Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen
- ShortId
-
12.1077
- Id
-
20121077
- Updated
-
24.06.2025 22:44
- Language
-
de
- Title
-
Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen
- AdditionalIndexing
-
55;52;ökologische Forschung;Agrarforschung;Stickstoff;NFP;Verunreinigung durch die Landwirtschaft;chemisches Salz;Düngemittel
- 1
-
- L05K0705010408, Stickstoff
- L05K0705010206, chemisches Salz
- L05K1401080201, Düngemittel
- L05K1602020107, NFP
- L05K1401030201, Agrarforschung
- L04K06020317, Verunreinigung durch die Landwirtschaft
- L04K06010306, ökologische Forschung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat teilt die in der Anfrage geäusserte Auffassung, wonach der Stickstoff ein Schlüsselelement in der Landwirtschaft ist: Stickstoff steht an der Schnittstelle zwischen Ökologie (Klima, Biodiversität, Boden, Gewässerschutz), Ökonomie (landwirtschaftliches Einkommen, Nahrungsmittelpreise) und Gesellschaft (Konsumverhalten, Selbstversorgungsgrad).</p><p>Die in der Anfrage erwähnte Problematik der Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft in die Umwelt, insbesondere in Form von Ammoniak, ist dem Bundesrat bewusst. Aus diesem Grund hat der Bundesrat in seiner Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 im Bereich Ökologie anspruchsvolle Ziele für 2017 formuliert und entsprechende Vorschläge zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik gemacht.</p><p>Aktuell forscht Agroscope im Rahmen ihres Leistungsauftrags sowie in drittmittelfinanzierten Projekten zu verschiedenen Fragen rund um den Stickstoffkreislauf in der Landwirtschaft. Derzeit werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Ammoniakemissionen und mögliche Minderungsmassnahmen in mehreren Projekten untersucht.</p><p>Es sind bereits heute solide Grundlagen zur Thematik vorhanden, welche durch die verschiedenen landwirtschaftlichen Akteure umgesetzt werden können. Auf dieser Basis werden im Bundesamt für Landwirtschaft Überlegungen angestellt, mit welchen Rahmenbedingungen sich die Schweizer Landwirtschaft in Richtung tieferer Stickstoffüberschüsse entwickeln kann. Diese Überlegungen finden im Rahmen des Projekts "Politikoptionen Stickstoff" statt.</p><p>Ein nationales Forschungsprogramm (NFP) zu Stickstoffüberschüssen in der Landwirtschaft könnte die Politik im Sinne eines mehrgleisigen Vorgehens - angewandte und strategische Forschung sowie Politikentwicklung - darin unterstützen, zielführende Instrumente zu entwickeln und umzusetzen. In einem NFP zu diesem Thema müsste angesichts der eingangs erwähnten vielfältigen Bedeutung des Stickstoffs ein multidisziplinärer Ansatz verfolgt werden: Einerseits müssten naturwissenschaftliche Fragen zu den Wechselwirkungen zwischen Stickstoffkreislauf und Klimaveränderung sowie Biodiversität bearbeitet werden. Andererseits müssten auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen rund um den Einsatz von Stickstoff in der landwirtschaftlichen Produktion Teil eines solchen Programms sein.</p><p>Der Bundesrat wird eine Eingabe für ein NFP zum Thema Stickstoff wie alle NFP-Eingaben im Rahmen einer Gesamtschau über den aktuellen schweizerischen Forschungsbedarf beurteilen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Stickstoff ist der wichtigste Treiber in der landwirtschaftlichen Produktion und relevant in verschiedenen Umweltbereichen.</p><p>Viele Konflikte zwischen der Landwirtschaft und der Ökologie können am Stickstoff exemplarisch abgehandelt werden. Stickstoffverbindungen sind klimawirksam (N2O), biodiversitätswirksam (NH3, NOx), gewässerwirksam (NO3, NH4) und zudem ertrags- und intensitätsbestimmend. Die Wissenslücken sind gross, wie im Bericht Infras vom 21. Oktober 2010, "Stickstoff-Flüsse der schweizerischen Landwirtschaft. Evaluation von Wissenslücken in der Forschung", aufgezeigt wurde.</p><p>Neben den Forschungslücken gibt es im Bereich Stickstoff auch beim Schliessen der ökologischen Ziellücken erhebliche Defizite. So sind die Ziellücken bei den Umweltzielen Landwirtschaft im Bereich Stickstoff in den letzten zehn Jahren unverändert gross geblieben. Ohne Verminderung der Ziellücken wird es auch schwierig, z. B. die Ziele der Biodiversitätsstrategie oder Klimaziele zu erreichen.</p><p>Der Erfolg einer zukunftsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft Schweiz, der Erfolg in der Biodiversitätsstrategie und Klimaschutzmassnahmen sind in erheblichem Masse auf eine Reduktion der Stickstoffverluste angewiesen. Die ökologisch und ökonomisch relevanten Fragestellungen müssten im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms Stickstoff vertiefter untersucht werden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, der Frage des gesamten Stickstoffkreislaufes und darin der Ammoniakreduktion in der Landwirtschaft in einem nationalen Forschungsprogramm eine hohe Priorität einzuräumen? Dies im Sinne der im Auftrag der Bundesämter für Landwirtschaft und Umwelt evaluierten und aufgezeigten Wissenslücken im Bericht "Stickstoff-Flüsse der schweizerischen Landwirtschaft. Evaluation von Wissenslücken in der Forschung".</p>
- Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Bundesrat teilt die in der Anfrage geäusserte Auffassung, wonach der Stickstoff ein Schlüsselelement in der Landwirtschaft ist: Stickstoff steht an der Schnittstelle zwischen Ökologie (Klima, Biodiversität, Boden, Gewässerschutz), Ökonomie (landwirtschaftliches Einkommen, Nahrungsmittelpreise) und Gesellschaft (Konsumverhalten, Selbstversorgungsgrad).</p><p>Die in der Anfrage erwähnte Problematik der Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft in die Umwelt, insbesondere in Form von Ammoniak, ist dem Bundesrat bewusst. Aus diesem Grund hat der Bundesrat in seiner Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 im Bereich Ökologie anspruchsvolle Ziele für 2017 formuliert und entsprechende Vorschläge zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik gemacht.</p><p>Aktuell forscht Agroscope im Rahmen ihres Leistungsauftrags sowie in drittmittelfinanzierten Projekten zu verschiedenen Fragen rund um den Stickstoffkreislauf in der Landwirtschaft. Derzeit werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Ammoniakemissionen und mögliche Minderungsmassnahmen in mehreren Projekten untersucht.</p><p>Es sind bereits heute solide Grundlagen zur Thematik vorhanden, welche durch die verschiedenen landwirtschaftlichen Akteure umgesetzt werden können. Auf dieser Basis werden im Bundesamt für Landwirtschaft Überlegungen angestellt, mit welchen Rahmenbedingungen sich die Schweizer Landwirtschaft in Richtung tieferer Stickstoffüberschüsse entwickeln kann. Diese Überlegungen finden im Rahmen des Projekts "Politikoptionen Stickstoff" statt.</p><p>Ein nationales Forschungsprogramm (NFP) zu Stickstoffüberschüssen in der Landwirtschaft könnte die Politik im Sinne eines mehrgleisigen Vorgehens - angewandte und strategische Forschung sowie Politikentwicklung - darin unterstützen, zielführende Instrumente zu entwickeln und umzusetzen. In einem NFP zu diesem Thema müsste angesichts der eingangs erwähnten vielfältigen Bedeutung des Stickstoffs ein multidisziplinärer Ansatz verfolgt werden: Einerseits müssten naturwissenschaftliche Fragen zu den Wechselwirkungen zwischen Stickstoffkreislauf und Klimaveränderung sowie Biodiversität bearbeitet werden. Andererseits müssten auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen rund um den Einsatz von Stickstoff in der landwirtschaftlichen Produktion Teil eines solchen Programms sein.</p><p>Der Bundesrat wird eine Eingabe für ein NFP zum Thema Stickstoff wie alle NFP-Eingaben im Rahmen einer Gesamtschau über den aktuellen schweizerischen Forschungsbedarf beurteilen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Stickstoff ist der wichtigste Treiber in der landwirtschaftlichen Produktion und relevant in verschiedenen Umweltbereichen.</p><p>Viele Konflikte zwischen der Landwirtschaft und der Ökologie können am Stickstoff exemplarisch abgehandelt werden. Stickstoffverbindungen sind klimawirksam (N2O), biodiversitätswirksam (NH3, NOx), gewässerwirksam (NO3, NH4) und zudem ertrags- und intensitätsbestimmend. Die Wissenslücken sind gross, wie im Bericht Infras vom 21. Oktober 2010, "Stickstoff-Flüsse der schweizerischen Landwirtschaft. Evaluation von Wissenslücken in der Forschung", aufgezeigt wurde.</p><p>Neben den Forschungslücken gibt es im Bereich Stickstoff auch beim Schliessen der ökologischen Ziellücken erhebliche Defizite. So sind die Ziellücken bei den Umweltzielen Landwirtschaft im Bereich Stickstoff in den letzten zehn Jahren unverändert gross geblieben. Ohne Verminderung der Ziellücken wird es auch schwierig, z. B. die Ziele der Biodiversitätsstrategie oder Klimaziele zu erreichen.</p><p>Der Erfolg einer zukunftsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft Schweiz, der Erfolg in der Biodiversitätsstrategie und Klimaschutzmassnahmen sind in erheblichem Masse auf eine Reduktion der Stickstoffverluste angewiesen. Die ökologisch und ökonomisch relevanten Fragestellungen müssten im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms Stickstoff vertiefter untersucht werden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, der Frage des gesamten Stickstoffkreislaufes und darin der Ammoniakreduktion in der Landwirtschaft in einem nationalen Forschungsprogramm eine hohe Priorität einzuräumen? Dies im Sinne der im Auftrag der Bundesämter für Landwirtschaft und Umwelt evaluierten und aufgezeigten Wissenslücken im Bericht "Stickstoff-Flüsse der schweizerischen Landwirtschaft. Evaluation von Wissenslücken in der Forschung".</p>
- Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen
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