Weiteres Vorgehen im Bereich der Geothermie

ShortId
12.3247
Id
20123247
Updated
28.07.2023 08:25
Language
de
Title
Weiteres Vorgehen im Bereich der Geothermie
AdditionalIndexing
66;Aktionsprogramm;Energieforschung;geothermische Energie;Bürgschaft;Evaluation;Stromerzeugung;Forschungsvorhaben
1
  • L03K170504, geothermische Energie
  • L04K17010108, Energieforschung
  • L05K0507020101, Bürgschaft
  • L05K0703050101, Aktionsprogramm
  • L04K16020206, Forschungsvorhaben
  • L05K1703030102, Stromerzeugung
  • L04K08020302, Evaluation
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Der Stand des Fonds für Bürgschaften für Geothermieprojekte betrug per 17. Februar 2012 128 750 152 Schweizerfranken. Bisher ist ein Gesuch für eine Risikodeckung gutgeheissen worden: Das Projekt Agepp in Lavey-les-Bains hat im September 2011 von Swissgrid einen positiven Bescheid erhalten.</p><p>2. Theoretisch erscheint ein Tiefenschacht-Kraftwerk machbar, sofern notwendige Technologien entwickelt werden (z. B. Tunnelbohrmaschinen und Anlagen für Schachtbau, geeignet für den Betrieb bei 250 bis 300 Grad Celsius in der Gegenwart hoch korrosiver Gas- und Fluidgemische, gelenkte horizontale Bohrungen bei 250 bis 300 Grad Celsius). Die technischen Gestehungskosten für Wärme- und Strombereitstellung müssen allerdings wettbewerbsfähig sein. Bis zur Markteinführung notwendiger Technologien dürften noch Jahrzehnte vergehen. Somit besitzt ein entsprechendes Projekt ein gewisses theoretisches Potenzial, das praktische Potenzial ist heute jedoch aufgrund der gegenwärtig mangelnden technologischen Reife äusserst gering.</p><p>3. Der Aktionsplan Tiefengeothermie wurde dem BFE von Vertretern der Geothermiebranche im November 2011 vorgestellt. Das BFE hat die hauptsächlichen Anliegen des Aktionsplans zur Kenntnis genommen:</p><p>- Ausdehnung und Aufstockung der Risikodeckung für Geothermieprojekte;</p><p>- Erhöhung der Einspeisevergütung für petrothermale Geothermieprojekte;</p><p>- direkte finanzielle Unterstützung des Bundes für Geothermieprojekte.</p><p>Der Bund beteiligt sich nicht direkt finanziell am Aktionsplan Tiefengeothermie, da dies nicht zu seinen Aufgaben gehört. Im Rahmen des Programms Energie Schweiz wird der Aktionsplan Tiefengeothermie indirekt (Grundlagenarbeiten, Beratung, Koordination) unterstützt. Ausserdem kann Swissgrid Anlagen zur Nutzung der tiefen Geothermie eine Risikoabsicherung aus dem Fonds der Stiftung KEV gewähren (siehe auch Antwort 1). Der Bundesrat prüft im Rahmen der Umsetzung der Energiestrategie 2050 weitere Massnahmen zur Förderung von Geothermieprojekten.</p><p>Der Bundesrat erachtet es als nicht sinnvoll und zielführend, mit bundeseigenen Geothermieprojekten im Energiemarkt tätig zu werden. Es sind daher keine bundeseigenen Geothermieprojekte geplant.</p><p>4. Werden die erwähnten Fördermassnahmen umgesetzt, so sind durch Skalen- und Lerneffekte Kostensenkungen zu erwarten. Unter diesen Voraussetzungen rechnet das BFE mit einem dynamischen Wachstum der Produktion geothermischer Energie von 10 Prozent pro Jahr ab dem Jahr 2020. Damit könnten bis im Jahr 2025 knapp 0,5 Terawattstunde, bis im Jahr 2035 rund 1,1 Terawattstunden und bis 2050 rund 4,4 Terawattstunden Strom produziert werden. Somit kann die Geothermie - wie auch die anderen erneuerbaren Energiequellen Biomasse, Fotovoltaik, Wasser und Wind - einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.</p><p>Die elektrische Leistung der Geothermie-Anlagen wird sich im Zeitraum 2020 bis 2050 voraussichtlich von 1 bis 3 Megawattstunden pro Anlage in den Bereich von 10 Megawattstunden pro Anlage bewegen. Die elektrische Produktion dieser Anlagen wird somit zwischen 10 und 100 Gigawattstunden pro Jahr betragen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Der Geothermie wird für die künftige Strom- und Wärmeproduktion ein grosses Potenzial eingeräumt. Jedoch ist ebenso klar, dass dieser Bereich noch weiterer Grundlagenforschung bedarf. Gelder für Forschung und Durchführung von Pilotprojekten können diesbezüglich einen guten Beitrag für diesen Energieträger leisten. Besondere Beachtung verdient dabei die tiefe Geothermie, da sie sowohl für Strom- wie auch für Wärmeproduktion geeignet ist. In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Per Ende 2010 betrug der Fonds für Bürgschaftsverpflichtungen der Geothermie 126 Millionen Schweizerfranken. Wie hoch ist der aktuelle Stand? Wie viele Projekte haben bereits Gelder erhalten, und welche sind dies?</p><p>2. Neben den bekannten Verfahren im Bereich der Geothermie (u. a. Hot-Dry-Rock-Verfahren) gibt es auch andere Ideen, wie beispielsweise den Bau eines Tiefenschacht-Kraftwerks in konventioneller Bergbauweise, um Strom und Wärme zu erzeugen. Wie beurteilt der Bundesrat das Potenzial eines solchen Verfahrens bzw. Projektes? Hält er ein solches für machbar?</p><p>3. Um den Nutzen der Geothermie genauer zu evaluieren und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit nachzuweisen, haben Teile der Wirtschaft gemeinsam einen Aktionsplan Tiefengeothermie erarbeitet. Ist dem Bundesrat dieser Aktionsplan bekannt? Falls ja, ist er daran beteiligt, oder gibt es Pläne, dies zu tun? In welchem Umfang könnten aus dem Bürgschaftsfonds für die Geothermie Mittel dafür verwendet werden? Falls nein, wie will der Bundesrat in den kommenden Jahren das Potenzial dieses Energieträgers beurteilen? Sind seitens des Bundes eigene Vorhaben oder Pilotprojekte geplant?</p><p>4. Ein allfälliger Ausstieg aus der Kernenergie hinterlässt eine grosse Produktionslücke im Strombereich, welche von den erneuerbaren Energien Wind, Wasser und Sonne als Bandenergie nicht gedeckt werden kann. Wie hoch schätzt der Bundesrat das Produktionspotenzial in den kommenden 10 bis 15 Jahren für die Geothermie im Strombereich im Vergleich zu anderen Energieträgern ein? Gibt es Pläne, innerhalb dieses Zeitraums neben Pilotprojekten auch ein kommerzielles Kraftwerk zu erstellen? Falls ja, mit welcher Leistung und Produktionskapazität?</p>
  • Weiteres Vorgehen im Bereich der Geothermie
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Der Stand des Fonds für Bürgschaften für Geothermieprojekte betrug per 17. Februar 2012 128 750 152 Schweizerfranken. Bisher ist ein Gesuch für eine Risikodeckung gutgeheissen worden: Das Projekt Agepp in Lavey-les-Bains hat im September 2011 von Swissgrid einen positiven Bescheid erhalten.</p><p>2. Theoretisch erscheint ein Tiefenschacht-Kraftwerk machbar, sofern notwendige Technologien entwickelt werden (z. B. Tunnelbohrmaschinen und Anlagen für Schachtbau, geeignet für den Betrieb bei 250 bis 300 Grad Celsius in der Gegenwart hoch korrosiver Gas- und Fluidgemische, gelenkte horizontale Bohrungen bei 250 bis 300 Grad Celsius). Die technischen Gestehungskosten für Wärme- und Strombereitstellung müssen allerdings wettbewerbsfähig sein. Bis zur Markteinführung notwendiger Technologien dürften noch Jahrzehnte vergehen. Somit besitzt ein entsprechendes Projekt ein gewisses theoretisches Potenzial, das praktische Potenzial ist heute jedoch aufgrund der gegenwärtig mangelnden technologischen Reife äusserst gering.</p><p>3. Der Aktionsplan Tiefengeothermie wurde dem BFE von Vertretern der Geothermiebranche im November 2011 vorgestellt. Das BFE hat die hauptsächlichen Anliegen des Aktionsplans zur Kenntnis genommen:</p><p>- Ausdehnung und Aufstockung der Risikodeckung für Geothermieprojekte;</p><p>- Erhöhung der Einspeisevergütung für petrothermale Geothermieprojekte;</p><p>- direkte finanzielle Unterstützung des Bundes für Geothermieprojekte.</p><p>Der Bund beteiligt sich nicht direkt finanziell am Aktionsplan Tiefengeothermie, da dies nicht zu seinen Aufgaben gehört. Im Rahmen des Programms Energie Schweiz wird der Aktionsplan Tiefengeothermie indirekt (Grundlagenarbeiten, Beratung, Koordination) unterstützt. Ausserdem kann Swissgrid Anlagen zur Nutzung der tiefen Geothermie eine Risikoabsicherung aus dem Fonds der Stiftung KEV gewähren (siehe auch Antwort 1). Der Bundesrat prüft im Rahmen der Umsetzung der Energiestrategie 2050 weitere Massnahmen zur Förderung von Geothermieprojekten.</p><p>Der Bundesrat erachtet es als nicht sinnvoll und zielführend, mit bundeseigenen Geothermieprojekten im Energiemarkt tätig zu werden. Es sind daher keine bundeseigenen Geothermieprojekte geplant.</p><p>4. Werden die erwähnten Fördermassnahmen umgesetzt, so sind durch Skalen- und Lerneffekte Kostensenkungen zu erwarten. Unter diesen Voraussetzungen rechnet das BFE mit einem dynamischen Wachstum der Produktion geothermischer Energie von 10 Prozent pro Jahr ab dem Jahr 2020. Damit könnten bis im Jahr 2025 knapp 0,5 Terawattstunde, bis im Jahr 2035 rund 1,1 Terawattstunden und bis 2050 rund 4,4 Terawattstunden Strom produziert werden. Somit kann die Geothermie - wie auch die anderen erneuerbaren Energiequellen Biomasse, Fotovoltaik, Wasser und Wind - einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.</p><p>Die elektrische Leistung der Geothermie-Anlagen wird sich im Zeitraum 2020 bis 2050 voraussichtlich von 1 bis 3 Megawattstunden pro Anlage in den Bereich von 10 Megawattstunden pro Anlage bewegen. Die elektrische Produktion dieser Anlagen wird somit zwischen 10 und 100 Gigawattstunden pro Jahr betragen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Der Geothermie wird für die künftige Strom- und Wärmeproduktion ein grosses Potenzial eingeräumt. Jedoch ist ebenso klar, dass dieser Bereich noch weiterer Grundlagenforschung bedarf. Gelder für Forschung und Durchführung von Pilotprojekten können diesbezüglich einen guten Beitrag für diesen Energieträger leisten. Besondere Beachtung verdient dabei die tiefe Geothermie, da sie sowohl für Strom- wie auch für Wärmeproduktion geeignet ist. In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Per Ende 2010 betrug der Fonds für Bürgschaftsverpflichtungen der Geothermie 126 Millionen Schweizerfranken. Wie hoch ist der aktuelle Stand? Wie viele Projekte haben bereits Gelder erhalten, und welche sind dies?</p><p>2. Neben den bekannten Verfahren im Bereich der Geothermie (u. a. Hot-Dry-Rock-Verfahren) gibt es auch andere Ideen, wie beispielsweise den Bau eines Tiefenschacht-Kraftwerks in konventioneller Bergbauweise, um Strom und Wärme zu erzeugen. Wie beurteilt der Bundesrat das Potenzial eines solchen Verfahrens bzw. Projektes? Hält er ein solches für machbar?</p><p>3. Um den Nutzen der Geothermie genauer zu evaluieren und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit nachzuweisen, haben Teile der Wirtschaft gemeinsam einen Aktionsplan Tiefengeothermie erarbeitet. Ist dem Bundesrat dieser Aktionsplan bekannt? Falls ja, ist er daran beteiligt, oder gibt es Pläne, dies zu tun? In welchem Umfang könnten aus dem Bürgschaftsfonds für die Geothermie Mittel dafür verwendet werden? Falls nein, wie will der Bundesrat in den kommenden Jahren das Potenzial dieses Energieträgers beurteilen? Sind seitens des Bundes eigene Vorhaben oder Pilotprojekte geplant?</p><p>4. Ein allfälliger Ausstieg aus der Kernenergie hinterlässt eine grosse Produktionslücke im Strombereich, welche von den erneuerbaren Energien Wind, Wasser und Sonne als Bandenergie nicht gedeckt werden kann. Wie hoch schätzt der Bundesrat das Produktionspotenzial in den kommenden 10 bis 15 Jahren für die Geothermie im Strombereich im Vergleich zu anderen Energieträgern ein? Gibt es Pläne, innerhalb dieses Zeitraums neben Pilotprojekten auch ein kommerzielles Kraftwerk zu erstellen? Falls ja, mit welcher Leistung und Produktionskapazität?</p>
    • Weiteres Vorgehen im Bereich der Geothermie

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