Freiwilliges Vorkindergartenjahr
- ShortId
-
12.429
- Id
-
20120429
- Updated
-
10.04.2024 18:07
- Language
-
de
- Title
-
Freiwilliges Vorkindergartenjahr
- AdditionalIndexing
-
32;Verfassungsartikel;Kanton;Vorschulstufe;Kosten des Schulbesuchs
- 1
-
- L04K13020507, Vorschulstufe
- L06K080701020108, Kanton
- L04K13010204, Kosten des Schulbesuchs
- L05K0503010203, Verfassungsartikel
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das Lernen und Werden des Kindes entwickeln sich im Wechselspiel zwischen Veranlagung und sozialem Umfeld.</p><p>Besonders interessiert sind Kinder an anderen Kindern. Sei das in der Wohnsiedlung, auf dem Spielplatz, am Familienfest oder in der Kindertagesstätte: Kinder sind die wichtigsten Spiel-, Lern- und Entwicklungspartner für Kinder. Das soziale Lernen beginnt ab Geburt. Ab dem dritten Lebensjahr rückt das Zusammensein mit anderen Kindern ins Zentrum des kindlichen Interessens.</p><p>Viele Eltern ermöglichen ihren Kindern deshalb den Besuch einer Kindertagesstätte oder einer zeitlich etwas umfassenderen Spielgruppe. Wichtig sind dabei Regelmässigkeit und eine gewisse Mindestanwesenheitszeit. Denn diese sind Voraussetzung dafür, dass Kinder Beziehungen aufbauen können und ihren Platz finden.</p><p>Der Besuch dieser Angebote ist für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen teuer. Das führt dazu, dass diese Einrichtungen zunehmend von Kindern besucht werden, deren Eltern über ein hohes Bildungsbewusstsein und genügend finanzielle Mittel verfügen, wie eine Analyse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahre 2008 zeigt.</p><p>So sehr es diesen Kindern zu gönnen ist, ist eine solche Entwicklung aus Sicht der Chancengleichheit fatal. Statt sie zu stärken, werden die Unterschiede zwischen Kindern aus privilegiertem sozialem Umfeld und anderen Kindern noch grösser. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder, deren Eltern aufgrund von Lebenskrisen wie Krankheiten usw. in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt sind, müssen von diesen Angeboten profitieren können.</p><p>Deshalb sollen die Kantone für ein zusätzliches freiwilliges, aber kostenloses Angebot sorgen. Dies kann durch private, öffentliche oder gemischte Trägerschaften als Spielgruppe, als "Vorkindergarten" oder auch in einer Kindertagesstätte angeboten werden. Den Kantonen soll in der Umsetzung ein breiter Spielraum gegeben werden, damit sie ein Angebot entwickeln können, das ihre Bedürfnisse deckt. Wichtig ist, dass die Übergänge so gestaltet werden, dass sie auf die individuelle Entwicklung der Kinder Rücksicht nehmen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Die Bundesverfassung soll in Artikel 62, Schulwesen, mit einem neuen Absatz 2bis ergänzt werden:</p><p>Art. 62</p><p>...</p><p>Abs. 2bis</p><p>Die Kantone sorgen für ein unentgeltliches freiwilliges Vorbereitungsjahr auf den obligatorischen Grundschulunterricht.</p><p>...</p>
- Freiwilliges Vorkindergartenjahr
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Das Lernen und Werden des Kindes entwickeln sich im Wechselspiel zwischen Veranlagung und sozialem Umfeld.</p><p>Besonders interessiert sind Kinder an anderen Kindern. Sei das in der Wohnsiedlung, auf dem Spielplatz, am Familienfest oder in der Kindertagesstätte: Kinder sind die wichtigsten Spiel-, Lern- und Entwicklungspartner für Kinder. Das soziale Lernen beginnt ab Geburt. Ab dem dritten Lebensjahr rückt das Zusammensein mit anderen Kindern ins Zentrum des kindlichen Interessens.</p><p>Viele Eltern ermöglichen ihren Kindern deshalb den Besuch einer Kindertagesstätte oder einer zeitlich etwas umfassenderen Spielgruppe. Wichtig sind dabei Regelmässigkeit und eine gewisse Mindestanwesenheitszeit. Denn diese sind Voraussetzung dafür, dass Kinder Beziehungen aufbauen können und ihren Platz finden.</p><p>Der Besuch dieser Angebote ist für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen teuer. Das führt dazu, dass diese Einrichtungen zunehmend von Kindern besucht werden, deren Eltern über ein hohes Bildungsbewusstsein und genügend finanzielle Mittel verfügen, wie eine Analyse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahre 2008 zeigt.</p><p>So sehr es diesen Kindern zu gönnen ist, ist eine solche Entwicklung aus Sicht der Chancengleichheit fatal. Statt sie zu stärken, werden die Unterschiede zwischen Kindern aus privilegiertem sozialem Umfeld und anderen Kindern noch grösser. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder, deren Eltern aufgrund von Lebenskrisen wie Krankheiten usw. in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt sind, müssen von diesen Angeboten profitieren können.</p><p>Deshalb sollen die Kantone für ein zusätzliches freiwilliges, aber kostenloses Angebot sorgen. Dies kann durch private, öffentliche oder gemischte Trägerschaften als Spielgruppe, als "Vorkindergarten" oder auch in einer Kindertagesstätte angeboten werden. Den Kantonen soll in der Umsetzung ein breiter Spielraum gegeben werden, damit sie ein Angebot entwickeln können, das ihre Bedürfnisse deckt. Wichtig ist, dass die Übergänge so gestaltet werden, dass sie auf die individuelle Entwicklung der Kinder Rücksicht nehmen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Die Bundesverfassung soll in Artikel 62, Schulwesen, mit einem neuen Absatz 2bis ergänzt werden:</p><p>Art. 62</p><p>...</p><p>Abs. 2bis</p><p>Die Kantone sorgen für ein unentgeltliches freiwilliges Vorbereitungsjahr auf den obligatorischen Grundschulunterricht.</p><p>...</p>
- Freiwilliges Vorkindergartenjahr
Back to List