg 09.3629 sowie des Postulates der Staatspolitischen Kommission des Nationalrates 09.3980 vorgelegt hatte. Dieser Bericht zeigt Tendenzen in der Entwicklung der schweizerischen Medienlandschaft auf, die unter dem Gesichtswinkel der Medienvielfalt und der Medienqualität mittel- bis langfristig problematisch werden könnten. Als mögliche Interventionsoptionen erwähnt der Bundesrat auch Massnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung.</p><p>Die im Bericht skizzierten Entwicklungen haben einen starken Bezug zum gegenwärtig ablaufenden Strukturwandel der Medien, der nicht zuletzt auf technologische Veränderungen zurückzuführen ist. Dies hat den Bundesrat zum Schluss geführt, zunächst müssten sich die Medien selbst den neuen Herausforderungen stellen und nach Lösungen suchen. Erst wenn die Anstrengungen der Medien nicht ausreichen sollten, um die aus staats- und demokratiepolitscher Sicht unabdingbaren medialen Leistungen auch für die Zukunft zu sichern, sieht der Bundesrat eine Notwendigkeit für weitere Massnahmen. Der Bundesrat wird im Jahre 2015 die Lage neu beurteilen.</p><p>Die in Aussicht gestellte Standortbestimmung wird sich auch mit Fragen der Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden befassen. Vor diesem Hintergrund erachtet es der Bundesrat nicht als sinnvoll, den im Postulat geforderten Bericht zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erstellen. Diese Konsequenz drängt sich nicht zuletzt auch im Lichte der angespannten Ressourcensituation auf, die bei der Erstellung von Berichten eine gewisse Zurückhaltung nahelegt.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat unterbreitet den eidgenössischen Räten einen Bericht und Antrag, in welchem er darlegt, wie der Bund die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden zu fördern gedenkt.</p>
- Aus- und Weiterbildung für Medienschaffende verbessern
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