Mikroverunreinigungen im Wasser. Verstärkung der Massnahmen an der Quelle

ShortId
12.3090
Id
20123090
Updated
24.06.2025 23:30
Language
de
Title
Mikroverunreinigungen im Wasser. Verstärkung der Massnahmen an der Quelle
AdditionalIndexing
52;Giftstoff;Wasserschadstoff;Gewässerschutz;Wasseraufbereitung;Wasserverschmutzung;Verhütung von Umweltbelastungen;Trinkwasser
1
  • L04K06020304, Wasserverschmutzung
  • L04K06010407, Gewässerschutz
  • L04K06010502, Wasseraufbereitung
  • L05K0602010103, Wasserschadstoff
  • L05K0602010402, Giftstoff
  • L04K06010416, Verhütung von Umweltbelastungen
  • L05K0603030210, Trinkwasser
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Die Problematik der Mikroverunreinigungen, insbesondere die schädlichen Effekte, welche diese Verunreinigungen auf Mensch, Tier und generell auf die Umwelt haben können, beschäftigt die Bundesbehörden.</p><p>Die Arbeiten, die auf dem Gebiet der Mikroverunreinigungen im Rahmen von Studien und Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden bisher geleistet wurden, und die erzielten Resultate sind begrüssenswert, haben sie doch zu einigen beträchtlichen Verbesserungen bei den Abwasserreinigungsanlagen geführt.</p><p>Nun muss sich der politische Wille auch dadurch äussern, dass Gelder bereitgestellt werden, um in der Mehrzahl der Schweizer Abwasserreinigungsanlagen eine zusätzliche Klärstufe einzubauen, dank der die Menge und die Konzentration von Mikroverunreinigungen in den Gewässern verringert werden kann.</p><p>Allerdings gelangen die Unmengen von künstlichen Stoffen, welche die Gewässer verschmutzen, nicht ausschliesslich über die Kanalisation, sondern auch durch Versickerung in das Wasser. Und so mangelt es nicht an Quellen für Mikroverunreinigungen: Haushaltsprodukte, Medikamente, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abfälle aus Industrie und Handwerk, um nur ein paar zu nennen.</p><p>Deshalb ist es unabdingbar, dass parallel zum Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen - der als Schlüsselmassnahme für die Lösung des schwerwiegenden Problems, das die Verunreinigungen für die öffentliche Gesundheit darstellen, betrachtet wird - in Bezug auf die Menge der eingeleiteten Mikroverunreinigungen etwas unternommen wird.</p><p>An dieser Stelle sei beispielsweise eine Massnahme der Westschweizer Kantone erwähnt, die von den Chefs der kantonalen Umweltämter der Westschweizer Kantone ausging: Sie haben eine Kampagne angeregt, dank welcher der gegenwärtig hohe Verbrauch an Konsumprodukten, die zu Mikroverunreinigungen führen, verringert werden soll.</p><p>Deshalb ist auch der Bund in seiner Rolle als Wahrer der öffentlichen Gesundheit angehalten, sein Engagement zur Reduktion von Verunreinigungen auch im Oberlauf von Gewässern, die zu einer Abwasserreinigungsanlage führen, zu verstärken. Denn es finden sich tatsächlich immer mehr Spuren der für Menschen und andere Organismen unerwünschten Moleküle im Trinkwasser und in Lebensmitteln.</p><p>Folglich erscheint es angezeigt, die Wirksamkeit bestehender Massnahmen zur Verringerung der Mikroverunreinigungen an der Quelle zu untersuchen und zusätzliche Massnahmen vorzuschlagen, um die Menge an solchen Verunreinigungen im Abwasser konsequent zu verringern. Der Bund könnte beispielsweise den Gebrauch gewisser schädlicher Stoffe verbieten oder einschränken. Es wäre auch angezeigt zu prüfen, welche Massnahmen ergriffen werden können, um der Industrie Anreiz zu bieten, Angaben zu den Risiken der von ihr vermarkteten Stoffe zu veröffentlichen; dies kann allenfalls unter Anlehnung an gewisse europäische Richtlinien geschehen.</p>
  • <p>Es ist ein Ziel des Bundesrates, den Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer zu verringern. Der Bundesrat begrüsst daher sowohl die Evaluation der bereits bestehenden Massnahmen an den Quellen zur Reduktion der Einträge von Mikroverunreinigungen in die Gewässer als auch die Prüfung von neuen Massnahmen. Dabei soll der europäische Stand der Technik berücksichtigt werden. Die Massnahmen sollen insbesondere geprüft werden bezüglich Effizienz, Umsetzbarkeit, Kosten und gesellschaftlicher Akzeptanz.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Jede und jeder kann im Rahmen der eigenen Möglichkeiten etwas unternehmen, um die Menge der Mikroverunreinigungen in den Schweizer Gewässern und damit den Einfluss dieser Verunreinigungen zu verringern. Aus diesem Grund wird der Bundesrat aufgefordert:</p><p>1. zu untersuchen, welche Massnahmen bisher getroffen worden sind, um die Menge der Mikroverunreinigungen an der Quelle zu verringern, und das Verbesserungspotenzial dieser Massnahmen zu analysieren;</p><p>2. zu untersuchen, welche zusätzlichen Möglichkeiten bestehen, um die Menge der Mikroverunreinigungen an der Quelle konsequenter zu verringern, indem er aufzeigt, welche Auswirkungen, insbesondere welche finanziellen Auswirkungen, dies für die betroffenen Akteure und die öffentliche Hand hat.</p>
  • Mikroverunreinigungen im Wasser. Verstärkung der Massnahmen an der Quelle
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Problematik der Mikroverunreinigungen, insbesondere die schädlichen Effekte, welche diese Verunreinigungen auf Mensch, Tier und generell auf die Umwelt haben können, beschäftigt die Bundesbehörden.</p><p>Die Arbeiten, die auf dem Gebiet der Mikroverunreinigungen im Rahmen von Studien und Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden bisher geleistet wurden, und die erzielten Resultate sind begrüssenswert, haben sie doch zu einigen beträchtlichen Verbesserungen bei den Abwasserreinigungsanlagen geführt.</p><p>Nun muss sich der politische Wille auch dadurch äussern, dass Gelder bereitgestellt werden, um in der Mehrzahl der Schweizer Abwasserreinigungsanlagen eine zusätzliche Klärstufe einzubauen, dank der die Menge und die Konzentration von Mikroverunreinigungen in den Gewässern verringert werden kann.</p><p>Allerdings gelangen die Unmengen von künstlichen Stoffen, welche die Gewässer verschmutzen, nicht ausschliesslich über die Kanalisation, sondern auch durch Versickerung in das Wasser. Und so mangelt es nicht an Quellen für Mikroverunreinigungen: Haushaltsprodukte, Medikamente, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abfälle aus Industrie und Handwerk, um nur ein paar zu nennen.</p><p>Deshalb ist es unabdingbar, dass parallel zum Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen - der als Schlüsselmassnahme für die Lösung des schwerwiegenden Problems, das die Verunreinigungen für die öffentliche Gesundheit darstellen, betrachtet wird - in Bezug auf die Menge der eingeleiteten Mikroverunreinigungen etwas unternommen wird.</p><p>An dieser Stelle sei beispielsweise eine Massnahme der Westschweizer Kantone erwähnt, die von den Chefs der kantonalen Umweltämter der Westschweizer Kantone ausging: Sie haben eine Kampagne angeregt, dank welcher der gegenwärtig hohe Verbrauch an Konsumprodukten, die zu Mikroverunreinigungen führen, verringert werden soll.</p><p>Deshalb ist auch der Bund in seiner Rolle als Wahrer der öffentlichen Gesundheit angehalten, sein Engagement zur Reduktion von Verunreinigungen auch im Oberlauf von Gewässern, die zu einer Abwasserreinigungsanlage führen, zu verstärken. Denn es finden sich tatsächlich immer mehr Spuren der für Menschen und andere Organismen unerwünschten Moleküle im Trinkwasser und in Lebensmitteln.</p><p>Folglich erscheint es angezeigt, die Wirksamkeit bestehender Massnahmen zur Verringerung der Mikroverunreinigungen an der Quelle zu untersuchen und zusätzliche Massnahmen vorzuschlagen, um die Menge an solchen Verunreinigungen im Abwasser konsequent zu verringern. Der Bund könnte beispielsweise den Gebrauch gewisser schädlicher Stoffe verbieten oder einschränken. Es wäre auch angezeigt zu prüfen, welche Massnahmen ergriffen werden können, um der Industrie Anreiz zu bieten, Angaben zu den Risiken der von ihr vermarkteten Stoffe zu veröffentlichen; dies kann allenfalls unter Anlehnung an gewisse europäische Richtlinien geschehen.</p>
    • <p>Es ist ein Ziel des Bundesrates, den Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer zu verringern. Der Bundesrat begrüsst daher sowohl die Evaluation der bereits bestehenden Massnahmen an den Quellen zur Reduktion der Einträge von Mikroverunreinigungen in die Gewässer als auch die Prüfung von neuen Massnahmen. Dabei soll der europäische Stand der Technik berücksichtigt werden. Die Massnahmen sollen insbesondere geprüft werden bezüglich Effizienz, Umsetzbarkeit, Kosten und gesellschaftlicher Akzeptanz.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Jede und jeder kann im Rahmen der eigenen Möglichkeiten etwas unternehmen, um die Menge der Mikroverunreinigungen in den Schweizer Gewässern und damit den Einfluss dieser Verunreinigungen zu verringern. Aus diesem Grund wird der Bundesrat aufgefordert:</p><p>1. zu untersuchen, welche Massnahmen bisher getroffen worden sind, um die Menge der Mikroverunreinigungen an der Quelle zu verringern, und das Verbesserungspotenzial dieser Massnahmen zu analysieren;</p><p>2. zu untersuchen, welche zusätzlichen Möglichkeiten bestehen, um die Menge der Mikroverunreinigungen an der Quelle konsequenter zu verringern, indem er aufzeigt, welche Auswirkungen, insbesondere welche finanziellen Auswirkungen, dies für die betroffenen Akteure und die öffentliche Hand hat.</p>
    • Mikroverunreinigungen im Wasser. Verstärkung der Massnahmen an der Quelle

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