Rechtliche Folgen der zunehmenden Flexibilisierung des Arbeitsplatzes
- ShortId
-
12.3166
- Id
-
20123166
- Updated
-
14.11.2025 08:09
- Language
-
de
- Title
-
Rechtliche Folgen der zunehmenden Flexibilisierung des Arbeitsplatzes
- AdditionalIndexing
-
15;Arbeitnehmerschutz;Rechtssicherheit;Arbeitsrecht;Arbeitsplatzflexibilität;Heimarbeit;häusliche Datenverarbeitung
- 1
-
- L05K0702030217, Arbeitsplatzflexibilität
- L04K07020402, Arbeitsrecht
- L05K0702050307, Heimarbeit
- L05K1203010106, häusliche Datenverarbeitung
- L05K0702040201, Arbeitnehmerschutz
- L04K05030207, Rechtssicherheit
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Aus ökologischen Gründen, Zeitgründen und Vereinbarkeitsgründen werden Unternehmen zunehmend eingeladen, neue Arbeitsformen, u. a. Home Office Days, zu ermöglichen. Home Office kann rechtlich der Heimarbeit gleichgesetzt werden. Nach der Aufhebung des Bundesbeschlusses zur Heimarbeit wird das Arbeitsverhältnis über das OR geregelt. Bei der Aufhebung des Bundesbeschlusses wurde unterstrichen, dass die klassische gewerbliche und industrielle Heimarbeit zunehmend von neuen Formen - des Home Office - abgelöst wird. Damit rückt die kaufmännische Heimarbeit als unterbrochenes Arbeitsverhältnis in den Fokus. Die neue Form der Heimarbeit führt zu neuen rechtlichen Unsicherheiten, daher ist eine Analyse der rechtlichen Situation erforderlich.</p><p>Mit dieser Analyse der rechtlichen Herausforderung durch die neuen Arbeitsverhältnisse sollte es danach möglich sein, dass Arbeitgeber die Flexibilisierung des Arbeitsplatzes in den Arbeitsverträgen explizit regeln, sofern das Unternehmen die Möglichkeit der Heimarbeit, des Home Office, den Mitarbeitenden anbietet. Momentan gibt es verschiedene Rechtsunsicherheiten, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Angestellte zu einem nicht abschätzbaren Risiko werden können. Es sind im Bericht namentlich folgende Bereiche zu thematisieren: </p><p>1. Arbeitsort (vgl. Weisungsrecht Art. 321d OR);</p><p>2. Arbeitsmittel und Vergütungen (z. B. angemessene Entschädigung Art. 327 OR);</p><p>3. Geschäftsgeheimnis - respektive gesetzlich geschütztes Geschäftsgeheimnis (Art. 321a Abs. 4 OR, Art. 162 StGB); </p><p>4. Haftung und Versicherung; Arbeitnehmende und Arbeitgeber müssen klären, welche Haftpflichtversicherung die Folgen von Schäden deckt;</p><p>5. Arbeitszeit, Lohn und Ferien; heute sind Arbeitgeber nur bei der ununterbrochenen Heimarbeit zur Lohnfortzahlung bei unverschuldeter Verhinderung des Arbeitnehmenden verpflichtet, hingegen nicht bei der unterbrochenen (Art. 353b OR);</p><p>6. steuerliche Abzüge;</p><p>7. Datensicherheit und Datenschutz, inklusive Zugriffsberechtigung;</p><p>8. gesetzliche und vertragliche Geheimhaltung;</p><p>9. Verantwortung des Unternehmens und des Arbeitnehmenden.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, über die arbeitsrechtlichen Lücken, die sich durch die zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsplatzes (Stichwort Home Office) ergeben, Bericht zu erstatten.</p>
- Rechtliche Folgen der zunehmenden Flexibilisierung des Arbeitsplatzes
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Aus ökologischen Gründen, Zeitgründen und Vereinbarkeitsgründen werden Unternehmen zunehmend eingeladen, neue Arbeitsformen, u. a. Home Office Days, zu ermöglichen. Home Office kann rechtlich der Heimarbeit gleichgesetzt werden. Nach der Aufhebung des Bundesbeschlusses zur Heimarbeit wird das Arbeitsverhältnis über das OR geregelt. Bei der Aufhebung des Bundesbeschlusses wurde unterstrichen, dass die klassische gewerbliche und industrielle Heimarbeit zunehmend von neuen Formen - des Home Office - abgelöst wird. Damit rückt die kaufmännische Heimarbeit als unterbrochenes Arbeitsverhältnis in den Fokus. Die neue Form der Heimarbeit führt zu neuen rechtlichen Unsicherheiten, daher ist eine Analyse der rechtlichen Situation erforderlich.</p><p>Mit dieser Analyse der rechtlichen Herausforderung durch die neuen Arbeitsverhältnisse sollte es danach möglich sein, dass Arbeitgeber die Flexibilisierung des Arbeitsplatzes in den Arbeitsverträgen explizit regeln, sofern das Unternehmen die Möglichkeit der Heimarbeit, des Home Office, den Mitarbeitenden anbietet. Momentan gibt es verschiedene Rechtsunsicherheiten, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Angestellte zu einem nicht abschätzbaren Risiko werden können. Es sind im Bericht namentlich folgende Bereiche zu thematisieren: </p><p>1. Arbeitsort (vgl. Weisungsrecht Art. 321d OR);</p><p>2. Arbeitsmittel und Vergütungen (z. B. angemessene Entschädigung Art. 327 OR);</p><p>3. Geschäftsgeheimnis - respektive gesetzlich geschütztes Geschäftsgeheimnis (Art. 321a Abs. 4 OR, Art. 162 StGB); </p><p>4. Haftung und Versicherung; Arbeitnehmende und Arbeitgeber müssen klären, welche Haftpflichtversicherung die Folgen von Schäden deckt;</p><p>5. Arbeitszeit, Lohn und Ferien; heute sind Arbeitgeber nur bei der ununterbrochenen Heimarbeit zur Lohnfortzahlung bei unverschuldeter Verhinderung des Arbeitnehmenden verpflichtet, hingegen nicht bei der unterbrochenen (Art. 353b OR);</p><p>6. steuerliche Abzüge;</p><p>7. Datensicherheit und Datenschutz, inklusive Zugriffsberechtigung;</p><p>8. gesetzliche und vertragliche Geheimhaltung;</p><p>9. Verantwortung des Unternehmens und des Arbeitnehmenden.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, über die arbeitsrechtlichen Lücken, die sich durch die zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsplatzes (Stichwort Home Office) ergeben, Bericht zu erstatten.</p>
- Rechtliche Folgen der zunehmenden Flexibilisierung des Arbeitsplatzes
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