Förderung des Literaturplatzes Schweiz nach der Ablehnung der Buchpreisbindung

ShortId
12.3130
Id
20123130
Updated
28.07.2023 12:45
Language
de
Title
Förderung des Literaturplatzes Schweiz nach der Ablehnung der Buchpreisbindung
AdditionalIndexing
2831;34;Festpreis;Buchindustrie;literarischer Beruf;Volksabstimmung;Buchhandel;künstlerisches Schaffen;Preisfestsetzung;Kulturförderung;Buch
1
  • L05K1202030301, Buch
  • L04K11050302, Preisfestsetzung
  • L05K1105030201, Festpreis
  • L03K080102, Volksabstimmung
  • L04K01060405, literarischer Beruf
  • L04K12020304, Buchhandel
  • L04K12020303, Buchindustrie
  • L04K01060307, Kulturförderung
  • L04K01060310, künstlerisches Schaffen
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Nach der Ablehnung des Bundesgesetzes über die Buchpreisbindung vom 11. März 2012 haben sowohl der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz als auch die Gegner der Buchpreisbindung den Wunsch bzw. die Bereitschaft geäussert, den Literaturplatz Schweiz auf andere Weise zu fördern. Neben den Anstrengungen der Buchhändlerbranche und der Literaturschaffenden selbst ist es denkbar, dass auch die öffentliche Hand Massnahmen zur Förderung dieses wichtigen Kultursektors ergreift. Im Gespräch ist beispielsweise immer wieder die sogenannte "Bibliothekstantieme". Es ist bekannt, dass der Bundesrat das nun abgelehnte Bundesgesetz nicht unterstützen wollte. Ob er aber die anderweitige Förderung des Literaturplatzes Schweiz als nötig erachtet und entsprechende Möglichkeiten über die in der Kulturbotschaft 2012-2015 eingeleiteten hinaus sieht, ist uns nicht bekannt. Seine Haltung ist aber für allfällige Förderungsmassnahmen wegweisend. </p>
  • <p>Der Schweizer Literaturplatz verdient kontinuierliche Unterstützung und Förderung. Deshalb hat der Bund bereits vor der Abstimmung Massnahmen ergriffen.</p><p>1. Mit Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes wird der Bund Eidgenössische Literaturpreise und -auszeichnungen verleihen. Dieses Instrument erlaubt die finanzielle Unterstützung der Autorinnen und Autoren und gibt dem literarischen Schaffen der Schweiz eine nationale und internationale Sichtbarkeit. Die erste Verleihung der Eidgenössischen Literaturpreise und -auszeichnungen findet anlässlich der Solothurner Literaturtage im Mai 2013 statt.</p><p>Der Bundesrat und der Gesetzgeber haben sich 2007 gegen die Einführung einer "Bibliothekstantieme/Schutzgebühr im Buchverleih" ausgesprochen. Die Kommission der Schweizerischen Nationalbibliothek analysiert jedoch, gestützt auf eine Diskussion mit den Verbänden Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und Bibliothek Information Schweiz (BIS) verschiedene Berechnungs- und Finanzierungsmodelle, wie der gesteigerten Nutzung von Werken freier Autoren in Bibliotheken Rechnung getragen werden kann. Diese Analyse stützt sich auf die geltende Praxis unserer Nachbarländer.</p><p>2. Der Literaturplatz Schweiz verdient Unterstützung. Deshalb hat der Bund bereits vor der Abstimmung vom 11. März 2012 entsprechende Massnahmen ergriffen (Unterstützung von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern, Verlagen und Literaturveranstaltungen).</p><p>Das Bundesamt für Kultur setzt sich für die Literatur ein, um den Zugang zum Lesen und zum Buch zu erleichtern, die Angebotsvielfalt sicherzustellen und die Anerkennung eines qualitativ hochstehenden literarischen Schaffens zu fördern.</p><p>In Zusammenarbeit mit den Kantonen und Städten wird der Bund dieses Jahr die Untersuchung öffentlicher Massnahmen zugunsten der Literatur ("Panorama") erneuern. Ein erstes "Panorama" aus dem Jahr 2006 gibt Aufschluss über den Umfang und die Vielfalt der eingesetzten Mittel für die Buchkette. Das "Panorama" 2012 wird nicht nur die Entwicklung der öffentlichen Fördermittel, sondern auch die Verfeinerung der Datenlage ermöglichen.</p><p>Weiter ist der Bundesrat bereit, die Postulate Savary 12.3195, "Situation des Buchmarktes", und Recordon 12.3327, "Für eine Buchpolitik", anzunehmen. Statistiken über Verlage, Buchhandlungen und Online-Handel sowie wirtschaftliche Daten über den Buchmarkt könnten so die Voraussetzung für eine Debatte über gezielte Massnahmen zugunsten der Schweizer Literatur schaffen.</p><p>Über mögliche Massnahmen, die sich aus den obengenannten Diskussionen ergeben, wird der Bundesrat im Rahmen der Erarbeitung der Kulturbotschaft 2016-2019 beraten.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er nach der Ablehnung des Bundesgesetzes über die Buchpreisbindung ebenfalls der Meinung und bereit, andere Wege für die Förderung des Literaturplatzes Schweiz zu suchen?</p><p>2. Welche Möglichkeiten einer solchen Förderung sieht er?</p>
  • Förderung des Literaturplatzes Schweiz nach der Ablehnung der Buchpreisbindung
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Nach der Ablehnung des Bundesgesetzes über die Buchpreisbindung vom 11. März 2012 haben sowohl der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz als auch die Gegner der Buchpreisbindung den Wunsch bzw. die Bereitschaft geäussert, den Literaturplatz Schweiz auf andere Weise zu fördern. Neben den Anstrengungen der Buchhändlerbranche und der Literaturschaffenden selbst ist es denkbar, dass auch die öffentliche Hand Massnahmen zur Förderung dieses wichtigen Kultursektors ergreift. Im Gespräch ist beispielsweise immer wieder die sogenannte "Bibliothekstantieme". Es ist bekannt, dass der Bundesrat das nun abgelehnte Bundesgesetz nicht unterstützen wollte. Ob er aber die anderweitige Förderung des Literaturplatzes Schweiz als nötig erachtet und entsprechende Möglichkeiten über die in der Kulturbotschaft 2012-2015 eingeleiteten hinaus sieht, ist uns nicht bekannt. Seine Haltung ist aber für allfällige Förderungsmassnahmen wegweisend. </p>
    • <p>Der Schweizer Literaturplatz verdient kontinuierliche Unterstützung und Förderung. Deshalb hat der Bund bereits vor der Abstimmung Massnahmen ergriffen.</p><p>1. Mit Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes wird der Bund Eidgenössische Literaturpreise und -auszeichnungen verleihen. Dieses Instrument erlaubt die finanzielle Unterstützung der Autorinnen und Autoren und gibt dem literarischen Schaffen der Schweiz eine nationale und internationale Sichtbarkeit. Die erste Verleihung der Eidgenössischen Literaturpreise und -auszeichnungen findet anlässlich der Solothurner Literaturtage im Mai 2013 statt.</p><p>Der Bundesrat und der Gesetzgeber haben sich 2007 gegen die Einführung einer "Bibliothekstantieme/Schutzgebühr im Buchverleih" ausgesprochen. Die Kommission der Schweizerischen Nationalbibliothek analysiert jedoch, gestützt auf eine Diskussion mit den Verbänden Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und Bibliothek Information Schweiz (BIS) verschiedene Berechnungs- und Finanzierungsmodelle, wie der gesteigerten Nutzung von Werken freier Autoren in Bibliotheken Rechnung getragen werden kann. Diese Analyse stützt sich auf die geltende Praxis unserer Nachbarländer.</p><p>2. Der Literaturplatz Schweiz verdient Unterstützung. Deshalb hat der Bund bereits vor der Abstimmung vom 11. März 2012 entsprechende Massnahmen ergriffen (Unterstützung von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern, Verlagen und Literaturveranstaltungen).</p><p>Das Bundesamt für Kultur setzt sich für die Literatur ein, um den Zugang zum Lesen und zum Buch zu erleichtern, die Angebotsvielfalt sicherzustellen und die Anerkennung eines qualitativ hochstehenden literarischen Schaffens zu fördern.</p><p>In Zusammenarbeit mit den Kantonen und Städten wird der Bund dieses Jahr die Untersuchung öffentlicher Massnahmen zugunsten der Literatur ("Panorama") erneuern. Ein erstes "Panorama" aus dem Jahr 2006 gibt Aufschluss über den Umfang und die Vielfalt der eingesetzten Mittel für die Buchkette. Das "Panorama" 2012 wird nicht nur die Entwicklung der öffentlichen Fördermittel, sondern auch die Verfeinerung der Datenlage ermöglichen.</p><p>Weiter ist der Bundesrat bereit, die Postulate Savary 12.3195, "Situation des Buchmarktes", und Recordon 12.3327, "Für eine Buchpolitik", anzunehmen. Statistiken über Verlage, Buchhandlungen und Online-Handel sowie wirtschaftliche Daten über den Buchmarkt könnten so die Voraussetzung für eine Debatte über gezielte Massnahmen zugunsten der Schweizer Literatur schaffen.</p><p>Über mögliche Massnahmen, die sich aus den obengenannten Diskussionen ergeben, wird der Bundesrat im Rahmen der Erarbeitung der Kulturbotschaft 2016-2019 beraten.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er nach der Ablehnung des Bundesgesetzes über die Buchpreisbindung ebenfalls der Meinung und bereit, andere Wege für die Förderung des Literaturplatzes Schweiz zu suchen?</p><p>2. Welche Möglichkeiten einer solchen Förderung sieht er?</p>
    • Förderung des Literaturplatzes Schweiz nach der Ablehnung der Buchpreisbindung

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