Ausbildung von Pflegefachpersonal (2)

ShortId
12.3249
Id
20123249
Updated
14.11.2025 08:28
Language
de
Title
Ausbildung von Pflegefachpersonal (2)
AdditionalIndexing
2841;arztähnlicher Beruf;Arbeitskräftebedarf;Fachhochschule;Berufswanderung;Unterricht für arztähnliche Berufe;berufliche Bildung;Stellung der Frau;Frauenarbeit;Frankreich;Brain Drain;Bildungshaushaltsplan
1
  • L04K01050401, arztähnlicher Beruf
  • L04K13020308, Unterricht für arztähnliche Berufe
  • L03K130202, berufliche Bildung
  • L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
  • L05K0702030205, Frauenarbeit
  • L05K1302050102, Fachhochschule
  • L04K13030106, Bildungshaushaltsplan
  • L03K010104, Stellung der Frau
  • L04K01080302, Berufswanderung
  • L05K0108030101, Brain Drain
  • L04K03010106, Frankreich
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass durch die anstehenden demografischen Veränderungen, die raschen technologischen Entwicklungen im Gesundheitsbereich und die neuen Versorgungsmodelle hohe Anforderungen entstehen. Er ist überzeugt, dass die in enger Zusammenarbeit mit der Praxis und entsprechend den Bedürfnissen der Arbeitswelt entwickelten Bildungsangebote auf allen Stufen einen entscheidenden Erfolgsfaktor für künftig erforderliche Anpassungen der beruflichen Bildung an die Praxis bilden werden.</p><p>1. Die schweizerische Bildungssystematik sieht in allen Fachbereichen (Technik, Wirtschaft, Soziales, Gesundheit usw.), unbesehen der Geschlechter, auf der Tertiärstufe Studiengänge sowohl an höheren Fachschulen als auch an Fachhochschulen vor. Die Bildungsgänge an den höheren Fachschulen werden in enger Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt entwickelt. Sie tragen den künftigen Entwicklungen Rechnung und zeichnen sich auch im Gesundheitsbereich durch eine starke Nachfrage des Arbeitsmarktes nach deren Absolventinnen und Absolventen aus.</p><p>2. Nein, es gibt keine finanziellen Überlegungen. Der Bund leistet ebenfalls Beiträge an Bildungsgänge der höheren Fachschulen über die Pauschale an die Kantone oder direkt an gesamtschweizerisch tätige Organisationen der Arbeitswelt, welche entsprechende Bildungsgänge anbieten. Die Beteiligung der Kosten des Bundes an höheren Fachschulen bewegt sich - als Pauschale an die Kantone ausgestaltet - mit einem Viertel der Aufwendungen als Richtgrösse in einem vergleichbaren Rahmen.</p><p>3. Die Beschränkung von Studienplätzen an den Fachhochschulen liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Seitens des Bundes gibt es keine Vorgaben. Der Bund leistet jährlich pro Studierenden die für den Fachbereich Gesundheit errechnete Studierendenpauschale. Im Rahmen des Masterplans "Bildung Pflegeberufe" wird geprüft, ob und in welchem Umfang gemeinsam mit den Kantonen und der Branche weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Anzahl der Studienplätze an den Fachhochschulen zur Linderung des Pflegenotstands zu erhöhen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die Schweiz bildet im Gesundheitsbereich nicht genug Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner aus und muss daher ausländisches Personal einstellen, um die Nachfrage an den Spitälern und an anderen medizinischen Institutionen befriedigen zu können.</p><p>Die neuen Erkenntnisse und die schnelle Entwicklung der Technologien im medizinischen Bereich führen zu einem Wandel des Gesundheitssystems, zu einer Ausweitung der Aufgaben gewisser Berufe und somit zu einer neuen Aufteilung der Verantwortung zwischen den zwei medizinischen Hauptberufen, den Ärztinnen und Ärzten zum einen und den Pflegefachfrauen und -männern zum anderen. Wissenschaftliche Studien zeigen deutlich auf, dass die postoperative Sterblichkeit, die Zahl der Infektionen, die Dauer des Spitalaufenthalts, die Zahl der Rehospitalisierungen, die Zahl der Komplikationen usw. geringer sind, wenn das Pflegepersonal gut ausgebildet ist. Mit einer Ausbildung von hoher Qualität kann den Entwicklungen im Gesundheitssystem optimal begegnet werden.</p><p>Was tut die Romandie, um diese Herausforderung zu meistern? Sie bietet für medizinische Pflege lediglich einen Bildungsgang auf Fachhochschulniveau an, für den die Zahl der Studierenden stetig zunimmt (plus 40 Prozent zwischen 2006 und 2011), und sie verzichtete darauf, den Bildungsgang der höheren Fachschule, wie vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) angestrebt, anzubieten. </p><p>Aus diesen Gründen stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Will der Bundesrat, dass das Pflegepersonal weniger gut ausgebildet und folglich auch weniger gut bezahlt wird, weil es mehrheitlich weiblich ist (Gender-Politik)?</p><p>2. Finanziert der Bund wegen der Kosten der Bildungsgänge der Fachhochschulen, für die er teilweise aufkommen muss (33 Prozent), den Bildungsgang auf Niveau der höheren Fachschule nicht mit?</p><p>3. Zurzeit können die französischen Spitäler nicht genug Personal einstellen, während in Frankreich aber eigentlich viele Studierende in diesem Bereich ausgebildet werden. In der Schweiz wird im Pflegefachbereich die Anzahl französischer Studierender begrenzt. Ist dem Bundesrat bewusst, dass wir dadurch französisches Pflegepersonal importieren, das schon diplomiert ist, und dass diese Situation zu starken grenzübergreifenden Spannungen führt?</p>
  • Ausbildung von Pflegefachpersonal (2)
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass durch die anstehenden demografischen Veränderungen, die raschen technologischen Entwicklungen im Gesundheitsbereich und die neuen Versorgungsmodelle hohe Anforderungen entstehen. Er ist überzeugt, dass die in enger Zusammenarbeit mit der Praxis und entsprechend den Bedürfnissen der Arbeitswelt entwickelten Bildungsangebote auf allen Stufen einen entscheidenden Erfolgsfaktor für künftig erforderliche Anpassungen der beruflichen Bildung an die Praxis bilden werden.</p><p>1. Die schweizerische Bildungssystematik sieht in allen Fachbereichen (Technik, Wirtschaft, Soziales, Gesundheit usw.), unbesehen der Geschlechter, auf der Tertiärstufe Studiengänge sowohl an höheren Fachschulen als auch an Fachhochschulen vor. Die Bildungsgänge an den höheren Fachschulen werden in enger Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt entwickelt. Sie tragen den künftigen Entwicklungen Rechnung und zeichnen sich auch im Gesundheitsbereich durch eine starke Nachfrage des Arbeitsmarktes nach deren Absolventinnen und Absolventen aus.</p><p>2. Nein, es gibt keine finanziellen Überlegungen. Der Bund leistet ebenfalls Beiträge an Bildungsgänge der höheren Fachschulen über die Pauschale an die Kantone oder direkt an gesamtschweizerisch tätige Organisationen der Arbeitswelt, welche entsprechende Bildungsgänge anbieten. Die Beteiligung der Kosten des Bundes an höheren Fachschulen bewegt sich - als Pauschale an die Kantone ausgestaltet - mit einem Viertel der Aufwendungen als Richtgrösse in einem vergleichbaren Rahmen.</p><p>3. Die Beschränkung von Studienplätzen an den Fachhochschulen liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Seitens des Bundes gibt es keine Vorgaben. Der Bund leistet jährlich pro Studierenden die für den Fachbereich Gesundheit errechnete Studierendenpauschale. Im Rahmen des Masterplans "Bildung Pflegeberufe" wird geprüft, ob und in welchem Umfang gemeinsam mit den Kantonen und der Branche weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Anzahl der Studienplätze an den Fachhochschulen zur Linderung des Pflegenotstands zu erhöhen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die Schweiz bildet im Gesundheitsbereich nicht genug Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner aus und muss daher ausländisches Personal einstellen, um die Nachfrage an den Spitälern und an anderen medizinischen Institutionen befriedigen zu können.</p><p>Die neuen Erkenntnisse und die schnelle Entwicklung der Technologien im medizinischen Bereich führen zu einem Wandel des Gesundheitssystems, zu einer Ausweitung der Aufgaben gewisser Berufe und somit zu einer neuen Aufteilung der Verantwortung zwischen den zwei medizinischen Hauptberufen, den Ärztinnen und Ärzten zum einen und den Pflegefachfrauen und -männern zum anderen. Wissenschaftliche Studien zeigen deutlich auf, dass die postoperative Sterblichkeit, die Zahl der Infektionen, die Dauer des Spitalaufenthalts, die Zahl der Rehospitalisierungen, die Zahl der Komplikationen usw. geringer sind, wenn das Pflegepersonal gut ausgebildet ist. Mit einer Ausbildung von hoher Qualität kann den Entwicklungen im Gesundheitssystem optimal begegnet werden.</p><p>Was tut die Romandie, um diese Herausforderung zu meistern? Sie bietet für medizinische Pflege lediglich einen Bildungsgang auf Fachhochschulniveau an, für den die Zahl der Studierenden stetig zunimmt (plus 40 Prozent zwischen 2006 und 2011), und sie verzichtete darauf, den Bildungsgang der höheren Fachschule, wie vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) angestrebt, anzubieten. </p><p>Aus diesen Gründen stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Will der Bundesrat, dass das Pflegepersonal weniger gut ausgebildet und folglich auch weniger gut bezahlt wird, weil es mehrheitlich weiblich ist (Gender-Politik)?</p><p>2. Finanziert der Bund wegen der Kosten der Bildungsgänge der Fachhochschulen, für die er teilweise aufkommen muss (33 Prozent), den Bildungsgang auf Niveau der höheren Fachschule nicht mit?</p><p>3. Zurzeit können die französischen Spitäler nicht genug Personal einstellen, während in Frankreich aber eigentlich viele Studierende in diesem Bereich ausgebildet werden. In der Schweiz wird im Pflegefachbereich die Anzahl französischer Studierender begrenzt. Ist dem Bundesrat bewusst, dass wir dadurch französisches Pflegepersonal importieren, das schon diplomiert ist, und dass diese Situation zu starken grenzübergreifenden Spannungen führt?</p>
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