Das Parlament und die vierte Landessprache
- ShortId
-
12.3132
- Id
-
20123132
- Updated
-
25.06.2025 01:42
- Language
-
de
- Title
-
Das Parlament und die vierte Landessprache
- AdditionalIndexing
-
2831;421;Gleichbehandlung;rätoromanische Sprache;Infrastruktur der Parlamentsmitglieder;Internet;Parlament
- 1
-
- L02K0803, Parlament
- L05K0106010307, rätoromanische Sprache
- L04K08030403, Infrastruktur der Parlamentsmitglieder
- L05K1202020105, Internet
- L04K05020303, Gleichbehandlung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In seiner Antwort auf die Interpellation 11.4124 erachtet der Bundesrat die Förderung der vierten Landessprache in der Verwaltung als angemessen. So werden seit dem Inkrafttreten des Sprachengesetzes (SR 441.1) denn auch wichtige Interneteinstiegsseiten des Bundes auf Rätoromanisch übersetzt. Der Bundesrat hält zur genannten Interpellation in seiner Antwort überdies fest:</p><p>"Der Bundesrat ist als Exekutive nicht zuständig für die Verwendung des Rätoromanischen bei den Parlamentsdiensten. Der Bundesrat erachtet die Verwendung des Rätoromanischen im gesetzlichen Rahmen jedoch auch in den Parlamentsdiensten als gerechtfertigt und wichtig."</p><p>Dem ist zuzustimmen. Es stellt sich somit die Frage, ob dies heute der Fall ist und, wenn nicht, ob beispielsweise der Internetauftritt des Parlamentes nicht ähnlich demjenigen der Bundesverwaltung wenigstens in zentralen Teilen auch auf Rätoromanisch verfügbar sein sollte. Dies umso mehr, als dass es die eidgenössischen Räte waren, die sich immer wieder explizit für die Förderung und den Erhalt der vierten Landessprache ausgesprochen haben (siehe Art. 2 des Sprachengesetzes). Ebenfalls hat die Bundesversammlung festgehalten, dass bei der Erfüllung der Aufgaben des Bundes auf die Gleichbehandlung aller vier Landessprachen zu achten sei (siehe Art. 3 des Sprachengesetzes). Den Bundesbehörden schreibt sie vor, auch auf ihren Interneteinstiegsseiten in allen vier Amtssprachen aufzutreten (siehe Art. 12 des Sprachengesetzes). Dies müsste dem Grundsatz nach analog auch auf den Internetauftritt des Parlamentes zutreffen.</p><p>Auch der Besucherdienst des Parlamentes berücksichtigt das Rätoromanische in seinen Anschriften, Publikationen und Führungen weitgehend nicht. Dieser Tatbestand ist umso bedauernswerter, als dass gerade die Behörden und Publikationen des Parlamentes eine breite Öffentlichkeit interessieren und auch Gegenstand des Staatsunterrichtes sind.</p>
- <p>Der Internetauftritt der Bundesversammlung beruht aktuell auf vier Sprachbäumen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch). Staatskunde-Angebote (Tellvetia und CiviCampus) stehen auf der Seite <a href="http://www.juniorparl.ch">www.juniorparl.ch</a> auch auf Rätoromanisch zur Verfügung. Im Bereich der Besucherbetreuung können alle Besucherinnen und Besucher des Parlamentsgebäudes die Broschüre "La vardad cumplaina concernent la sala mez vida" beziehen. Die Frage eines Ausbaus des rätoromanischen Internetangebots stellt sich periodisch immer wieder. Da der Ausbau des Internetauftritts mit einem rätoromanischen Sprachbaum einen beträchtlichen Ressourceneinsatz (Technik und Bewirtschaftung), der mit den verfügbaren Mitteln nicht geleistet werden kann, erfordern würde, ist bisher darauf verzichtet worden. Die Tatsache, dass die Kernstücke des Internetauftritts, das Amtliche Bulletin, die Geschäftsdatenbank und die Datenbank der Ratsmitglieder auch beim Aufbau eines rätoromanischen Sprachbaums nicht in dieser Sprache zur Verfügung stünden und auch die aktuellen Medienmitteilungen kaum zeitnah übersetzt werden könnten, war ein weiteres Argument, auf diesen Ausbau zu verzichten.</p><p>Der Aufbau eines Teilangebots (insbesondere Einstiegsseite, Benutzerführung und statische Texte) scheint jedoch, auch im Lichte der Sprachenpolitik, prüfenswert. Die Parlamentsdienste werden beauftragt, der Verwaltungsdelegation entsprechende Vorschläge (inklusive Ressourcenschätzungen) für einen Ausbau zu unterbreiten.</p> Das Büro beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Das Büro wird gebeten zu prüfen, ob zumindest Teile der Homepage des Parlamentes nicht auch in Rätoromanisch einsehbar sein sollen.</p>
- Das Parlament und die vierte Landessprache
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In seiner Antwort auf die Interpellation 11.4124 erachtet der Bundesrat die Förderung der vierten Landessprache in der Verwaltung als angemessen. So werden seit dem Inkrafttreten des Sprachengesetzes (SR 441.1) denn auch wichtige Interneteinstiegsseiten des Bundes auf Rätoromanisch übersetzt. Der Bundesrat hält zur genannten Interpellation in seiner Antwort überdies fest:</p><p>"Der Bundesrat ist als Exekutive nicht zuständig für die Verwendung des Rätoromanischen bei den Parlamentsdiensten. Der Bundesrat erachtet die Verwendung des Rätoromanischen im gesetzlichen Rahmen jedoch auch in den Parlamentsdiensten als gerechtfertigt und wichtig."</p><p>Dem ist zuzustimmen. Es stellt sich somit die Frage, ob dies heute der Fall ist und, wenn nicht, ob beispielsweise der Internetauftritt des Parlamentes nicht ähnlich demjenigen der Bundesverwaltung wenigstens in zentralen Teilen auch auf Rätoromanisch verfügbar sein sollte. Dies umso mehr, als dass es die eidgenössischen Räte waren, die sich immer wieder explizit für die Förderung und den Erhalt der vierten Landessprache ausgesprochen haben (siehe Art. 2 des Sprachengesetzes). Ebenfalls hat die Bundesversammlung festgehalten, dass bei der Erfüllung der Aufgaben des Bundes auf die Gleichbehandlung aller vier Landessprachen zu achten sei (siehe Art. 3 des Sprachengesetzes). Den Bundesbehörden schreibt sie vor, auch auf ihren Interneteinstiegsseiten in allen vier Amtssprachen aufzutreten (siehe Art. 12 des Sprachengesetzes). Dies müsste dem Grundsatz nach analog auch auf den Internetauftritt des Parlamentes zutreffen.</p><p>Auch der Besucherdienst des Parlamentes berücksichtigt das Rätoromanische in seinen Anschriften, Publikationen und Führungen weitgehend nicht. Dieser Tatbestand ist umso bedauernswerter, als dass gerade die Behörden und Publikationen des Parlamentes eine breite Öffentlichkeit interessieren und auch Gegenstand des Staatsunterrichtes sind.</p>
- <p>Der Internetauftritt der Bundesversammlung beruht aktuell auf vier Sprachbäumen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch). Staatskunde-Angebote (Tellvetia und CiviCampus) stehen auf der Seite <a href="http://www.juniorparl.ch">www.juniorparl.ch</a> auch auf Rätoromanisch zur Verfügung. Im Bereich der Besucherbetreuung können alle Besucherinnen und Besucher des Parlamentsgebäudes die Broschüre "La vardad cumplaina concernent la sala mez vida" beziehen. Die Frage eines Ausbaus des rätoromanischen Internetangebots stellt sich periodisch immer wieder. Da der Ausbau des Internetauftritts mit einem rätoromanischen Sprachbaum einen beträchtlichen Ressourceneinsatz (Technik und Bewirtschaftung), der mit den verfügbaren Mitteln nicht geleistet werden kann, erfordern würde, ist bisher darauf verzichtet worden. Die Tatsache, dass die Kernstücke des Internetauftritts, das Amtliche Bulletin, die Geschäftsdatenbank und die Datenbank der Ratsmitglieder auch beim Aufbau eines rätoromanischen Sprachbaums nicht in dieser Sprache zur Verfügung stünden und auch die aktuellen Medienmitteilungen kaum zeitnah übersetzt werden könnten, war ein weiteres Argument, auf diesen Ausbau zu verzichten.</p><p>Der Aufbau eines Teilangebots (insbesondere Einstiegsseite, Benutzerführung und statische Texte) scheint jedoch, auch im Lichte der Sprachenpolitik, prüfenswert. Die Parlamentsdienste werden beauftragt, der Verwaltungsdelegation entsprechende Vorschläge (inklusive Ressourcenschätzungen) für einen Ausbau zu unterbreiten.</p> Das Büro beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Das Büro wird gebeten zu prüfen, ob zumindest Teile der Homepage des Parlamentes nicht auch in Rätoromanisch einsehbar sein sollen.</p>
- Das Parlament und die vierte Landessprache
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